Helge Schneider Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Eat_This
Eine Sakraloperette für Helge
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
\"Ja, der Helge, das is \'n lustiger. Is gelogen, is gar nich lustich!\" Mit diesem Zitat hatte sich Helge schon in mein Herz geblödelt. Und mit meiner Sakraloperette hoffe ich, dass auch meine geneigten Leser Zugang zum Helgeversum von Uni Schneider finden. Oder so ähnlich. Dann mal Ring frei für meine Sakraloperette auf die singende Herrentorte(1):
Ich mag Helge, weil er so erfrischend anders ist, der Meister der schleichenden Pointe, die sich einem teilweise erst Tage später erschließt. Weil er das Unwitzige witzig macht, uns in seiner unnachahmlichen Art und Weise mit Aussagen konfrontiert, deren Sinn oder Nichtsinn erst erarbeitet werden muss.
Ich mag Helge, weil er der Spontaneität nachgibt und ständig vom geplanten Programm abkommt, nur um dann im totalen Chaos zu landen. Da können sich die meisten seiner Arbeitskollegen eine dicke Scheibe abschneiden, denn wenn man sich vor Publikum mit blöden Fertigkonserven auf Knöpfchendruck helfen muss (Ja, Stefan, damit bist Du gemeint!) oder stur den Inhalt seiner letzten Veröffentlichung wiedergibt ist das nicht zwingend witzig. Nicht so der Herr mit dem blauen Polyesteranzug, der mit seinem Publikum kommuniziert und schlagfertig und geistreich auf Zurufe reagiert. Diese Kombination muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Qualitäten, die ich in der deutschen Comedylandschaft nur noch ganz wenigen Leuten zuspreche, wie zum Beispiel dem großen, grauhaarigen Nachttalker (2), den ich auch sehr schätze, und natürlich dem verkappten Magister mit den farbenfrohen Hawaiihemden (3).
Ich mag Helge, weil er ein zu allem Überfluß auch noch ein begnadeter Musiker ist, der seine geistigen Pamphlets auch hervorragend zu vertonen weiß und auch hier ganz außerordentlich improvisieren kann. Nicht umsonst bekam er nach Abbruch seiner gymnasialen Laufbahn nach einer Sonderbegabtenprüfung ein Pianostudium am Duisburger Konservatorium. Er besitzt nicht nur Talent, sondern hat auch die Größe, Projekte einfach zu Grabe zu tragen, wenn er sie für nicht wertvoll hält (so geschehen mit seinem Ausflug in die Gefilde des Rocks, \"Helge & the Firefuckers\").
Ich mag Helge, weil er die Medienlandschaft um zeluloide Meisterwerke wie \"00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter\" bereichert hat. In seinen Filmen zelebriert er ja die Reduktion des Witzes auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Komik durch Minimalismus. Das ist nicht jedermanns Geschmack, aber selbst seine Feinde müssen zugeben, dass er dieses Konzept konsequent bis zum bitteren Ende durchzieht. Natürlich geht dadurch der Witz manchmal daran zugrunde, aber gerade das gehört dazu, ist quasi ein Produkt dieser Konsequenz. Selbst seine \"Abfallprodukte\" sind immer noch weit über dem, was andere (Ja, Stefan, damit bist Du gemeint!) (4) so abliefern.
Ich mag Helge wegen seiner literarischen Ergüsse, die er uns in Form von Kriminalromanen wie \"Zieh dich aus, alte Hippe\", \"Das scharlachrote Kampfhuhn\" und \"Der Mörder mit der Strumpfhose. Kommissar Schneider wird zum Elch\" in handlichen Dosen darreicht. Zum besseren Verständnis zitiere ich einfachmal den Klappentext: \"Millionen Menschen lesen seine Krimis, Millionen Menschen versuchen, seine scharfsinnige Spürarbeit zu kapieren, Kommisar Schneider ist allen immer ein paar Kilometer voraus! Seine unglaubliche Kombinationsgabe wird von allen Polizisten der Welt versucht nachzumachen, doch keinem gelingt es! Kommisar Schneider ist unique. Ein Einzeltänzer auf dem dünnen Seil der Verbrechensbekämpfung. Doch Vorsicht, meine Damen: Um sexi zu wirken, läßt Kommisar Schneider auch manchmal einen Verbrecher frei rumlaufen!\"
Ich mag Helge für sein fast schon surreales Genie, an dem er uns teilhaben lässt, auch wenn er mit seiner provokanten Art nicht immer auf Gegenliebe stösst. Er setzt sich bewusst über Grenzen oder Reglements hinweg, überdreht Klischees solange, bis auch der letzte sie entdeckt hat.
Ich mag Helge, weil er, wie jeder Mann von Welt, immer gut gekleidet und wohlfrisiert ist. In Sachen Polyesteranzügen kann ihm so schnell keiner das Wasser reichen. Auch seine Frisur spottet erfolgreich jeder Beschreibung und widersetzt sich allen Regeln der Schwerkraft.
Das Schneiderversum (© eat this) geistig komplett und kompetent zu durchleuchten maße ich mir nicht an (das wage ich auch gar nicht), aber ich hoffe, Euch mit meiner kleinen Sakraloperette einen kleinen Einblick in meine Interpretation seiner Gedankenwelt gegeben zu haben. Die Sakraloperette wird übrigens perückentragenderweise und sonnenbebrillt mit verteilten Rollen gesungen, wobei zwischen den Pausen der Garten gejätet werden darf. Ach ja, für weitere Informationen hat sich Helge höchstpersönlich ins Netz begeben, und zwar unter www.helge-schneider.de (sehr sehenswert, auch für Nicht-Helge-Fans und solche, die es werden wollen). Ich hoffe, das war nicht zu verwirrend. (Hehe, Maexle, das lag mir noch vor meiner Buchbesprechung auf dem Herzen)
So, das musste mal gesagt werden.
--
(1) Weil Helges Berufsbezeichnung immer wieder für Verwirrung sorgt: \"Um von Zeitungsmenschen nicht als Kabarettist bezeichnet zu werden, bezeichnet sich Helge fortan als \"Die singende Herrentorte\".\"
(2) Damit ist latürnich Harald Schmidt gemeint.
(3) Der Eigentümer dieser farbenfrohen Hemdenkollektion ist niemand geringerer als Jürgen von der Lippe.
(4) Und das ist Stefan Raab. Und bevor jetzt im Gästebuch ein Kommentarkrieg losgeht: Ich finde, dass TV-Total mal ganz gut war, aber inzwischen sauber den Bach runtergeht. \"Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht\" (immer wieder gerne verwendet :-)
Ich mag Helge, weil er so erfrischend anders ist, der Meister der schleichenden Pointe, die sich einem teilweise erst Tage später erschließt. Weil er das Unwitzige witzig macht, uns in seiner unnachahmlichen Art und Weise mit Aussagen konfrontiert, deren Sinn oder Nichtsinn erst erarbeitet werden muss.
Ich mag Helge, weil er der Spontaneität nachgibt und ständig vom geplanten Programm abkommt, nur um dann im totalen Chaos zu landen. Da können sich die meisten seiner Arbeitskollegen eine dicke Scheibe abschneiden, denn wenn man sich vor Publikum mit blöden Fertigkonserven auf Knöpfchendruck helfen muss (Ja, Stefan, damit bist Du gemeint!) oder stur den Inhalt seiner letzten Veröffentlichung wiedergibt ist das nicht zwingend witzig. Nicht so der Herr mit dem blauen Polyesteranzug, der mit seinem Publikum kommuniziert und schlagfertig und geistreich auf Zurufe reagiert. Diese Kombination muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Qualitäten, die ich in der deutschen Comedylandschaft nur noch ganz wenigen Leuten zuspreche, wie zum Beispiel dem großen, grauhaarigen Nachttalker (2), den ich auch sehr schätze, und natürlich dem verkappten Magister mit den farbenfrohen Hawaiihemden (3).
Ich mag Helge, weil er ein zu allem Überfluß auch noch ein begnadeter Musiker ist, der seine geistigen Pamphlets auch hervorragend zu vertonen weiß und auch hier ganz außerordentlich improvisieren kann. Nicht umsonst bekam er nach Abbruch seiner gymnasialen Laufbahn nach einer Sonderbegabtenprüfung ein Pianostudium am Duisburger Konservatorium. Er besitzt nicht nur Talent, sondern hat auch die Größe, Projekte einfach zu Grabe zu tragen, wenn er sie für nicht wertvoll hält (so geschehen mit seinem Ausflug in die Gefilde des Rocks, \"Helge & the Firefuckers\").
Ich mag Helge, weil er die Medienlandschaft um zeluloide Meisterwerke wie \"00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter\" bereichert hat. In seinen Filmen zelebriert er ja die Reduktion des Witzes auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Komik durch Minimalismus. Das ist nicht jedermanns Geschmack, aber selbst seine Feinde müssen zugeben, dass er dieses Konzept konsequent bis zum bitteren Ende durchzieht. Natürlich geht dadurch der Witz manchmal daran zugrunde, aber gerade das gehört dazu, ist quasi ein Produkt dieser Konsequenz. Selbst seine \"Abfallprodukte\" sind immer noch weit über dem, was andere (Ja, Stefan, damit bist Du gemeint!) (4) so abliefern.
Ich mag Helge wegen seiner literarischen Ergüsse, die er uns in Form von Kriminalromanen wie \"Zieh dich aus, alte Hippe\", \"Das scharlachrote Kampfhuhn\" und \"Der Mörder mit der Strumpfhose. Kommissar Schneider wird zum Elch\" in handlichen Dosen darreicht. Zum besseren Verständnis zitiere ich einfachmal den Klappentext: \"Millionen Menschen lesen seine Krimis, Millionen Menschen versuchen, seine scharfsinnige Spürarbeit zu kapieren, Kommisar Schneider ist allen immer ein paar Kilometer voraus! Seine unglaubliche Kombinationsgabe wird von allen Polizisten der Welt versucht nachzumachen, doch keinem gelingt es! Kommisar Schneider ist unique. Ein Einzeltänzer auf dem dünnen Seil der Verbrechensbekämpfung. Doch Vorsicht, meine Damen: Um sexi zu wirken, läßt Kommisar Schneider auch manchmal einen Verbrecher frei rumlaufen!\"
Ich mag Helge für sein fast schon surreales Genie, an dem er uns teilhaben lässt, auch wenn er mit seiner provokanten Art nicht immer auf Gegenliebe stösst. Er setzt sich bewusst über Grenzen oder Reglements hinweg, überdreht Klischees solange, bis auch der letzte sie entdeckt hat.
Ich mag Helge, weil er, wie jeder Mann von Welt, immer gut gekleidet und wohlfrisiert ist. In Sachen Polyesteranzügen kann ihm so schnell keiner das Wasser reichen. Auch seine Frisur spottet erfolgreich jeder Beschreibung und widersetzt sich allen Regeln der Schwerkraft.
Das Schneiderversum (© eat this) geistig komplett und kompetent zu durchleuchten maße ich mir nicht an (das wage ich auch gar nicht), aber ich hoffe, Euch mit meiner kleinen Sakraloperette einen kleinen Einblick in meine Interpretation seiner Gedankenwelt gegeben zu haben. Die Sakraloperette wird übrigens perückentragenderweise und sonnenbebrillt mit verteilten Rollen gesungen, wobei zwischen den Pausen der Garten gejätet werden darf. Ach ja, für weitere Informationen hat sich Helge höchstpersönlich ins Netz begeben, und zwar unter www.helge-schneider.de (sehr sehenswert, auch für Nicht-Helge-Fans und solche, die es werden wollen). Ich hoffe, das war nicht zu verwirrend. (Hehe, Maexle, das lag mir noch vor meiner Buchbesprechung auf dem Herzen)
So, das musste mal gesagt werden.
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(1) Weil Helges Berufsbezeichnung immer wieder für Verwirrung sorgt: \"Um von Zeitungsmenschen nicht als Kabarettist bezeichnet zu werden, bezeichnet sich Helge fortan als \"Die singende Herrentorte\".\"
(2) Damit ist latürnich Harald Schmidt gemeint.
(3) Der Eigentümer dieser farbenfrohen Hemdenkollektion ist niemand geringerer als Jürgen von der Lippe.
(4) Und das ist Stefan Raab. Und bevor jetzt im Gästebuch ein Kommentarkrieg losgeht: Ich finde, dass TV-Total mal ganz gut war, aber inzwischen sauber den Bach runtergeht. \"Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht\" (immer wieder gerne verwendet :-)
8 Bewertungen, 1 Kommentar
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06.07.2006, 16:30 Uhr von kamikazekruemel
Bewertung: sehr hilfreichHelge ist ein Genie. Sowas braucht die Welt! Kennst du das kleine Gedicht von ihm? :-)
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