Harry Potter und der Gefangene von Askaban (DVD) Testbericht

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ab 6,49
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von larshermanns

Nicht ganz so gut wie die Vorgänger

Pro:

nun fangen die Probleme der Jugendlichen an | sehr schöne Special Effects und herrliche Naturkulisse Schottlands | teilweise extrem liebevoll umgesetzt | sehr umfangreiche Extras auf der Zusatz-DVD

Kontra:

leider sind nicht alle wichtigen Punkte richtig umgesetzt worden | manche DVD-Extras hätte man sich sparen können

Empfehlung:

Ja

Liebe Leserinnen und Leser,

seit dem 27.11.2004 ist es endlich soweit: \"Harry Potter und der Gefangene von Askaban\" ist auf DVD erhältlich. Seit der DVD-Erscheinung von \"Harry Potter und der Stein der Weisen\", hat mich das HP-Fieber ebenfalls gepackt. Es kamen sämtliche Bücher und nach und nach die DVD’s. Viel Spaß daher nun mit meiner Kritik zu HARRY POTTER UND DER GEFANGENE VON ASKABAN in der 2-Disc Edition aus dem Jahre 2004.



***** DER KAUF

Ich habe diese DVD schon vor Monaten bei amazon.de vorbestellt, wo man sie für € 19,99 kaufen kann.



***** QUICKFACTS

Originaltitel: Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
Land/Jahr: Großbritannien/USA 2004
Regie: Alfonso Cuarón
Buch: Joanne K. Rowling
Musik: John Williams
Darsteller: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Gary Oldman, David Thewlis, Alan Rickman, Robbie Coltrane, ...
Genre: Abenteuer / Fantasy
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 136 Minuten
Kapitel: 35
Extras: 4-seitiges Inlay mit der Übersicht der DVD-Extras und der einzelnen Kapitel
ASIN: B0002D579E



***** DER FILM

Harry Potter (Daniel Radcliffe) muss erneut die Ferien bei seinen ungeliebten Verwandten, den Dursleys, verbringen. Als ob dies nicht schon schlimm genug sei, muss an einem Abend ausgerechnet Onkel Vernons (Richard Griffiths) Schwester Magda (Pam Ferris) zu Besuch kommen, die immer nur auf Harry und dessen verstorbenen Eltern rumhackt. Als es Harry zuviel wird, lässt er sie urplötzlich aufblasen wie einen Luftballon und in den Himmel entschweben. Erschrocken über seinen eigenen Einsatz von Magie außerhalb der Mauern Hogwarts (was jungen Magiern strikt untersagt ist), beschließt er, seine Familie zu verlassen, um in London zu leben. Auf dem Weg dorthin bemerkt er einen schwarzen Hund, der ihn aus der Dunkelheit zu beobachten scheint. Unterwegs im „Fahrenden Ritter“, einem dreistöckigen Reisebus für gestrandete Hexen und Zauberer, erfährt Harry, dass Sirius Black (Gary Oldman „Bram Stoker’s Dracula“) aus dem Gefängnis Askaban geflohen sei und die Zaubererwelt in Angst und Schrecken versetze. Er sei ein Diener Voldemorts und habe einst Harrys Eltern verraten. Dies sei vermutlich auch der Grund, weshalb Harrys Einsatz von Magie nicht geahndet wird.
Auf dem Weg nach Hogwarts treffen Harry und seine Freunde Hermine Granger (Emma Watson) und Ron Weasley (Rupert Grint) auf Professor Lupin (David Thewlis „Master & Commander“), den neuen Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Mächte, der sie vor den plötzlich auftauchenden Dementoren beschützt – den Wächtern Askabans, die den Zug nach dem flüchtigen Sirius Black durchsuchen.
Das ganze Schuljahr über muss Harry über Sirius Black nachdenken... den Mann, der einst seine Eltern an Lord Voldemort verraten hat. Und Harry sinnt auf Rache...!



***** DIE DVD’S


· Bildformat:

2.40:1 | Widescreen 16:9


· Sprachen:

Deutsch, Englisch (jeweils in Dolby Digital 5.1)


· Untertitel:

Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte


· DVD-Specials DVD Nr. 1:

- Animierte Menüs
- Szenenanwahl
- Stab & Besetzung
- USA-Kinotrailer der Jahre 1, 2 und 3


· DVD-Specials DVD Nr. 2:

- Animierte Menüs
- Zusätzliche Sprachoption “Holländisch”
- Trelawneys Kristallkugel (5 zusätzliche Szenen)
- Die Vision zum Leben erwecken (Interview u.a. mit J.K. Rowling)
- Interviews mit den Helden, den Gryffindors, den Slytherins, Professor Lupin und Sirius Black, Professor Dumbledore und Rubeus Hagrid, den Dursleys und den Filmemachern
- Verpasster Zauber (Gedächtnisübung)
- Ein Besuch in Lupins Klassenzimmer (eine 360° Führung)
- Fangt Krätze! (interaktives Spiel)
- Chorprobe (eine Art Karaoke mit dem Zaubererchor)
- Die Suche nach Sir Cadogan (interaktives Spiel)
- Tour durch den Honigtopf (eine 360° Führung)
- Die Pflege magischer Geschöpfe (Tiertrainer)
- Eine Szene zaubern (Hinter den Kulissen bei „Seidenschnabel“ und den Dementoren)
- Spiele-Vorschau
- Hogwarts Chronologie (DVD-ROM)
- Sammelkarten (DVD-ROM)



***** MEINE MEINUNG UND FAZIT

Da ich bereits die ersten fünf Bücher kenne und auch schon die beiden ersten Filme gesehen habe, hatte ich schon eine gewisse Vorstellung davon, wie Teil 3 wohl aussehen könnte. Vor allem aber war ich interessiert zu sehen, wie man wohl die Dementoren, Hogsmeade und Seidenschnabel realisiert haben würde. Als ich die DVD endlich in den Händen hielt, wollte ich meine Neugier natürlich schnellstmöglich stillen.

Zu aller erst fällt einem auf, das die DVD 1 diesmal nicht mit dem Film-Menü startet, sondern mit Werbung für einen Film mit Tom Hanks. Diese neue Unart hat zur Folge, dass man das Menü nun selbst über die Fernbedienung aktivieren muss. Dieses ist allerdings – wie bei Harry Potter üblich – sehr schön animiert. Es findet wieder die übliche Auswahl statt: Film starten, Szenenanwahl, Special Features und Sprachoptionen.

Der Film selbst ist diesmal ein bisschen düsterer als seine beiden Vorgänger. Dies mag vielleicht auch ein Grund dafür sein, dass man die Altersfreigabe diesmal auf FSK-12 gesetzt hat. Doch frage ich mich, ob dies beim zweiten Film nicht eher angebracht gewesen wäre. Aber gut.

Erstmals handelt es sich bei Harry und seinen Freunden nicht mehr um Kinder. Alle sind älter und teilweise auch deutlich größer geworden. Die nun durchschnittlich dreizehnjährigen Teenager haben in den vergangenen drei Jahren wesentlich mehr Erfahrungen sammeln können, was sich diesmal auch deutlich in ihren schauspielerischen Fähigkeiten widerspiegelt. Allesamt zeigen sie mehr Emotionen und sind in der Lage, auch große Gefühle überzeugend zu spielen. Vor allem aber die körperliche Entwicklung einiger Darsteller sticht einem schier ins Auge.

DANIEL RADCLIFFE in der Rolle des Harry Potter überzeugt einmal mehr. Aus dem schüchternen Jungen ist ein Teenager geworden, der weiß, was er will. Daniel spielt diese Rolle absolut überzeugend. Dies beginnt schon bei der Anfangssequenz, in der er sich mit Magda Dursley anlegt, die ihn und seine verstorbenen Eltern immer wieder beleidigt, bis ihm sprichwörtlich der Kragen platzt. Aber auch später zeigt Daniel immer wieder, wie sehr er und seine Rolle sich entwickelt haben. Aus dem schüchternen Harry ist ein jugendlicher, rebellischer Harry geworden, der auch vor einem Mord aus Rache nicht zurückschrecken würde. Die kindliche Zurückhaltung ist entschwunden... Harry Potter ist dabei, erwachsen zu werden. Und nicht nur in diesen Punkten fällt dies auf... auch sein Verhalten generell ist immer wieder auffällig. Er entwickelt sich immer mehr zu einem Rudeltier, während er in den ersten Folgen eher noch ein Einzelgänger war. Bleibt also abzuwarten, wie sich Daniel und seine Rolle im Laufe der Jahre weiter entwickeln werden.

RUPERT GRINT spielt nach wie vor Ronald „Ron“ Weasley, Harrys besten Freund. Dabei begeistert mich vor allem, wie sehr sich dessen Charakter bereits nach dem ersten Film gewandelt hat. War Ron in „Der Stein der Weisen“ noch unerschrocken und kühn (beim Schach), zeigte er in „Die Kammer des Schreckens“ erstmals, dass er vor Spinnen panische Angst verspürt. Und dies wird nun auch im dritten Teil fortgesetzt. Körperlich hat sich auch Rupert zu einem Teenager entwickelt, der nun sogar eher an die Beschreibung aus J.K. Rowlings Romanvorlage heran reicht. Dort wird er nämlich als groß und schlank beschrieben, was man beim ersten Film nun wirklich nicht behaupten konnte. Charakterlich bemerkt man aber auch bei ihm, dass sowohl der Schauspieler Rupert als auch seine Rolle als Ron gereift sind. Vom zehnjährigen Kind zum dreizehnjährigen Teenager. Hatte er ursprünglich nur seine Ratte Krätze und Süßigkeiten im Kopf, bemerkt man nun schon mehr (bereits seit Film 2), dass bei ihm auch gewisse Gefühle für Hermine aufkommen. Bereits in „Die Kammer des Schreckens“ war dies zu sehen und findet seine Fortsetzung in „Der Gefangene von Askaban“, als Hermine erschrocken nach seiner Hand greift. Auch hier würde mich interessieren, wie sich die Rolle im Laufe der Jahre entwickeln wird.

EMMA WATSON ist immer noch in der Rolle von Hermine Granger zu sehen, die zusammen mit Harry und Ron ein eingespieltes Team abgibt. Bereits seit dem ersten Teil spielt Emma die Rolle der arroganten und alles wissenden Hermine sehr überzeugend. Man merkt ihr an, dass sie die Rolle eines Mädchens aus gutem Hause inne hat. Doch man bemerkt auch bei ihr, dass sie sich weiter entwickelt hat und die Jahre nicht spurlos an ihr vorüber gezogen sind. Vor allem körperlich hat sich einiges getan. Sie ist deutlich gewachsen und entwickelt sich nun zur Frau, was vor allem auf die kommenden Folgen eine große Auswirkung haben dürfte. Mich enttäuscht in diesem Film allerdings, dass ihre Aktivitäten mit dem Zeitreisen ein bisschen zu kurz kommen. Vor allem die Auswirkungen auf die körperliche Verfassung kommen im Film leider viel zu kurz. Fragt sich nun, ob dies an der Regie lag oder an Emmas schauspielerischem Talent. Ansonsten hat aber auch sie sich positiv entwickelt. Bleibt auch hier abzuwarten, wie sie und ihre Rolle sich weiter entwickeln werden.

TOM FELTON wächst mit einer Folge zur nächsten wortwörtlich aus seiner Rolle heraus. Er ist in der Rolle des Draco Malfoy zu sehen, Harrys Erzfeind in Hogwarts. War er im ersten Teil noch klein und fast schon schmächtig, überragt er Harry im dritten Teil bereits um mehrere Zentimeter. Und das, obwohl Malfoy im Buch als klein, blass, schmächtig und kränklich wirkend beschrieben wird. Von diesem körperlichen Malheur abgesehen, spielt Tom seine Rolle aber sehr überzeugend. Sein fieser Gesichtsausdruck, wenn er „Schlammblut“ ruft und sein erschrockenes Selbst, wenn Hermine ihn mit dem Zauberstab angreift oder er vor dem unsichtbaren Angreifer zu fliehen versucht. Die Rolle des wasserstoffblonden Sohnes aus schlechtem/bösem Hause steht ihm jedenfalls unwahrscheinlich gut. Ich hoffe, dass man ihn noch lange in dieser Rolle belassen wird.

GARY OLDMAN ist vielen bestimmt noch in Schurkenrollen in Erinnerung. Sei es als blutsaugender Vampir in „Bram Stoker’s Dracula“, intergalaktischer Bösewicht in „Das fünfte Element“ oder gar als korrupter Polizist in „Léon der Profi“... immer hat Gary Oldman seinen Mann als Oberschurke stehen dürfen. In der Rolle des Sirius Black spielt er erstmals in einem Film für Kinder und Jugendliche mit. Seine Rolle ist dabei dermaßen gut gespielt, dass man wohl wirklich kaum einen besseren Schauspieler hätte finden können. Die Darstellung eines Mannes, der seit zwölf Jahren im Kerker gesessen hat, gelingt ihm dermaßen gut, als hätte Gary tatsächlich eingesessen. Seine Erscheinung, mit den strähnigen schwarzen Haaren, den dunkel unterlaufenen Augen und den zahlreichen Tätowierungen am ganzen Körper, kässt ihn wirklich sehr gefährlich und fast schon wahnsinnig wirken. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, wie Gary Oldman als Privatperson ist. Nämlich ein fröhlicher Familienvater mit drei Kindern.

DAVID THEWLIS hat den stets vakanten Part in der Reihe der Harry Potter Geschichten zu spielen. Den Part des Lehrers für Verteidigung gegen die dunklen Kräfte. Mir ist David z.Zt. vor allem aus dem Seeabenteuer „Master & Commander“ an der Seite von Russel Crowe bekannt. Nun darf er sich in der Rolle eines Zauberers mit dunklem Geheimnis versuchen. Dabei kommt David aber auch wirklich so überzeugend und sympathisch herüber, wie es im Buch immer wieder zu lesen ist. Eine tolle Besetzung.

MICHAEL GAMBON ist der neue Darsteller des Professor Dumbledore. Es wird garantiert eine Weile dauern, ehe er von den Fans in dieser Rolle, dem Erbe Richard Harris\', akzeptiert werden wird. Aber in meinen Augen hat er seine – wenn auch sehr kleine - Rolle durchaus überzeugend gespielt.

Es sind noch sehr viel mehr Darsteller vorhanden, die an sich eine Erwähnung verdient hätten. Doch ich möchte mich bei meinem Bericht nur auf die wichtigsten Charaktere beschränken, da dies sonst sehr schnell den Rahmen sprengen würde. Auch bei den Mitschülern Harrys ist zu erkennen, wie sehr sie älter geworden sind. Die Zwillinge Fred und George (James und Oliver Phelps) und auch Neville Longbottom (Matthew Lewis) sind kaum mehr wiederzuerkennen. Vor allem Nevilles Darsteller Matthew ist gewachsen und sieht im Gesicht nicht mehr so speckig aus. Es ist also für jeden eine gewisse Umstellung, diesen dritten Teil so lange nach dem ersten und zweiten Teil zu sehen.

Sehr schön umgesetzt ist wieder einmal die Liebe ins magische Detail. Man sollte sich Harry Potter stets mehrfach ansehen, weil einem immer wieder Kleinigkeiten auffallen, die einem vorher vielleicht entgangen sind. Auf einen Teil dieser kleinen, magischen Details wird auch in dem Special „Verpasster Zauber“ eingegangen. Aber auch die liebevolle Gestaltung von Hogsmeade und dem Hippogreif muss hier eine besondere Erwähnung finden. Hier haben sich die Filmemacher wirklich sehr ins Zeug gelegt, um J.K. Rowlings Vorstellung umzusetzen. Alles passt dermaßen harmonisch zusammen, dass man gar nicht glauben möchte, dass es nur reine Phantasiegebilde sind, die es so gar nicht gibt. Lediglich Hogsmeade hat mich in seiner Gestaltung dahin gehend ein bisschen enttäuscht, dass ich es mir in meiner Phantasie noch märchenhafter vorgestellt habe. Mehr wie ein mittelalterliches Städtchen voller Fachwerkbauten und Zauberergeschäften, wie man sie aus der Winkelgasse (Folgen 1 + 2) kennt.

Die Darstellung der Dementoren kommt in etwa dem gleich, wie ich sie mir vorgestellt hätte. Die Beschreibung traf in etwa auf das zu, was Peter Jackson in „Herr der Ringe“ als Nâzgul dargestellt hat. Und die Umsetzung in DER GEFANGENE VON ASKABAN kommt dem doch schon sehr nahe.

Was mich an diesem Film nun aber sehr enttäuscht hat, das ist der Patronuszauber. Im Buch heißt es, dass durch den Zauber ein weißer Hirsch erscheint, der zugleich Harrys Schutzpatron darstelle. Im Film ist dieser Aspekt ein bisschen arg ins Hintertreffen geraten. Mit viel Phantasie kann man sich vielleicht vorstellen, dass der Patronus ein Hirsch sein könnte, doch hat dieser nicht annähernd die Ähnlichkeit mit der Beschreibung aus dem Buch. Dort heißt es nämlich:
„Der Patronus wandte sich um. Das Tier galoppierte über den stillen See zurück. Es war kein Pferd. Es war auch kein Einhorn. Es war ein Hirsch. Er leuchtete so hell wie der Mond am Himmel...“
(Quelle: Harry Potter und der Gefangene von Askaban, Bertelsmann Verlag, Seite 424)

Nun möchte ich mich aber auch ausführlich auf die DVD’s selbst einlassen.

Das Bonusmaterial ist sehr umfassend und informativ. Manches ist aber auch leider vollkommen unnötig und in meinen Augen sogar langweilig. Fangen wir also an.

DVD 1:

Hier befinden sich unter „Specials“ nur „Stab & Besetzung“, sowie die USA-Kinotrailer zu den Filmen 1-3. „Stab & Besetzung“ ist dabei nur eine Auflistung, wie man sie auch im Filmabspann vorfindet. Darauf hätte man also sehr gut verzichten können. Die Menüführung ist zudem englisch, was deutschen Kindern vielleicht ein bisschen schwer fallen dürfte. Die vorher getroffene Sprachoption im Hauptmenü hat hierauf leider keine Auswirkung.
Die USA-Kinotrailer sind ganz interessant, da sie doch sehr viel ausführlicher sind, als die Trailer, die ich bislang kannte.

DVD 2:

Diese Zusatz-DVD ist randvoll mit Zusatzmaterial. Doch ist auch wirklich alles interessant, was sich auf der DVD befindet?

Grundsätzlich teilt sich die DVD in 5 Abschnitte auf, die man alle über ein animiertes Menü mit dem Namen „The Marauder’s Map“ betritt. Man sieht dann prinzipiell die Karte des Rumtreibers vor sich, auf der man mittels der Pfeiltasten navigiert. Gehen nun also auf die fünf Abschnitte genau ein:


WAHRSAGEN

Dieses Untermenü ist witzig anzusehen, da man immer wieder in Trelawneys Kristallkugel blickt. Diese Unterkategorie birgt drei Themen, die man hier gezielt anwählen kann.
Die zusätzlichen Szenen sind hier diesmal nicht versteckt, wie es bei den ersten beiden Filmen der Fall war. Dabei handelt es sich aber unvollständige Szenen, die für sich nicht wirklich interessant sind. Fünf Szenen sind vorzufinden, von denen ich lediglich die Szene mit Professor McGonagall im Turm der Gryffindors als „interessant“ einstufen würde.

„Die Vision zum Leben erwecken“ ist ein etwa elfminütiges Interview mit Joanne K. Rowling und den Filmemachern. Hier erfährt man, dass J.K. Rowling maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung von Hogwarts und der kompletten Produktion hatte. Aber auch, dass sie von manchen Vorschlägen dermaßen begeistert war, dass sie bedauern musste, dies nicht auch in ihr Buch eingebracht zu haben (z.B. die Schrumpfköpfe). Dieses Interview ist recht interessant und aufschlussreich.

„Auf zum Schrumpfkopf“ ist ein Interview, das in sich in sieben Teile aufgegliedert ist. Bei diesem Interview bekommen die Stars allesamt die gleichen Fragen gestellt. Ein Interview, das man wirklich hätte lassen können. Einzig das Interview mit Robbie Coltrane (Rubeus Hagrid) fand ich persönlich interessant, weil man hier erfahren konnte, wie man den 1m80 messenden Mann in einen 2m60 messenden Riesen verwandelt hat. Und auch das Interview mit Harry Melling (Dudley Dursley) war sehr aufschlussreich, da man sehen konnte, dass der Junge nicht annähernd so dick ist, wie im Film dargestellt. Er wurde lediglich auf dick getrimmt, um der Beschreibung aus dem Buch gerechter zu werden. Die Haare hat man ihm dennoch nicht blond gefärbt (im Buch ist er nämlich blond mit Bürstenschnitt).


VERTEIDIGUNG GEGEN DIE DUNKLEN KÜNSTE

„Verpasster Zauber“ stellt eine Art Filmvorführung im Kino dar, in der man verschiedene Szenen des Films zu sehen bekommt, in dem man kleine, magische Ereignisse eingebaut hat. Im Multiple-Choice-Verfahren muss man dann die richtige Antwort auswählen. Ein witziges und informatives Spiel, das ich wieder empfehlen kann.

„Ein Besuch in Lupins Klassenzimmer“ ist eine 360° Führung, wie man sie auch schon bei den Specials der ersten beiden Filme hatte. Man steuert durch das Klassenzimmer, das mit den Schauspielern des Films gefüllt ist und sieht sich hier und im Lehrzimmer von Lupin um. Nette Effekte... aber nicht wirklich informativ. Eine kleine Spielerei eben.


DIE GROSSE HALLE

„Fangt Krätze!“ ist ein interaktives Spiel, bei dem man die Rolle von Hermines Kater Krummbein einnimmt und Rons Ratte Krätze fangen soll. Dabei rast man schnell auf das Tier zu und muss dabei mittels Fernbedienung nach rechts und links lenken, um Hindernissen auszuweichen. Mich hat das Spiel nicht wirklich begeistert.

Die „Chorprobe“ ist eine Art Karaoke, bei dem man das Lied der Zauberer mitsingen kann, das bei der Begrüßung in Hogwarts zu Beginn des 8. Kapitels gesungen wird. Der Text wird dabei im unteren Bildabschnitt angezeigt. Dies ist wohl eher etwas für die Kinder... aber eine witzige Idee. Doof nur, dass dies lediglich mit dem englischsprachigen Lied funktioniert, während das Lied im Film auf deutsch ist (auf der deutschen Tonspur).

„Die Suche nach Sir Cadogan“ führt einen durch einige Gemälde Hogwarts. Ein interaktives Spiel, bei dem man den Ritter Cadogan suchen muss. Mir ist leider nicht ganz klar, wie man sich überhaupt bewegen soll. Man erfährt lediglich, dass man die Fernbedienung benutzen soll. Doch ist es mir dennoch nicht gelungen, die Aufgaben zu meistern. Ein witziges Special, das bei Kindern aber schnell zur Enttäuschung werden kann, weil die Aufgaben doch sehr undurchsichtig sind.


TOUR DURCH DEN HONIGTOPF

Hierbei handelt es sich wieder um eine 360° Führung.


DAS HOGWARTS-GELÄNDE

In „Hagrids Hütte“ findet man zwei kurze Dokumentationen vor, die sich mit dem Thema „Hinter den Kulissen“ beschäftigen. „Die Pflege magischer Geschöpfe“ geht auf die Tiertrainer ein, die u.a. für die Raben, Eulen und Hunde zuständig waren. „Eine Szene zaubern“ beschreibt hingegen, wie es zu den Trickaufnahmen mit Buckbeat (Seidenschnabel) und den Dementoren gekommen ist. Diese Dokumentationen sind es, die in meinen Augen eine DVD so interessant machen. Leider sind sie hier ein wenig knapp bemessen. Aber gefallen haben sie mir dennoch.
Die DVD-ROM enthält zahlreiche Informationen über Hogwarts, die man sich vielleicht einmal ansehen sollte. Im Hauptmenü erscheint zunächst ein Ausschnitt aus dem Honigtopf. Hier gibt es am unteren Bildschirmrand Links, die man anwählen kann:
- Besondere Auszeichnung
- Der Tagesprophet
- Rundbrief
- HarryPotter.com
- Diskussion
- Zauberladen
- Besondere Veranstaltungen
So gelangt man u.a. in den Honigtopf, bei dem man unter drei Punkten auswählen kann. Hogwarts-Chronologie, Sammelkarten und EA Spiele-Vorschau. Bei der Chronologie geht es allerdings weniger um Hogwarts als viel mehr um die Chronologie der Filme. Man kann hier anhand der Filmnummer erfahren, an welchem Tag des Jahres welches Ereignis stattgefunden hat (auf die drei Schuljahre bezogen). Ein interessantes Spielchen. Des weiteren kann man sich über die angegebenen Links aber auch für Neuigkeiten rund um Harry Potter eintragen und wird dann per Email benachrichtigt.

Alles in allem kann man bei dieser DVD-Ausstattung nicht meckern. Bild- und Tonqualität sind astrein und lassen keine Wünsche offen. Der Film selbst gefällt mir jedoch nicht so gut wie seine beiden Vorgänger, so dass ich im Endeffekt die Bewertung „gut“ gebe. Empfehlen kann ich diese 2-Disc Edition auf jeden Fall. Sie ist eine gelungene Investition für Jung und Alt. Einige der DVD-Extras hätte man sich zwar schenken können, doch die meisten Special-Features haben mich überzeugt. Zudem sind die Menüs sehr liebevoll animiert und gestaltet, was einen weiteren Pluspunkt ausmacht.



***** VERTRIEB

Warner Bros. Entertainment GmbH
Humboldtstraße 62
22083 Hamburg
Deutschland



***** WEITERE INFOS

http://www.harry-potter.de
http://www.warnerbros.de



***** BEMERKUNG

Ich hoffe, dass ich euch HARRY POTTER UND DER GEFANGENE VON ASKABAN ein wenig näher bringen konnte. Vielen Dank für euer Interesse!!!



© 2004 Lars Hermanns

28 Bewertungen, 1 Kommentar

  • jollymare

    16.08.2005, 11:13 Uhr von jollymare
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wenn ich noch nicht überzeugt war heute abend in die Videothek zu gehen bin ich es jetze, auf jeden Fall. Danke für einen überragenden Bericht mit vielen Details und ohne viel Schnickschnak. Ich hoffe noch mehr zu lesen.