Schmidt Spiele Carcassonne Testbericht

Schmidt-spiele-carcassonne
ab 12,49
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Summe aller Bewertungen
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spaßfaktor:  sehr hoch
  • Spielanleitung:  sehr gut
  • Wird langweilig:  nie

Erfahrungsbericht von NestorAparatschik

Endlich mal wieder ein "Spiel des Jahres", das den Namen verdient

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

In der Kürze liegt die Würze! Eine Spielrunde dauert bei „Carcassonne“ höchstens 30 bis 40 Minuten. Trotzdem oder gerade auch deswegen ist „Carcassonne“ ein sehr unterhaltsames abendfüllendes Spiel, denn aus einer Runde werden schnell mehrere und man merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht.


------------ Fakten -----------
Autor: Klaus-Jürgen Wrede
Design: Doris Mathäus
Verlag: Hans im Glück
Spieleranzahl: 2-5
Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 30 min
Auszeichnungen: Spiel des Jahres 2001, 1. Platz Deutscher Spielepreis 2001


-------- Spielmaterial --------
Neben einem Spielplan, der allerdings nur die Wertungsskala enthält, besteht das Spiel aus 72 Landschaftskärtchen und je 8 Holzspielfiguren in 5 Farben. Die Landschaftskärtchen, wie auch die Wertungsskala sind liebevoll von der Grafikerin Doris Mathäus gestaltet und machen dieses Spiel auch zu einer echten Freude für das Auge. Sie zeigen Stadteile, Wege, Wiesen und Klöster.
Eine Auflistung aller vorhandenen Kärtchen findet sich auf der Internetseite des Verlages (www.hans-im-glueck.de). Und sollte mal ein Kärtchen bzw. eine Spielfigur verloren gegangen sein, so genügt es einen frankierten Rückumschlag an „Hans im Glück“ zu schicken und man bekommt schnell und unkompliziert die fehlenden Teile zugesandt.


---------- Spielregel ----------
Die dreiseitigen Regeln enthalten alles was das Herz begehrt. Von einer ausführlichen Anleitung über Beispiele bis zu einer Zusammenfassung der einzelnen wichtigen Punkte auf einer Spalte am Rand des eigentlichen Textes. Etwas merkwürdig an dieser Spalte ist nur, dass hier teilweise zusätzliche Punkte erwähnt werden, die im normalen Regeltext nicht vorkommen.
Sollten noch Fragen bzgl. der Regeln bestehen, dann findet sich auf der Website www.hans-im-glueck.de bestimmt die Antwort. Dort finden sich übrigens auch reichlich Regelvarianten, für alle die, die nach zusätzlicher Abwechslung suchen.


--------- Spielablauf ----------
Ein Zug läuft folgendermaßen ab: man zieht eine der verdeckt ausliegenden Landschaftskärtchen und legt dieses passend an eine bereits ausliegenden Karte an. Danach kann man noch auf die eben gelegte Karte eine Spielfigur einsetzen. Setzt man auf einen Weg, so handelt es sich um einen Wegelagerer, setzt man auf eine Stadt, dann handelt es sich um einen Ritter. Eine Figur, die ein Kloster gesetzt wird, ist ein Mönch und ein Bauer wird auf die Wiese gelegt.
Beim einsetzen muß man allerdings beachten, dass man Spielfiguren nur auf bisher unbesetzte Wege, Städte und Wiesen setzen darf.
Sobald ein Weg auf beiden Seiten durch eine Stadt, Kreuzung oder ein Kloster beendet wurde, findet eine Wertung für diesen Weg statt. Alle, die die meisten Spielfiguren auf diesem Weg sitzen haben, erhalten einen Punkt pro Karte, über die der Weg führt. Eine Stadt wird ebenfalls sofort gewertet, wenn sie vollendet ist. Hier gibt es für jede Karte, die an der Stadt beteiligt ist 2 Punkte plus 2 Punkte für jedes Wappen, das auf einer Stadtkarte enthalten ist. Eine Ausnahme von der 2-Punkteregel sind „Mini“-Städte aus 2 Karten, diese zählen insgesamt nur 2 Punkte. Ein Kloster zählt einen Punkt für die Klosterkarte und je einen Punkt für jede direkt angrenzende Karte. Ist ein Kloster komplett mit Landschaftskarten umgeben, erfolgt auch hier sofort die Wertung.
Einzig die Bauern müssen bis zum Ende ausharren, einmal gelegt bleiben sie bis zum Spielende liegen. Jetzt erhält man für jede (vollendete) Stadt, die an die Wiese grenzt 3 Punkte, natürlich nur, wenn man wieder die Mehrheit an Bauer auf dieser Wiese hat.
Für unfertige Wege, Klöster und Städte gibt es am Spielende ebenfalls Punkte. Diese werden genauso errechnet, wie im Spielverlauf, nur zählt jetzt jedes Stadtteil und jedes Wappen nur einen Punkt.
Besonders sinnvoll ist es sich an von den Mitspielern erbaute Städte und Wege „anzuhängen“. Das bedeutet, man baut ein Stadtteil direkt neben die bestehende Stadt des Mitspielers und setzt dort einen Ritter ein, was man ja darf, da noch keine weiteren Ritter in der Stadt sitzen. Dann versucht man die eigene mit der Stadt des Mitspielers zu vereinigen und schon bekommt man ebenfalls die Punkte für die Stadt des Mitspielers, in der nach dem Zusammenschluß zwei Ritter sitzen.
Wenn alle Karten aufgebraucht sind, erfolgt die Schlusswertung und man kann zur nächsten Runde Starten.


------------- Fazit -------------
„Carcassonne“ – benannt nach einer französischen Stadt – ist mit Recht zum „Spiel des Jahre 2001“ gewählt worden. Auf der einen Seite ist es schnell erklärt und eine Partie dauert auch höchstens 30 bis 40 Minuten, auf der anderen Seite bieten sich immer neue Möglichkeiten. Das Spiel ist sowohl geeignet für richtige Strategen, die durch geschickt ausgelegte Karten, die Mitspieler am vollenden ihrer Städte hindern, als auch für die „Bauherren“ unter den Spielern, die gerne ihre Städtchen vor sich hinbauen ohne gestört zu werden.
Einmal angefangen, bekommt man Probleme „Carcassonne“ schnell wieder in die Ecke zu legen, aus einer Runde werden 2, aus zweien 3 usw.
Besonders schön finde ich, dass sich das Spiel auch hervorragend zu zweit spielen lässt. Beim Spiel zu zweit sollte man zwar etwas strategischer agieren, aber ansonsten unterscheidet es sich nicht vom Spiel mit mehreren Mitspielern.
Zu „Carcassonne“ gibt/gab es von „Hans im Glück“ auch eine kostenlose Erweiterung/Variante: „Carcassonne – Der Fluß“, die aber leider nicht mehr erhältlich ist. Man kann sich die Karten aber auf der Website von „Hans im Glück“ downloaden und sich daraus selbst Kärtchen basteln.
Demnächst soll dann auch eine richtige Erweiterung mit bisher nicht vorhanden Karten herauskommen.
Mein Fazit zu „Carcassonne“ ist: Dieses Spiel darf eigentlich in keiner Spielesammlung fehlen, es ist sich das Highlight des letzten Jahres gewesen.
Auch "Nicht"- bzw. "Lange-nicht-mehr"-Spieler sollten sich einfach mal die Zeit für eine Runde "Carcassonne" nehmen und so mancher wird sicher sehr positiv überrascht sein.