Hugendubel Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von mackz
Hugendubel leidet unter BSE
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Bei Hugendubel stimmt alles, bis auf die Sache mit dem BSE: die (B)ücher (s)ind (e)insam.
Traurig und mit sinnesleerem Blick, akribisch alphabetisch geordnet fristen sie ihr Dasein in regaleweiser Massenbücherhaltung: die Hugendubelbücher. In keiner anderen Buchhandlung findet sich eine solche klinische Ordnung. Keimfrei, kontakttot ja fast wie Quarentäneboxen muten die sorgfältig getrenten Fach- Wissenes- und Medienbereiche des Büchermegasellers an. Hier geht kein Griff daneben, alles hat seinen Platz und selbst ein weitschweifender Blick nach rechts und links verführt nicht zur Interdisziplinität.
Jede Inspirationen wird mit der Transpiration über die moderne Klimaanlage aufgesogen und entsorgt. Man findet nur was man sucht - statisch, singulär und einsam. Information und Übersicht bannen Fragen, den Kontakt und vereinsamen Leser wie Buch. Man kann wahnsinnig werden bei der klinischen Atmosphäre, doch zum Glück hat man alles schnell und ist mit einer Polyäthylentüte schnell wieder draussen.
Auch wenn Hugendubel schneller, umfassender und übersichtlicher wie keine andere Handlung das Buch über den Ladentisch bringt, degradiert sie es damit zur Ware und zerstört dabei den Mythos Buch. Denn für die Deutschen ist das Buch mehr als nur eine kaufmänisches Objekt; nur deswegen ist uns der feste Ladenpreis so heilig und die Massenbücherhaltung verpönt.
Für viele gehört zu einem Buch das Erlebnis Buchladen: das Gespräch mit einem Buchhändler, der begeistert aus der Welt der Bücher erzählt, Lesetips vermittelt und zu einem lebenslangem Freund wird. In diesen kleinen staubigen Stöberbuchläden, wo schnell alles durcheinandergerät, spricht man gern mit den anderen Kunden, läßt sich ein Buch herunterreichen, tauscht Erfahrungen und schaut dem anderen beim Lesen über die Schulter. Man selbst hat Zeit zum Suchen, Lesen, Schwatzen und der Buchhändler packt alle Bücher, auch die, die man eigentlich nicht gesucht, sondern hier erst entdeckt hat, sorgfältig in Geschenkepapier.
Dafür hat Hugendubel ob der vielen Kunden und Waren keine Zeit. Nicht das man bei Hugendubel nicht sprechen, stöbern und lesen könne, letzteres geht in den vielen Lesesesseln sogar viel besser, aber die Atmosphäre vergrauts und das riesige, ständig wechselnde Personal ist furchtbar informativ und wenig fasziniert von dem was es da verkauft. Buchempfehlungen beschränken sich auf die aktuellen Titel und die Bestsellerliste aus dem Spiegel.
Dennoch führt mein Bücherwahn mich hin und wieder entlang dieser Regale voller einsamer Bücher. Immer dann, wenn ich schnell etwas finden, anlesen und dann bei meinem kleinen Buchhändler bestellen und kaufen möchte.
Denn glückliche Bücher haben Zeit.
Euer Mackz.
Traurig und mit sinnesleerem Blick, akribisch alphabetisch geordnet fristen sie ihr Dasein in regaleweiser Massenbücherhaltung: die Hugendubelbücher. In keiner anderen Buchhandlung findet sich eine solche klinische Ordnung. Keimfrei, kontakttot ja fast wie Quarentäneboxen muten die sorgfältig getrenten Fach- Wissenes- und Medienbereiche des Büchermegasellers an. Hier geht kein Griff daneben, alles hat seinen Platz und selbst ein weitschweifender Blick nach rechts und links verführt nicht zur Interdisziplinität.
Jede Inspirationen wird mit der Transpiration über die moderne Klimaanlage aufgesogen und entsorgt. Man findet nur was man sucht - statisch, singulär und einsam. Information und Übersicht bannen Fragen, den Kontakt und vereinsamen Leser wie Buch. Man kann wahnsinnig werden bei der klinischen Atmosphäre, doch zum Glück hat man alles schnell und ist mit einer Polyäthylentüte schnell wieder draussen.
Auch wenn Hugendubel schneller, umfassender und übersichtlicher wie keine andere Handlung das Buch über den Ladentisch bringt, degradiert sie es damit zur Ware und zerstört dabei den Mythos Buch. Denn für die Deutschen ist das Buch mehr als nur eine kaufmänisches Objekt; nur deswegen ist uns der feste Ladenpreis so heilig und die Massenbücherhaltung verpönt.
Für viele gehört zu einem Buch das Erlebnis Buchladen: das Gespräch mit einem Buchhändler, der begeistert aus der Welt der Bücher erzählt, Lesetips vermittelt und zu einem lebenslangem Freund wird. In diesen kleinen staubigen Stöberbuchläden, wo schnell alles durcheinandergerät, spricht man gern mit den anderen Kunden, läßt sich ein Buch herunterreichen, tauscht Erfahrungen und schaut dem anderen beim Lesen über die Schulter. Man selbst hat Zeit zum Suchen, Lesen, Schwatzen und der Buchhändler packt alle Bücher, auch die, die man eigentlich nicht gesucht, sondern hier erst entdeckt hat, sorgfältig in Geschenkepapier.
Dafür hat Hugendubel ob der vielen Kunden und Waren keine Zeit. Nicht das man bei Hugendubel nicht sprechen, stöbern und lesen könne, letzteres geht in den vielen Lesesesseln sogar viel besser, aber die Atmosphäre vergrauts und das riesige, ständig wechselnde Personal ist furchtbar informativ und wenig fasziniert von dem was es da verkauft. Buchempfehlungen beschränken sich auf die aktuellen Titel und die Bestsellerliste aus dem Spiegel.
Dennoch führt mein Bücherwahn mich hin und wieder entlang dieser Regale voller einsamer Bücher. Immer dann, wenn ich schnell etwas finden, anlesen und dann bei meinem kleinen Buchhändler bestellen und kaufen möchte.
Denn glückliche Bücher haben Zeit.
Euer Mackz.
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