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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von tollertyp0815
Bringing Down the House
Pro:
Steve Martin und Queen Latifah
Kontra:
Das Ende
Empfehlung:
Ja
Zu meinem heutigen Bericht über meinen gestrigen gelungenen Kinoabend mit \"Steve Martin und Queen Latifah\" möchte ich eines vorweg nehmen: Bereits während des Films sagte ich mit Lachtränen in den Augen, den will ich spätestens im Fernsehen nochmals sehen, weil man einige Details vor Lachen gar nicht mehr mitbekam.
Wer mich kennt weiß, was das bedeutet, denn normalerweise langweilen Filme mich, nachdem ich sie einmal sah. Doch diese skurrile Geschichte mit zwei glänzend gelaunten Top-Akteuren lässt fast keine Langeweile aufkommen (Kritik siehe später).
Allerdings muss man auf einen Film gefasst sein, der nicht allzu sehr das Hirn, aber dafür manchmal sehr heftig die Lachmuskeln fordert.
Aber jetzt will ich von Anfang an berichten.
Zunächst zum ...
*** Plot ***
Der geschiedene und einsame Steueranwalt Peter Sanderson (Steve Martin) lernt über das Internet die bezaubernde und intelligente Charlene Morton (Queen Latifah) kennen. Nach einiger Zeit verabreden sie sich zu einem ersten Date. Charlene verschwieg allerdings eine Kleinigkeit – sie ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und hofft, dass Peter ihr dabei hilft, ihre Unschuld zu beweisen. Peter ist zunächst alles andere als begeistert. Erstens hatte er sich auf einen romantischen Abend angesichts der Schönheit auf dem Chat-Foto eingestellt (die echte Charlene entspricht da eher genau dem Gegenteil *g*) und außerdem ist er beruflich voll mit seiner, für seine Kanzlei immens wichtigen, milliardenschweren und sehr zickigen neuen Klientin Mrs. Arness (Joan Plowright) beschäftigt. Zudem gleitet ihm sein Privatleben zunehmend aus den Händen, so dass er Charlene als potenzielle Unruhestifterin so schnell wie möglich wieder los zu werden versucht. Doch Charlene lässt sich nicht so einfach abhängen, schließlich ist Peter ihre letzte Hoffnung und sie lässt sich allerlei einfallen, um seine Aufmerksamkeit zu erhalten ...
Mehr möchte ich zum Inhalt nicht schreiben, da das Drehbuch ohnehin nicht die Stärke des Films ist, aber zumindest die eine oder andere überraschende Wendung bereithält, die ich hier nicht vorweg nehmen möchte.
*** Die Akteure ***
Steve Martin: mittlerweile deutlich gealtert aber immer noch ein Virtuose des Minenspiels, spielt hier einen sehr spießigen Steueranwalt ... wie man ihn sich halt so vorstellt. Das Familienleben durch die viele Arbeit zerstört, er selbst unmotiviert und ausgebrannt, lauert die berufliche Konkurrenz bereits auf seinen Job. Aber Charlene bringt sein Leben ordentlich durcheinander, so dass er, nach vielen Jahren, einige seiner Stärken wieder entdeckt – seine äußerst individuellen \"Tanzschritte\" z.B. ;-) Besonders gefiel mir seine Schlagfertigkeit und sowohl Drehbuch als auch Regisseur lassen ihm genug Raum, diese zum Einsatz zu bringen. Allein daraus ergeben sich viele witzige Situationen.
Queen Latifah: Meiner Ansicht nach bürgt sie mittlerweile für Qualität und ist als Gegenpart zu Steve Martin die Idealbesetzung. Unglaublich, wie sie diesen Film mit Charme, Klugheit, Coolness und Entschlossenheit durcheinander wirbelt. Eine meiner Lieblingsszenen ist, wie Mrs. Atress zu Gast in Peters Haus weilt und Charlene die „widerspenstige Südstaatensklavin“ mimt – einfach köstlich!
Eugene Levy: bekannt aus American Pie, hat ebenfalls eine sehr amüsante, Rolle. Charlene lehrt ihn, zunehmend Freude am \"Freaksein\" zu finden ... diese Entwicklung mitzuerleben ist allein für einige Lacher verantwortlich.
Joan Plowright: übrigens lange Jahre die Ehefrau von Laurence Olivier und m.E. eine wundervolle Schauspielerin, spielt Mrs. Atress, eine milliardenschwere potenzielle Klientin Peters. Obwohl sie eine Nebenrolle hat, wandelt sich ihr Charakter während des Films am deutlichsten. Von einer zickigen knallharten Geschäftsfrau entwickelt sie sich zu einer kiffenden Oma *lach*.
Missi Pyle: sie spielt die giftige Schwägerin Peters. Ihre Stärke sind deftige – meist verbale Schlagabtausche. Aber einmal geht’s auch richtig zur Sache ... über den Sinn dieser Prügelszene werden wir geteilter Meinung sein. Gelacht habe ich – muss ich zugeben – aber natürlich sind solche Prügeleien, vor allem in einer Komödie, absolut überflüssig – aber seht es euch selbst an ...
*** Der Regisseur ***
Adam Shankman fiel bislang durch Romantik-Komödien wie \"Wedding Planner\" oder \"Nur für dich\" auf. Er zeigt hier auch wieder gutes Handwerk und lässt, wenn es drauf ankommt, seinen Stars jede Menge Freiraum. Das kommt zumindest dem schwachen Drehbuch zu gute.
*** Kritik ***
Wenn ich mir so anschaue, welche Kategorien es für diesen Film zu bewerten gibt: Humor, Spannung, Anspruch, Action und Romantik, wird nur der Humor die volle Punktzahl bekommen. Alles andere wird bestenfalls im Mittelfeld liegen.
Das liegt natürlich daran, dass diese Komödie allein auf Humor ausgerichtet ist – das allerdings auch mit großem Erfolg. Ehrlich – ich habe selten so gelacht, wie bei einigen Szenen dieses Films!
Verantwortlich dafür sind natürlich allen voran die beiden Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich zunächst nicht vertragen, aber dennoch zunehmend aufeinander angewiesen sind. Dieses Spannungsfeld wurde gekonnt für die Entwicklung komischer Situationen genutzt. Wirklich Innovatives gibt es nicht zu sehen, aber bekanntes Handwerk wurde neu kombiniert, gekonnt angewandt und so zumindest in den USA zu einem Top-Kassenschlager geführt.
Den hervorragenden Darstellern ist es zu verdanken, dass ein mittelklassiges Drehbuch dermaßen sehenswert umgesetzt wurde. Aber die schwache Story bleibt natürlich – schade.
*** Fazit ***
Trotz aller Begeisterung erhält der Film von mir nur 4 Sterne, weil er doch zu viele Stereotypen aufweist. Vor allem das letzte Viertel, wo die Aneinanderreihung müder Vorurteile und Unglaubwürdigkeiten in einem recht trivialen Finale gipfelt, nehme ich dem Film etwas übel. Dafür gibt es – leider – einen Stern Abzug.
Der Film schwankt zwischen müdem Grinsen, dann aber auch wieder echten Brüllern hin und her. Allerdings sind die letzteren so nachhaltig wirksam, dass die Schwächen des Films größtenteils ausgeglichen werden – aber eben nur größtenteils, leider.
Last but not least: Trotz der wenigen Schwächen kann ich diesen Film absolut empfehlen. Erwartet keinen Jahrhundertklassiker, sondern geht einfach hin lasst euch unterhalten. Ein schöner Abend ist euch dann garantiert!
Zum Schluss noch einige Filmdaten:
Kömödie, USA 2003, 105 Minuten, ab 6
Originaltitel: Bringing Down the House
Deutschlandstart: 17.07.2003 (Buena Vista International)
Regie: Adam Shankman
Produktion: David Hoberman
Drehbuch: Jason Filardi
Musik: Lalo Schilfrin
Kamera: Julio Macat
Schnitt: Jerry Greenberg
Kostüme: Pam Withers
@tollertyp0815 23.07.2003
Wer mich kennt weiß, was das bedeutet, denn normalerweise langweilen Filme mich, nachdem ich sie einmal sah. Doch diese skurrile Geschichte mit zwei glänzend gelaunten Top-Akteuren lässt fast keine Langeweile aufkommen (Kritik siehe später).
Allerdings muss man auf einen Film gefasst sein, der nicht allzu sehr das Hirn, aber dafür manchmal sehr heftig die Lachmuskeln fordert.
Aber jetzt will ich von Anfang an berichten.
Zunächst zum ...
*** Plot ***
Der geschiedene und einsame Steueranwalt Peter Sanderson (Steve Martin) lernt über das Internet die bezaubernde und intelligente Charlene Morton (Queen Latifah) kennen. Nach einiger Zeit verabreden sie sich zu einem ersten Date. Charlene verschwieg allerdings eine Kleinigkeit – sie ist aus dem Gefängnis ausgebrochen und hofft, dass Peter ihr dabei hilft, ihre Unschuld zu beweisen. Peter ist zunächst alles andere als begeistert. Erstens hatte er sich auf einen romantischen Abend angesichts der Schönheit auf dem Chat-Foto eingestellt (die echte Charlene entspricht da eher genau dem Gegenteil *g*) und außerdem ist er beruflich voll mit seiner, für seine Kanzlei immens wichtigen, milliardenschweren und sehr zickigen neuen Klientin Mrs. Arness (Joan Plowright) beschäftigt. Zudem gleitet ihm sein Privatleben zunehmend aus den Händen, so dass er Charlene als potenzielle Unruhestifterin so schnell wie möglich wieder los zu werden versucht. Doch Charlene lässt sich nicht so einfach abhängen, schließlich ist Peter ihre letzte Hoffnung und sie lässt sich allerlei einfallen, um seine Aufmerksamkeit zu erhalten ...
Mehr möchte ich zum Inhalt nicht schreiben, da das Drehbuch ohnehin nicht die Stärke des Films ist, aber zumindest die eine oder andere überraschende Wendung bereithält, die ich hier nicht vorweg nehmen möchte.
*** Die Akteure ***
Steve Martin: mittlerweile deutlich gealtert aber immer noch ein Virtuose des Minenspiels, spielt hier einen sehr spießigen Steueranwalt ... wie man ihn sich halt so vorstellt. Das Familienleben durch die viele Arbeit zerstört, er selbst unmotiviert und ausgebrannt, lauert die berufliche Konkurrenz bereits auf seinen Job. Aber Charlene bringt sein Leben ordentlich durcheinander, so dass er, nach vielen Jahren, einige seiner Stärken wieder entdeckt – seine äußerst individuellen \"Tanzschritte\" z.B. ;-) Besonders gefiel mir seine Schlagfertigkeit und sowohl Drehbuch als auch Regisseur lassen ihm genug Raum, diese zum Einsatz zu bringen. Allein daraus ergeben sich viele witzige Situationen.
Queen Latifah: Meiner Ansicht nach bürgt sie mittlerweile für Qualität und ist als Gegenpart zu Steve Martin die Idealbesetzung. Unglaublich, wie sie diesen Film mit Charme, Klugheit, Coolness und Entschlossenheit durcheinander wirbelt. Eine meiner Lieblingsszenen ist, wie Mrs. Atress zu Gast in Peters Haus weilt und Charlene die „widerspenstige Südstaatensklavin“ mimt – einfach köstlich!
Eugene Levy: bekannt aus American Pie, hat ebenfalls eine sehr amüsante, Rolle. Charlene lehrt ihn, zunehmend Freude am \"Freaksein\" zu finden ... diese Entwicklung mitzuerleben ist allein für einige Lacher verantwortlich.
Joan Plowright: übrigens lange Jahre die Ehefrau von Laurence Olivier und m.E. eine wundervolle Schauspielerin, spielt Mrs. Atress, eine milliardenschwere potenzielle Klientin Peters. Obwohl sie eine Nebenrolle hat, wandelt sich ihr Charakter während des Films am deutlichsten. Von einer zickigen knallharten Geschäftsfrau entwickelt sie sich zu einer kiffenden Oma *lach*.
Missi Pyle: sie spielt die giftige Schwägerin Peters. Ihre Stärke sind deftige – meist verbale Schlagabtausche. Aber einmal geht’s auch richtig zur Sache ... über den Sinn dieser Prügelszene werden wir geteilter Meinung sein. Gelacht habe ich – muss ich zugeben – aber natürlich sind solche Prügeleien, vor allem in einer Komödie, absolut überflüssig – aber seht es euch selbst an ...
*** Der Regisseur ***
Adam Shankman fiel bislang durch Romantik-Komödien wie \"Wedding Planner\" oder \"Nur für dich\" auf. Er zeigt hier auch wieder gutes Handwerk und lässt, wenn es drauf ankommt, seinen Stars jede Menge Freiraum. Das kommt zumindest dem schwachen Drehbuch zu gute.
*** Kritik ***
Wenn ich mir so anschaue, welche Kategorien es für diesen Film zu bewerten gibt: Humor, Spannung, Anspruch, Action und Romantik, wird nur der Humor die volle Punktzahl bekommen. Alles andere wird bestenfalls im Mittelfeld liegen.
Das liegt natürlich daran, dass diese Komödie allein auf Humor ausgerichtet ist – das allerdings auch mit großem Erfolg. Ehrlich – ich habe selten so gelacht, wie bei einigen Szenen dieses Films!
Verantwortlich dafür sind natürlich allen voran die beiden Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich zunächst nicht vertragen, aber dennoch zunehmend aufeinander angewiesen sind. Dieses Spannungsfeld wurde gekonnt für die Entwicklung komischer Situationen genutzt. Wirklich Innovatives gibt es nicht zu sehen, aber bekanntes Handwerk wurde neu kombiniert, gekonnt angewandt und so zumindest in den USA zu einem Top-Kassenschlager geführt.
Den hervorragenden Darstellern ist es zu verdanken, dass ein mittelklassiges Drehbuch dermaßen sehenswert umgesetzt wurde. Aber die schwache Story bleibt natürlich – schade.
*** Fazit ***
Trotz aller Begeisterung erhält der Film von mir nur 4 Sterne, weil er doch zu viele Stereotypen aufweist. Vor allem das letzte Viertel, wo die Aneinanderreihung müder Vorurteile und Unglaubwürdigkeiten in einem recht trivialen Finale gipfelt, nehme ich dem Film etwas übel. Dafür gibt es – leider – einen Stern Abzug.
Der Film schwankt zwischen müdem Grinsen, dann aber auch wieder echten Brüllern hin und her. Allerdings sind die letzteren so nachhaltig wirksam, dass die Schwächen des Films größtenteils ausgeglichen werden – aber eben nur größtenteils, leider.
Last but not least: Trotz der wenigen Schwächen kann ich diesen Film absolut empfehlen. Erwartet keinen Jahrhundertklassiker, sondern geht einfach hin lasst euch unterhalten. Ein schöner Abend ist euch dann garantiert!
Zum Schluss noch einige Filmdaten:
Kömödie, USA 2003, 105 Minuten, ab 6
Originaltitel: Bringing Down the House
Deutschlandstart: 17.07.2003 (Buena Vista International)
Regie: Adam Shankman
Produktion: David Hoberman
Drehbuch: Jason Filardi
Musik: Lalo Schilfrin
Kamera: Julio Macat
Schnitt: Jerry Greenberg
Kostüme: Pam Withers
@tollertyp0815 23.07.2003
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