Märchenmond (gebundene Ausgabe) / Wolfgang Hohlbein, Heike Hohlbein Testbericht

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Erfahrungsbericht von BulmaZ
Eine phantastische Reise.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Märchenmond - Heike & Wolfgang Hohlbein
gehen.
Bezugsquelle & Preis
Den Roman habe ich irgendwann mal bei eBay ersteigert. Dort habe ich sicher nicht viel mehr als 1,00 € bezahlt. Neu kostet der Roman im Taschenbuchformat 14,95 € bzw. als Bildausgabe 7,95 €.
Kaufgrund
Aufmerksam geworden bin ich auf diesen Roman durch meine in Sachen Lesestoff geschätzte Vertraute Regan. Bei ihr stolperte ich über den entsprechenden Bericht und gleichzeitig sah ich die unzähligen weiteren sehr positiven Bewertungen. Da mich auch die Inhaltsangabe sofort überzeugen und neugierig machen konnte, habe ich dann nicht mehr lange gezögert und das Auktionshaus bemüht. Erwartete hatte ich eine richtige Oldschool - Fantasystory mit allen Elementen, die ich gerne mag in eben einer solchen Geschichte.
Eckdaten zum Roman
Titel: Märchenmond
Autoren: Heike & Wolfgang Hohlbein
Erscheinungsjahr: 1983
Verlag: Ueberreuter
Meine Ausgabe: gebundene Erstausgabe von 1983
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 394 Seiten
Die Autoren
Wolfgang Hohlbein wurde am 15. August 1953 in Weimar geboren, wuchs jedoch in Krefeld in Nordrhein-Westfalen auf. Bereits als Jugendlicher begann er, fantastische Geschichten zu schreiben. Nach der Schulzeit machte er eine Ausbildung als Industriekaufmann und arbeitete darauf als Operator und Industriekaufmann.
Ernsthaft zu schreiben begann er aus Langeweile bei einer Anstellung als Nachtwächter. Nach eigener Aussage wurde diese Leidenschaft durch die Romane von Karl May ausgelöst. Anfangs schrieb er Kurzgeschichten, danach Horrorromane und Western. Er veröffentlichte seine Werke unter zahlreichen Pseudonymen.
1974 heiratete er Heike Hohlbein, mit der er heute sechs Kinder hat und in Neuss lebt. […]
Märchenmond wurde national und international ein grosser Erfolg und verhalf Wolfgang Hohlbein zum Durchbruch als Schriftsteller. Seitdem hat er,
Bilder von Märchenmond / Heike Hohlbein, Wolfgang Hohlbein
Märchenmond / Heike Hohlbein, Wolfgang Hohlbein Märchenmond
Märchenmond - Erstausgabe 1983
oft in Zusammenarbeit mit seiner Frau, mehr als 200 Bücher veröffentlicht und gilt als der meistgelesene deutschsprachige Fantasy- und Science-Fiction-Autor. Auch unterstützt er andere Schriftsteller wie im Jahr 2004 Bernhard Hennen bei seinem Roman Der Wahrträumer aus dem Gezeitenwelt-Zyklus. Im selben Jahr erschien mit Am Abgrund aus der Reihe Die Chronik der Unsterblichen erstmals eine Comic-Adaption eines Hohlbein-Romans. Märchenmond wurde 2006 als erstes seiner Bücher in den Vereinigten Staaten veröffentlicht.
Quelle: www.wikipedia.de
Die Geschichte
Kim ist ein Junge, dessen Leben unbeschwerter eigentlich kaum sein kann. Er liebt Science - Fiction Romane über alles und vergisst beim Lesen schon mal seine Hausaufgaben.
Eines Tages soll sein Leben sich jedoch ändern. Denn die eigentlich harmlose Blinddarmoperation seiner kleinen Schwester ist aus irgendwelchen Gründen schief gegangen. Das kleine Mädchen wacht einfach nicht mehr aus der Narkose auf. Kim und seine Eltern sind entsetzt und unendlich traurig.
Als Kim zusammen mit seinen Eltern im Krankenhaus ist, wird er aufmerksam auf einen alten Mann mit weißem Bart. Zunächst denkt er sich nichts dabei, ist allerdings verwundert, als er diesen kurze Zeit später bei einem Café wiedersieht. Perfekt ist die Verwirrung, als der alte Mann eines Nachts plötzlich in Kims Schaukelstuhl sitzt und sich als Themistokles vorstellt. Er erzählt Kim davon, dass seine Schwester nur deshalb im Koma liegt, weil sie in einer phantastischen Welt im Reich des dunklen Herren Boraas festgehalten wird. Der einzige Weg, das Mädchen zu retten ist, dass Kim sich selbst auf den Weg in diese Welt macht.
Sein erstes Ziel ist dabei ein Land namens Märchenmond.
Aufgrund seiner unendlichen Phantasie schafft es Kim in einem intergalaktischen Raumgleiter in diese andere Welt hinüber zu gelangen. Dort erwartet ihn allerdings sofort eine böse Überraschung. Denn er landet nicht in Märchenmond, sondern stürzt über dem Schattengebirge, dem Reich Boraas', ab. Nur aufgrund seines Mutes gelingt es Kim zu fliehen. Dabei begegnet er einer sprechenden Dachsfamilie, einem Riesen, einem großen Bären und vielen anderen Gestalten, von denen einige ihm treue Freunde und tapfere Weggefährten werden. Doch die eigentliche Reise soll Gefahren bergen, mit denen weder Kim noch Themistokles gerechnet hätten…
Eigene Eindrücke
Zugegeben: Der Aufhänger für eigentliche Geschichte ist schon irgendwie ein bisschen skurril. Jedenfalls haben mir das bisher alle gesagt, denen ich begeistert von diesem Roman erzählt habe. Irgendwie haben sie ja auch Recht. Denn so ganz passt es nicht zusammen, dass ein kleines Mädchen nach einer Operation nicht mehr aus der Narkose aufwacht, der Grund dafür aber der ist, dass sie in einer Märchenwelt gefangen gehalten wird. Dieser Auftakt der Geschichte ist aber keineswegs so lächerlich, wie er auf's erste Lesen hin erscheinen mag. Denn, um ganz ehrlich zu sein, spielt eben dieser Fakt gar keine so schrecklich große Rolle. Natürlich ist Kims Hauptziel die ganze Reise über, seine Schwester Rebekka zu retten. Dabei stellen sich ihm aber, wie man sich sicher denken kann, jede Menge andere Probleme in den Weg, die ihrerseits wieder zu diversen Verwicklungen führen. So geht es letztendlich um einen schrecklichen Krieg zwischen dem Schattenreich und dem Reich hinter den furchteinflößenden Bergen. Der ein oder andere wird also sicher schnell erraten, dass die eigentliche Geschichte sehr einfach und nach einem bekannten Muster gestrickt ist. Aber eben genau das ist es, was ich möchte, wenn ich einen Roman aus diesem Genre zur Hand nehme.
Ich möchte viele verschiedene Märchen- und Sagengestalten gebündelt in einer Geschichte und dazu eine einfache Geschichte, die dennoch aber mit allerlei Überraschungen aufwarten kann. Genau das alles erfüllt "Märchenmond" mit Bravour. Ich kann mich an keinen anderen Roman dieser Art erinnern, der auf genau diese Art von Begeisterung ausgelöst hat. Es ist tatsächlich so, dass man wirklich sofort mit Kim zusammen in eine magische und phantastische Märchenwelt abtaucht und erst wieder zurückkehren will, wenn die letzte Schlacht geschlagen ist und das Gute gesiegt hat. "Märchenmond" hat also definitiv ein hohes Suchtpotenzial. So fiel es mir abends immer sehr schwer, irgendwann dann doch einmal das Licht auszumachen, um zu schlafen.
Beim Lesen wird allerdings auch recht schnell klar, woran das Autorenehepaar sich hier wohl orientiert hat. Denn der Roman weist schon deutliche Parallelen zu Tolkiens Werk auf. Dabei wirkt "Märchenmond" aber nie abgekupfert. Ich denke, einige Gemeinsamkeiten lassen sich auf diesem Gebiet auch einfach nicht vermeiden. In meinen Augen ist dieser Roman rundum gelungen. Besonders gut gefallen haben mir eben diese altbekannten Fantasyelemente, wie eben z.B. die sprechenden Tiere, der gutmütige Riese Gorg und sein bester Freund der Grizzlybär Kelhim, der goldene Drache, der Tümpelkönig und sein Sohn und und und. Ich bin beim Lesen teilweise nur aufgrund eben dieser Figuren völlig in der Geschichte aufgegangen, weil ich tatsächlich bisher noch nicht viele Bücher gelesen habe, in denen so viele Elemente miteinander vereint sind. Vor allem auch so, dass die Geschichte nicht überladen oder übersättigt wirkt. Man bringt trotz der, ich nenne es mal Artenvielfalt, nichts und niemanden durcheinander. Denn die Figuren haben ihre feste Aufgabe und ihren festen Platz in der Geschichte. So manche Figur taucht auch nur am Rande auf. Zusammen mit der tollen und überaus spannenden Geschichte jedoch ergibt sich ein nahezu perfekter Roman, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Für den ein oder andere mögen die Charaktere der Figuren sicher klischeehaft sein und vielleicht auch schon ein wenig ausgelutscht. Für mich hingegen nicht. Denn es gibt hier eine fast haarscharfe Trennung zwischen Gut und Böse. Dies wird auch an zahlreichen Bildern deutlich, wie z.B. dem weißen Schloss von Märchenmond, das ganz im Gegensatz zur schwarzen Festung Boraas' steht. Derlei Veranschaulichungen gibt es viele. Man weiß beim Lesen immer ganz genau, um welche Seite es geht und man kann die Beweggründe der einzelnen Parteien leicht nachvollziehen. Dennoch verschwinden die agierenden Figuren nicht vollends hinter Stereotypen.
Kim ist zwar der kleine Junge, der einen unbändigen Mut entwickelt und vor allem seinen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit zeigt und damit zum strahlenden Helden der Geschichte wird - dennoch ist und bleibt er aber eben auch der kleine Junge, der sich für Science - Fiction interessiert und nicht zwischen dem Schicksal Märchenmonds und dem seiner kleinen Schwester entscheiden kann. Ebenso kommt einem auch die Figur des weißbärtigen Themistokles irgendwie bekannt vor. Mich persönlich hat er irgendwie ein wenig an Gandalf erinnert. Er ist so eine Art Weiser von Märchenmond. Denn in Märchenmond gibt es keinen König. Niemand soll über jemand anderen herrschen. So die Aussage Themistokles'. Er gibt Kim Ratschläge und wirft sich mutig in die Schlacht gegen Boraas' übermächtiges schwarzes Heer. Man kann ihn sich so richtig vorstellen in seinem Gewand und seinem weißen langen Bart. So einer gehört doch absolut in eine Fantasygeschichte. : )
Sehr gut gefallen haben mir auch die beiden Freunde Gorg, der Riese und Kelhim, der Grizzly. Beim Zusammentreffen mit Kim spielen die beiden einen ihrer beliebten Scherze, über die man wirklich immer mal wieder schmunzeln kann. Sie sind einfach toll und vor allem stehen sie Kim mit ihrer ganzen Stärke zur Seite und wachen über ihn.
Die Liste ließe sich also, wie man sicher unschwer erkennen kann, noch länger fortführen. Allerdings würde dies den Rahmen wohl sprengen. Abschließend unter diesem Punkt sei nur noch gesagt, dass es sich hier um ein althergebrachtes Figurenensemble handelt, das vollends überzeugen kann und einen großen Teil der Geschichte trägt.
Wie euch sicher beim Lesen nicht entgangen ist, bin ich schwer begeistert von "Märchenmond". Ich bin echt froh, dass ich den Roman nun endlich mal gelesen habe. Denn bisher habe ich aufgrund des Alters immer etwas skeptisch reagiert, wenn mein Blick auf dieses Werk fiel. Eigentlich völliger Schwachsinn - immerhin ist "Herr der Ringe" ja noch um einiges älter und eben so gut. Der Roman sei also allen [potenziellen] Fantasyfans wärmstens ans Herz gelegt. Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass Leser, die sich generell nur mit diesem Genre beschäftigen, vielleicht etwas gelangweilt sein könnten. Eben weil vieles davon in vielen anderen Romanen ganz sicher schon mal dagewesen ist. Aber ich finde, allein des tollen und der Geschichte angemessenen Schreibstils ist dieses Buch die wenigen Stunden wert, die es erfordert, es zu lesen. An dieser Stelle kann es also nur volle fünf Sterne und eine dicke Empfehlung geben. Die Nachfolger dieses ersten Bandes der Reihe werde ich mir definitiv noch holen.
45 Bewertungen, 8 Kommentare
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24.08.2011, 22:57 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße ... Tina
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24.08.2011, 12:15 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichViele Gruesse, mima007
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23.08.2011, 21:50 Uhr von sirikit06
Bewertung: besonders wertvollWünsche Dir einen schönen Abend! LG
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23.08.2011, 15:45 Uhr von zuckermausbiene
Bewertung: sehr hilfreichsehr schöner Bericht. Liebe Grüße und freue mich über Gegenlesung
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23.08.2011, 12:59 Uhr von PatMcNamara
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße von Patty!
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23.08.2011, 12:24 Uhr von aprilkind
Bewertung: sehr hilfreichdangöö... liest du gegen? würd mich freuen :)
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23.08.2011, 10:31 Uhr von sani001
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße! Über Gegenlesungen würde ich mich sehr freuen!
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23.08.2011, 10:21 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße....KATJA
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