Hunde Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von mawirtz

Verliebrt in einen Streuner- was tun?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Urlaubsbekanntschaften

Ergänzend zu den vielen Hundetipps möchte ich zu dem speziellen Thema “Wir nehmen einen Streuner mit nach Hause” aus eigenem Erfahrunsschatz (insgesamt drei Straßenhunde) ein paar Informationen geben, da die Urlaubszeit wieder losgeht und man sich schnell in so einen herrenlosen Streuner verlieben kann...

Bei einem freilaufenden Streuner muss unbedingt zuerst sichergestellt werden, dass es sich dabei auch
wirklich um ein herrenloses Tier ohne Zuhause handelt. Denn in südlichen Ländern ist es mitunter auch üblich, die Hunde tagsüber allein bzw. mit vierbeinigen Kumpels durch die Gegend rennen zu lassen. Erkundigen Sie sich also in der Umgebung des Tieres nach einem evtl. Besitzer. Dabei ist es übrigens auch in Einzelfällen schon vorgekommen, dass dieser das Tier sogar gerne hergibt.


1. notwendige Unterlagen
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Erkundigen Sie sich in Ihrem Hotel oder beim Fremdenverkehrsamt oder im Rathaus nach einem Tierarzt, bei dem sie die für die Einreise nach Deutschland erforderlichen Papiere bekommen. Wenn es sich um einen Hunde- oder Katzenwelpen handelt, der noch zu jung für eine Impfung ist, muss der Tierarzt das Jungtier gründlich untersuchen und Ihnen dann lediglich ein Gesundheitszeugnis ausstellen, das bestätigt, dass es frei von (ansteckenden) Krankheiten ist (Siehe Kapitel “Reisekrankheiten”). Ältere Tiere brauchen eine Tollwut-Impfung, die Sie bei jedem Tierarzt vornehmen lassen können.

Allerdings muss diese Impfung laut Impfpass 30 Tage alt sein. Und wer bleibt schon so lange auf einer Urlaubreise? – Nun, auch da gibt es verschiedene Möglichkeiten (meist lassen die Tierarzte bzgl. des Impfdatums mit sich reden; wenn Sie mit dem Auto innerhalb der EU reisen, werden Sie in der Regel nicht kontrolliert...;-) ). Sie können zum Beispiel das Tier auf einer Pflegestelle unterbringen und wenn die Frist abgelaufen ist, von einer anderen (vertrauenswürdigen und zuverlässigen) Person hinterher bringen lassen.
Hierbei sind die lokalen Tierschutzorganisationen in der Regel sehr kooperativ. Hunde kann man, falls man keine Begleitperson findet, notfalls auch per Fracht auf die Reise schicken lassen, was allerdings ziemlich teuer ist.

Wenn Zöllner Tiere ohne gültigen Impfausweis entdecken, gibt es staatlich garantierten Ärger für die Begleiter: Entweder wird das Tier auf deren Kosten unverzüglich zurückgeschickt und „zu Hause“ ausgesetzt oder es darf bleiben, aber in Quarantäne. Das kann den Tierfreund dann schnell einige tausend Mark kosten. Ein Tourist darf außerdem maximal drei Tiere für sich mit nach Deutschland bringen. Ausnahme ist eine Mutter mit Babys. Für die Kleinen gilt dann der Impfschutz der Mutter. Grundsätzlich ist vorab eine Information über die Pflichten und Rechte bei der Einfuhr von Tieren aus Urlaubsländern sehr hilfreich, um Probleme am Zoll zu vermeiden. Der deutsche Tierschutzbund und das Europäische Tierhilfswerk sind Ansprechpartner.


Falls Sie nicht alleine zurecht kommen sollten, die süd- und osteuropäischen Tierschutzvereine helfen Ihnen auch gern vor Ort, wenn Sie ein Tier mitnehmen möchten, denn Sie brauchen im Falle einer Flugreise nicht nur ein Gesundheitszeugnis oder einen Impfpass, sondern müssen wissen, welche Formalitäten bei den jeweiligen Fluggesellschaften zu erledigen sind. Denn die Konditionen sind extrem unterschiedlich.



2. Heimreise
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a) Auto

Wenn Sie mit dem eigenen Auto in Urlaub fahren, entstehen keine zusätzlichen Kosten. Jedoch sollten Sie vorher ausprobieren, ob der neue Freund das Autofahren verträgt. Es gibt Mittel gegen Reisekrankheit bei Hunden in der Apotheke zu kaufen, aber auch mit homöopathischen Mitteln kann man der Reiseunverträglichkeit gut entgegenwirken (z.B. Nux Vomica, alle 2 Stunden 5 Globuli). Vor der Reise keine große Mahlzeit, alle 2 Stunden eine Gassi- Pause und regelmäßig frisches klares Wasser - so überlebt der Hund die lange Fahrt ohne größere Probleme.

b) mit dem Flugzeug

Welpen und kleine Hunde (mit Tasche etwa 5 bis 8 Kilo) können nach Anmeldung bei der Fluggesellschaft fast immer kostenlos im Handgepäck mitfliegen, vor allem dann, wenn sich kein weiteres Tier im Passagierraum befindet (Vorsicht, es gibt Ausnahmen, erkundigen Sie sich vor der Abreise genau!).

Voraussetzung ist eine wasserdichte gut belüftete ausbruchssichere Kunststoff-Box mit Metallgittertür an der Stirnseite, die es in Zoohandlungen und auf Flughäfen in den unterschiedlichsten Größen zu kaufen gibt.
Falls schon ein oder gar mehrere Tiere im Passagierraum angemeldet worden sein sollten, kann die Fluggesellschaft Ihrem Hund den Platz verweigern, und auch ein kleines Tier unter der entsprechenden Kilo-Grenze muss dann leider im Gepäckraum mitfliegen.

Ansonsten ist der Frachtraum für alle größeren Tiere bzw. Kennels gedacht, vorausgesetzt, es handelt sich um einen klimatisierten und belüfteten Gepäckbereich. Weisen Sie sicherheitshalber beim Einsteigen noch einmal den/die Steward/ess oder den/die Piloten/in darauf hin, dass sich lebendige Tiere im Frachtraum befinden.

In die Box legen Sie ein Kleidungsstück, das nach Ihnen riecht, sowie eine saugfähige Decke oder Papier, falls es wahrscheinlich ist, dass unterwegs Urin aufgesaugt werden muss. Auch ein gefüllter Wassernapf gehört in den Kennel. Den – sinnvollen – Vorschriften nach muß der Hund darin aufrecht stehen und sich einmal ums sich selbst drehen können. Und das ist auch richtig so.

Wenn Sie ein Tier als Gepäck aufgeben wollen, müssen Sie dies an einem Sonderschalter tun. Stecken Sie den Hund erst so spät wie möglich in seine Box, damit er nicht länger als unbedingt nötig darin bleiben muss. Am Zielflughafen bekommen Sie Ihr Tier samt Box gleichfalls an einem Sonderschalter zurück.

Die Kosten: Meist kostet ein Hund zwischen drei und fünf Euro pro Kilo samt Box. Kulante Fluggesellschaften verrechnen das Hundegewicht mit dem Ihres anderen Gepäcks, so dass mitunter gar nichts oder kaum etwas hinzuzuzahlen ist, wenn Sie Ihr kostenloses Gesamtgepäck nicht ausschöpfen.

Ausgeglichene fröhliche Hunde werden auch einen Flug im Gepäckraum normalerweise ohne seelischen Schaden überstehen. Ängstlichen unsicheren Tieren würde ich nur Flüge im Handgepäck zumuten. Das gleiche gilt bei Fernreisen um die halbe Welt. Flügen von mehr als sechs, sieben Stunden, womöglich noch mit Zwischenlandung, würde ich einem Hund nur ungern zumuten. Früher war es üblich, den vierbeinigen Fluggast rechtzeitig vor dem Star ein leichtes Beruhigungs- bzw. Schlafmittel zu verabreichen. Heute macht man das nur bei extrem ängstlichen oder nervösen Tieren. Denn, erstens verkraften die Tiere den Flug in der Regel besser als man denkt oder sogar besser als er den Tranquilizer verträgt.



3. Probleme
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Diese Hunde kennen in der Regel keine Leine, kein Auto kein gemeinsames Gassi gehen, keine Treppenhäuser und kein Dach überm Kopf. Sie kennen eigentlich gar nichts, außer ihr Straßen- Revier, wo sie sich mit ihren Kumpels durch Touristen-Anbetteln mehr schlecht als recht über Wasser halten.

Da in vielen südlichen Ländern mit den Streunern nicht gerade zimperlich umgegangen wird, sind diese Hunde teilweise ängstlich und schreckhaft. Meine Hündin zum Beispiel flippt total aus, wenn sie einen Straßenkehrer, Müllmann oder Schornsteinfeger sieht. Man weiss nicht, was der Hund auf der Straße erlebt hat und muss mit einigen “Feedbacks” rechnen. Mit ruhiger Hand und Geduld sind diese “bösen Erinnerungen” zumindest teilweise mit der Zeit in den Griff zu bekommen.

Experten betonen immer wieder, ein Hund aus dem Süden, der die Freiheit gewöhnt war, würde sich bei uns nicht wohl fühlen und kaum integrieren lassen, es sei denn, er ist bereits als Welpe eingewandert. Ich habe nicht nur selbst ganz andere Erfahrungen gemacht, sonder kenne auch zahllose Beispiele verschiedener Hundebesitzer, die ganz entsprechend sind.
Ausnahmen bestätigen die Regel, heißt es. Ich würde bei bestimmten Rassen oder deren Mischungen Bedenken anmelden, wie beispielsweise die für die Iberische Halbinsel plus dazugehörige Inselgruppen so typischen Podencos (Podenco Ibicenco und Podenco Canario bzw. Podengo Portugueso). Denn das sind sehr selbständige Wind- u. Laufhunde, deren Jagdleidenschaft sie über jeden Zaun springen und so manchen Besitzer zur Verzweiflung treiben lässt. Sie sind es gewohnt, eigenständig zu jagen, und büchsen schon mal aus, wenn sie “arbeit wittern”. Problematisch sind sicher auch die verschiedenen Herdenschutzhunde, wie sie leider auch bei uns immer mehr in Mode kommen, wie der Kuvasz und der Komondor aus Ungarn, der Kangal aus der Türkei, der Pyrenäen- und Pyrenäenberghund aus Spanien oder der Abruzzenhund (Maremmaner Hirtenhund) aus Italien. Diese herrlichen, aber im Umgang oft eher schwierigen Rassen, sind schließlich seit Generationen darauf spezialisiert einen Job zu erledigen und zwar einen mitunter ziemlich harten, nämlich ihre Herde vor Wölfen und anderen Feinden zu schützen. Und entsprechend harte Kerle sind dann eben auch viele dieser Hunde. Aber natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, wo weder der Schutz- noch der Jagdinstinkt besonders ausgeprägt ist, oder falls doch, dann vielleicht sogar dennoch kein Problem ist.



4. Reise- Krankheiten
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Tatsächlich ist es wichtig, den Gesundheitszustand der Tiere zu überprüfen, die nach Deutschland eingeführt werden. Tollwutimpfung und ein Alter von mindestens vier Wochen ist absolute Pflicht. Eine gültige Komplettimpfung sollte ebenfalls vorhanden sein. Da erschreckend viele deutsche Tierärzte über Krankheiten nicht Bescheid wissen, die rund um das Mittelmeer vorkommen, ist es unerlässlich, am Ort testen zu lassen. Leishmaniose, Ehrlichiose (Weidefieber, „tick-borne fever“), Filariose (durch Fadenwürmer hervorgerufen) sind Krankheiten, an denen importierte Hunde sterben, wenn diese nicht erkannt werden. Diese Krankheiten sind jedoch, anders als Veterinäre immer noch behaupten, keine Seuchen.

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