Schmidt Spiele Carcassonne Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 12/2006
- Präsentation:
- Spaßfaktor:
- Spielanleitung:
- Wird langweilig:
Erfahrungsbericht von prinzmichael
Ein toller Mix aus Taktik und Glück!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Das 'Spiel des Jahres 2001' kommt in einer relativ kleinen Verpackung daher, im Vergleich zu Preisträgern der letzten Jahre.
Doch zuerst mal eine Beschreibung des Spiels:
=============================================
In der handlichen Packung sind 72 Plättchen enthalten, die zuvor ausgestanzt werden müssen. Die Plättchen zeigen Wiesen, Wege, Stadtteile und Kloster an, wobei auf einem Plättchen auch mal ein Wegstück und ein Stadtteil gleichzeitig vorkommen kann, neben noch weitern Kombinationen. Eines der quadratischen Plättchen (mit einem dunkleren Hintergrund markiert) wird vor Beginn offen ausgelegt und dient als Start. Die Plättchen sind aus robuster dicker Pappe und sind schön gezeichnet. Weiterhin gibt es 40 Spielfiguren in 5 Farben, also 8 je Spieler. Diese sind aus Holz und niedlich geformt (man kann aus Spaß die Figuren sogar lustig stapeln, das hat aber nichts mit dem Spiel zu tun, sondern mache ich nur manchmal, wenn meine Mitspieler zu lange überlegen *g*). Eine Wertungstafel und die Spielanleitung runden das Spiel ab.
Vor Spielbeginn stellt jeder Spieler eine seiner Figuren auf das Startfeld der Wertungstafel, somit bleiben ihm noch sieben Figuren für das Spiel übrig. Wie bereits erwähnt wird das Startplättchen offen ausgelegt. Die restlichen 71 Plättchen werden gemischt und verdeckt in mehrer Häfchen gestapelt (da wir recht faul sind, mischen wir die Plättchen nur und legen sie einfach verdeckt in die Schachtel).
Der Startspieler zieht ein Plättchen und legt dies nach bestimmten Regeln an die bereits ausliegenden Plättchen an. Es ist darauf zu achten, dass das Anlegen nur logisch sinnvoll zu erfolgen hat (z.B. eine Kante mit Wiese kann nur an eine andere Wiesenkante angelegt werden). Nun kann noch eine eigene Figur auf das eben ausgelegt Plättchen gesetzt werden. Der Spieler muss sich dabei entscheiden ob er dieses (soweit vorhanden) auf einen Weg, einen Stadtteil, ein Kloster oder auf eine Wiese legt. Es ist darauf zu achten, dass sich auf dem Verlauf des gewählten Abschnitts (z.B. Weg) noch keine (egal ob eigene oder fremde) Figur befindet. Ist dies der Fall, darf die Figur nicht auf diesen Abschnitt gesetzt werden. Besonders muss man hier bei Wiesen aufpassen, da hier sehr große zusammenhängende Abschnitte entstehen können.
Aber durch geschicktes Anlegen ist es möglich zwei besetzte gleichartige Abschnitte zu verbinden, sodass sich mehrer Figuren auf diesem Abschnitt befinden.
Wird durch das Legen des Plättchens ein Abschnitt beendet (z.B. Stadtteil, wenn eine in sich geschlossene Stadt entsteht) und es befinden sich ein oder mehrere Figuren darin, so kommt es sofort zu einer Wertung und die Figuren kommen an ihre Besitzer zurück. Der oder die Spieler mit den meisten Figuren im Abschnitt bekommen hierfür Punkte (je nach Art des Abschnitts).
Ein Abschnitt ist fertig, wenn
- mit einem Stadtteil eine Stadt in sich geschlossen wird,
- ein Weg an beiden Seiten durch eine Kreuzung, Stadtteil oder Kloster beendet wird,
- ein Kloster komplett von Plättchen (8 Stück) eingeschlossen ist.
Ausnahme: Eine auf eine Wiese gelegte Figur bleibt bis zum Spielende dort liegen.
Wird das letzte Plättchen gelegt, endet das Spiel und es kommt noch mal zu einer Schlusswertung bei der zusätzlich jetzt auch die Wiesen gewertet werden. Der oder die Spieler mit den meisten Figuren in einem Wiesenabschnitt bekommen für jede fertige Stadt Zusatzpunkte.
Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Punkten.
Wieder eine komplizierte Anleitung?
===================================
Die dem Spiel beigefügte Spielanleitung ist recht kurz und sehr übersichtlich. Die vielen Beispiele erleichtern den Spieleinstieg. Jedoch sind die Regeln für das setzen der Figuren nicht jedem Spieler gleich verständlich, das liegt aber an der neuen und interessanten Art des Spieles. Es handelt sich hier nicht nur um ein einfaches Legespiel, entscheidend ist das richtige Setzen der Figuren um Punkte zu erhalten.
Das 'bisschen' Material?
========================
Beim Auspacken des Spieles habe ich nur einige Bögen mit Plättchen zum ausstanzen gesehen und dann noch ein Tütchen mit den Figuren. Ist das alles? Wo ist der Rest des Spieles? Ein 'Spiel des Jahres' mit so geringer Ausstattung?
Ich habe es im Angebot für nur DM 20 erworben und muss nun im nachhinein sagen, dass es sich um ein absolut SUPER PREIS/LEISTUNGS-VERHÄLTNIS handelt!
Das Material ist einfach toll. Die Plättchen sind robust und nach vielen Spielen noch wie neu. Die Gestaltung ist sehr schön geworden und auch wenn bereits viele Plättchen ausliegen ist alles noch recht übersichtlich. Die Figuren sind aus Holz und niedlich modelliert.
Ein großes Lob an den Verlag, der es wieder einmal geschafft hat umweltfreundliches Material optisch und funktionell aufzubereiten. Nach meiner Ansicht ist dieser Verlag hier vorbildlich!
Taktik oder Glück?
==================
Das Spiel erfordert einiges an Taktik. Zum Einen muss das gerade gezogene Plättchen an eine gute Stelle angelegt werden und zum anderen müssen die Figuren so gesetzt werden, dass man die meisten Punkte am Ende hat. Und das ist oft gar nicht so einfach!
Aber es hat auch einen recht hohen Glücksanteil durch das verdeckte Ziehen eines Plättchens. Oft ist nicht das richtige dabei und man muss zusehen, was man daraus macht.
Aber gerade das macht den Reiz des Spieles aus! Da sich Taktik und Glück ungefähr die Waage halten, haben auch schwächere Spieler oder Neueinsteiger gute Chancen.
Ein Spiel mit der Zeit?
=======================
Ein Spiel mit viel Taktik erfüllt oft einen ganzen Spielabend. Doch nach dem ersten Spiel war ich erst mal verwundert. Zu Zweit waren wir nach ca. 40 Minuten fertig und selbst die gingen noch wie im Fluge um. Das Spiel lässt sich sehr flüssig mit einer Spieldauer von ca. 30 Minuten spielen. Aber trotzdem dauert es manchmal einen ganzen Spielabend, denn es macht süchtig! Auf, schnell noch eine Partie ... Das gibt eine Revanche ...
Hintergrund im Vordergrund?
===========================
CARCASSONNE! Was bedeutet das eigentlich? Der Name macht neugierig, deshalb wird gleich im großen weiten Web nachgeschaut ...
Ahh, es handelt sich um eine schöne alte Stadt in Südfrankreich (da werden sich die Franzosen hoffentlich geehrt fühlen) mit einer beeindruckenden Festungsanlage und einem Schloss.
Zusammen mit der Optik des Spiels und den 'Bauern', 'Mönchen', 'Wegelagerern' und 'Rittern' (so werden die Figuren genannt) habe ich das Gefühl im Mittelalter zu sein, was mir besondere Freude bereitet.
Auch wenn das Spiel eigentlich etwas zu abstrakt für den Hintergrund ist, aber schließlich muss es ja irgendeine Story geben. Und der Hintergrund steht für mich nicht im Vordergrund.
Wie viele Spieler braucht ein Spiel?
====================================
2 - 5 Spieler ab 10 Jahre, so die Angabe auf der Verpackung. Selten ist ein solches Spiel schon ab zwei Personen spannend und interessant. Nun, da wir aber oft und gerne zu Zweit spielen, fingen wir auch erst mal so an.
Und ich muss sagen: Es lässt sich super zu Zweit spielen! Ich finde sogar, dass man hier am taktischsten spielen kann.
Carcassonne macht eigentlich in jeder Besetzung spaß. Hinzu kommt noch, dass sich je nach Besetzung die Taktiken ändern und das Spiel dadurch noch abwechslungsreicher wird.
Aber bei einer hohen Spielerzahl wird der taktische Anteil auch geringer, ebenso die Möglichkeiten und die Vorausplanungen (hey, mal ein kleinerSchwachpunkt!).
Also, wie ist CARCASSONNE denn nun?
===================================
Wir spielen gerne und viel, haben auch viele interessante Spiele. Doch wenn es darum geht "Was spielen wir denn heute?" fällt meistens "CARCASSONNE".
Das Spiel ist wunderbar. Taktisch, aber nicht zu schwer. Es ist einfach und lässt sich aufgrund der Spieldauer auch mal zwischendurch spielen. Die Möglichkeiten sind riesig und jedes Spiel ist anders, selbst bei den gleichen Personen. Es gibt viele Taktiken. Lege ich eine Figur oder spare ich sie lieber auf? Stadt, Weg, Kloster oder doch lieber die Wiese? Auch kann man die Pläne der Mitspieler durchkreuzen.
Der Spielverlauf ist flüssig. Nur zum Ende hin, wenn nur noch wenige Plättchen da sind, kann es etwas langweilig werden. Aber meistens ist genau das Gegenteil der Fall! Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, da die Endabrechnung noch mal einiges verändern kann. Auch während dem Spiel wechseln die Positionen auf der Wertungstafel öfter als vermutet.
Der größte Pluspunkt ist das Preis/Leistungs-Verhältnis und das Material. Weiter so!
So, jetzt höre ich auf, denn ich habe schon wieder Lust auf eine Partie CARCASSONNE ...
37 Bewertungen, 5 Kommentare
-
20.03.2003, 14:40 Uhr von nici-nic
Bewertung: sehr hilfreichDas Spiel finde ich absolut klasse. das Richtige für einen lustigen Abend.
-
25.04.2002, 15:33 Uhr von Spocht
Bewertung: sehr hilfreichJou, nettes Spiel, das. Wie eine Kombinatio zwischen Risiko und Domino (Besetzen und Anlegen)
-
21.03.2002, 13:11 Uhr von TheGreatMaster
Bewertung: sehr hilfreichIch spiele dieses Spiel ebenfalls super gerne, aber noch besser wird es mit der schon erschienenen Erweiterung. Gruß TheGreatMaster.
-
19.03.2002, 09:47 Uhr von Netti1982
Bewertung: sehr hilfreichgut zu wissen, MfG Netti
-
19.03.2002, 09:13 Uhr von Caaro
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht. Ab wieviel Jahren ist das Spiel denn geeignet?
Bewerten / Kommentar schreiben