In kalter Absicht (Taschenbuch) / Anne Holt Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von Junxmutter

In voller Absicht eiskalt spannend

Pro:

spannend und guter Stil

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Ich bin ja eine Leseratte. Ich verschlinge Bücher. Ich bin für jeden Buchtipp dankbar und jedem, der mir Bücher schenkt oder ausleiht.

Hier also der nächste Bericht über das nächste Buch, dass ich gerade zugeklappt habe:

Ein Krimi einer mir bis dato unbekannten norwegischen Schriftstellerin

In kalter Absicht
von Anne Holt
Piper Verlag
9,90 €
346 Seiten

Ich bekam das Buch von meiner Kollegin in die Hand gedrückt und hab es mir auch gleich zu Gemüte geführt.

Vorab:
Anne Holt hat als Journalistin, Polizistin und Anwältin gearbeitet, bevor sie 1996 für kurze Zeit norwegische Justizministerin war. Man kann also getrost davon ausgehen, dass sie weiß, worüber sie schreibt.

Jetzt zum Inhalt:

Vorab die große Warnung: Ich werde den gesamten Inhalt ausbreiten, wer das Buch selber lesen will, der sollte hier nur die ersten Absätze lesen und dann wieder unten bei den ************************ einsetzen, sonst kennt er das Ende schon. Aber die Disziplin, doch nicht alles zu lesen (um euch dann nachher in eventuellen Kommentaren zu beschweren) müsst Ihr schon selber haben!



Am hellen Tag verschwindet in Oslo ein kleines Mädchen namens Emilia, wenig später ein fünfjähriger Junge, den man schließlich tot auffindet. Oslo ist in heller Aufregung. Hauptkommissar Yngvar Stubø beschließt, sich die Psychologin Inger Johanne Vik zu Hilfe zu holen. Sie hat in den USA eine Ausbildung als Profilerin gemacht und eine zeitlang beim FBI gearbeitet, bevor sie nach Norwegen zurückgekehrt ist. Zurzeit recherchiert sie einen Fall, der 40 Jahre zurückliegt und fatal an die jetzigen Geschehnisse erinnert.

Auch damals ging es um den Mord an einem kleinen Mädchen, für den Aksel Seier seinerzeit verurteilt wurde. Allerdings hat sich bei Ingers Nachforschungen ergeben, dass Aksel Seier nach fast neun Jahren sang- und klanglos ohne jede Erklärung oder Begnadigung aus der Haft entlassen worden ist. Auslöser könnte eine alte Frau gewesen sein, die nach dem Tod ihres geistig behinderten Sohnes diesen als Mörder des Mädchens bei der Polizei angezeigt hatte. Warum dies von der Staatsanwaltschaft totgeschwiegen wurde, irritiert Inger Johanne und sie macht sich auf die Suche nach Aksel Seier.

Lange versucht sie, dem Drängen von Stubø, ihm zu helfen, zu widerstehen. Außerdem hat sie alle Hände voll zu tun, mit ihrer Tochter, die an einer Entwicklungsstörung leidet und sie beschäftigt hält, und mit ihren Forschungen über den alten Fall. Sie fliegt nach New Jersey, als sie Aksel Seier ausfindig gemacht hat. Allerdings lässt er sie abblitzen und sie muss unverrichteter Dinge wieder abziehen.

In der Zwischenzeit spitzt sich die Lage in Oslo dramatisch zu. Ein weiteres Kind verschwindet und wird tot aufgefunden. Emilia, das erste Entführungsopfer, ist noch nicht gefunden. Die Polizei vermutet, dass der Entführer mit ihr etwas besonderes vorhat und nur noch abwartet. Nur weiß keiner, auf was der Täter wartet. Der Wettlauf mit der Zeit beginnt. Stubø erreicht schließlich sein Ziel, Inger hilft ihm und macht sich an die Arbeit, ein psychologisches Profil des Täters zu erstellen. Langsam kommen sich die beiden näher.

Als ein Mann versucht, auf offener Straße aus einer Kindergartengruppe heraus ein Kind zu entführen, bekommt der Täter endlich ein Gesicht. Ganz Oslo macht sich auf die Suche nach dem Mann, der bereits schon einmal von der Polizei aufgegriffen worden ist und den Stubø hatte laufen lassen. Ihm kam es zu unwahrscheinlich vor, dass dieser geistig etwas zurückgebliebene Mann die Entführung und den Mord an den anderen drei Kindern geplant haben sollte.

Der Pathologe kommt hinter das Szenario für den den perfekten Mord und Stubø dem wahren Mörder auf die Spur. Es muss erst noch ein weiterer Mord passieren, bevor er Emilia ziemlich nahe kommt. Während Stubø von dem Mörder an der Nase herumgeführt wird, wird für Emilie die Zeit knapp.....

Inger kommt dem wahren Mörder des alten Falles immer näher und kreist in der früheren Nachbarschaft von Aksel Seiers Kindheit den Täter mehr und mehr ein, bis sie der eigentlichen Vertuschungsaktion des damaligen Staatsanwaltes auf die Spur kommt.

Das Ende ist ein furioser Showdown, bei dem der von allen Verdächtigte auf der Flucht sogar noch den Mörder bei einem Unfall schwer verletzt. Aksel Seier betritt wieder die Szene in Norwegen und am Ende hat Inger dann endlich ihren Mörder identifiziert, während Ingvar Stubø zusehen muss, wie ihm sein Mörder wegstirbt.























**********************************************************************************************

Mir hat das Buch gut gefallen, vor allem, dass die Polizei eben mal nicht der absolute Superheld ist, der alles schon vorher geahnt hat. Wie Stubø auf den Spuren des entführten Mädchens herumtappt und ihm erst nach langem Ringen mit den spärlichen Indizien und den wohldosiert getreuten Spuren des Entführers auf seine Spur kommt, ist hervorragend geschildert. Ebenso, wie sich Yngvar und Inger näher kommen. Inger die Spröde, die schlechte Erfahrungen mit dem ersten Ehemann gemacht hat und Yngvar, der Witwer, der gar nicht so alte Großvater mit dem niedlichen Enkelsohn

Die Sprache ist – wie im Skandinavischen üblich – ziemlich direkt und teils spröde, was aber einen besonderen Reiz dieses Buches ausmacht und durchaus nicht unangenehm ist. Anne Holt hat eine sehr lebensnahe Art zu schreiben. Durchaus kann man die Hysterie spüren, die in Oslo nach den Kindesmorden umgeht, während aber immer wieder das Pragmatische der Skandinavier durchkommt, frei nach dem Motto „das Leben geht weiter“. Inger Johanne „ziert“ sich eine ganze Weile und schafft es, die Geschehnisse fast komplett aus ihrem Leben auszublenden, bevor sie sich in dem aktuellen Fall vertieft und dann den Leser mit in den Bann zieht.

Der Spannungsbogen ist perfekt, das Ende der Geschichte ungewöhnlich und nicht vorhersehbar. Endlich mal was Neues unter der Sonne am Krimihimmel.

Ich werde mir auf jeden Fall auch noch die anderen Bücher von Anne Holt besorgen. Außerdem geht die Geschichte von Inger Johanne und Yngvar weiter.

32 Bewertungen, 6 Kommentare

  • panico

    25.11.2007, 22:35 Uhr von panico
    Bewertung: sehr hilfreich

    Zauberhaften Sonntagabend noch & lg panico:-)

  • Mondlicht1957

    17.11.2007, 22:34 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr informativ ... LG Pet ....

  • sandraberg

    17.11.2007, 22:10 Uhr von sandraberg
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller bericht - gefällt mir wirklich sehr gut. von mir bekommst du natürlich auch ein klares SH dafür :) lg sandra

  • anonym

    17.11.2007, 18:48 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Damaris

  • Puenktchen3844

    17.11.2007, 00:02 Uhr von Puenktchen3844
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein guter Bericht. LG

  • Miraculix1967

    16.11.2007, 23:15 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönes Wochenende, SH und LG aus dem gallischen Dorf! Miraculix1967