Honda CR 125 R Testbericht

Honda-cr-125-r
Abbildung beispielhaft
ab 40,22
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 08/2003

5 Sterne
(0)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Wichtighexe

zwei Jahre CRM "aus zweiter Hand"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es folgt ein Bericht, den ich meinem Liebsten „geklaut“ habe – er steht auch auf www.125cc.de, und ich habe seine Erlaubnis, ihn hier entsprechend aufbereitet zur Verfügung zu stellen:

+-+-+-+-+-+-+-+
Vorgeschichte
+-+-+-+-+-+-+-+
Ich fahre seit Juni 2000 eine Honda CRM (125 ccm). Der Kauf dieser Maschine wurde vorwiegend von finanziellen Überlegungen beeinflusst. Als begeisterter Biker fühlte ich, nach meiner Moped-Karriere, bereits eine Honda XL (500ccm), eine BMW R80 GS und finally den Tourer Kawasaki 1000 GTR unter meinem Hintern. Ihr könnt euch also sicher ob meiner Vorgeschichte, die anfänglichen Vorbehalte und Schwierigkeiten mit dieser 2-Takt hard-Enduro (Bezeichnung ist auf meinem Mist gewachsen) vorstellen. Aber jetzt, nach einigen Testkilometern auf unterschiedlichstem Terrain, traue ich mir zu, einen persönlichen Testbericht ins Netz zu stellen.

+-+-+-+-+-+-+-+
im Detail
+-+-+-+-+-+-+-+
Die Details zur Maschine: Honda CRM125RV; Version JD10; Datum der Genehmigung: 11.02.1997; entdrosselt; Arrow-Auspuff (genaue Bezeichnung ist mir nicht bekannt, es wird aber schon nicht so viele Topferln geben, die da draufpassen!)

Fahrwerk: Die Honda verfügt in meinen Augen über ein exzellentes Fahrwerk. Sie beweist bei \"Hochgeschwindigkeit\" auf Autobahnen einen ruhigen Geradeauslauf, ohne lästig ins Schwingen zu geraten. Auf Strecken mit scharfen Kurven oder in Kehren fühlt sich die CRM dank ihrer Wendigkeit, dem geringen Gewicht, der Dunlop Bereifung und dem guten Einschlag wie zu Hause. Und im harten Gelände (bin aber zugegebenermaßen – noch -kein Off-road Profi) gibt es kein Durchschlagen der Federbeine, das Rutschen beim Anbremsen ist dank der Wendigkeit der CRM leicht kontrollierbar, genauso wie die Slides beim Herausbeschleunigen aus sandigen/steinigen Kurven.

Der Motor ist ein 2-Takter. Dessen muss man sich einmal bewusst werden. Also nochmals: Der Motor ist ein 2-Takter. Vergesst alles, was Ihr vom Dahincruisen mit geringer Drehzahl gehört habt. Unter 7.500 U/min spielt sich bei der CRM rein gar nichts ab! Und es bedarf einiger Übung, diese 125er in dem schmalen Drehzahlband zwischen ca. 8.000 und 11.500 U/min zu halten. Solltet Ihr einmal unter die 7.500 U/min geraten, garantiere ich Euch Spott und Hohn. Dann stottert die CRM hilflos im Drehzahlkeller herum und erinnert bei der Leistung an die Moped-Zeiten! Ich sage nur: schalten, schalten, schalten ............ (besonders erwähnenswert für alle, die so wie ich aus der großkubikigen 4-Takt Welt kommen)

Das Getriebe ist recht unproblematisch. Nur mit klobigen Moto-Cross-Stiefeln ist es manchmal unmöglich, den Leerlauf anzusteuern. Die Originalübersetzung ist ein Graus. Wer die CRM entdrosseln lässt (also jeder), sollte unbedingt auch die Übersetzung ändern. Die 15/40 Kränze erlauben mir zwar mit meinem Arrow Auspuff Spitzengeschwindigkeiten von über 140 km/h, jedoch ist es fast unmöglich, diese Geschwindigkeit mit dem 6. Gang zu halten. (Stichwort Drehzahl!) Auch die Antriebskraft aus den niedrigen Gängen heraus stellt man sich bei einer Cross-Maschine anders vor (Wheelies sind mit Originalübersetzung nicht machbar.). Die Erklärung, warum die Übersetzung so mies ist, wurde mir nach einigem Recherchieren klar: In Italien fährt die CRM auch mit 175 ccm! Dann könnte sich das mit der Übersetzung besser ausgehen.

Mein Tipp: solltet Ihr die Originalkränze ausnutzen und erst einmal zu Ende fahren wollen: Vergesst den 6. Gang, außer Ihr seid leise als Moped getarnt unterhalb der 7.000 U/min unterwegs.

Der Tank fasst um die 8,5 Liter. Das ist ausreichend, was unsere Breitenkreise betrifft. Spielt Euch jedoch nicht, solltet Ihr bereits die Reservestellung aktiviert haben. Hier kann es gelegentlich recht knapp hergehen, besonders abends, wenn einige Tankstellen schon geschlossen haben. Die Befüllung des Tanks erfordert im übrigen auch etwas Übung. (Reservebekleidung mitführen!)

Bremsen lässt sich die 125er gut. Das sieht man auch schon an den beiden Scheibenbremsen, eine vorne, eine hinten. Wenn man sich einmal an das Einknicken der vorderen Federbeine gewöhnt hat, sind scharfe Bremsmanöver kein Problem. (Wer allerdings richtig bremsen will, der hätte einmal meine Kawasaki GTR ausprobieren sollen!)

Die Originalbereifung (Dunlop K360-3,00-21 51P,1,6x21 und Dunlop K360-4,60-18 63P,2,15x18) erlaubt auf Asphalt ungeahnte Schräglagen. Zu vergessen sind die Pneus jedoch, sobald es flotter auf unbefestigten Wegen entlang geht. Die fehlende \"Bestollung\" an den Außenrändern der Reifen (ich hoffe Ihr wisst was ich meine) hemmt das Off-Road Vergnügen gewaltig. Außerdem finde ich, dass mehr Stollen dem Erscheinungsbild der CRM besser gerecht werden! Der Luftverbrauch der Speichenräder sollte übrigens öfters überprüft werden (wiederum ein Tipp für die, die aus dem Straßenmotorrad-Szene kommen!).

Der Sitzkomfort ist einfach großartig. Ich messe stolze 196 cm und Tagesetappen von 400 km stellen kein Problem für mein Sitzfleisch und Kreuz dar. Im Gegenteil, etliche meiner Bikerkollegen steigen von ihren Straßenhobeln weit schmerzverzerrter ab, als ich von meiner schmalen Bank. Lediglich der fehlende Windschutz trainiert bei höheren Geschwindigkeiten ordentlich die Nackenmuskulatur. Eine Beurteilung der Sitzhöhe möchte ich mir mit meiner Körpergröße verkneifen. Sie wäre wahrscheinlich wenig aussagekräftig.

Die Fußrasten sind wegen ihrer Gummibeläge im Gelände eher rutschig und deshalb gefährlich. Aber man muss kein großer Bastler sein, um hier Abhilfe zu schaffen. Der Verbrauch der CRM ist trotz ihrer geringen 125 ccm den Großen abgeschaut. Ca. 6 Liter auf 100 km und 1 Liter „2 stroke motor oil“ auf 800 km erfreuen die Tankwarte. Beim Motoröl sollte man im übrigen, so haben mir schon einige Leute empfohlen, nicht sparen. Das Teuerste ist hier gerade gut genug. Ich persönlich verwende Castrol TTS, Kostenpunkt pro Liter 210 ATS (ca. 30 DM).

+-+-+-+-+-+-+-+
Fazit
+-+-+-+-+-+-+-+
Der allgemeine Eindruck, den die CRM hinterlässt, veranlasste mich zu der Bezeichnung \"hard-Enduro\". Die Ausstattung für den Straßenbetrieb ist komplett und handhabungsfreundlich. Die Bereifung macht so richtig auf Enduro. Sonst kommen aber eher die Cross-Merkmale zum Tragen. Der Kaltstart erfordert einiges an Geschick und einiges an Toleranz der Nachbarn, solltet Ihr die CRM im bewohnten Gebiet anlassen wollen. Das Rauchwölkchen beim Losfahren sollte man besser nicht inhalieren. Bei Pausen nach längerem Dahinglühen fühlt ihr euch garantiert wie in einem Stummfilm. Ausgenommen sind jene Fahrer, die mit Gehörschutz oder besonders schalldichten Helmen
ausgestattet sind. Auch erkennt man noch lange den Parkplatz einer Honda CRM, getreu dem Motto: Ein paar Tropfen gehen immer!

keep on biking

+-+-+-+-+-+-+-+

Solltet Ihr noch Fragen haben, leite ich sie gerne an \"Herrn Wichtighexe\" weiter, er hat sich dazu bereit erklärt, sie zu beantworten.

10 Bewertungen, 1 Kommentar

  • DYNASTY

    28.05.2006, 16:54 Uhr von DYNASTY
    Bewertung: off topic

    Irgendwie hast du die falsche Maschine beschrieben, vollkommener scheiß!