Unterm Rad (Taschenbuch) / Hermann Hesse Testbericht

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Erfahrungsbericht von valeria

Hesse läßt tief blicken

Pro:

man gewinnt Verständnis für den Autor, nicht sehr dick

Kontra:

Sprache, nicht mehr ganz aktuell

Empfehlung:

Ja

Da ich schon einiges von Hesse gelesenen hatte, freute ich mich sehr, als mir durch Zufall Hermann Hesses “Unterem Rad” in die Hände fiel. Ich habe es für 2 Euro gebraucht von einer Freundin gekauft die es mal für die Schule lesen mußte.

Hier einige Fakten zu dem Buch

Erschienen im Surkamp Verlag
als Taschenbuch.
Kostet neu 6,50 Euro und hat die
ISBN 3-518-36552-5.
Das Buch hat 165 Seiten.

Inhalt

Hans Giebenrath ist der Klassenprimus in seinem kleinen Dorf. Unangefochten an der Spitze setzen alle große Hoffnungen in ihn. So wird er als Einziger zum Aufnahmetest für das elitäre, angesehene Priesterseminar geschickt. Mit seinem ehrgeizigen Vater hat er einen Förderer, jedoch keinen emotionalen Halt. Dieser fehlt ihm auch ansonsten, da seine Mutter früh gestorben ist. Allerdings verbindet ihn eine tiefe Freudschaft mit dem Schuhmacher des Dorfes, der sehr fromm ist. Dieser hat eine Aversion gegen den modern eingestellten Dorfpfarrer und warnt Hans eindringlich vor ihm als dieser sich zu ihm begibt um in den Ferien zu lernen.
Nach einigem Zittern wird er in das Seminar aufgenommen, wo er auf allerlei eigentümliche Menschen stößt. Insgesamt schließt er jedoch mit wenigen der jungs auf seiner Stube Freundschaft, er bleibt isoliert. Einer jedoch, der senibelste, unbodenständigste von allen auf der Stube gewinnt seine Freundschaft. Er übt jedoch einen negativen Einfluß auf den einstigen Primus aus, der auch im Seminar weiter die Führung wollte und nun, durch eben diesen Einfluß, einen anderen Weg wählt. Als sein Freund zum Auftrührer wird und ihn mit in seine Misere hineinzieht beginnt sich in der Beziehung der beiden Jungen ein Burch abzuzueichnen, denn der sensible Dichter wird an den Pranger gestellt wegen seines ungebührlichen Verhaltens, und hier wird Hans Loyalität auf eine harte Probe gestellt, da dieser sich aber nicht ganz von seinem Wunsch Klassenprimus zu sein lösen kann, verrät er den Freund, jedoch ist dieser Bruch nur von kurzer Dauer.
Nun will ich aber nicht weiter auf den Inhalt eingehen, ihr solltet es selbst lesen

Über Hermann Hesse

der Vollständigkeit halber hier einige biographische Daten des Autors
1877 als Sohn eines Missionars geboren
1890-1891 Lateinschule in Göppingen als Vorbereitung auf das Landexamen
1895-1898 Buchhändlerlehre
1902 Gedichte erscheint
1904 Peter Camenzid erscheint
1906 erscheint Unterm Rad
1916 Tod des Vaters und beginnende Schizophrenie seiner Frau
1927 Steppenwolf
1930 Naziß und Goldmund
1932 -1943 Entstehung des Glasperlenspiels
1962 Tod Hermann Hesse


Meine Meinung

dieses Buch ist leicht zu lesen, allerdings enthält es einige Worte die mir nicht sofort begreiflich waren, wo ich erstmal stutzte. Mit 165 Seiten gehört es außerdem auch nicht gerade zu den dicksten Büchern, so dass es mir erträglich war es zu lesen.
Die Geschichte gefiehl mir beim Lesen sehr gut, man fand sich in Teilen wieder, in Teilen war es jedoch einfach nur interessant dem Protagonisten bei seiner Entwicklung zu verfolgen.
Über Nutzen und ähnliches kann man ja streiten, warum heute noch Klassiker lesen? Ich jedoch möchte hier wirklich mal eine Lanze für die Literatur brechen, denn der Aufwand ist finanziell und zeitlich begrenzt, der Nutzen jedoch weit aus größer. Denn neben Selbsterkenntnis und Wissenszuwachs gewinnt man auch eine spannende Reise in eine andere Welt, gänzlich ohne Fernseher, der einem die Phantasie raubt.
Nun zur Bewertung, kann man dieses Buch empfehlen und wenn ja – warum denn? Ich kann Bücher, wenn sie mit Herz oder Grips geschrieben sind immer empfehlen, jedoch weiß ich leider auch wie wenig Interesse viele Menschen am Lesen haben. Dieses Buch trät viele biografische des Autors, da es auch die Wandlung vom Jungen zum Mann darstellt. Es ist nicht sehr dick und von einigen, etwas komplizierten Wörtern abgesehen, lohnt sich die Lektüre sehr. Vor allem aber hat dieses Buch starke autobiographische Züge, so dass jeder, der etwas über Hesse wissen will mit diesem Buch gut bedient ist.

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