House of the flying Daggers (DVD) Testbericht
D
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2010
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Erfahrungsbericht von SVoigt3000
Sterbe für eine schöne Frau...
Pro:
Schauspieler, Landschaftsaufnahmen, Kampf-Szenen, Allegorien
Kontra:
Handlung, keine großen Neuerungen \"Hero\" gegenüber
Empfehlung:
Ja
...und du wirst ein romantischer Geist
Ein neuer Film vom chinesischen Regisseur Zhang Yimou! Den musste ich natürlich sehen, nachdem mir „Hero“ im Jahr 2003 sehr imponiert hat. Und so habe ich mich unter der Woche abends im Kino mit einem Freund getroffen, um „House Of Flying Daggers“ zu sehen.
-----STORY:-----
China im Jahr 859: Die Tang-Dynastie scheint zu fallen und eine Rebellenallianz namens „House Of Flying Daggers“ (deutsch: Haus der fliegenden Messer) versucht alles, um den Kaiser zu stürzen. Da die Rebellen immer größere Unterstützung im Volk finden, versucht der Kaiser die Rebellenallianz zu zerschlagen.
Die Polizisten Leo (Andy Lau) und Jin (Takeshi Kaneshiro) sollen die Tochter des mittlerweile toten Anführers der Rebellen finden. Die Tochter soll blind sein. Als die Polizisten in einem Pavillion eine blinde Tänzerin finden, sind sie sich sicher, die Richtige gefunden zu haben. Sie wird gefangen genommen, sagt aber nicht, wo sich die Rebellen verstecken. Also schmiedet Leo einen Plan: Jin soll den Befreier der Tänzerin Mei (Zhang Ziyi) spielen, ihr Vertrauen gewinnen, damit sie ihn zu den Rebellen und ihrem Versteck führt.
Doch auf der gefährlichen Flucht verliebt sich Jin in die schöne Blinde und steht in einem Gewissenskonflikt. Und wenig später erkennt er, dass nichts ist, wie es scheint und er in einem Komplott von Intrigen steckt...
-----KOMMENTAR:-----
Wie schon erwähnt, bin ich ein riesiger Fan des Filmes „Hero“, der ebenfalls von Regisseur Zhang Yimou gedreht wurde. „House Of Flying Daggers“ sollte vom filmischen Stil her sehr ähnlich werden und so war ich gleich begeistert. Bei „Hero“ bekommt man, anhand einer Sage und auf filmisch überaus innovative und anspruchsvolle Art und Weise, einiges über China und seine Kultur und die Denkweise der Menschen gesagt. Und von Filmen mit interessanter Geschichte und guter Umsetzung bin ich immer zu begeistern.
Die große Enttäuschung bei Zhang Yimous neuestem Werk ist aber, dass die Geschichte von der Tiefe her lange nicht an die von „Hero“ heranreicht. „House Of Flying Daggers“ ist einfach nur eine Liebesgeschichte mit einigen Irrungen und Wirrungen – nicht mehr und nicht weniger. Ich habe nun nichts gegen gut inszenierte Liebesgeschichten – und „House Of Flying Daggers“ ist sehr gut inszeniert – aber ich habe einfach mehr erwartet. Man lernt nicht wirklich viel über China und seine Kultur und die Geschichte ist auch nicht so spannend und interessant wie die von „Hero“.
Aber dafür überzeugt „House Of Flying Daggers“ sonst auf voller Linie, wenn sich Zhang Yimou auch den Vorwurf gefallen lassen muss, vom Stil her einfach auf den Erfolgszug von „Hero“ aufgesprungen zu sein. Denn stilistisch hat sich nicht viel zu seinem letzten Film geändert.
Aber man bekommt zumindest am Anfang einen kurzen Einblick in die chinesische Kultur – bei Meis Tanz in dem Pavillion. Der ist zwar schon ähnlich wie die Kampfszenen in Szene gesetzt, aber trotzdem sehr schön und sehenswert. Danach bekommt der „Hero“-Fan wieder das zu sehen, was ihn an Yimous letztem Film so begeistert hat: Pfeile fliegen weit durch Wälder an Bäumen vorbei und treffen punktgenau ihr Ziel, die Protagonisten streifen durch die wunderbarsten Landschaften, die in den verschiedensten Farben leuchten und dem Zuschauer den Atem verschlagen und dann wären da noch die wahnsinnig gut inszenierten Kämpfe.
Kampfkunst ist in Asien mehr als nur der physische Kampf Mann gegen Mann. Kampfkunst ist, wie das Wort sagt, eine Kunst und hat auch viel mit Mentalität zu tun. Und da wir mental sämtliche Grenzen sprengen können, sprengt Zhang Yimou diese auch in den Kampfszenen. Die Truppen des Kaisers greifen so also auch aus den Gipfeln eines Bambuswaldes an, woraufhin das Kräftemessen überirdisch fortgesetzt wird, indem die Beteiligten sich mühelos von Ast zu Ast bewegen und scheinbar schwerelos durch die Luft schweben. Vielsagender Weise ist einzig der Kampf am Ende, in dem es um die Liebe von Mei geht, brutal. Einzig da spritzt das Blut und ist nicht mehr viel von der Virtuosität und Schönheit der Schlachten zuvor zu sehen. Einzig die Tatsache, dass die wunderschöne Herbstlandschaft im Hintergrund plötzlich einschneit und der Schnee immer mehr zunimmt gibt diesen Szenen eine Schönheit.
Ansonsten ist der Film aber sehr ruhig. Oft wird in Szenen gar nicht gesprochen und man sieht die Akteure sich nur gegenüberstehen. Dann sind wieder einfache Dialoge ohne irgendwelche Musikuntermalung oder Spannung zu sehen. Aber dann – und das ist neu im Vergleich zu „Hero“ – gibt es auch Szenen, in denen man lachen kann. Und diese zusätzliche Dimension schadet dem Film gar nicht. Im Gegenteil: Es lockert den sonst sehr ruhigen Film auf und bringt ihn von der oft allegorischen Ebene, in der der Film schwebt, zurück auf eine weltliche, schnell begreifbare.
Aber auch schauspielerisch kann der Film überzeugen. Zhang Ziyi werden einige aus dem Material-Arts-Film „Tiger & Dragon“ kennen. Sie sieht wirklich nicht nur schön aus, sondern spielt die blinde Tänzerin sehr gut und überzeugend. Gleiches gilt auch für Takeshi Kaneshiro und Andy Lau als Polizisten des Kaisers.
-----FAZIT:-----
Ein guter Film, der, aufgrund der leider nicht ganz so guten Geschichte und fehlender Innovation in Bezug auf „Hero“, keine Topbewertung bekommt. Wer „Hero“ aber liebt, wird „House Of Flying Daggers“ mögen. Und wer „Hero“ nicht kennt: Man darf hier keinen chinesischen Actionfilm mit viel Karate erwarten, in dem massig Blut fließt. Der Film hat Anspruch. Leider waren einige Leute im Kino, die das scheinbar nicht wussten und lautstark protestiert haben.
Ein neuer Film vom chinesischen Regisseur Zhang Yimou! Den musste ich natürlich sehen, nachdem mir „Hero“ im Jahr 2003 sehr imponiert hat. Und so habe ich mich unter der Woche abends im Kino mit einem Freund getroffen, um „House Of Flying Daggers“ zu sehen.
-----STORY:-----
China im Jahr 859: Die Tang-Dynastie scheint zu fallen und eine Rebellenallianz namens „House Of Flying Daggers“ (deutsch: Haus der fliegenden Messer) versucht alles, um den Kaiser zu stürzen. Da die Rebellen immer größere Unterstützung im Volk finden, versucht der Kaiser die Rebellenallianz zu zerschlagen.
Die Polizisten Leo (Andy Lau) und Jin (Takeshi Kaneshiro) sollen die Tochter des mittlerweile toten Anführers der Rebellen finden. Die Tochter soll blind sein. Als die Polizisten in einem Pavillion eine blinde Tänzerin finden, sind sie sich sicher, die Richtige gefunden zu haben. Sie wird gefangen genommen, sagt aber nicht, wo sich die Rebellen verstecken. Also schmiedet Leo einen Plan: Jin soll den Befreier der Tänzerin Mei (Zhang Ziyi) spielen, ihr Vertrauen gewinnen, damit sie ihn zu den Rebellen und ihrem Versteck führt.
Doch auf der gefährlichen Flucht verliebt sich Jin in die schöne Blinde und steht in einem Gewissenskonflikt. Und wenig später erkennt er, dass nichts ist, wie es scheint und er in einem Komplott von Intrigen steckt...
-----KOMMENTAR:-----
Wie schon erwähnt, bin ich ein riesiger Fan des Filmes „Hero“, der ebenfalls von Regisseur Zhang Yimou gedreht wurde. „House Of Flying Daggers“ sollte vom filmischen Stil her sehr ähnlich werden und so war ich gleich begeistert. Bei „Hero“ bekommt man, anhand einer Sage und auf filmisch überaus innovative und anspruchsvolle Art und Weise, einiges über China und seine Kultur und die Denkweise der Menschen gesagt. Und von Filmen mit interessanter Geschichte und guter Umsetzung bin ich immer zu begeistern.
Die große Enttäuschung bei Zhang Yimous neuestem Werk ist aber, dass die Geschichte von der Tiefe her lange nicht an die von „Hero“ heranreicht. „House Of Flying Daggers“ ist einfach nur eine Liebesgeschichte mit einigen Irrungen und Wirrungen – nicht mehr und nicht weniger. Ich habe nun nichts gegen gut inszenierte Liebesgeschichten – und „House Of Flying Daggers“ ist sehr gut inszeniert – aber ich habe einfach mehr erwartet. Man lernt nicht wirklich viel über China und seine Kultur und die Geschichte ist auch nicht so spannend und interessant wie die von „Hero“.
Aber dafür überzeugt „House Of Flying Daggers“ sonst auf voller Linie, wenn sich Zhang Yimou auch den Vorwurf gefallen lassen muss, vom Stil her einfach auf den Erfolgszug von „Hero“ aufgesprungen zu sein. Denn stilistisch hat sich nicht viel zu seinem letzten Film geändert.
Aber man bekommt zumindest am Anfang einen kurzen Einblick in die chinesische Kultur – bei Meis Tanz in dem Pavillion. Der ist zwar schon ähnlich wie die Kampfszenen in Szene gesetzt, aber trotzdem sehr schön und sehenswert. Danach bekommt der „Hero“-Fan wieder das zu sehen, was ihn an Yimous letztem Film so begeistert hat: Pfeile fliegen weit durch Wälder an Bäumen vorbei und treffen punktgenau ihr Ziel, die Protagonisten streifen durch die wunderbarsten Landschaften, die in den verschiedensten Farben leuchten und dem Zuschauer den Atem verschlagen und dann wären da noch die wahnsinnig gut inszenierten Kämpfe.
Kampfkunst ist in Asien mehr als nur der physische Kampf Mann gegen Mann. Kampfkunst ist, wie das Wort sagt, eine Kunst und hat auch viel mit Mentalität zu tun. Und da wir mental sämtliche Grenzen sprengen können, sprengt Zhang Yimou diese auch in den Kampfszenen. Die Truppen des Kaisers greifen so also auch aus den Gipfeln eines Bambuswaldes an, woraufhin das Kräftemessen überirdisch fortgesetzt wird, indem die Beteiligten sich mühelos von Ast zu Ast bewegen und scheinbar schwerelos durch die Luft schweben. Vielsagender Weise ist einzig der Kampf am Ende, in dem es um die Liebe von Mei geht, brutal. Einzig da spritzt das Blut und ist nicht mehr viel von der Virtuosität und Schönheit der Schlachten zuvor zu sehen. Einzig die Tatsache, dass die wunderschöne Herbstlandschaft im Hintergrund plötzlich einschneit und der Schnee immer mehr zunimmt gibt diesen Szenen eine Schönheit.
Ansonsten ist der Film aber sehr ruhig. Oft wird in Szenen gar nicht gesprochen und man sieht die Akteure sich nur gegenüberstehen. Dann sind wieder einfache Dialoge ohne irgendwelche Musikuntermalung oder Spannung zu sehen. Aber dann – und das ist neu im Vergleich zu „Hero“ – gibt es auch Szenen, in denen man lachen kann. Und diese zusätzliche Dimension schadet dem Film gar nicht. Im Gegenteil: Es lockert den sonst sehr ruhigen Film auf und bringt ihn von der oft allegorischen Ebene, in der der Film schwebt, zurück auf eine weltliche, schnell begreifbare.
Aber auch schauspielerisch kann der Film überzeugen. Zhang Ziyi werden einige aus dem Material-Arts-Film „Tiger & Dragon“ kennen. Sie sieht wirklich nicht nur schön aus, sondern spielt die blinde Tänzerin sehr gut und überzeugend. Gleiches gilt auch für Takeshi Kaneshiro und Andy Lau als Polizisten des Kaisers.
-----FAZIT:-----
Ein guter Film, der, aufgrund der leider nicht ganz so guten Geschichte und fehlender Innovation in Bezug auf „Hero“, keine Topbewertung bekommt. Wer „Hero“ aber liebt, wird „House Of Flying Daggers“ mögen. Und wer „Hero“ nicht kennt: Man darf hier keinen chinesischen Actionfilm mit viel Karate erwarten, in dem massig Blut fließt. Der Film hat Anspruch. Leider waren einige Leute im Kino, die das scheinbar nicht wussten und lautstark protestiert haben.
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