Im Feuer (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
Wie durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Und schon wieder hocke ich vor dem PC, die Augen noch nass geweint und völlig neben der Spur.
„Schuld“ an diesem neuerlich grenzdebildepressiven Zustand hat zweifelsohne zumindest zum Teil meine seelische Grundverfassung ~ doch der bei Touchstone Home Entertainment erschienene Film „Im Feuer“ tat seinen Rest hinzu.
An und für sich hatte ich von dem Film nicht allzu viel erwartet ~ ich hab mir Saturn nicht mal die Mühe gemacht, mir überhaupt so richtig durchzulesen, um was es hierbei gehen sollte. Die Schlagworte „Sie setzen alles aufs Spiel. Ihre Liebe. Ihr Leben. Jeden Tag“ sprachen mich direkt an und animierten mich dazu, den Kauf zu tätigen ~ sofern es nicht Hauptdarsteller Joaquin Phoenix nicht ohnehin schon getan hätte.
//DIE STORY//
klingt an und für sich recht dünn.
Im großen und ganzen dreht sich die gesamte 110min lange Spielzeit lediglich um eine Truppe Feuerwehrmänner, von denen der Zuschauer die Ehre hat, zwei dieser Männer näher kennen zu lernen. Hierbei handelt es sich zum einen um Jack Morrison (Joaquin Phoenix) und sein bester Freund Billy Burke (Dennis Gauquin).
Die anderen Feuerwehrmänner der Einheit 49 bleiben zwar nicht wirklich im Hintergrund; dafür aber ihre jeweilige Lebensgeschichte und –situation.
Bereits in den ersten Sekunden von „Im Feuer“ wird der Zuschauer mitten ins Geschehen geworfen: bei einem Hochhausbrand gelingt es der Einheit 49 zwar noch, die letzten Menschen, die sich im Hause befinden, zu evakuieren ~ doch als das Gebäude immer mehr in sich zusammenfällt, wird Jack Morrison eingeschlossen.
Sodann beginnt nicht nur eine Rettungsaktion, um den „tapfersten und besten Mann der Feuerwehr“ zu befreien, sondern auch der erste der diversen Rückblenden, auf die man sich im ersten Moment nicht gefasst war.
Klingt doof, ist aber Fakt: im Grunde passiert nicht viel mehr, als das Jack, während er verletzt am Boden liegt und auf seine Rettung hofft, sich an diverse Eckpfeiler seines bisherigen Lebens erinnert.
//DIE UMSETZUNG//
dieser recht plump wirkenden Idee ist mehr als brillant.
Wie gesagt, ich hätte, wenn ich mir die DVD Rückseite überhaupt mal durchgelesen hätte, nicht wirklich viel erwartet ~ und evtl. hätte ich meine 14,99 EUR (Saturn) auch stecken gelassen.
Jetzt, im Nachhinein, bereue ich den Kauf keineswegs; auch wenn es sich hier um ein Werk handelt, welches man sicher nicht in kurzen Abständen hintereinander gucken wird.
Ich muss gestehen, dass ich es im ersten Augenblick überhaupt nicht verstanden habe, dass es sich um eine Rückblende handelte, als Jack auf einmal mit Köfferchen bepackt zu seinem ersten Arbeitstag wackelte. Naiv wie ich bin, dachte ich, er wäre aus dem Hochhaus befreit worden und wäre in eine andere Feuerwehrabteilung versetzt worden. Vermutlich bin ich einfach zu verwöhnt von den ganzen Einblendungen „x Jahre später“ bzw. „x Jahre früher“.
Nach wenigen Momenten war dann aber auch mir klar, dass Jack nach wie vor eingekesselt ist und dem Zuschauer auf diese rückblendende Art und Weise der MENSCH hinter der Bezeichnung „Feuerwehrmann“ nahegebracht wird.
An und für sich ist manch einer genervt, wenn ein Film hauptsächlich „hin und her springt“ bzw. auf Rückblenden basiert. Bei Stephen Kings „Es“ hat mich das zweifelsohne gestört; doch bei „Im Feuer“ stießen mir die „Zeitverschiebungen“ nicht negativ auf.
Die einzelnen Rückblenden zeigen wie gesagt Jacks Leben im Zeitraffer ~ wie er anfangs Schwierigkeiten hatte, in der Truppe seinen Platz zu finden und sich zu behaupten. Wie er sich langsam aber sicher mit Dennis anfreundete und mit diesem im Supermarkt schließlich seine spätere Frau und noch spätere Mutter seiner Kinder Linda (Jacinda Barrett) kennenlernt; seine ersten Einsätze bewältigt und schließlich vom „Toilettenpapierbeauftragten“ zum Träger einer Tapferkeitsmedaille wird.
~ Oben genanntes klingt auch nicht sonderlich spannend; doch Freunde der Nacht, lasst euch versichern: ich hockte wie gebannt vor dem TV Gerät und wagte es stellenweise nicht mal, mir meinen olligen Tee nachzuschütten.
In „Im Feuer“ ist alles geboten, was das Herz begehrt:
Überzeugende Schauspieler; Zwischenmenschlichkeit inkl. realistische Probleme unter- und miteinander; familiäre Probleme, Dramatik zu hause und während der „Arbeitseinsätze“.
Insbesondere auf letztem Aspekt liegt das Gewicht des Filmes:
„Im Feuer“ schafft es, den Zuschauer hinter die Kulissen blicken zu lassen.
Oftmals vergessen oder verdrängen die Menschen, dass es sich bei Feuerwehreinsätzen oftmals um lebensbedrohliche Situationen handelt. Nicht nur lebensbedrohlich für die Menschen inmitten der Flammen, sondern auch für jene, die sich mehr oder minder freiwillig hineinbegeben, um die potentiellen Opfer zu retten ~ und ggfls. selbst zum Opfer werden.
Ja, der Film ist durch und durch ehrlich und realitätsnah: nicht immer kommen die Jungs der von Captain Mike Kennedy (John Travolta) als gefeierte und unversehrte Helden zurück von ihrem Einsatzort.
Auch sie sind verwundbar ~ und sterblich.
Ohne allzu viel Handlung vorweg nehmen zu wollen kann ich sagen, dass es hier mehrere Stellen gibt, die nicht nur schocken, sondern ab und an den Zuschauer wirklich zum heulen bringen. Untermalt von einer sehr an „Titanic“ erinnernde Musik entstehen bewegende Bilder, ohne auch nur eine Spur kitschig zu wirken.
Effekthascherei ist ebenfalls ein Fremdwort ~ auch braucht niemand auf allzu viel Blut, Gebrülle und explosionsartiges Getöse zu warten. Natürlich macht es mal hier „bumm“ und mal dort „schrei“; aber in keiner einzigen Minute des Filmes wirkt das Geschehen oder auch die Reaktionen überzogen.
Ab und an rechnete ich mit „schlimmeren“, als dann tatsächlich passiert ist ~ genauso hab ich stellenweise nicht damit gerechnet, dass wir uns auf einmal auf dem Friedhof wiederfinden.
Genau dieses „unverhofft kommt oft“ ist aber auch das Besondere ~ ähnlich wie man einfach nie auf die Idee kommt, dass derjenige, der an der Tür klingelt, jemand sein könnte, der uns eine Hiobsbotschaft übermittelt sondern doch „nur“ mit dem Postboten oder nen nörgelnden Nachbarn rechnet, genauso „funktioniert“ Jay Russels „Im Feuer“.
So unvorhersehbar wie das Leben selbst ist „Im Feuer“ ebenfalls.
Die Aussage „es ist nun mal mein Job, Feuer zu löschen“ verliert nachhaltig an Gültigkeit, wenn man sich wirklich auf dieses Actiondrama einlässt.
Die Frage, warum es Menschen gibt, die in ein Gebäude reinlaufen, aus dem alle anderen flüchten wird mit einer einfachen Aussage beantwortet: „Weil ich somit ein Leben retten kann“.
Erschreckend, dass diese Antwort eben doch den Fragesteller erst mal stutzig macht. Viel zu oft wäre die Einstellung bzw. gestellte Frage tendierend in Richtung „wie blöd muss man sein, um dort reinzugehen“ gewesen.
Doch als man „miterleben“ kann, wie jemand aus den Flammen gerettet wird, geht eben auch diese Szene einem sehr nahe, bewegt, und man fragt sich, wie man bis dato eigentlich so blind sein konnte.
Blind, ja, blind ~ denn wer hat sich eigentlich mal überhaupt vor Augen geführt, wie viele Jacks es da draußen gibt, und wie viele Lindas zu hause um das Leben ihres Liebsten zittern; dabei aber gleichzeitig ak- und respektieren, dass dieser „Beruf“, (um nicht zu sagen: diese Berufung) das „ein und alles“ für denjenigen darstellt, der fast tagtäglich sein Leben für Fremde riskiert ~ und das in einer Welt, an der wir achtlos und teilweise genervt an jeden Obdachlosen vorbeigehen, der uns lediglich um ein paar Cent bittet.
Bei all der Dramatik fehlen bei „Im Feuer“ die Momente, in denen der Zuschauer einfach mal durchatmen oder gar lachen kann. Bei der Umsetzung wurde wohlweislich daran gedacht, dass zu viel Spannungsmomente eher doch kontraproduktiv auf das Gesamtwerk einwirken ~ und somit gibt es auch die ein oder andere Szene, in denen man sich wahrlich amüsieren kann oder auch einen romantisch-verträumten Gesichtsausdruck auflegen darf.
//DIE DVD//
hingegen ist doch etwas kurios veranlagt.
Anders als bei den meisten DVDs geht es hier nach aktivieren der „Play“-Taste sofort los ~ und zwar mit zwei Trailern anderer Filme. Obschon man diese beiden Werbeblöcke überspringen kann, fand ich das ganze doch....hm, ja, „ungewöhnlich“ für eine standarisierte Kauf-DVD. Bei den Beilagen in der „TV Movie“ beispielsweise rechne ich schon mit nichts anderem mehr ~ doch hier hat mich dieser Aspekt dann eben doch stutzig gemacht.
Noch stutziger wurde ich, als mittendrin im Filmgeschehen der Ton scheinbar „nachließ“. Noch in diesem Augenblick überlege ich, ob es nicht doch sein kann, dass ich sonst wie den Ton leiser gestellt habe ~ streite dies jedoch vehement ab. Zumal wenig später der Ton auch wieder lauter wurde. Es handelt sich zwar nicht um immense Unterschiede; aber aufgefallen ist es mir eben doch. Man könnte meinen, während des Drehs inmitten der Flammen wäre ein Mikro kaputt gegangen und anschließend ausgetauscht.
Tatsächlich verliefen nämlich manche Szenen nicht ganz so, wie sie geplant waren. Da es aber nur realistisch ist, dass sich Feuerwehrmänner genauso inmitten des Rauches „verlieren“ wie es bei den Dreharbeiten Joaquin und John passiert ist; wurde die Szene so gelassen, wie sie ursprünglich und somit letztendlich zu sehen ist.
Dies und noch so anderes mehr erfährt man bei den DVD Extras, die auch „endlich mal wieder“ mit deutschen Untertiteln versehen worden sind. Bis vor einiger Zeit dachte ich zwar, dass dieser Umstand nicht sonderlich erwähnenswert sei; doch nachdem ich vermehrt auf DVDs stieß, wo „alles nur in englisch“ war (sogar englisch mit englischen Untertiteln!) hab ich mich hierüber umso mehr gefreut.
Das Menü der DVD an sich ist zudem recht liebevoll und vor allem auch sehr übersichtlich gestaltet ~ wer sich schon mal über diverse hin- und her Suchereien geärgert hat, darf bei der DVD „Im Feuer“ beruhigt aufatmen.
Neben dem obligatorischen „Making of“, welches eben auch eine kurz-Doku über die Ausbildung der beteiligten Schauspieler in der Feuerwehrakademie involviert, kann sich der gewillte Zuschauer noch über die Special Effects innerhalb der Filmszene „Lagerhallenbrand“ aufklären lassen.
Eine weitere Kurz-Doku bringt demjenigen, der sich dieses Extra anguckt (ich gehöre zu der Fraktion, die es bislang noch nicht tat, um keiner Reizüberflutung zu erliegen), erneut näher, dass der Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau nicht einfach nur einen Beruf ausübt, um sich das Frühstück zu verdienen.
Die zusätzlichen Szenen hingegen gehören zu einem Menüpunkt, den ich mir nur in Ausnahmefällen entgehen lasse: interessant vor allem, dass ursprünglich gedreht wurde, wie Linda vor den Nachrichten sitzt und Jack zu sich ruft. In den Nachrichten geht es um den Anschlag auf das World Trade Center; anschließend äußert sich eine Frau eines vermutlich umgekommenden Feuerwehrmannes in etwa wie folgt:
„Als Dankeschön für seinen Einsatz bekommt er wenigstens eine schöne Beerdigung“.
Ob die Szene nun entfernt wurde, weil es zu sehr auf Lindas Ängste um ihren Mann herumgeritten hätte oder weil es die Beerdigungsszene in ein schlechtes Licht gerückt hätte oder gar aus politischen Gründen ~ man kann es nur erahnen.
Die sogenannte „Nebenhandlung Ray“ wurde ebenfalls herausgeschnitten ~ wieso warum und weshalb dem Zuschauer letztendlich verborgen bleiben sollte, dass Ray Alkoholiker war kann ich an dieser Stelle nur erraten: der Grat zwischen melodramatisch und überzogen ist verdammt schmal.....
Zu guter letzt darf sich der Zuschauer noch an dem wirklich gut gemachten Musikvideo „Shine your light“ erfreuen ~ und wem das alles noch nicht genug ist, der kann sich dank der mannigfaltigen Untertitel den Film auch noch mal in deutsch, englisch, englisch für Hörgeschädigte, spanisch, türkisch, arabisch, russisch, lettisch, litauisch und/oder estnisch durchlesen. AnHÖREN hingegen muss es in deutsch, englisch, türkisch und russisch reichen ~ schade eigentlich, denn spaßeshalber hätte ich mir gerne mal ein paar Zeilen Arabisch oder lettisch angehört.
Dies soll aber nun wirklich kein Minuspunkt sein!
//ERGO//
Alle Zweifel die diesen Film betrafen sind ausgeräumt; und zudem fühle ich mich auch wieder versöhnt, dass ich von der DVD „Angst“ so enttäuscht (um nicht zu sagen: mächtig gen-angepisst) war, bin und bleiben werde.
Ganz im Ernst: wer den Titel „Im Feuer“ hört, erwartet vermutlich irgendeinen ähnlichen Plumpatsch wie er auch im TV unter so huldvollen Titeln wie „Mami, ich will bei dir bleiben“ findet ~ oder direkt einen Pornofilm.
Doch der gewitzte Film und Kinofan bzw. freak wird wissen, dass man vom Titel nur allzu selten auf den Inhalt schließen darf ~ viel wichtiger sind „nebenbei“ auch die schauspielerischen Leistungen, und ich muss sagen, dass jeder einzelne Darsteller durch und durch überzeugt hat.
Jede noch so kleine Rolle wirkt wahrheitsgetreu; unbeschönigt und aufrichtig. Die zwischenmenschlichen Irrungen und Wirrungen, Hoffnungen, Ängste und Emotionen wurden so dargestellt, dass man als Zuschauer regelrecht „vergisst“, dass es sich „nur um einen Film“ handelt.
Kurz und knapp auf den Punkt gebracht: mehr als volle Sternzahl wäre angebracht, denn hier gibt es rein gar nichts zu meckern.
Einziges Detail was mich verstörte: Joaquin Phoenix hat wahrlich eine seltsame „Rückfront“.
14 Bewertungen, 11 Kommentare
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23.05.2006, 11:06 Uhr von Carrie711
Bewertung: sehr hilfreichBei solchen Geschichten kann ich auch immer heulen... LG Heike
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22.05.2006, 17:02 Uhr von Sommergirl
Bewertung: sehr hilfreichtoller Bericht
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22.05.2006, 16:31 Uhr von superlativ
Bewertung: sehr hilfreichschöner bericht! hat mir gut gefallen! liebe grüße superlativ
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22.05.2006, 16:20 Uhr von SuicideToday
Bewertung: sehr hilfreichsh und lg
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21.05.2006, 21:33 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichPrima Bericht! Liebe Grüße Edith und Claus
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21.05.2006, 21:27 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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21.05.2006, 19:26 Uhr von waltraud.d
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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21.05.2006, 19:16 Uhr von Mogry1987
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich =)
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21.05.2006, 18:54 Uhr von miezie030386
Bewertung: sehr hilfreich@@ LG sagt miezie030386 @@
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21.05.2006, 18:36 Uhr von bodspy
Bewertung: sehr hilfreich* * SH * * Liebe Grüße... RenÖ ;o
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21.05.2006, 18:31 Uhr von Alusru
Bewertung: sehr hilfreichsh und gruß uschi
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