Hauptbahnhof Bonn Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von marin
Klein, aber oho
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Der Bonner Bahnhof zeichnet sich durch eine unglaubliche Kleinstädtigkeit aus - jedenfalls auf den ersten Bick. Denn es gibt ganze 5 Gleise - zumindest nominell. In Gebrauch sind lediglich vier, und davon eigentlich auch nur drei: Das eine Richtung Norden, ein zweites Richtung Süden und ein drittes Richtung Westen (Bad Münstereifel - Rheinbach). Gleis Nr. 4 wird immer dann benutzt, wenn irgendwie die anderen drei Gleise ziemlich belegt sind - oder wenn\'s im Popels-Zug (sorry, ich meine natürlich den Nahverkehrszug) nach Ahrbrück geht. (Das liegt am Ende der Welt, ehem, nein, am Ende es Ahrtals). Eine Besonderheit hat es mit Gleis Nr. 6 auf sich: Das ist nur zu erkennen, wenn man sehr genau hinschaut - und war schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten das \"Prunk-Gleis\": Hier wurden seinerzeit Empfänge hochrangiger Persönlichkeiten vorgenommen. Davon ist aber leider, leider nichts mehr übrig außer ein paar besonders auffällig gestalteten Aufgängen, die man aber nur sieht, wenn man genau hinschaut.
Aber die \"Übersichtlichkeit\" der Bahnsteige hat auch so manches für sich. Einmal fehlt, trotz der wenigen verfügbaren Gleise, komplett die \"Zusatzgleisanlage\", wie sie etwa in Koblenz gang und gäbe ist: Dort fahren Züge an so merkwürdigen Gleisen wie \"103\" ab - was nichts anderes heißt, als daß an den 3. Bahnsteig noch ein weiterern angehängt ist, an dem bestimmte Regionalzüge (und nur die nimmt man ja üblicherweise von hier aus, wenn man nicht in Koblenz seine Reise startet) abfahren. Bis man das herausbekommen hat, kann der Anschlußzug schon weg sein... Dazu kommt ein unglaublich langer Weg, bei dem ich mich oft frage, wie die Bahn das mit ihrem Image verkaufen will, schnelle Verbindungen zu ermöglichen. Und wie ältere Leute dies schaffen...?
Aber zurück zu Bonn selbst. Solche Gleise fehlen, man kann also getrost in der Mitte des Bahnsteigs warten. Die Anbindungen von hier sind sehr gut - alle Züge zwischen Koblenz und Bonn halten hier, selbst ICEs. Aber vorsicht: Der neue Bahnhof Siegburg/Bonn ist auf der anderern Seite - DIESE Züge halten natürlich nicht im Hbf. Dazu kommen einige sehr interessante Nahverkehrszüge, die hier ihren Ausgangs- und Endpunkt finden. Da ist einmal die Verbindung nach Bad Münstereifel/Euskirchen (in ersteres alle halbe Stunde, in letzteres oftmals jede Viertelstunde). Außerdem fährt seit letztem Jahr eine sehr gute Radfahrer-Verbindung von Bonn ab: Der Regionalexpress (wobei Express natürlich eine Verunglimpfung ist) ins Ahrtal. Man kann - wie auch nach Münstereifel - wunderbar das Fahrrad mitnehmen (Fahrradstellplätze sind immer dabei) und dann zurück radeln.
Hinzu kommt, daß der Bonner Bahnhof gleichzeitig auch das Zentrum der S-,U-, Straßenbahn- und Busverbindungen rund um Bonn ist: Von hier aus kann man einen Großteil der in Bonn verkehrenden öffentlichen Nahverkehrsmittel innerhalb von 5 Minuten (Busbahnhof vor der Tür, Straßenbahn untendrunter) erreichen. Die Weiterfahrt ist also ziemlich problemlos möglich.
Ein weiterer Pluspunkt ist die - für eine so kleine Bahnhofsanlage - erstaunlcih große DB-Info. Zwar ist auch hier - wie in vielen anderen Städten - die Besetzung oft mager, aber immerhin steht man nicht an nur drei überhaupt verfügbaren Schaltern in wilder Schlange, sondern es gibt ausreichend Platz. Mindestens 15 Schalter können theoretisch geöffnet werden. Und selbst wenn sich - wie meist - mehrere Schlangen hinter den ca. 5 offenen Schaltern gebildet haben, sind diese noch sehr übersichtlich und deutlich voneinander getrennt. Die üblichen Manöver der \"An-2-Schaltern-Parallel-Anstehenden\", die sich dann in letzter Minute vordrängen mit verdächtigem Augenaufschlag, fallen hier schlechterdings ins Wasser.
Auf den Bahnsteigen sind mittlerweile auch einige Ticket-Automaten angebracht worden, an denen man nur sehr selten anstehen muß. Das Info-Center-Problem ist dadurch noch weiter entschärft worden. Außerdem gibt es jetzt extra ausgewiesene Raucher- und Nichtraucher-Zonen auf dem Bahnsteig (wenn Ihr mich fragt: Idiotisch, aber bitte sehr).
Wünschenswert wäre indes eine schönere und zentraler erreichbare Wartehalle. Die existierende liegt noch hinter dem DB-Reiseinfo-Zenter und ist nur von Gleis 1 aus zu erreichen. daß sie überhaupt existiert, habe ich erst neulich gemerkt, als mein Zug 30 Minuten Verspätung hatte und ich wirklich nicht mehr wußte, was ich noch tun sollte und dabei den Bahnsteig auf- und niedermarschiert bin.
Natürlich gibt\'s für solche Gelegenheiten auch das Bahnhofs-Restaurant- und Shop-Angebot. Das ist wahrlich nicht riesig (auch hier gilt: klein, aber fein): 1 großer Zeitschriften - und Bücherladen (eher eng, aber dafür kann man prima schökern, ohne daß man gestört wird), ein Bistro mit Restaurant-Teil (nicht vom schönsten, aber vergleichsweise günstig), ein Bäcker, ein Büdchen, ein Blumenladen (eher teuer), ein Snackshop, fertig. Aber sämtliche dieser Shops sind von ausgesprochen guter Qualität und nicht so teuer, wie man es angesichts der exponierten Lage erwarten dürfte. Hinzu kommt, daß direkt vor dem Bahnhof die Fußgängerzone beginnt und innerhalb von 5 Minuten (entweder untendrunter in einer passage oder aber auf der Straßenebene) haufenweise Bäcker, Metzger, Snack-Shops, Schnell-Pizzerien, McDonald\'s, Buch- und Musikläden und sonstige Shops zu erreichen sind. Auch auf dem Bahnsteig 1 tummeln sich mittlerweile mehrere dieser Flohmarkt-Anbieter - wer also partout noch eine Sonnenbrille für die 3jährige mitbringen will oder eine Plastikblume als Mitbringsel will, der findet selbst das noch.
Ein Pluspunkt ist sicherlich auch die Atmosphäre am Bahnhof. Zwar befindet sich auf der einen Seite (Quantiusstraße) ein Suchtzentrum, und hier treffen sich auch viele junkies, trotzdem ist auch in den unterirdischen Verbindungsgängen ein unbehelligtes Durchkommen immer noch problemlos möglich. Und in den eigentlichen Bahnhofsanlagen (also Bahnsteige, Wartehalle, Ladenzone) fühlt man sich selbst nachts sehr sicher.
Mein Fazit: Es macht Spaß, von hier loszufahren, der Bahnhof ist übersichtlich und sehr sauber, Verbindungen klappen gut, das Personal ist freundlich - was kann man mehr wünschen?
Gelegentlich hier unterwegs,
Eurer Marins
Aber die \"Übersichtlichkeit\" der Bahnsteige hat auch so manches für sich. Einmal fehlt, trotz der wenigen verfügbaren Gleise, komplett die \"Zusatzgleisanlage\", wie sie etwa in Koblenz gang und gäbe ist: Dort fahren Züge an so merkwürdigen Gleisen wie \"103\" ab - was nichts anderes heißt, als daß an den 3. Bahnsteig noch ein weiterern angehängt ist, an dem bestimmte Regionalzüge (und nur die nimmt man ja üblicherweise von hier aus, wenn man nicht in Koblenz seine Reise startet) abfahren. Bis man das herausbekommen hat, kann der Anschlußzug schon weg sein... Dazu kommt ein unglaublich langer Weg, bei dem ich mich oft frage, wie die Bahn das mit ihrem Image verkaufen will, schnelle Verbindungen zu ermöglichen. Und wie ältere Leute dies schaffen...?
Aber zurück zu Bonn selbst. Solche Gleise fehlen, man kann also getrost in der Mitte des Bahnsteigs warten. Die Anbindungen von hier sind sehr gut - alle Züge zwischen Koblenz und Bonn halten hier, selbst ICEs. Aber vorsicht: Der neue Bahnhof Siegburg/Bonn ist auf der anderern Seite - DIESE Züge halten natürlich nicht im Hbf. Dazu kommen einige sehr interessante Nahverkehrszüge, die hier ihren Ausgangs- und Endpunkt finden. Da ist einmal die Verbindung nach Bad Münstereifel/Euskirchen (in ersteres alle halbe Stunde, in letzteres oftmals jede Viertelstunde). Außerdem fährt seit letztem Jahr eine sehr gute Radfahrer-Verbindung von Bonn ab: Der Regionalexpress (wobei Express natürlich eine Verunglimpfung ist) ins Ahrtal. Man kann - wie auch nach Münstereifel - wunderbar das Fahrrad mitnehmen (Fahrradstellplätze sind immer dabei) und dann zurück radeln.
Hinzu kommt, daß der Bonner Bahnhof gleichzeitig auch das Zentrum der S-,U-, Straßenbahn- und Busverbindungen rund um Bonn ist: Von hier aus kann man einen Großteil der in Bonn verkehrenden öffentlichen Nahverkehrsmittel innerhalb von 5 Minuten (Busbahnhof vor der Tür, Straßenbahn untendrunter) erreichen. Die Weiterfahrt ist also ziemlich problemlos möglich.
Ein weiterer Pluspunkt ist die - für eine so kleine Bahnhofsanlage - erstaunlcih große DB-Info. Zwar ist auch hier - wie in vielen anderen Städten - die Besetzung oft mager, aber immerhin steht man nicht an nur drei überhaupt verfügbaren Schaltern in wilder Schlange, sondern es gibt ausreichend Platz. Mindestens 15 Schalter können theoretisch geöffnet werden. Und selbst wenn sich - wie meist - mehrere Schlangen hinter den ca. 5 offenen Schaltern gebildet haben, sind diese noch sehr übersichtlich und deutlich voneinander getrennt. Die üblichen Manöver der \"An-2-Schaltern-Parallel-Anstehenden\", die sich dann in letzter Minute vordrängen mit verdächtigem Augenaufschlag, fallen hier schlechterdings ins Wasser.
Auf den Bahnsteigen sind mittlerweile auch einige Ticket-Automaten angebracht worden, an denen man nur sehr selten anstehen muß. Das Info-Center-Problem ist dadurch noch weiter entschärft worden. Außerdem gibt es jetzt extra ausgewiesene Raucher- und Nichtraucher-Zonen auf dem Bahnsteig (wenn Ihr mich fragt: Idiotisch, aber bitte sehr).
Wünschenswert wäre indes eine schönere und zentraler erreichbare Wartehalle. Die existierende liegt noch hinter dem DB-Reiseinfo-Zenter und ist nur von Gleis 1 aus zu erreichen. daß sie überhaupt existiert, habe ich erst neulich gemerkt, als mein Zug 30 Minuten Verspätung hatte und ich wirklich nicht mehr wußte, was ich noch tun sollte und dabei den Bahnsteig auf- und niedermarschiert bin.
Natürlich gibt\'s für solche Gelegenheiten auch das Bahnhofs-Restaurant- und Shop-Angebot. Das ist wahrlich nicht riesig (auch hier gilt: klein, aber fein): 1 großer Zeitschriften - und Bücherladen (eher eng, aber dafür kann man prima schökern, ohne daß man gestört wird), ein Bistro mit Restaurant-Teil (nicht vom schönsten, aber vergleichsweise günstig), ein Bäcker, ein Büdchen, ein Blumenladen (eher teuer), ein Snackshop, fertig. Aber sämtliche dieser Shops sind von ausgesprochen guter Qualität und nicht so teuer, wie man es angesichts der exponierten Lage erwarten dürfte. Hinzu kommt, daß direkt vor dem Bahnhof die Fußgängerzone beginnt und innerhalb von 5 Minuten (entweder untendrunter in einer passage oder aber auf der Straßenebene) haufenweise Bäcker, Metzger, Snack-Shops, Schnell-Pizzerien, McDonald\'s, Buch- und Musikläden und sonstige Shops zu erreichen sind. Auch auf dem Bahnsteig 1 tummeln sich mittlerweile mehrere dieser Flohmarkt-Anbieter - wer also partout noch eine Sonnenbrille für die 3jährige mitbringen will oder eine Plastikblume als Mitbringsel will, der findet selbst das noch.
Ein Pluspunkt ist sicherlich auch die Atmosphäre am Bahnhof. Zwar befindet sich auf der einen Seite (Quantiusstraße) ein Suchtzentrum, und hier treffen sich auch viele junkies, trotzdem ist auch in den unterirdischen Verbindungsgängen ein unbehelligtes Durchkommen immer noch problemlos möglich. Und in den eigentlichen Bahnhofsanlagen (also Bahnsteige, Wartehalle, Ladenzone) fühlt man sich selbst nachts sehr sicher.
Mein Fazit: Es macht Spaß, von hier loszufahren, der Bahnhof ist übersichtlich und sehr sauber, Verbindungen klappen gut, das Personal ist freundlich - was kann man mehr wünschen?
Gelegentlich hier unterwegs,
Eurer Marins
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