Haus über Kopf (VHS) Testbericht

Haus-ueber-kopf-vhs-komoedie
ab 19,36
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

5 Sterne
(7)
4 Sterne
(4)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von DieEine

Schräge Knastmama trifft trockenen Steueranwalt

Pro:

viel Humor, gute Darstellung

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vor ein paar Monaten hatte ich mal wieder die Gelegenheit einen kommenden Kinofilm vorab zu sehen und mir dann Gedanken über eine Bewertung zu machen. Ein bisschen Angst hatte ich schon davor, denn es war meine erste Zusammenarbeit mit dem Verleih Buena Vista und da will man es sich ja mit einer schlechten Kritik nicht unbedingt sofort verderben. Ich hatte aber Glück, denn \"Haus über Kopf\", so hieß der Film, hat mir sehr gut gefallen. So gut, dass ich euch heute über den Film berichten und euch ein bisschen heiß auf Queen Latifah und Steve Martin machen möchte.

Aber nun mal zur Story des Films:
*****************************

Der etwas trockene und spießige Steueranwalt Peter Sanderson (Steve Martin) hat sich kürzlich von seiner Frau (Jean Smart) getrennt und ist nun bereit für eine neue Liebe, die er im Anwalt-Chat zu finden glaubt. Dort chattet er immer mit der charmanten und klugen, angeblichen, Anwältin Charleene. Ein Foto hat er von ihr, auf dem man im Vordergrund eine attraktive blonde Dame sieht - auf den Hintergrund achtet er nicht, fataler Fehler, wie sich später herausstellt.

Wie das so ist bei Chatbekanntschaften: irgendwann will man sich treffen und so lädt Peter Charleene zu einem romantischen Abend bei sich ein. Vor der Türe steht dann auch Charleene, aber Charleene ist eine kräftiges, resolutes, schwarzes Vollblutweib (Queen Latifah), die sofort in Peters Wohnung stürmt und ihn ganz schön verdutzt aussehen lässt.
Peter sieht sich das Foto von Charleene genauer an und sieht im Hintergrund wie die echte Charleene gerade in Handschellen abgeführt wird.
Aus dem Gefängnis kommt sie, wo sie unschuldig wegen Bankraubes gesessen hat und nun will sie, dass Peter ihren Fall prüft und ihre Unschuld beweist.
Selbstverständlich lehnt Peter ab, denn mit Kriminellen will er nichts zu tun haben und setzt Charleene vor die Tür.

Diese lässt sich das aber nicht gefallen und verschafft sich am nächsten Tag - ganz Housesitter (Film mit Steve Martin und Goldie Hawn) Zugang zu seinem Haus und veranstaltet mit Freunden und Peters Kindern eine zünftige HipHop-Party. Charleene macht Peter schnell klar, dass er sie nicht los wird, eher er ihr nicht hilft.
Wieder lehnt er ab und so erscheint Charleene am nächsten Tag im Golfclub, wo sich Peter mit einer eigenwilligen, aber Milliardenschweren potentiellen Klientin, Miss Arness (Joan Plowright) trifft.

Miss Arness ist von Charleene, die von Peter als Kindermädchen vorgestellt wird, überhaupt nicht begeistert, Peters Freund und Kollege Howie (Eugene Levy) ist hin und weg von der braunen Schönheit und Peter entschließt sich letztendlich doch Charleene zu helfen.

Dafür ermittelt er undercover als Rapper getarnt Downtown bei Charleenes alten Freunden und dort findet er selbstverständlich erstaunliches heraus, aber das wird jetzt nicht verraten.

Meine Meinung zum Film:
***********************

Da die Pressevorführung, in der ich gesessen habe, bereits morgens um 10 Uhr stattfand, musste ich leider alleine hingehen und ich hasse alleine ins Kino zu gehen, aber egal. Ich hatte mit meiner Cola auch eine ganze Reihe für mich und eigentlich bin ich kein Mensch, der alleine in Lachsalven ausbricht, sondern dann eher dezent lacht, aber bei \"Haus über Kopf\" konnte ich teilweise nicht anders als mich wegzuschmeißen vor Lachen.
Manche Szenen sind einfach urkomisch und damit ist nicht nur Steve Martins Eminem-Parodie gemeint. Der Film ist durchzogen mit Gags für jede Art von Humor.

Queen Latifahs Darstellung der resoluten Charleene wirkt sehr authentisch und auch Steve Martin als dröger Anwalt ist eine auf den Leib geschriebene Rolle.
Auch die anderen Schauspieler geben ihren Charakteren das nötige Profil, klar, dass zum Beispiel eine Miss Arness völlig überzogen dargestellt wird, aber überzogene Charaktere, die vorhersehbar handeln, machen eine Komödie doch eigentlich auch aus.

Mich hat \"Haus über Kopf\" an die leichten Komödien der 80er Jahre erinnert. Parallelen zu zum Beispiel \"Zoff in Beverly Hills\" und \"Housesitter\" sind nicht von der Hand zu weisen.
Die Handlung ist selbstverständlich in groben Zügen vorhersehbar, aber um cineastischen Anspruch geht es bei Komödien ja auch gar nicht, sondern einzig und allein und die Unterhaltung und der Unterhaltungswert von \"Haus über Kopf\" ist sehr groß. Wenn die Queen des Rap und der King of Comedy aufeinander treffen bleibt eben kein Auge trocken, man lacht Tränen und muss sich wirklich bemühen dem Vordermann keine Cola in den Nacken zu prusten.

\"Haus über Kopf\" ist meiner Meinung nach DIE Sommerkomödie des Jahres und einer der wenigen Filme, bei denen man in der Vorschau nicht schon die ganzen Gags gesehen hat.
Die ganzen ach so realen HipHopper sollten aber vielleicht die Augen und Ohren bei Steve Martins Rap-Einlagen verschließen, denn denen könnte diese Parodie etwas sauer aufstoßen. Mir aber hat der Film durch und durch gefallen, denn bei einer Komödie erwarte ich ja Klamauk und dass man sich auch mal über einige Sachen lustig macht und das ist hier auf jeden Fall sehr gut gelungen.

Ich kann den Film nur jedem, der mal wieder herzhaft lachen will, empfehlen.

23 Bewertungen