Hauptbahnhof Zürich Testbericht
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- Preis-Leistungs-Verhältnis:
- Empfehlenswert:
Erfahrungsbericht von Gemeinwesen
Ein Bahnhof erster Klasse
Pro:
- siehe Text -
Kontra:
Für mich: nichts. Wer nicht ganz so gut zu Fuß ist, den werden vielleicht die teils langen Laufwege zwischen Gleis und Ankunftshalle stören.
Empfehlung:
Ja
Dabei war der erste Eindruck eher enttäuschend, aber dafür konnte der Bahnhof nichts: Meine Begleitung und ich waren, nach etwa viertelstündiger Bahnfahrt vom Flughafen Zürich-Kloten (vorbildlich: die Bahnhaltestelle befindet sich quasi im Flughafen) einfach erst einmal genau am falschen Ende des Bahnhofs gelandet. Waren dann über eine kleine Treppe vom Gleis in eine mit Bauzaunbrettern verkleidete Unterführung gelangt: He, hatte ich gesagt, das hier ist ja wohl eher der Gesindetrakt, oder!?
Was meine Freundin, mit der wir uns im Bahnhof treffen wollten, zu erwähnen vergessen hatte: Der Zürcher Hauptbahnhof ist ein so genannter Kopfbahnhof. Will heißen: Alle Strecken enden hier. Oder fangen hier an. Wie mensch das halt sehen will. Nach anfänglicher kurzer Verwirrung und kurzer Erkundigung bei der Frau vom Baguette-Stand, die viel freundlicher Auskunft gab, als sie dreinschaute, sind wir dann mit unseren Trolleys den Gleisen folgend in Richtung des avisierten Treffpunktes in der Eingangshalle geschlendert.
Und plötzlich wirkte der Hauptbahnhof schon viel imposanter. Viel altehrwürdiger. Viel schöner.
Ich muss dazu sagen, dass ich Bahnhöfe von jeher mag; und Kopfbahnhöfe mag ich besonders gern. Auf denen weht mich immer viel mehr Fernweh an als auf jedem anderen Bahnhof oder irgendeinem Flughafen.
Die riesige Eingangshalle des Zürcher Hauptbahnhofs hat mich auf Anhieb für sich eingenommen. Als wir am zweiten Weihnachtstag zur Mittagszeit in Zürich ankamen, standen darin noch die Buden des europaweit größten überdachten Weihnachtsmarktes – eine Angabe wie diese vermittelt wahrscheinlich sogar eine bessere Ahnung von den Dimensionen der Halle als ein Foto. Zumindest auf unseren selbst geknipsten Fotos wirkte die riesige Bahnhofshalle kleiner als in Wirklichkeit. Mit anderen Worten: Der Zürcher Bahnhof ist eher ein Kandidat für den IMAX-Film als für die Kleinbildkamera. Trotz seiner Größe wirkt Zürichs Bahnhof auf mich nicht klotzig. Zürichs Bahnhof ist eher großzügig als größenwahnsinnig (die Wikipedia bezeichnet den Zürcher Hauptbahnhof als den größten Bahnhof der Schweiz und weist ihn außerdem als den weltweit meistfrequentierten Bahnhof aus – zumindest ersteres glaube ich sofort). Wir hatten dann noch ausgiebig Gelegenheit dazu, uns in dem beeindruckenden Bau aus dem 19. Jahrhundert umzuschauen, denn die liebe alte Freundin verspätete sich.
Ein kurzes Telefonat später stellte sich heraus, dass sie sich in genau den Laden vor der Kälte geflüchtet hatten, vor dem wir standen. Und dass das, was ich von außen für ein Café gehalten hatte, in Wirklichkeit wohl eher eine Parfümerie ist: L’Occitane heißt das Geschäft, und wer in der Shopsuche auf der Website www.loccitane.com den Ort Zürich wählt, dem wird ein viel zu kleines Bild der schönen Ladenfassade angezeigt.
Das L’Occitane ist eines von zahlreichen Geschäften, die im Hauptbahnhof unter dem Sammelbegriff Shop-Ville firmieren. Einige davon – darunter auch eine Filiale der berühmten Confiserie Sprüngli – sind ebenerdig untergebracht, die meisten der Geschäfte aber finden sich in einer modern gestalteten Passage unter dem Hauptbahnhof. Der Großteil der Shop-Ville-Geschäfte hat übrigens auch samstags und sonntags geöffnet. Kleiner Tipp: Der kleine Lebensmittelladen avec am Ausgang des Bahnhofs ist teils deutlich günstiger als der besser sortierte, aber ungleich teurere Supermarkt Marinello im Souterrain; wer unter der Woche ankommt, kann aber auch die zwischen dem Bahnhof und dem Central-Platz gelegene coop-Filiale zum Preisvergleich heranziehen.
In luftiger Höhe montierte Hingucker sind eine Nana der Künstlerin Niki de Saint Phalle sowie der 3D-Bildschirm „Nova“, der mit 300.000 LEDs auf einer Fläche mit 25 Kubikmeter Volumen mathematische Gleichungen darstellt. Das im September 2006 anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Eidgenössische Technische Hochschule Zürich installierte Objekt ist laut eigener Information „weltweit einzigartig“ und lädt nicht nur zum Staunen ein, sondern auch zum Mitmachen: Auf dem futuristisch wirkenden Touchscreen mitten in der Halle können Besucherinnen und Besucher mit dem Finger einfache farbige Muster malen, aus denen auf dem schwebenden Display dann farbige LED-Wolken werden.
Als wir ankamen, wurden die Stände des Weihnachtsmarktes zwar gerade abgebaut, aber dafür begann es dann, laut Auskunft meiner Freundin zum ersten Mal im gerade beginnenden Winter 2007/2008, zu schneien – ein stimmungsvolleres Entree hätte ich mir sicher nicht wünschen können.
Der Bahnhofsvorplatz ist, wen wundert’s, ein ziemlich quirliger Verkehrsknotenpunkt, an dem zahlreiche Trambahnen halten. Wer den Platz überquert, landet sofort auf der Bahnhofstraße. Was sich nach einer der billigeren Sträßchen im Monopoly-Spiel anhört, ist in Wirklichkeit Zürichs von teuren Boutiquen gesäumte Nobel-Einkaufsstraße Nr. 1, die übrigens eine Achse zwischen Hauptbahnhof und Zürichsee bildet.
R e s ü m e e
Zürichs Hauptbahnhof ist sehenswert – und das nicht nur für Zugreisende. Es gibt viel zu sehen und zu bestaunen in, unter und rund um den Hauptbahnhof; die Damen am Baguettestand, am Auskunftsschalter und an der Kasse des kleinen Lebensmittelgeschäftes „avec“ waren freundlich und auskunftsbereit. Der gesamte Bahnhof wirkt sauber, sicher und gut beleuchtet – mit anderen Worten: wie ein Ort, an dem der Mensch sich gern aufhält. Das lässt sich beileibe nicht von allen Hauptbahnhöfen sagen und ist in meinen Augen das größte Lob, das ich einem Bahnhof überhaupt zollen kann.
39 Bewertungen, 17 Kommentare
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25.01.2008, 13:05 Uhr von bodenseestern
Bewertung: sehr hilfreichGruß Petra
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23.01.2008, 14:38 Uhr von Wegeno
Bewertung: sehr hilfreichGruß Werner
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05.01.2008, 09:20 Uhr von Winchen
Bewertung: sehr hilfreichsh, ... witzige Kategorie übrigens
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04.01.2008, 16:57 Uhr von bea1502
Bewertung: sehr hilfreichden kenne ich noch nicht, aber nach dei9ner beschreibung sollte ich das ändern... lg bea
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04.01.2008, 14:17 Uhr von alge52
Bewertung: sehr hilfreichtoll, dieser bericht, hat Spaß gemacht zu lesen!
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03.01.2008, 23:58 Uhr von gerrhosaurus1978
Bewertung: sehr hilfreichLG, Daniela
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03.01.2008, 22:16 Uhr von bigmama
Bewertung: sehr hilfreichsh, LG Anett
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03.01.2008, 20:53 Uhr von sindimindi
Bewertung: sehr hilfreichEin ungewöhnliches Produkt, so ein Bahnhof...*g* - wir in Stuttgart haben den zweitgrößten Kopfbahnhof in Deutschland -leider soll der mit Stuttgart21 verschwinden...*seufz;fluch* - in Züri ist sonst jedes zweite Gebäude eine Bank...*fg* RS
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03.01.2008, 19:45 Uhr von wusi
Bewertung: sehr hilfreichsh und liebe grüße claudi
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03.01.2008, 19:12 Uhr von Tutule
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht. Freue mich auf ne Gegenbewertung. LG
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03.01.2008, 18:42 Uhr von LittleSparko
Bewertung: sehr hilfreichlg, daniela
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03.01.2008, 16:04 Uhr von kreinsch2
Bewertung: sehr hilfreichich wünsche alles Gute für 2008 und vor allem viele Lesungen
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03.01.2008, 14:07 Uhr von kleine_fee
Bewertung: sehr hilfreichFrohes Neues noch. LG
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03.01.2008, 13:03 Uhr von MasterT86
Bewertung: sehr hilfreichInteressanter Bericht Liebe Grüße Tobias
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03.01.2008, 13:02 Uhr von DOMMEL
Bewertung: sehr hilfreichBIst du etwa das gemeine Wesen?
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03.01.2008, 12:43 Uhr von tobbbbi
Bewertung: sehr hilfreichPrima Bericht! LG Tobias
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03.01.2008, 12:12 Uhr von Gubby
Bewertung: sehr hilfreichSH war auch schon dort is wircklich gut gemacht Gruß Gubby
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