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Erfahrungsbericht von Waldkauz

Schluss mit dem Spamgeziefer ...

Pro:

eine tolle Idee

Kontra:

wenn die Idee aufgeht, gar nichts!

Empfehlung:

Ja

... der Kammerjäger schlägt zu!

Wer selber eine Homepage oder Website betreut hat sicher schon mal einen, mehrere oder unendlich viele (je nach Frequentierung der Seite) dieser tollen Einträge wie „Klasse Seite – besuch doch auch mal meine!“ wenn’s hochkommt – oder einfach nur „Hi!“ oder vielleicht gar nichts an Grüßen dafür aber ne Url einer Homepage auf der irgendjemand irgendetwas verkaufen möchte, vorgefunden.

Tja, üblicherweise sieht man darüber hinweg, löscht den Beitrag oder lässt ihn auch stehen – aber seine eigene, mühsam errichtete Homepage rein als Werbeträger und das ohne dafür was zu erhalten? Wenn wir uns ehrlich sind, ärgert das jeden. Den einen ein bisschen mehr – den anderen weniger.

Schlimmer sieht es dann noch bei Foren aus. Wer ein solches betreibt – und damit recht viele Menschen animieren konnte, sich an Diskussionen und Meinungsaustausch zu beteiligen – der kann sich vor solchen Werbefluten oft nicht mehr retten. Wenn dann noch Beleidigungen, Propaganda jeder Art und ähnliches hinzukommt – ist man auch auf der strafrechtlichen Seite schon mit dabei. Denn jeder der einem Dritten ein Schreibrecht einräumt – ist zwar nicht für diese Inhalte - aber für die Möglichkeit der Verbreitung verantwortlich.

Zu dieser Thematik bin ich eigentlich zufällig gekommen. Ein Bekannter erzählte mir von Günther Freiherr von Gravenreuth, einem in München ansässigen Rechtsanwalt – der bekannt dafür ist, dass er alles und jedes was im Internet zu finden ist und nur ein bisschen nach Illegalität riecht vorerst abmahnt und anschließend – zumeist mit großem Erfolgt – vor das Gericht zerrt. Wer mit von Gravenreuth schon mal zu tun gehabt hat (und das geht schneller als man denkt) wird ein Lied davon singen zu wissen.

Jedenfalls hab ich mich dann näher mit dieser Thematik im allgemeinen beschäftigt und bin auf eine interessante Internetseite gestoßen.

Unter www.kammerjaeger.gnx.at - auffällig vor allem durch die erst auf dem zweiten Blick erkennbare, gratis Domainumleitung ... vor allem aber durch ein auffällig großes Pop-Up-Fenster. Obwohl mich diese Dinger üblicherweise nerven – ich dennoch bislang keinen dieser sogenannten Pop-Up-Killer einsetze (für die dies nicht wissen – das sind Programm die solche lästigen, meist Werbefenster die sich automatisch öffnen) – hab ich dieses Fenster nicht sofort geschlossen, wie sonst üblich – da ich den Schriftzug „Kammerjäger – Nie wieder Spamgeziefer“ entdeckte.

Meine Neugierde war geweckt – und nach eingehendem Studium der Urheberseite, Rückfragen bei den Betreibern und nur kurzer Überlegung – bin ich heute selbst stolzer Besitzer eines dieser Pop-Up-Dinger ... und um bislang 50,00 € reicher.


Wie das?

Nun, dann will ich hier die Seite und vor allem die Idee die dahinter steckt, kurz vorstellen.

Auf den ersten Blick sieht die dargebotene Seite sehr nach hausbackener Homepage aus – was sie auf den zweiten Blick immer noch bleibt – aber es kommt hier auf den Inhalt an.

Der Begriff Kammerjäger wird mit einer Grafik im linken oberen Bereich der Seite unterstrichen. Es zeigt neben dem Namen – übrigens mit @ geschrieben, also K@mmerjäger - ein Spinnennetz und eine stilisierte Kakerlake.


Was steckt nun dahinter?

Beim Kammerjäger handelt es sich um einen privaten gemeinnützigen Verein der sich die Bekämpfung von Spam auf Internetseiten zum Ziel gesetzt hat. Dass es ein Verein ist wird lediglich kurz angerissen – für mehr Informationen musste ich e-mail-technisch nachfragen, wurde aber sehr schnell und äußerst freundlich zugestellt.

Der Verein existiert erst seit einigen Wochen, hat seinen Sitz in Österreich und besteht momentan aus dem sogenannten konstituierten Vorstand und etwa 40 Mitgliedsanwärter. (mir wurde erklärt, dass das Vereinsrecht – vielleicht auch nur in Österreich – ich kenne mich hier nicht aus, vor der endgültigen Gründung eines Vereines – vorsieht, dass man bereits als Verein tätig werden kann, wenn man in Konstitution – als Gründung – steht; darum der Zusatz i. K.).

Das Ziel des Vereines ist es Spam, also die oben schon beschriebene Werbung in Gästebücher und Foren zu bekämpfen, sowie Propaganda-Beiträge in ebensolchen zu ahnden.

Das Mittel dazu ist eigentlich recht simpel – aber die Idee dazu muss man haben. Der Verein verteilt an seine Mitglieder den „K@mmerjäger-Banner“ und wer mag, auch den Code für dieses Pop-Up-Fenster. In diesem Fenster wird dem Besucher mitgeteilt, dass die Daten von jedem der diese Seite mit unerwünschter Werbung, etc. verunziert oder E-Mail-Adressen, Internetadressen u. ä. für solche Zwecke verwendet – gespeichert werden. Die so gesammelten Daten werden dazu verwendet, nach einer Abmahnung der Betroffenen, diese zu verklagen.

Im weiteren wird festgesetzt, dass jeder der sich dennoch nicht davon abhalten lässt, auf dieser so gekennzeichneten Seite Werbung zu machen – einen bestimmten Betrag (zwischen 50,00 und 100,00 Euro) zu bezahlen hat. Dies als Entgelt für die zur Verfügung gestellte Werbefläche.

Kammerjäger durchsucht nun in der Folge die Internetseiten seiner Mitglieder auf solche Einträge und schreibt vorerst eine Mahnung an die Verursacher dieser Werbungen. Fruchten diese Mahnungen nicht – das heißt, zahlt der jenige die geforderte Entschädigungssumme nicht – wird der selbe auf diesen Betrag geklagt.

Laut Auskunft von Kammerjäger, erfolgreich. Einer der potentiellen Vorstandmitglieder hat eine juristische Ausbildung – und ist für diese Gerichtsangelegenheiten zuständig.

Nun, Mitglied werden ist einfach. Es genügt die Registrierung mittels Formular auf der Seite von Kammerjäger und die Einzahlung des Mitgliedbeitrages bzw. der Gebühren für Sonderleistungen.

Der Mitgliedbeitrag beträgt einheitlich 3,00 Euro/je Jahr. Dafür erhält man den Banner vom K@mmerjäger - als Abschreckung. Wer will kann jederzeit als Mitglied solche unerwünschten Einträge melden. Zudem wird laut Webseite von Kammerjäger die Url als Mitglied aufgelistet und auf deren Seite veröffentlicht – sozusagen als „Robinsonliste“ – aber diese Liste scheint es noch nicht zu geben.

Wem diese Abschreckung zu wenig ist – der kann als „betreutes Mitglied“ beitreten. Hier kommt zu dem Banner noch dieses Pop-Up-Fenster dazu, der Verein sendet einem den entsprechenden Code zum Einbau in die Seite zu – oder bietet sogar an, den Quelltext der Seite entsprechend anzupassen. Ansonsten wird wiederum die Auflistung der Url angeboten. Zudem verspricht der Verein etwa ein- bis zweimal je Woche die Seite zu besuchen und Einträge entsprechend zu ahnden. Als „betreutes Mitglied“ hat man schließlich Anspruch auf Entschädigung. Der Verein zahlt 50 % der eingeforderten Summe dem Homepagebetreiber aus, wenn der Spamer – entweder freiwillig die verlangte Summe bezahlt, oder gerichtlich dazu verurteilt wird. Die Gerichtsverfahren zieht der Verein durch – dem Mitglied entstehen hier keine Kosten. Lediglich die Zeugenfunktion muss eingehalten werden.
Diese Mitgliedschaft kostet 4,00 € je Monat.

Für Firmen oder Vereinigungen die sehr viele Einträge zu erwarten haben bietet der Kammerjäger eine professionelle Mitgliedschaft für einen monatlichen Beitrag von 6,00 Euro an. Diese bringt zusätzlich zu den Leistungen für das „betreute Mitglied“ noch eine bis zu drei mal tägliche Kontrolle der Seite sowie, wenn gewünscht – eine gleichzeitige Löschung der unerwünschten Einträge mit sich. Dazu müssen allerdings die Zugangsdaten und Zugriffsberechtigungen für die Gästebücher oder Foren an den Verein übertragen werden – logisch eigentlich.
Sind hier mehr als 100 Löschungen je Monat erforderlich – verlangt der Verein für den Mehraufwand zu dem 0,10 Cent je Löschung.

Bezahlt werden kann monatlich, vierteljährlich oder jährlich – jeweils im Voraus.

Ich habe mich spontan für die zweite Variante der Mitgliedschaft entschieden. Der Ablauf war sehr kundenfreundlich. Zwei Tage nach Bezahlung der Mitgliedschaft – ich habe die quartalsmäßige Bezahlung gewählt, also jedes Vierteljahr 12,00 Euro – erhielt ich den Quellcode für Banner und Pop-Up. Da mein Gästebuch genügend Versuchsmaterial aufwies um die Vereinstätigkeit gleich mal auszuprobieren – teilte ich einen meiner „unverlangten Werbefritzen“ gleich mal mit. Dabei darf man natürlich keine alten Einträge verwenden – da hier ja die Forderung auf Gegenleistung noch nicht bestanden hat.

Zwei Wochen später erhielt ich vom Verein die Auskunft, dass ich in Kürze mit 50,00 € Nebenverdienst zu rechnen hätte, da der gemahnte – offensichtlich eingeschüchtert von der Androhung eines Gerichtsverfahrens – das Mahngeld, allerdings vom Verein reduziert auf 100,00 Euro, brav entrichtet hat.

Gestern war tatsächlich ein erfreulicher, eigentlich unerwarteter Betrag auf meinem Konto eingegangen.


Zusammenfassung

Es handelt sich dabei um eine ausgezeichnete Idee, mit wenig Aufwand, der Werbeflut ein Ende zu bereiten. Zudem besteht noch die Chance auf Geld – wobei dies wahrscheinlich, was ja auch der Zweck sein sollte – nur so lange funktionieren wird, bis dieser Kammerjäger richtig bekannt wird. Denn dann werden die Werbungen wohl aufhören – und somit auch die Chance auf diesen zusätzlichen Verdienst.

Aber dann ist zumindest Ruhe vor Spam – und das wollen wir ja eigentlich auch damit erreichen.

Praktisch ist, dass man sich selbst um nichts kümmern muss. Wer übrigens nicht mehr mag – kann jederzeit kündigen – entsprechend der mit der Zahlung eingegangenen Frist, also zum nächsten Monat, Quartal oder Jahr – kündigen.

Negatives? Nun ja, eine etwas bessere und auch informativere Webseite von Kammerjäger wäre wünschenswert. Insbesondere die dort angekündigte Url-Liste – vielleicht nen paar Fallbeispiele, Vorstellen der Vereinsmitglieder – zumindest des Vorstandes. Aber für die noch junge Existenz des Vereines, verzeihbar.

Also unterm Strich – empfehlenswert.

Nochmals die URL: www.kammerjaeger.gnx.at und die E-Mail: vereinkammerjaeger@yahoo.de


Euer Waldkauz ... der von der Kammerjäger-Seite so begeistert ist, dass er auch gleich Werbung für seine eigene HP gebucht hat.

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