High Tension (DVD) Testbericht

ab 14,32
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Erfahrungsbericht von Chris_Barnes

Vorsicht Hochspannung!

Pro:

s. Text

Kontra:

s. Text

Empfehlung:

Ja

Story:
Die beiden Studentinnen Marie (Cécile De France) und Alex (Maïwenn Le Besco) wollen sich intensiv auf ihren Lehrstoff konzentrieren, weswegen sie in das Haus von Alex\' Eltern fahren, das einsam und fernab jeder Zivilisation gelegen ist. Doch gleich in der ersten Nacht wird das Vorhaben zunichte gemacht, als ein wahnsinniger Killer (Philippe Nahon) in das Haus eindringt. Ab diesem Moment zählt nur noch eines - der Kampf ums nackte Überleben...

Meinung zum Film:
Der Titel des Films ist Programm. Denn \"High Tension\" - oder \"Haute Tension\", wie er im französischen Original lautet - bedeutet schlichtweg \"Hochspannung\". Und auf diese sollte man als Zuschauer vorbereitet sein, wenn man die Disk in den DVD-Player legt. Regisseur und Drehbuchautor Alexandre Aja schickt sein Publikum in seinem Erstlingswerk auf eine Achterbahnfahrt, die kaum eine Sekunde zum Durchatmen lässt. Dabei beginnt alles ziemlich fröhlich und stimmungsvoll, wenn Marie und Alex vergnügt durch die Landschaft fahren und lauthals zu \"Sara Perche Ti Amo\" von Ricchi E Poveri mitträllern. Die Freude hat aber schon kurz danach ein Ende und es stehen spannungsgeladene Minuten bevor, die eine gewisse Nervenstärke voraussetzen, weswegen sich zarte Gemüter die Jagd des Killers auf die Familie und die beiden Mädchen nur unter Aufsicht ansehen sollten. Inhaltlich beschränkt sich der Film auf ein recht simples \"Killer-jagt-Opfer-durch-die-Nacht\"-Strickmuster, ohne dabei jedoch uninspiriert oder gar auch nur eine einzige Sekunde langweilig zu wirken. Kurz vor Schluss gibt es eine kleine Überraschung für den Zuschauer, an die sicherlich niemand zuvor denken wird. Diese wird dem einen oder anderen im ersten Augenblick vielleicht sogar etwas aufgesetzt und konstruiert wirken, doch wenn man sich das ganze einmal genau überlegt, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass der Film von vorne bis hinten bestens durchdacht und weitestgehend schlüssig ist.

Alexandre Aja verpackt seine auf ein Minimum reduzierte Geschichte dermaßen gut ein, dass selbst zu Beginn in Szenen, in denen im Grunde keine rechte Bedrohung besteht, Spannung zu spüren ist. Dies schafft er vor allem durch schnelle Wechsel in der Schnittfolge, die dem Film eine große Dynamik verleihen. Hinzu kommt der geniale Soundtrack, der nicht unbedingt nur musikalische Untermalung bietet, sondern geschickt an den Nerven zehrende Geräusche beinhaltet oder den Herzschlag der vor Angst fast gelähmten Marie imitiert. Last but not least wird der Blickwinkel auf das Geschehen, der oft aus der Perspektive Maries gegeben ist, zur harten Probe, da man dadurch ihre Angst fast schon selbst körperlich nachvollziehen kann. Den Killer bekommt man eher selten ganz zu Gesicht und er bleibt im Grunde ein namenloses, gesichtsloses etwas, das einzig dazu auf der Welt zu sein scheint, andere Menschen bestialisch zu ermorden.

Und das bestialisch Ermorden ist ganz sicher auch der große Streitpunkt des Films. Wenn man sich \"High Tension\", ohne je davon gehört zu haben, ansieht, fragt man sich unweigerlich, wie der Film es so durch die FSK-Kontrolle geschafft haben kann. In den 80er Jahren hätte man sich den Weg zur Freigabebehörde sicherlich gleich sparen können, wäre er in dieser Form nicht einmal annähernd in die Nähe einer Freigabe gekommen. Dabei ist die freigegebene Version nur eine verstümmelte Fassung, die um rund 2 Minuten Gewaltbilder (!) gekürzt wurde. Allerdings sind diese Schnitte so intelligent und unmerklich umgesetzt worden, dass man nichts vermisst und nur wenn man es weiß, vielleicht auf die ein oder andere Kürzung von alleine kommt. Für den durchschnittlichen Zuschauer ist es vielleicht sogar besser, den Film in dieser, immer noch sehr harten, aber um grafisch-übertriebene Gewalt erleichterten Fassung sehen zu können. Echte Gorehounds können sich freuen, so weit sie in der Schweiz oder Österreich wohnen, da dort eine ungekürzte Fassung erscheint. Aber in welcher Schnittfassung auch immer, kann man eines ganz gewiss - diese Tour-de-Force allererster Güte wärmstens ans Herz legen und darauf hinzuweisen, sich schon einmal auf einen der nervenaufreibendsten Filme der letzten Jahre gefasst zu machen.

DVD Aufarbeitung:
Das Bild von \"High Tension\" ist sehr gut gelungen. Trotz der fast komplett im Dunkeln spielenden Bilder muss man auf Details im Bild nicht verzichten und sowohl Farben als auch Kontrast sind bestens aufeinander abgestimmt. Der Ton liegt in den 3 Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch in Dolby Digital 5.1 vor und unterstützt die Spannung auf dem Bildschirm durch gut abgestimmten Raumklang perfekt.

Im Gegensatz zu der Verleihfassung, die neben ein paar Texttafeln und dem Trailer kein Bonusmaterial enthält, bietet die 2 Disc-Set-Special Edition noch ein gut 36-minütiges Making Of zum Film und interessante Interviews. Bei dem Making Of sind vor allem die Worte des Regisseurs, der auf die Inszenierungsweise und die Zielsetzung seiner Bilder eingeht, interessant. Bei den Interviews dürfte für Freunde der 80er Jahre-Horrorfilme vor allem das mit Giannetto De Rossi am interessantesten sein, ist er doch der Make up-Künstler, der u.a. die beliebtesten und berüchtigtsten Filme von Lucio Fulci verwirklichte und auch ansonsten im Italo-Horror eine feste Größe ist. Abgerundet werden die Extras durch eine Artwork-Galerie.

Fast schon zum gewohnten Bild gehört bei MC One-Veröffentlichungen eine schicke Verpackung. So kommt auch \"High Tension\" in einem sehr stimmungsvoll gestyltem Digipak mit Prägung daher, welches einen schönen Blickfang in der Sammlung darstellt.

Fazit:
Wer mal wieder so richtig Lust auf nervenaufreibende Hochspannung hat, sollte sich \"High Tension\" aus dem DVD-Laden seiner Wahl besorgen, den Raum abdunkeln und die Anlage aufdrehen. Knapp 85 Minuten Nervenkitzel werden der Lohn für diese Mühe sein. Für Freunde des Genres stellt die 2 Disc-SE ohne Wenn und Aber einen Pflichtkauf dar!

14 Bewertungen, 2 Kommentare

  • ZordanBodiak

    14.02.2005, 20:01 Uhr von ZordanBodiak
    Bewertung: sehr hilfreich

    Die uncut-Version kenne ich (leider?) noch nicht. Nur die Verleihversion, welche ja um knapp eine Minute erleichtert worden ist. Aber ganz ehrlich: Ich verzichte auf die uncut-Fassung, denn der Film versucht intelligenter als der Zuschauer zu sein und s&au

  • schafumschuppserin

    14.02.2005, 18:53 Uhr von schafumschuppserin
    Bewertung: sehr hilfreich

    geiler Bericht schön geschrieben=)