Erfahrungsbericht von mandalay
Erwarte das Schlimmste und sei positiv überrascht
Pro:
Wunderbar andere Kultur
Kontra:
teilweise sehr arm
Empfehlung:
Ja
Indien ist ein wunderbares Reiseland. Nach dem ich mich entschlossen hatte, trotz der vielen Vorurteile aus dem Bekanntenkreis ( von denen fast niemand bisher in Indien war) hinzufahren, habe ich in Indien das exotischste, farbenprächtigste und interessanteste Reiseland gesehen – und ich habe einige gesehen.
Wer nach Indien möchte, oder in Indien Urlaub macht, sollte sich bewusst sein, dass er nicht in Europa ist. Indien mit unseren Massstäben messen zu wollen, bedeutet mit ziemlicher Sicherheit im falschen Land Urlaub zu machen. Was für uns logisch ist, muss für Indien noch lange nicht logisch sein. Hier ist einfach (fast) alles anders. Aber das ist es ja, was unter anderem den Reiz an diesem Land ausmacht. Nur wenn man die Bereitschaft mitbringt das zu akzeptieren, kann eine Reise durch Indien ein wunderbares und unvergleichliches Erlebnis werden. Um die Sache für Interessierte etwas einfacher zu machen, möchte ich hier einige praktische Erfahrungen, die ich in Indien gesammelt habe, weitergeben.
Inder
Touristen sind für Inder natürlich eine willkommene Einnahmequelle. Schlepper begegnen einem deshalb auf Schritt und Tritt. Jeder scheint einen Onkel, Bruder oder sonstigen Verwandten mit einem Geschäft zu haben. Das ganze fängt immer mit einem persönlichen Gespräch (woher? das erste mal in Indien? wie lange unterwegs?) an und endet fast immer mit der Aufforderung, eben das Geschäft zu besuchen. Hat man kein Interesse, sollte man das auch deutlich zum Ausdruck bringen. Nicht auf später oder morgen vertrösten. Mit einer Art Radar findet der Schlepper sein Opfer nämlich immer wieder und dann ist es schon etwas schwieriger abzulehnen. Meine Erfahrungen mit ihnen sind aber in keiner Weise negativ. Gerade bei der Suche nach einer Unterkunft (Hotel der eigenen Wahl ist belegt, existiert nicht mehr oder hat mit der Beschreibung keine Ähnlichkeit) bin ich mit ihnen gut gefahren.
Geld
Bei meinen Reisen in Indien habe ich gute Erfahrungen mit Travellerschecks (American Express) gemacht. In jedem Ort fand ich eine Bank, die diese einlöste. Bei Travellerschecks kann es Probleme geben, wenn sie stark zerknittert sind oder durch Feuchtigkeit Farbveränderungen aufweisen. Etwas Geduld gehört dazu, wenn man Geld tauschen möchte. Am besten gleich bei der Ankunft auf dem Flughafen den ersten Betrag tauschen.
Ansonsten sollte man für einen Bankbesuch ca. eine Stunde Zeit einplanen.
Schmutzige oder gar an- oder zerrissene Banknoten sind nur schwer wieder los zu werden. Mir ist es schon passiert, dass nicht einmal Bettler solche Scheine angenommen haben. Kunststück, wenn es schon einem Europäer nur mit Mühe gelingt, diese wieder los zu werden, ist so ein Schein für einen Bettler mit Sicherheit absolut wertlos. Für Inder ist es selbstverständlich, Bettlern Geld zu geben. Ein Sozialstaat wie bei uns existiert nicht. Es schadet nichts, wenn man täglich ein bis zwei Mark (20 bis 40 Rupies) in Kleingeld wechselt und es den Indern gleich tut.
Reisen
Das Reisen ist angenehmer als zunächst von mir befürchtet worden. Am einfachsten ist es,
sich Bus- oder Zugtickets über das Hotelpersonal besorgen zu lassen. Fast jeder Angestelle ist für einen geringen Aufpreis bereit, einem diese Mühe abzunehmen. Gerade mit Zugtickets kann es auf grösseren Bahnhöfen wegen der für uns völlig undurchsichtigen Zuordnung der Schalter (Ziel, erste, zweite oder dritte Klasse) problematisch und zeitaufwendig werden. Achtung ! Zugverbindungen habe ich immer als sehr pünktlich erlebt. Es kann sogar geschehen, dass ein Zug vor der planmässigen Abfahrtzeit abfährt. Also nicht darauf spekulieren, dass in Asien alle Verkehrsmittel Verspätung haben.
Wurden indische Inlandsflüge in Deutschland gekauft, müssen diese Tickets unbedingt, wie sonst nur bei internationalen Rückflügen, rückbestätigt werden. Bei meiner ersten Indienreise ist es mir passiert, dass ich in Varanasi mit einem gültigen Ticket nach Agra am Schalter erfahren musste, dass das Ticket nicht bestätigt wurde und ich deshalb auf der Warteliste stehe. Bei meiner zweiten Reise musste ich in Delhi vom Internationalen- zum Domestic-Airport. Schon eine Stunde genügte, um (erstmal) von der Passagierliste gestrichen zu werden.
Am Counter unbedingt für jedes Stück Handgepäck einen Anhänger mitnehmen und am Gepäck befestigen. Beim Einchecken wird dieser Anhänger nach der Gepäckkontrolle abgestempelt. Inder sind sehr stempelfreudig. Ohne Anhänger wird das Gepäck nicht kontrolliert und man muss zum Schalter zurück und sich eben diesen Anhänger holen.
Auf einigen Flughäfen ist der Gebrauch eines Walkmans untersagt. Daher kann es passieren, dass die Batterien eingezogen werden. Man sollte sich anschliessend aber nicht wundern, wenn man in den Warteraum kommt und reihenweise Passagiere sieht, die eben Musik mit einem Walkman hören. Wie gesagt (fast) nicht sollte nach unseren Massstäben bewertet werden.
Telefonieren
Ferngespräche aus Indien zu führen ist eine einfache und angenehme Sache. Fast an jeder Strassenecke befinden sich ISD-STD Läden, aus denen man im Selbstwählverfahren in die ganze Welt telefonieren kann. Auf einem Display werden die laufenden Gebühren und die Gesprächsdauer angezeigt. Die ganze Sache ist preiswert und korrekt.
Unterkünfte
In Indien gibt es für jeden Geldbeutel eine passende Unterkunft. Von der billigsten Absteige bis zum absoluten Luxushotel. Auf jeden Fall – und das gilt nicht nur für Indien – sollte man sich das Zimmer vorher ansehen. Bei nichtgefallen kann man einfach das Hotel oder das Zimmer wechseln oder einen Preisnachlass aushandeln.
Gesundheit
Indien hat mir während dreier Urlaubsreisen absolut keine Gesundheitsprobleme bereitet. Mit dem Hausarzt wurden vorher die wichtigsten Impfungen (Malaria, Tetanus, Polio usw.)aufgefrischt oder wenn nötig, durchgeführt. Hält man sich an einige Vorsichtsmassnahmen, wie kein ungeschältes Obst zu essen oder nur abgepacktes Wasser zu trinken, sollte eigentlich nichts passieren. Nach einer Eingwöhnungsphase habe ich auch gern die vielen indischen Leckereien der kleinen Strassenstände gegessen. Wie gesagt, passiert ist mir nichts. Aber eine Garantie gibt es nicht. Krank werden kann man auch zu Hause.
Natürlich könnte ich noch viel mehr Tips geben, aber etwas Spannung gehört schon dazu, wenn man ein fremdes Land bereisen will. Und auf alles kann man sich nicht vorbereitet. Vielleicht habe ich ja auch selber hier nur meine Vorurteile zum Besten gegeben.
Wer nach Indien möchte, oder in Indien Urlaub macht, sollte sich bewusst sein, dass er nicht in Europa ist. Indien mit unseren Massstäben messen zu wollen, bedeutet mit ziemlicher Sicherheit im falschen Land Urlaub zu machen. Was für uns logisch ist, muss für Indien noch lange nicht logisch sein. Hier ist einfach (fast) alles anders. Aber das ist es ja, was unter anderem den Reiz an diesem Land ausmacht. Nur wenn man die Bereitschaft mitbringt das zu akzeptieren, kann eine Reise durch Indien ein wunderbares und unvergleichliches Erlebnis werden. Um die Sache für Interessierte etwas einfacher zu machen, möchte ich hier einige praktische Erfahrungen, die ich in Indien gesammelt habe, weitergeben.
Inder
Touristen sind für Inder natürlich eine willkommene Einnahmequelle. Schlepper begegnen einem deshalb auf Schritt und Tritt. Jeder scheint einen Onkel, Bruder oder sonstigen Verwandten mit einem Geschäft zu haben. Das ganze fängt immer mit einem persönlichen Gespräch (woher? das erste mal in Indien? wie lange unterwegs?) an und endet fast immer mit der Aufforderung, eben das Geschäft zu besuchen. Hat man kein Interesse, sollte man das auch deutlich zum Ausdruck bringen. Nicht auf später oder morgen vertrösten. Mit einer Art Radar findet der Schlepper sein Opfer nämlich immer wieder und dann ist es schon etwas schwieriger abzulehnen. Meine Erfahrungen mit ihnen sind aber in keiner Weise negativ. Gerade bei der Suche nach einer Unterkunft (Hotel der eigenen Wahl ist belegt, existiert nicht mehr oder hat mit der Beschreibung keine Ähnlichkeit) bin ich mit ihnen gut gefahren.
Geld
Bei meinen Reisen in Indien habe ich gute Erfahrungen mit Travellerschecks (American Express) gemacht. In jedem Ort fand ich eine Bank, die diese einlöste. Bei Travellerschecks kann es Probleme geben, wenn sie stark zerknittert sind oder durch Feuchtigkeit Farbveränderungen aufweisen. Etwas Geduld gehört dazu, wenn man Geld tauschen möchte. Am besten gleich bei der Ankunft auf dem Flughafen den ersten Betrag tauschen.
Ansonsten sollte man für einen Bankbesuch ca. eine Stunde Zeit einplanen.
Schmutzige oder gar an- oder zerrissene Banknoten sind nur schwer wieder los zu werden. Mir ist es schon passiert, dass nicht einmal Bettler solche Scheine angenommen haben. Kunststück, wenn es schon einem Europäer nur mit Mühe gelingt, diese wieder los zu werden, ist so ein Schein für einen Bettler mit Sicherheit absolut wertlos. Für Inder ist es selbstverständlich, Bettlern Geld zu geben. Ein Sozialstaat wie bei uns existiert nicht. Es schadet nichts, wenn man täglich ein bis zwei Mark (20 bis 40 Rupies) in Kleingeld wechselt und es den Indern gleich tut.
Reisen
Das Reisen ist angenehmer als zunächst von mir befürchtet worden. Am einfachsten ist es,
sich Bus- oder Zugtickets über das Hotelpersonal besorgen zu lassen. Fast jeder Angestelle ist für einen geringen Aufpreis bereit, einem diese Mühe abzunehmen. Gerade mit Zugtickets kann es auf grösseren Bahnhöfen wegen der für uns völlig undurchsichtigen Zuordnung der Schalter (Ziel, erste, zweite oder dritte Klasse) problematisch und zeitaufwendig werden. Achtung ! Zugverbindungen habe ich immer als sehr pünktlich erlebt. Es kann sogar geschehen, dass ein Zug vor der planmässigen Abfahrtzeit abfährt. Also nicht darauf spekulieren, dass in Asien alle Verkehrsmittel Verspätung haben.
Wurden indische Inlandsflüge in Deutschland gekauft, müssen diese Tickets unbedingt, wie sonst nur bei internationalen Rückflügen, rückbestätigt werden. Bei meiner ersten Indienreise ist es mir passiert, dass ich in Varanasi mit einem gültigen Ticket nach Agra am Schalter erfahren musste, dass das Ticket nicht bestätigt wurde und ich deshalb auf der Warteliste stehe. Bei meiner zweiten Reise musste ich in Delhi vom Internationalen- zum Domestic-Airport. Schon eine Stunde genügte, um (erstmal) von der Passagierliste gestrichen zu werden.
Am Counter unbedingt für jedes Stück Handgepäck einen Anhänger mitnehmen und am Gepäck befestigen. Beim Einchecken wird dieser Anhänger nach der Gepäckkontrolle abgestempelt. Inder sind sehr stempelfreudig. Ohne Anhänger wird das Gepäck nicht kontrolliert und man muss zum Schalter zurück und sich eben diesen Anhänger holen.
Auf einigen Flughäfen ist der Gebrauch eines Walkmans untersagt. Daher kann es passieren, dass die Batterien eingezogen werden. Man sollte sich anschliessend aber nicht wundern, wenn man in den Warteraum kommt und reihenweise Passagiere sieht, die eben Musik mit einem Walkman hören. Wie gesagt (fast) nicht sollte nach unseren Massstäben bewertet werden.
Telefonieren
Ferngespräche aus Indien zu führen ist eine einfache und angenehme Sache. Fast an jeder Strassenecke befinden sich ISD-STD Läden, aus denen man im Selbstwählverfahren in die ganze Welt telefonieren kann. Auf einem Display werden die laufenden Gebühren und die Gesprächsdauer angezeigt. Die ganze Sache ist preiswert und korrekt.
Unterkünfte
In Indien gibt es für jeden Geldbeutel eine passende Unterkunft. Von der billigsten Absteige bis zum absoluten Luxushotel. Auf jeden Fall – und das gilt nicht nur für Indien – sollte man sich das Zimmer vorher ansehen. Bei nichtgefallen kann man einfach das Hotel oder das Zimmer wechseln oder einen Preisnachlass aushandeln.
Gesundheit
Indien hat mir während dreier Urlaubsreisen absolut keine Gesundheitsprobleme bereitet. Mit dem Hausarzt wurden vorher die wichtigsten Impfungen (Malaria, Tetanus, Polio usw.)aufgefrischt oder wenn nötig, durchgeführt. Hält man sich an einige Vorsichtsmassnahmen, wie kein ungeschältes Obst zu essen oder nur abgepacktes Wasser zu trinken, sollte eigentlich nichts passieren. Nach einer Eingwöhnungsphase habe ich auch gern die vielen indischen Leckereien der kleinen Strassenstände gegessen. Wie gesagt, passiert ist mir nichts. Aber eine Garantie gibt es nicht. Krank werden kann man auch zu Hause.
Natürlich könnte ich noch viel mehr Tips geben, aber etwas Spannung gehört schon dazu, wenn man ein fremdes Land bereisen will. Und auf alles kann man sich nicht vorbereitet. Vielleicht habe ich ja auch selber hier nur meine Vorurteile zum Besten gegeben.
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