Hautnah (DVD) Testbericht

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Hautnah-dvd-drama
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Erfahrungsbericht von Realjackass

Wenn du an Liebe auf den ersten Blick glaubst..

Pro:

Die Schauspieler, die Story, ergeifend und authentisch

Kontra:

Eigentlich nichts

Empfehlung:

Ja

..hörst du nie auf zu suchen.

Der Film über den ich heute schreibe, ist ein Streifen, den ich mir ansehen wollte, noch bevor ich wusste, um was es denn da überhaupt geht. Der Grund ist, ich gebe es zu, Natalie Portman, die ich an und für sich ziemlich süß finde seit ihrer Darstellung in `Leon´ an der Seite von Jean Reno.
Als ich dann gelesen habe dass der Film sogar ein Drama sein soll war es komplett um mich geschehen. Leider hat es seine Zeit gedauert bis ich in den Genuß von `Closer´ wie der Film im Original heißt, gekommen bin, aber letztendlich hat es sich auf jeden Fall gelohnt! Wenn ihr die Gründe für meine Begeisterung wissen wollt, solltet ihr aufmerksam den nun folgenden Bericht lesen..




Story
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Im Film geht es ausschließlich um 4 Personen, deren Sehn und Eifersüchte sowie die Beziehungen, die die 4 untereinander haben.
Alles beginnt mit dem erfolglosen Schriftsteller Dan, der die hübsche Alicia ins Krankenhaus fährt, nachdem diese von einem Auto angefahren wurde. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus wird Dan klar, dass er sich in diese für ihn fremde Person verliebt hat. Auch sie hat ihr Interesse an ihm.
Nun kommt ein Zeitsprung, von dem es im Film sehr viele gibt.
Dan und Alicia sind inzwischen zusammen und sehr glücklich. Da lernt Dan die Fotografin Anna kennen, in die er sich sofort verliebt. Die beiden küssen sich sogar, denn Anna kann ja nicht wissen, dass Dan schon vergeben ist. Das Problem nur: Als Alicia einige Minuten später zu den beiden trifft, bekommt sie eine Konversation zwischen Anna und Dan mit, wodurch sie von dem Kuss erfährt.
Obwohl Alicia ihrem Dan vergeben hat, kann dieser die Fotografin Anna nicht vergessen und denkt ständig an sie. Eines Nachts geht Dan in einen Sexchat und lernt dort Hauptperson Nummer 4 kennen - den Dermathologen Larry. Dan gibt sich als Fraus aus, macht Larry nach allen Regeln der Kunst geil und fragt nach einem treffen. Natürlich hat Dan nie vor, wirklich zu dem Treffpunkt zu gehen, doch Larry erscheint. Wie es der Zufall so will trifft Larry dort ausgerechnet auf die Fotografin Anna und die beiden werden ein Paar. Das war natürlich ein Eigentor für Dan.
Und so nimmt das Unheil seinen Lauf: Zwischen den 4 Personen spannt sich ein Faden aus Eifersucht, Hass und Liebe. Wie das ganze letztendlich ausgeht, werde ich an dieser Stelle nicht verraten.




Schauspieler
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Wie ich in meiner Einleitung schon erwähnt habe, war einer der Hauptgründe für mich, diesen Film zu sehen Natalie Portman, die ich seit `Leon - Der Profi´ vergöttere. Ich glaube es ist vor allem ihre kindlich-unschuldige Art, die es mir so angetan hat. Doch natürlich kann sie nicht nur hervorragend aussehen, sondern zudem noch aehr gut schauspielern. Und dass das nicht nur meine Meinung ist beweist der Oscar, den sie für ihre Darstellung in diesem Film bekommen hat. Nun, was soll ich sagen? Ich habe es ihr gegönnt! Doch nun mal zum eigentlichen: Natalie Portman spielt in dem Film die Ex-Stripperin Alice, die in London auf ihre große Liebe Dan trifft. In den ersten Jahren geht alles gut, aber mit der Zeit bemerkt sie, dass Dan sich für eine andere Frau interessiert.. Das trifft Alice so sehr, dass sie abhaut und wieder zu strippen beginnt. Wie man meiner vorangegangen Loborgie entnehmen kann, hat mir die Darstellung von Natalie Portman am besten gefallen.

Weiter geht es mit Jude Law, von dem ich vor diesem Streifen scheinbar ein völlig falsches Bild hatte. Ich kannte Law bisher nur als selbstverliebten Killer aus dem Film `Road to Perdition´ mit Tom Hanks. Es dürfte kein Wunder sein, dass man einen Schauspieler der Tom Hanks erschossen hat, nicht besonders Positiv in Erinnerung hat. In `Hautnah´ beweist Law aber, dass er es wunderbar behersscht, für jede Situation die passende Mimik parat zu haben und auch mal wie ein Mädchen weinen kann. Jetzt aber mal ein bisschen mehr zu der Figur Dan. Dieser glaubt in der jungen und hübschen Alice seine große Liebe gefunden zu haben. Ca 3 Jahre darauf lernt aber die Fotografin Anna kennen und verliebt sich sofort in sie, was natürlich seine Beziehung zu Alicia stark belastet und letzendlich sogar fast scheitern lässt. Jude Law hat mich, muss ich peinlich berührt zugeben, absolut überzeugt und er erscheint dem Zuschauer eigentlich zu jeder Stelle sehr symphatisch.

Als nächstes hätten wir da Julia `Pretty Woman´ Roberts als Fotografin Anna. Mich hat es ziemlich überrascht sie in diesem Film zu sehen, denn ich wusste im Voraus nicht, dass sie hier mitspielt. Umso mehr habe ich mich natürlich gefreut, denn der Name Julia Roberts steht bekanntlich für Qualität, was schauspielerisches Können anbelangt. Und auch hier hat sie mich (natürlich!!) nicht enttäuscht. Ihre Darstellung der Anna hat sehr viel Tiefe und Emotionen. Auch wenn man sie zunächst etwas blaß neben all den Top-Darstellern wie Jude Law und Natalie Portman erscheint, trumpft sie spätestens in der zweiten Hälfte des Filmes richtig auf. Hier merkt man dass sie eine Frau ist, die ziemlich damit belastet wird, mit 2 Männern auf einmal konfrontiert zu werden. Denn den Arzt Larry heiratet sie und mit Dan hat sie ein Verhältniss. Dass das nicht ewig gut gehen kann ist so klar wie die sprichwörtliche Kloßbrühe..

Der vierte Hauptdarsteller und der zweite Hahn im Korb sozusagen ist Clive Owen als Arzt Larry. Eines Tages geht Larry in einen Sexchat und lernt dort eine ziemlich offene und leicht perverse `Frau´ kennen, für die er sich sofort interessiert. Was er aber nicht ahnt, ist dass seine Chatkameradin in Wahrheit ein Mann ist - niemand geringeres als der Schrifsteller Dan. Die beiden machen ein Treffen aus, zu dem aber dann -natürlich- nur Larry erscheint. Zufällig stößt er dort auf Anna und nach einigen Missverständnissen lernen sich die beiden kennen und lieben. Die Liebe ist sogar so stark, dass das Paar heiratet. Was Larry aber nicht ahnt, ist dass Anna ihn ca ein Jahr lang mit Dan betrügt. Als er das rausbekommt offenbart sich dem Zuschauer eines der wohl versautesten Gespräche der Filmgeschichte. Clive Owen kannte ich vor `Hautnah´ nicht. Sein Namen war mir zwar schonmal zu Ohren gekommen, aber ein Gesicht konnte ich nicht damit assozieren. So im Nachhinein kann man behaupten, dass Clive Owen ein perfektes Arschloch spielen kann, wenn er will. Er dreht oftmals im Film durch, brüllt Anna an usw.. Er kann aber auch durchaus gefühlvoll agieren und ist deshalb ein ziemlich vielseitig begabter Schauspieler. Im großen und ganzen vollendet dieser Akteur die viererbeziehung ziemlich gut.




Daten zum Film
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Originaltitel: Closer
Alternativtitel: -
Land: USA (2004)
Regie: Mike Nichols
Länge: ca 103 Min.
Freigabe: 12
Indiziert: Nein
@ Realjackass




Kritik
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Der Regisseur Mike Nichols war mir vom Namen her nicht bekannt und hat bisher auch grötenteils eher zweitklassige Filme gedreht. `Good Vibrations - Sex vom anderen Stern´ ist da ein gutes Beispiel. Das Nichols aber auch ziemlich gute Filme machen kann hat er bereits 1967 mit seinem Streifen `Die Reifeprüfung´ mit Dustin Hoffman in der Hauptrolle bewiesen.

Aber zurück zu `Hautnah´. Vorneweg seien die gewarnt, die Hollywoodtypische Lovestorys mit viel Herzschmerz und Kitsch sehen wollen. Denn obwohl man `Hautnah´ in dieses Genre einordnen kann, unterscheidet sich der Film gewaltig von seinen anderen Vertretern, wobei der extreme Sprachgebrauch im Film wohl das beste Argument ist. Ich kenne fast keinen anderen Film, in dem so offen und häufig über Sex geredet wird wie hier. Einige Zitate gefällig? ``Ja, ich bin 2 mal gekommen. Einmal hat Dan mich geleckt, danach hat er mich von hinten genommen.´´ ``Wie sein Sperma schmeckt? Ungefähr wie deins, nur etwas süßer.´´ Ich denke das sollte jetzt auch reichen, schließlich ist es nicht meine Aufgabe, durch vulgären Sprachgebrauch zu provozieren, sondern durch gut gewählte Sprache zu informieren. Es gibt viele Leute, die meinen, die FSK 12 wäre zu niedrig angesetzt. Da muss man sich aber ernsthaft fragen: Wer nimmt sein 12 jähriges Kind in so einen Film mit? Desweiteren glaube ich kaum dass man sich in so jungen Jahren bereits für Beziehungsdramen interessiert. In diesem Sinne ist das Gerede um die falsch eingestufte FSK völlig fehl am Platz.

Es ist selbstverständlich nicht nur die Sprache, durch die sich der Film von den anderen Vertretern des Genres unterscheidet. Was noch hinzukommt ist die Machart, die so garnichts mit dem uns bekannten Hollywood zu tun hat: Zeitsprünge, die teilweise schon mal mehrere Jahre überspringen, werden garnicht eingeblendet. So lernt Dan Alice in der einen Szene noch kennen und in der nächsten Szene sind die beiden schon mehrere Jahre ein paar. Im Film kommen einige Zeitsprünge dieser Art vor, weswegen man schon ziemlich aufpassen und mitdenken sollte, wenn man den Anschluss nicht verlieren möchte. Was desweiteren noch ins Auge, oder besser ins Ohr sticht, ist die Musik, die hier fast vollkommen weggelassen wurde. Selbst in den emotionsgeladensten Szenen bekommen wir keine angepassten Klänge zu hören. Manch einer wird das vielleicht schmerzlich vermissen, ich fand es auch etwas schade, aber man hat sich schnell daran gewöhnt.

Hier noch eine Warnung, an alle, die von dem Film lockere und entspannende Feierabendunterhaltung erwarten: Der Film nimmt einen ziemlich mit, wenn man 2 Vorraussetzungen erfüllt: Zum einen sollte man in der Lage sein, sich gut in verschiedene Charaktere hineinversetzen zu können und zum anderen sollte es einen nicht stören, wenn während eines ganzen Films nur geredet wird. Denn viel mehr passiert hier nicht. Wir bekommen schlicht und einfach einen Einblick in das Leben zweier Paare in London. Nicht mehr und nicht weniger. Es wird gestritten, gehasst, geliebt, fremdgegangen und verziehen. Wenn ihr mit sowas nichts anfangen könnt macht ein besten einen WEITEN Bogen um `Hautnah´.




Fazit
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Meine Erwartungen hat der Film in allen Belangen erfüllt. Natalie Portman glänzte mit ihrem Talent und ihrem wunderhübschen Aussehen, Jude Law bewies mir, dass er mehr kann als Tom Hanks in den Rücken zu schießen und unsere allseits bekannte und beliebte `Pretty Woman´ Julia Roberts war einfach präsent. Das reicht, um sie positiv erwähnen zu können. Was Clive Owen angeht: Er spielt nicht schlecht, aber geht gegenüber den anderen Darstellern etwas unter. Aber nicht nur was die Schauspieler angeht bin ich aus dem Staunen nichtmehr herausgekommen, sondern auch im Anbetracht der unglaublich athentischen und ergreifenden Story, die direkt aus dem Leben eines jeden von uns gepflückt sein könnte. Denn wer hat nicht seine Träume und Wünsche, Hoffnungen und Ziele, seine sexuellen Verlangen und Begierden? Das und nichts anderes zeigt der Film und für mich war es einfach nur großartiges Kino. Zwar nicht meilenweit vom Mainstream entfernt, aber immerhin etwas - in dieser Machart - ganz besonderes, dem man die ein oder andere ZU rührseelige Szene gerne verzeiht.

Mfg
Realjackass

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