In kalter Absicht (Taschenbuch) / Anne Holt Testbericht

Piper-verlag-in-kalter-absicht-taschenbuch
ab 4,66
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2004
5 Sterne
(2)
4 Sterne
(3)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von nikosternchen

\"Du hast bekommen, was du verdienst\"

Pro:

spannend, kompakt und schnell,

Kontra:

das Drumerhum ist ein bisschen viel.

Empfehlung:

Ja

In Oslo verschwinden auf einmal kleine Kinder. Die neunjährige Emilie kommt nicht von der Schule nach Hause und der fünfjährige Kim wird einfach nachts aus seinem Kinderzimmer gestohlen. Kim taucht schnell wieder auf, tot, im Keller der eigenen Eltern. Ihm liegt eine bei : Du hast bekommen was du verdienst!
Das mysteriöse ist, das der Pathologe keine Todesursache feststellen kann. Der Junge ist einfach gestorben.
Als dann auch die 8jährige Sarah verschwindet gerät die Osloer Polizei unter Druck. Inspektor Yngvar Stubo wird mit den Fällen beauftragt. Der 50jährige etwas verschrobene Witwer lässt sich von der eigentlichen Protagonistin des Buches unterstützen. Inger Johane. Diese ist nicht nur Psychologin sondern hat auch ein Jura Studium. Stubo glaubt das sie mit diesen Qualifikationen am besten dem entspricht was in Amerika weitläufig als Profilerin bekannt ist. Inger wehrt sich zu Anfang aber gegen die Zusammenarbeit, schließlich ist sie alleinerziehende Mutter einer fünfjährigen entwicklungsgestörten Tochter. Zudem wurde sie gerade erst mit von Alvhild Sophienberg damit beauftragt Nachforschungen im Fall Aksel Seier anzustellen. Alvhild war früher Sachbearbeiterin in der Justizvollzugsanstalt.. Aksel Seier wurde vor ungefähr 40 Jahren an dem Mord der kleinen Hedvig für schuldig gesprochen und zur Lebenslanger haft verurteilt. Neun Jahre darauf kommt er nach einem Begnadigungsgesuch mir nichts dir nichts frei und verschwindet im Nichts. Aber nicht nur Aksel Seier verschindet, sondern mit ihm seine meterhohen Aktenordner bei deren Lesen sich für Alvhild die Vermutung das Aksel unschuldig war bestärkt.
Nach Sarahs verschwinden fühlt Inger sich dann aber doch verpflichtet und sie arbeitet mit Inspektor Stubo gegen die Zeit. Auch Sarah taucht wieder auf, sie wurde per Frachttaxi in einem Paket an ihre eigene Mutter gesendet mit derselben Botschaft: DU hast bekommen, was du verdienst.
Lange tappen sie im Dunkeln und suchen Verbindungen zwischen den Kindern, da sie glauben das es diese geben muss. Schließlich liegt kein Sexualverbrechen vor und auch bei Sarah kann man keine Todesursache feststellen....


Vorweg kann ich schon mal sagen das dies ein Krimi ist den man zur Hand nimmt und fast nicht mehr weglegen möchte. Hierfür ist sicherlich zum Einen die Kunst dessen, die Szenen genau an den Stellen zu unterbrechen an denen man vor Spannung ohnehin schon fast platzt. Zum anderen aber auch die Geschichte an sich. Kindermörder gibt es in den verschiedensten Serienkillerromanen zu Hauff. Dieser sticht heraus durch die scheinbar willkürliche Auswahl der Opfer mit der Gewissheit das die Auswahl dann doch nicht so willkürlich ist. Zudem gibt es keine Todesursache was die Spannung steigern lässt und dem ganzen noch den gewissen Kick gibt.

Dadurch verzeiht man ihr, das auch hier der Ermittler und auch die Psychologin sehr stereotyp sind. Scheinbar sind alle „Profiler“ in letzter Zeit weiblich die mit dem Kommissar ein kleines Techtelmechtel beginnen was aber nicht wirklich ernst wird. Zudem scheinen alle Roman Hautfiguren und Ermittlerinnen eine gescheiterte Ehe hinter sich zu haben woraus dann noch ein Kind entstand, welches sie natürlich allein erziehen. Das Hauptkommissare ebenfalls meist geschieden oder verwitwet sind ist ebenfalls nichts neues. Kommissar Stubo hat da eine ganz besondere Geschichte für uns parat : Seine Frau und Tochter sind beim Versuch die Dachrinne zu reparieren so ungeschickt gestürzt, das sich die Tochter aufgespießt und die Mutter von der Tochter samt Dachrinne erschlagen wurde. Natürlich ist Inspektor Stubo nun mit dem 2 Monate altem Enkel und Schwiegersohn alleine. Hm, ich denke ein stupider Autounfall wäre irgendwie glaubhafter und nicht so auf Dramatik gequält gewesen.

Richtig ergreifend wird das Buch dadurch das es teilweise aus der Sicht der Kinder, oder vielmehr aus der Sicht Emilies geschrieben ist. Emilie ist zwar als erste verschwunden, aber die lange Zeit anderen Entführungen nur in einem Keller untergebracht. Sie bekommt jedes andere Kind mit, befasst sich mit diesen, dann verschwinden diese einfach wieder. Emilies Gefangenschaft bringt diesen Aspekt nah, die Kinder sind eben nicht einfach nur weg, sonder werden ja auch teilweise irgendwo gefangengehalten.


Die AUTORIN
Anne Holt wurde im Jahr 1958 geboren, studierte Jura und arbeitete als Fernsehjournalistin, bevor sie stellvertretende Polizeichefin von Oslo wurde. 1996 war sie für kurze Zeit Justizministerin in Norwegen. Sie lebt heute in Oslo



FAKTEN
ANNE HOLT / IN KALTER ABSICHT
Piper Verlag
364 Seiten
ISBN: 349223917X
€ 9,90,--


FAZIT
Grundsätzlich sind skandinavische Krimis immer düster und trist. Aber gerade das passt schließlich genau in diese düstere Thematik. Dies ist ein Krimi den man von der ersten bis zu letzten Seite verschlingt und die Spannung zwischendurch kein bisschen flöten geht. Auch wenn sie diesen Abklatsch anderer Krimis mit integriert hat ist keine Passage so lang das es den Leser wirklich stören könnte. Ein sehr empfehlenswertes Buch welchem ich verdiente 4 Sterne vermache.

16 Bewertungen