Harry Potter und der Gefangene von Askaban (DVD) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von alteSchwedin

Hermione Superstar!

5
  • Action:  viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  sehr spannend
  • Altersgruppe:  ab 12 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  Kino-Version

Pro:

Hermione - toller Film, größtenteils exzellente Schauspieler, spannend

Kontra:

Szenerieveränderungen, Abweichungen zum Buch ... ist aber alles nicht wirklich schlimm!

Empfehlung:

Ja

Vor ein paar Stunden habe ich nun endlich den sehnsüchtig erwarteten dritten Teil der Geschichte um Harry Potter mit dem Titel „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ im Kino gesehen und muss euch natürlich gleich erzählen, wie es mir gefallen hat. Ich glaube jedoch nicht, dass sich eingefleischte Harry-Potter-Fans, welche die Romane gelesen und die Filme gegessen haben, von mir beeinflussen lassen. Ich war schon sehr gespannt auf diesen dritten Teil, denn bei den Romanen ist es der erste wirklich düstere Band, zudem war hier ja der Regisseur nicht mehr Chris Columbus, der bei den ersten beiden Teilen Regie führte, sondern Alfonso Cuarón und Albus Dumbledore wird jetzt von Michael Gambon verkörpert, da der geniale Richard Harris leider verstarb. Aber wie immer werde ich für die wenigen, welche die Geschichte noch nicht kennen sollten, die Story noch kurz zusammenfassen.


Harry Potter wächst bei seiner Tante in dem Glauben auf, seine Eltern seien bei einem Autounfall gestorben. Doch an seinem elften Geburtstag erfährt er, dass er ein Zauberer ist und dass seine Eltern von dem bösen Zauberer Voldemort getötet wurden, als Harry noch ganz klein war. Als dieser versuchte, auch Harry zu töten, wurde er selbst vernichtet. Aufgrund dieser Tatsache ich Harry eine Berühmtheit unter den Zauberern und wird wegen der blitzförmigen Narbe auf seiner Stirn auch von allen erkannt.
Am glücklichsten ist Harry jedoch darüber, dass er nun auf die Zaubererschule Hogwarts gehen kann, denn dann ist er nicht mehr der unerträglichen Familie seiner Tante ausgesetzt. In Hogwarts freundet er sich schnell mit Ron Weasley und Hermione Granger an. Zusammen müssen sie im ersten Jahr das Geheimnis um den Stein der Weisen und in ihrem zweiten Jahr das um die Kammer des Schreckens lösen.

Doch nun ist das dritte Schuljahr gekommen und die drei Freunde müssen sich mit Sirius Black herumschlagen. Es wird gemunkelt, dass er das Versteck von Harrys Eltern an Voldemort verraten hat, so dass dieser Harrys und seine Familie überhaupt finden konnte. Daraufhin wurde Sirius Black gefasst und in das Zauberergefängnis Askaban gesteckt, über das die schrecklichen Dementoren wachen. Das sind Wesen, die sich von den guten Erinnerungen der Menschen nähren. Vor Sirius Black ist noch niemandem gelungen, aus Askaban auszubrechen. Nun wird befürchtet, dass er Harry sucht, um zu vollenden, was Voldemort damals nicht gelungen ist.
Harry ist natürlich selbst neugierig und seine Pubertät kündigt sich auch schon an, so dass es immer schwieriger wird, ihn zu bewachen. Zudem hat er eine riesige Angst vor den Dementoren und Sirius Black scheint ganz in der Nähe...


Denjenigen von euch, die den Roman kennen, wird meine Inhaltsangabe als reichlich vereinfacht erscheinen und das ist auch der Fall. Aber so viele kennen es ja sowieso, die meisten anderen werden sich nicht dafür interessieren und für den kleinen Rest gebe ich auf Nachfrage gern noch weitere Informationen. Ich kann euch sagen, dass sich die Story des Films am Buch hält, obwohl die Auslassungen und Veränderungen zu Gunsten des Filmes hier schon stärker als beim ersten und zweiten Teil sind, was daran liegt, dass die Handlung der Romane immer umfangreicher wird, man den Film aber nicht bis ins Unendliche ausdehnen kann.
So ist also auch der Film analog zum Roman äußerst spannend und kurzweilig, so dass die Zeit im Kino wie im Fluge verging. Dass das Buch mir trotzdem von der reinen Geschichte her immer noch besser gefiel, hängt wohl mit dem Naturgesetz zusammen, dass Filme die nach Romanen entstanden, ihrer Vorlage immer zumindest ein wenig hinterherhinken.

Wie ich finde, merkt man „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ durchaus an, dass ein anderer Regisseur am Werk war. Das fiel mir jedoch keineswegs negativ auf, denn Alfonso Cuarón gelingt es, diesen Teil der Geschichten um den Zauberlehrling erwachsener erscheinen zu lassen. Dabei ist es meist gar nicht gruselig – schließlich muss man sich ja noch steigern können –, aber manche Szenen (wie zum Beispiel die Einstellung auf den Mund des Dementoren) könnten schon Alpträume hervorrufen. Als ich im Kino saß, haben viele der kleineren Kinder an mehreren Stellen aufgeschrieen und der kleine Junge neben mir verkroch sich nach einiger Zeit komplett bei seinem Papa. Aber das müssen ja dann die Eltern verantworten, denn schließlich ist der Film ab 12 Jahren freigegeben!

Mit dem neuen Regisseur kam auch eine neue Szenerie, die eigentlich wunderschön und passend ist, die sich aber von den ersten zwei Filmen unterschied. Vor allem fällt das bei Hagrids Hütte auf, die jetzt in einer völlig anderen Landschaft steht. Stand sie in den ersten beiden Teilen noch mit einem Wald im Hintergrund auf recht flachem Gelände, findet man sie jetzt an einem recht steilen Abhang und der Wald ist gerade mal rechts daneben. Das war eigentlich das einzige Detail, bei dem es mir immer wieder ins Auge sprang und ich glaube, dass diese Tatsache auch die meisten von euch nicht groß stören wird, wenn ihr die Filme nicht gerade unmittelbar hintereinander seht. Erst dachte ich, diese Veränderung würde mich sehr stören, aber wenn ich jetzt so darüber nachdenke, war es doch nicht so schlimm.

Mit Alfonso Cuarón rückte auch Hermione immer mehr in den Mittelpunkt. Für mich ist sie der unbestrittene Star von „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“. Schon im Buch fand ich sie immer toll (wahrscheinlich weil ich mich mit ihr am besten identifizieren kann) und in diesem dritten Teil sticht sie klar heraus. Sie ist wunderbar vielseitig und wo sie vorher „nur“ klug war, ist sie jetzt auch noch durchsetzungsfähig und geht Risiken ein. Ihre Kaltblütigkeit steht in krassem Gegensatz zu Rons ewig entsetztem Gesichtsausdruck und Harrys Draufgängertum. Alfonso Cuarón scheint an ihr jedenfalls einen Narren gefressen zu haben.

Wenn ich schon mal bei Hermione bin, kann ich auch gleich mit meinen Anschauungen über die Schauspieler weitermachen. Eigentlich sind es abgesehen von einem, nämlich dem Darsteller Albus Dumbledores die selben wie in den beiden vorangegangenen Teilen.
Daniel Radcliffe in der Rolle des Harry Potter bin ich mittlerweile schon gewöhnt. Ich finde, dass er sich schauspielerisch im Laufe der drei Filme weiter entwickelt hat, aber so langsam sollte man ihn austauschen, denn er sieht schon ein bisschen zu alt aus. (Doch wenigstens sind seine Haare in diesem Film schön chaotisch!) Er verkörpert seine Figur gut und lässt sich auch anmerken, dass Harry so langsam in die Pubertät kommt.
Für mich der Star unter der drei Zauberlehrlingen war für mich aber Hermione Granger alias Emma Watson. Sie wird wirklich immer hübscher und tritt auch schauspielerisch immer mehr in den Vordergrund. Großes Lob! Ron alias Rupert Grint bringt die selbe solide Leistung wie schon in den ersten beiden Teilen und der entsetzte, ungläubige Gesichtsausdruck wird wohl auf ewig sein Markenzeichen sein.

Aber außer den drei jungen Zauberern gibt es auch noch einige erwachsene Figuren, aus dem hochkarätig besetzten Film, die ich erwähnen möchte. Zuallererst ist da natürlich der „neue“ Albus Dumbledore. Michael Gambon versucht dabei glücklicherweise nicht, Richard Harris nachzuahmen, sondern findet seine ganz eigene Art den Schulleiter darzustellen. Während Richard Harris eher durch Ruhe und Autorität, gepaart mit einem versteckten Humor bestach, wirkt Michael Gambon lebhafter und auch jugendlicher. Vergleichen kann man die beiden nicht wirklich und trotzdem fangen beide auf ihre Art das ein, was mir an Albus Dumbledore in den Büchern so gefiel. Michael Gambon war eine ausgezeichnete Wahl!
Wie immer muss ich auch Alan Rickman als Professor Snape noch mit einbringen. Dieser sieht mit seinem tiefschwarzen Umhang wieder hypercool aus. Und so genau wusste man ja noch nie, was man von ihm halten sollte. Er ist verdammt geheimnisvoll und undurchschaubar, genau wie er es sein sollte. Ich könnte mir keinen passenderen Darsteller für diese Figur ausdenken.
Zu guter Letzt ist da noch Gary Oldman, von dem man als Sirius Black nicht so viel erfährt, auf den ich mich aber in den weiteren Filmen freue. Er ist hier ziemlich abgerissen, aber nicht wirklich so düster, wie ich ihn mir vorgestellt hätte.

Die Spezialeffekte sind in „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ wieder sehr gut gemacht und fügen sich toll in den Film ein. Die Dementoren sind schön furchteinflößend und ich glaubte im Kinosessel fast den eisigen Hauch zu spüren, der von ihnen ausgeht. (Dabei saß ich schon in der letzten Reihe!) Auch die anderen Effekte konnten sich durchaus sehen lassen, wirkten aber in dieser Welt der Zauberer niemals überspitzt. Doch der Werwolf sah schon etwas komisch aus, zumindest nicht so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.

Gewohnt gut war die musikalische Untermalung, für die wieder John Williams zuständig war. Am Anfang des Filmes erkennt man sofort die Melodie wieder, welche schon die beiden ersten Teile einläutete. Und der auch der Rest des Filmes ist ähnlich gestaltet, so dass der Wiedererkennungswert immer gegeben war.


Als ich damit begann, diesen Bericht zu schreiben, war ich der festen Überzeugung, dass dieser Film von mir knappe vier Sterne bekommen würde, aber je mehr ich schrieb, desto mehr wurde mir bewusst, wie gut mir der Film wirklich gefallen hatte. Die Gesamtheit des Filmes ließ mich die Änderung der Szenerie und auch die geringere Ähnlichkeit zum Buch verschmerzen.. Während „Harry Potter und der Stein der Weisen“ und „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ größtenteils von der Spannung des Romans getragen wurden, ist „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ auch für sich gesehen ein toller Film.
Die spannende Story, die hochkarätige Besetzung und vor allem die Regie Alfonso Cuaróns ließen mich nach und nach alles vergessen, was ich je an dem Film zu bemängeln hatte und so werde ich ihm schließlich doch fünf Sterne geben und eine klare Empfehlung aussprechen. Schließlich heißt ja nicht, dass dieser Film schlechter ist, nur weil er anders als seine Vorgänger ist!

31 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Tris.

    10.06.2004, 19:51 Uhr von Tris.
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wow. ein klasse Bericht.