Baldur's Gate: Dark Alliance (PS2 Spiel) Testbericht
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Summe aller Bewertungen
- Grafik:
- Sound:
- Bedienung:
- Wird langweilig:
- Suchtfaktor:
- Spielanleitung:
Erfahrungsbericht von andilein77
Lasst die Metzelei beginnen!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Endlich mal ein vernünftiges Rollenspiel für die PS2. Rennspielfreaks und Fußballzocker wurden ja schon mit Unmengen an Spielen beglückt, wenn das nur mit den Rollenspielen auch so wäre. Zwar hat man durch die Kompatibilität der PS 2 zur Playstation 1 eine Riesenauswahl an PS 1-Rollenspielen, aber man möchte ja auch mal ein Spiel haben, was die Fähigkeiten der Konsole annähernd ausnutzt. Und da kommt Baldur´s Gate – Dark Alliance (im weiteren Text mit „BGDA“ abgekürzt) gerade recht.
Andilein77 spielt das Game schon seit einer Weile und wird Euch sagen, was dieses Spiel zum bisher besten Rollenspiel auf der PS 2 macht.
Story
BGDA spielt auf der Welt Abeir-Toril. Meine Reise verschlägt mich in die Hafenstadt Baldur´s Gate, in der ich auch die ersten paar Spielstunden verweilen werde.
Ich betrete die Stadt, will mich gerade nach einem netten Platz zum Schlafen umschauen, doch was passiert da? Ein Schlag auf die Birne und ich bin erst mal im Reich der Träume. Als ich mich langsam von der Benommenheit löse, höre ich von der Stadtwache, dass sich eine neue Diebesgilde in der Stadt herumtreibt und von dieser wurde ich wohl auch überfallen und komplett ausgeraubt. Na ja was soll’s, schlafen muss ich ja trotzdem irgendwo, vorher geht es aber erst mal in die Taverne. Von der Diebesgilde hat die gute Wirtin auch schon gehört, allerdings rät sie mir, den Vorfall schnell wieder zu vergessen, zu gefährlich wäre ein Racheakt. Aber ich muss es wissen, in den Kanälen befinden sich die Übeltäter, wie komme ich nur da hin? Von der Taverne führt ein Weg zu den unterirdischen Kanälen, doch wegen einer Rattenplage hat sich schon lange keiner mehr da runter getraut. Aber ich bin natürlich der Held und damit habe ich auch schon meinen ersten Auftrag. Was wird mich wohl alles in den dunklen Kanälen erwarten?
Spielprinzip
BGDA ist das erste Rollenspiel für die PS2, was in der Welt der Dungeons & Dragons-Games spielt. Dem PC-Spieler ist der Name ja schon ein Begriff, erwarten einen doch Rollenspiele mit einer grandiosen Story und einem Mammutumfang. BGDA auf der PS2 geht in eine andere Richtung, zwar kann man auch dieses Spiel als Rollenspiel bezeichnen, von der Machart erinnert es aber eklatant an Spiele wie Diablo.
So sucht man sich auch in diesem Spiel als erstes mal einen schlagkräftigen Helden aus. Auswahl hat man aus drei verschiedenen Charakteren, zum einem Vahn, dem Bogenschützen, er stellt den Mittelwert aus Kämpfer und Zauberer dar. Kromlech, heißt der zwergische Kämpfer, er ist ungeschlagen im Nahkampf, hat es dafür aber nicht so mit der Zauberei. Als dritten Charakter hätten wir noch Adrianna, die Hexenmeisterin, klar sie erledigt ihre Feinde vor allem mit Zaubersprüchen.
Zu Beginn des Spiels wählt man natürlich auch den Schwierigkeitsgrad (drei verschiedene stehen zur Auswahl, hat man das Game einmal durchgespielt und schafft auch noch die Herausforderung, dann darf man sich an „sehr schwierig“ erfreuen), neben der Wahl entscheidet man sich auch mit jedem einzelnen Charakter für eine andere Spielweise. Ich kämpfe zum größten Teil mit dem Zwerg, dieser braucht nur eine starke Waffe, eine ordentliche Rüstung und viele Heiltränke zum Glück, denn er ist ein wahrhaftes Kampfmonster. Auch Horden von Gegnern machen ihm nichts aus, im Gegenteil wenn ich mein Schert durch mehrere Gegner gleichzeitig ziehen kann, dann macht das nur noch mehr Spaß.
Auch der Bogenschütze spielt sich recht gut im Nahkampf (natürlich kann er auch Schwerter tragen), aber er hieße nicht Bogenschütze, wenn er nicht seine Gegner aus dem Hinterhalt angreift und am besten einem nach dem anderen einzeln malträtiert. Dank seine Magiefähigkeiten kann er seine Pfeile mit verschiedenen Magieformen belegen, das macht das ganze schon etwas einfacher.
Zu Beginn am schwächsten ist wohl die Hexenmeisterin, erst nach einigen Levelaufstiegen, zeigt sie ihr wahres Können und holt auch schon mal einen flächendeckenden Zauber heraus.
Meiner Meinung nach spielt sich BGDA am einfachsten mit dem Zwerg durch. Mit dem Bogenschützen und der Hexenmeisterin wird es von Haus aus etwas schwerer, vielleicht hebt man sich diese Charakter für ein zweites oder drittes Durchspielen auf. Obwohl, die Story bleibt immer die gleiche, egal welchen Charakter man wählt.
Der Spielablauf ist eigentlich recht schnell erklärt. Es gibt den Helden und es gibt Feinde. Der Held muss natürlich die Feinde beseitigen, dafür benötigt er Waffen. Solche Werkzeuge lassen sich finden, genauso wie Goldstücke mit denen man bessere Waffen kaufen kann. Manche Waffen erscheinen allerdings so teuer, dass ich zu Beginn des Spiels geglaubt habe, die kann sich mein Charakter niemals leisten. Also fleißig alles aufsammeln was nach Waffen ausschaut und zum örtlichen Händler gebracht, der zahlt schon dafür. Genauso schaut es mit der Ausrüstung (Kleidung) des Helden aus. Zu Beginn des Spiels läuft man noch nahezu nackt durch den Anfangskeller, erste Rüstungsgegenstände lassen sich aber schnell finden. Das Menü ist einfach zu bedienen und so sind die Gegenstände auch schnell am Mann, ich meine natürlich am Körper. Durch fleißiges Sammeln und Verkaufen gelangt man natürlich an immer stärkere Rüstungen, die unseren Charakter immer besser vor dem Feind schützen. Und reicht dies nicht, so haben wir ja immer noch unsere Heiltränke, bei BGDA genügt ein Knopfdruck um sich wieder fit und fröhlich durch nächste Dungeon prügeln zu können.
Waffen, Rüstungsgegenstände und Heiltränke sind natürlich noch nicht alles, was unser Held in seinen virtuellen Rucksack stecken darf. Für alle die einen Charakter benutzen, der es mehr mit der Zauberei hat, für die sind die Regenerationstränke gedacht, damit lassen sich die Magiepunkte wieder auffüllen.
Auch ein Gegenstand der Gattung „Trank“ ist der Rückruftrank. Mit ihm begibt man sich durch Knopfdruck (ganz richtig ist das nicht, hier muss man sich doch mal ins Menü begeben), an den sicheren Ort, den man zuletzt besucht hat. Zu Beginn des Spiels ist es die Taverne, später dann zum Beispiel die Zwergensiedlung.
Ganz wichtig ist dieser Rückruftrank, wenn mein Rucksack voller Waffen ist (mein Charakter gibt mir sogar durch Kommentare zu verstehen, dass er nicht noch mehr Gegenstände aufnehmen möchte, zum Beispiel sagt er solch nette Sätze wie: „Ich fühle mich schon wie ein Packesel“) oder ich fast von den Monstern totgeschlagen wurde und keine Heiltrank mehr besitze. Dann nehme ich mir einen Rückruftrank zur Brust und befinde mich wie im Fluge beim Händler meines Vertrauens, der schon ganz gierig auf die Sachen wartet die ich ihm zum Kauf anbiete.
Zwei Gegenstände hätte ich fast noch vergessen, unser Held liebt nämlich Schmuck, deshalb darf ich auch für ihn attributverbessernde Ringe oder Ketten aufnehmen. Viel bringt es allerdings nicht, man darf sich zum Beispiel von einem Ring keinen massiven Stärkezuwachs erwarten
So kämpfen wir uns also von Monster zu Monster und irgendwann ist das Maß voll, ein neuer Charakterlevel ist erreicht. Bei jedem Level das man aufsteigt, erhält man natürlich mehr Energie, mehr Magie und auch Punkte, die man auf Talente oder Zauber aufteilen kann. Bei den Talenten und Zaubern sollte man sich auf einige spezialisieren, da man nicht so viele Punkte zur Verfügung gestellt bekommt um alle Zauber oder Talente voll ausschöpfen zu können.
Aller vier Level darf man dann Attribute wie Stärke, Weisheit oder Geschicklichkeit um jeweils einen Punkt erhöhen (dreimal dürft Ihr raten, worauf mein Charakter Punkte bekommt).
In diesem Punktevergabesystem je nach Level oder viertem Level, sehe ich einen kleinen Kritikpunkt. Zwar ist es ganz positiv, dass man seinen Charakter nach eigenen Vorstellungen „verformen“ kann, aber gerade zu Beginn des Spiels hat mich die Vergabe etwas verwirrt. Automatisches Punkteverteilen bei Levelaufstieg wäre vielleicht auch nicht schlecht gewesen.
Meine bisherige Spielverlaufsbeschreibung dürfte sich ja nach einem typischen Hack & Slay-Rollenspiel anhören, eines hat das Spiel aber noch was man nicht in vielen Rollenspielen vorfindet, der Kampfcharakter kann nämlich springen. Zum Teil wurde dieses Feature für kleine Rätsel eingesetzt, zum anderen Teil aber auch für Sprungabschnitte, die es wirklich in sich haben. Die Darstellung von oben ist da auch nicht gerade ein Vorteil, theoretisch kann man mit geschicktem Joypadeinsatz sogar um die Ecke springen. Und wenn ich an „Springen“ bei BGDA denke, da habe ich gleich wieder diese fiese Hüpfpassage vor dem ersten Endboss vor Augen, ehe ich diesen Spielabschnitt gemeistert hatte, ich bin tausendmal gestorben.
Wo ich gerade „Endgegner“ erwähnt habe. Diese verdienen die Bezeichnung irgendwie bei keinem Schwierigkeitsgrad. Ich kämpfe ja meist mit dem Zwerg, da reicht es eigentlich nur immer feste auf den Endgegner einzuprügeln und die Energieleiste im Auge zu behalten (bzw. genug Heiltränke bei sich zu haben).
Bei der Gegnerintelligenz bin ich auch geteilter Meinung. Normale Monster stellen sich ganz geschickt an, wenn gleich ein ganzes Rudel auftaucht, muss man schon aufpassen, dass man nicht schnell das Zeitliche segnet. Die Endgegner darf man dagegen als „dümmlich“ bezeichnen, diese setzen Waffen und Magie nicht geschickt genug ein, um mich zu besiegen. Es kann auch schon mal vorkommen, das so ein Obermotz gegen die Wand rennt, dumm und groß halt.
Spielsteuerung
Ohne jetzt jeden einzelnen Joypadbutton erklären zu wollen, kann ich sagen die Steuerung ist genial einfach. Bei Rollenspielen kann man ja immer recht viel mit seinem Charakter anstellen, umso komplizierter sind meist auch die Joypadverrenkungen die man auszuführen hat. Bei BGDA ist dies jedoch vortrefflich gelöst. Die Steuerung des Charakters übernimmt Euer Daumen am linken Analog-Stick, mit dem rechten bewegt man die Kamera. Um sich in den verzweigten Höhlen zurechtzufinden kann man sich auch eine transparente Karte einblenden lassen, das nur mit einem einzigen Knopfdruck. Durch weiteres Drücken verändert man die Größe oder lässt die Karte ganz verschwinden.
Wichtige „Steuerbefehle“ wie Angreifen oder Springen sind auch jeweils fest auf einen Button gelegt, sogar Tränke nimmt man durch einen simples Drücken eines Buttons zu sich.
Mit der Magie ist es nicht ganz so einfach, da hätte es aber glaube ich auch keine Alternative gegeben. Man muss sich also erst eine Magieart aussuchen, diese hat man dann aber auch fest auf einem Button
Wenn es dann ans Rüstungsanlegen geht, da kann ich auch nur sagen „einfach“. Die Menüs sind komplett in deutscher Sprache und es wird angezeigt, welche Aktion gerade machbar ist.
Nicht ganz so zufrieden bin ich mit der Bildschirmanzeige, der Trefferpunktbalken ist zum Beispiel so klein, dass man manchmal nicht drauf schaut, weil man zu sehr in das Kampfgeschehen vertieft ist und dann kommt es schnell vor, dass man mal wieder das Zeitliche segnet. Die Anzeige müsste meiner Meinung nach so groß sein, dass man sie automatisch immer im Auge behalten kann.
Grafik
Hier kann ich nur sagen „top“ und das in allen Bereichen.
Die Spielgrafik ist äußerst detailliert, Goldstücke sind auch so groß wie Goldstücke nicht wie Goldbarren und wenn man ein Schwert aufgehoben hat, dann lag da vorher auch ein Schwert. Die Spielwelt ist gut ausgearbeitet und verwöhnt mit vielen Details. Höhlen sind gut ausgeleuchtet oder dunkel wie Bärenhindern von innen.
Das Leveldesign wurde sehr abwechslungsreich gehalten, betritt man ein neues Portal, darf man sich auch immer an einer komplett neuen Grafik erfreuen.
Und was wohl jedem auffallen dürfte, sind die grandiosen Effekte, fangen wir mal mit der Wasserdarstellung an, das BGDA-Wasser ist das am besten dargestellte Wasser auf Konsole (zur Zeit, Wave Race auf dem Game Cube oder vergleichbares auf der X-Box wird wohl etwas besser ausschauen). Weiterhin darf man sich beim Durchforsten der Landschaft an netten Effekten wie einem Schneesturm der auch danach ausschaut erfreuen. Sehr nett gemacht.
Mühe gegeben hat man sich auch bei der Charakterdarstellung. In den Zwischensequenzen wird die Ingame-Grafik verwendet, manchmal schaut es aus, als ob die Figuren vorgerendert sind. Die eigentlichen Spielfiguren, sei es Hauptcharakter oder Monster sind ebenfalls ordentlich dargestellt, man geht sogar soweit ins Detail, dass man zum Beispiel bei einer Rüstungsänderung tatsächlich andere Kleidung am Charakter sieht. Das gibt es nicht bei vielen Rollenspielen.
Sound, Soundeffekte
Die Sounds im Spiel stammen von Jeremy Soule und man kann sagen, der Mann hat gute Arbeit geleistet. Normalerweise hält sich die Musik mit teilweise sphärischen Klängen immer fein im Hintergrund, wird sie lauter und dramatischer, weiß man das hinter der nächsten Ecke nichts gutes wartet.
Gut gelungen sind auf die Soundeffekte, sie klingen ziemlich realistisch. Bestes Beispiel ist hier das Pfeifen des Windes bei einem Sturm oder das Säbelrasseln beim Umgang mit der Waffe. Einzelne Folterinstrumente klingen sogar unterschiedlich, top.
Übersetzung
BGDA ist komplett in deutsch, sowohl Schrift wie auch Sprache. Auch hier wurde gute Arbeit geleistet, die Übersetzung lässt die Spieler noch tiefer in das Spiel eindringen – man muss nicht über schlechte Satzwahl oder dümmliche Rechtschreibfehler lachen.
Auch bei der Sprachübersetzung hat man sich kaum Fehler geleistet, die Sprecher tragen ihren Text glaubwürdig und ausdrucksstark vor, leider aber nicht lippensynchron, dies stört vielleicht etwas.
Optionen
Nach knapp sieben Stunden hatte ich das Game das erste Mal durchgespielt, da schaute ich ins Optionsmenü nach dem gewählten Schwierigkeitsgrad. Zunächst kann man aus drei verschiedenen wählen, nach erfolgreichem Durchspielen und Meistern der Herausforderung, darf man sich auch noch an einem vierten Schwierigkeitsgrad probieren.
Weiterhin kann man einen Charakter aus einem alten Spiel in ein neues integrieren, mit schlagkräftiger Ausrüstung meistert man so auch den schwierigsten Modus.
Und dann... da hätten wir doch noch einen 2 Spieler-Modus. Und nicht etwas im Splitt-Screen, nein die doppelte Monstermetzelei findet auf einem Bildschirm statt. Ich brauch wohl nicht zu sagen, was das für einen Spaß macht.
Fazit
Meinen Ansprüchen nach wäre BGDA fast perfekt, wenn da nicht die Spiellänge wäre... Doch wollen wir das Feld mal von hinten aufrollen.
Der Einstieg ins Spiel ist leicht, nach wenigen Minuten hat man sich mit der Steuerung vertraut gemacht und lernt diese zu lieben. Die Story ist zwar manchmal verwirrend, im großen und ganzen weiß man aber wohl immer was man zu machen hat.
Für ein Rollenspiel positiv auffallend ist die gute Grafik, samt der vom mir schon beschriebenen Effekte. Beim Sound und der Übersetzung schaut es qualitätsmäßig nicht viel anders aus, bis auf das nicht gerade lippensynchrone Sprechen gibt es von mir nichts zu bemängeln.
Ausgezeichnet ist auch die Spieltiefe, bereits nach einer halben Stunde dachte ich mir, das Spiel möchte ich noch ein Weilchen weiter spielen, weil es eben so viel Spaß macht. Aber leider wurde mein Wunsch nicht erfüllt, bei mir war nach 7 Stunden der letzte Endgegner besiegt. Natürlich kann man das Game auf jedem Schwierigkeitsgrad durchspielen, dann kommt man auch auf mehr Stunden, aber viermal das gleiche Spiel durchzocken? Wenigstens kann man seinen erspielten Charakter immer mit in ein schwereres Abenteuer mitnehmen, das ist schon ein guter Ansatz.
Positiv ist dann auch wieder, das man das Spiel zu zweit zocken kann. Und ich muss sagen, es ist schon fast eine Verpflichtung einen zweiten Kumpel mit an die PS2 zu setzen und dieses Game im Doppelpack durchzuspielen. Es macht wirklich Spaß.
Wir Ihr lesen konntet, bis auf die Spiellänge gibt es von mir an diesem Game nichts auszusetzen, wem solche gefallen gefallen, der sollte schleunigst zuschlagen, ich meine kaufen.
Andilein77 spielt das Game schon seit einer Weile und wird Euch sagen, was dieses Spiel zum bisher besten Rollenspiel auf der PS 2 macht.
Story
BGDA spielt auf der Welt Abeir-Toril. Meine Reise verschlägt mich in die Hafenstadt Baldur´s Gate, in der ich auch die ersten paar Spielstunden verweilen werde.
Ich betrete die Stadt, will mich gerade nach einem netten Platz zum Schlafen umschauen, doch was passiert da? Ein Schlag auf die Birne und ich bin erst mal im Reich der Träume. Als ich mich langsam von der Benommenheit löse, höre ich von der Stadtwache, dass sich eine neue Diebesgilde in der Stadt herumtreibt und von dieser wurde ich wohl auch überfallen und komplett ausgeraubt. Na ja was soll’s, schlafen muss ich ja trotzdem irgendwo, vorher geht es aber erst mal in die Taverne. Von der Diebesgilde hat die gute Wirtin auch schon gehört, allerdings rät sie mir, den Vorfall schnell wieder zu vergessen, zu gefährlich wäre ein Racheakt. Aber ich muss es wissen, in den Kanälen befinden sich die Übeltäter, wie komme ich nur da hin? Von der Taverne führt ein Weg zu den unterirdischen Kanälen, doch wegen einer Rattenplage hat sich schon lange keiner mehr da runter getraut. Aber ich bin natürlich der Held und damit habe ich auch schon meinen ersten Auftrag. Was wird mich wohl alles in den dunklen Kanälen erwarten?
Spielprinzip
BGDA ist das erste Rollenspiel für die PS2, was in der Welt der Dungeons & Dragons-Games spielt. Dem PC-Spieler ist der Name ja schon ein Begriff, erwarten einen doch Rollenspiele mit einer grandiosen Story und einem Mammutumfang. BGDA auf der PS2 geht in eine andere Richtung, zwar kann man auch dieses Spiel als Rollenspiel bezeichnen, von der Machart erinnert es aber eklatant an Spiele wie Diablo.
So sucht man sich auch in diesem Spiel als erstes mal einen schlagkräftigen Helden aus. Auswahl hat man aus drei verschiedenen Charakteren, zum einem Vahn, dem Bogenschützen, er stellt den Mittelwert aus Kämpfer und Zauberer dar. Kromlech, heißt der zwergische Kämpfer, er ist ungeschlagen im Nahkampf, hat es dafür aber nicht so mit der Zauberei. Als dritten Charakter hätten wir noch Adrianna, die Hexenmeisterin, klar sie erledigt ihre Feinde vor allem mit Zaubersprüchen.
Zu Beginn des Spiels wählt man natürlich auch den Schwierigkeitsgrad (drei verschiedene stehen zur Auswahl, hat man das Game einmal durchgespielt und schafft auch noch die Herausforderung, dann darf man sich an „sehr schwierig“ erfreuen), neben der Wahl entscheidet man sich auch mit jedem einzelnen Charakter für eine andere Spielweise. Ich kämpfe zum größten Teil mit dem Zwerg, dieser braucht nur eine starke Waffe, eine ordentliche Rüstung und viele Heiltränke zum Glück, denn er ist ein wahrhaftes Kampfmonster. Auch Horden von Gegnern machen ihm nichts aus, im Gegenteil wenn ich mein Schert durch mehrere Gegner gleichzeitig ziehen kann, dann macht das nur noch mehr Spaß.
Auch der Bogenschütze spielt sich recht gut im Nahkampf (natürlich kann er auch Schwerter tragen), aber er hieße nicht Bogenschütze, wenn er nicht seine Gegner aus dem Hinterhalt angreift und am besten einem nach dem anderen einzeln malträtiert. Dank seine Magiefähigkeiten kann er seine Pfeile mit verschiedenen Magieformen belegen, das macht das ganze schon etwas einfacher.
Zu Beginn am schwächsten ist wohl die Hexenmeisterin, erst nach einigen Levelaufstiegen, zeigt sie ihr wahres Können und holt auch schon mal einen flächendeckenden Zauber heraus.
Meiner Meinung nach spielt sich BGDA am einfachsten mit dem Zwerg durch. Mit dem Bogenschützen und der Hexenmeisterin wird es von Haus aus etwas schwerer, vielleicht hebt man sich diese Charakter für ein zweites oder drittes Durchspielen auf. Obwohl, die Story bleibt immer die gleiche, egal welchen Charakter man wählt.
Der Spielablauf ist eigentlich recht schnell erklärt. Es gibt den Helden und es gibt Feinde. Der Held muss natürlich die Feinde beseitigen, dafür benötigt er Waffen. Solche Werkzeuge lassen sich finden, genauso wie Goldstücke mit denen man bessere Waffen kaufen kann. Manche Waffen erscheinen allerdings so teuer, dass ich zu Beginn des Spiels geglaubt habe, die kann sich mein Charakter niemals leisten. Also fleißig alles aufsammeln was nach Waffen ausschaut und zum örtlichen Händler gebracht, der zahlt schon dafür. Genauso schaut es mit der Ausrüstung (Kleidung) des Helden aus. Zu Beginn des Spiels läuft man noch nahezu nackt durch den Anfangskeller, erste Rüstungsgegenstände lassen sich aber schnell finden. Das Menü ist einfach zu bedienen und so sind die Gegenstände auch schnell am Mann, ich meine natürlich am Körper. Durch fleißiges Sammeln und Verkaufen gelangt man natürlich an immer stärkere Rüstungen, die unseren Charakter immer besser vor dem Feind schützen. Und reicht dies nicht, so haben wir ja immer noch unsere Heiltränke, bei BGDA genügt ein Knopfdruck um sich wieder fit und fröhlich durch nächste Dungeon prügeln zu können.
Waffen, Rüstungsgegenstände und Heiltränke sind natürlich noch nicht alles, was unser Held in seinen virtuellen Rucksack stecken darf. Für alle die einen Charakter benutzen, der es mehr mit der Zauberei hat, für die sind die Regenerationstränke gedacht, damit lassen sich die Magiepunkte wieder auffüllen.
Auch ein Gegenstand der Gattung „Trank“ ist der Rückruftrank. Mit ihm begibt man sich durch Knopfdruck (ganz richtig ist das nicht, hier muss man sich doch mal ins Menü begeben), an den sicheren Ort, den man zuletzt besucht hat. Zu Beginn des Spiels ist es die Taverne, später dann zum Beispiel die Zwergensiedlung.
Ganz wichtig ist dieser Rückruftrank, wenn mein Rucksack voller Waffen ist (mein Charakter gibt mir sogar durch Kommentare zu verstehen, dass er nicht noch mehr Gegenstände aufnehmen möchte, zum Beispiel sagt er solch nette Sätze wie: „Ich fühle mich schon wie ein Packesel“) oder ich fast von den Monstern totgeschlagen wurde und keine Heiltrank mehr besitze. Dann nehme ich mir einen Rückruftrank zur Brust und befinde mich wie im Fluge beim Händler meines Vertrauens, der schon ganz gierig auf die Sachen wartet die ich ihm zum Kauf anbiete.
Zwei Gegenstände hätte ich fast noch vergessen, unser Held liebt nämlich Schmuck, deshalb darf ich auch für ihn attributverbessernde Ringe oder Ketten aufnehmen. Viel bringt es allerdings nicht, man darf sich zum Beispiel von einem Ring keinen massiven Stärkezuwachs erwarten
So kämpfen wir uns also von Monster zu Monster und irgendwann ist das Maß voll, ein neuer Charakterlevel ist erreicht. Bei jedem Level das man aufsteigt, erhält man natürlich mehr Energie, mehr Magie und auch Punkte, die man auf Talente oder Zauber aufteilen kann. Bei den Talenten und Zaubern sollte man sich auf einige spezialisieren, da man nicht so viele Punkte zur Verfügung gestellt bekommt um alle Zauber oder Talente voll ausschöpfen zu können.
Aller vier Level darf man dann Attribute wie Stärke, Weisheit oder Geschicklichkeit um jeweils einen Punkt erhöhen (dreimal dürft Ihr raten, worauf mein Charakter Punkte bekommt).
In diesem Punktevergabesystem je nach Level oder viertem Level, sehe ich einen kleinen Kritikpunkt. Zwar ist es ganz positiv, dass man seinen Charakter nach eigenen Vorstellungen „verformen“ kann, aber gerade zu Beginn des Spiels hat mich die Vergabe etwas verwirrt. Automatisches Punkteverteilen bei Levelaufstieg wäre vielleicht auch nicht schlecht gewesen.
Meine bisherige Spielverlaufsbeschreibung dürfte sich ja nach einem typischen Hack & Slay-Rollenspiel anhören, eines hat das Spiel aber noch was man nicht in vielen Rollenspielen vorfindet, der Kampfcharakter kann nämlich springen. Zum Teil wurde dieses Feature für kleine Rätsel eingesetzt, zum anderen Teil aber auch für Sprungabschnitte, die es wirklich in sich haben. Die Darstellung von oben ist da auch nicht gerade ein Vorteil, theoretisch kann man mit geschicktem Joypadeinsatz sogar um die Ecke springen. Und wenn ich an „Springen“ bei BGDA denke, da habe ich gleich wieder diese fiese Hüpfpassage vor dem ersten Endboss vor Augen, ehe ich diesen Spielabschnitt gemeistert hatte, ich bin tausendmal gestorben.
Wo ich gerade „Endgegner“ erwähnt habe. Diese verdienen die Bezeichnung irgendwie bei keinem Schwierigkeitsgrad. Ich kämpfe ja meist mit dem Zwerg, da reicht es eigentlich nur immer feste auf den Endgegner einzuprügeln und die Energieleiste im Auge zu behalten (bzw. genug Heiltränke bei sich zu haben).
Bei der Gegnerintelligenz bin ich auch geteilter Meinung. Normale Monster stellen sich ganz geschickt an, wenn gleich ein ganzes Rudel auftaucht, muss man schon aufpassen, dass man nicht schnell das Zeitliche segnet. Die Endgegner darf man dagegen als „dümmlich“ bezeichnen, diese setzen Waffen und Magie nicht geschickt genug ein, um mich zu besiegen. Es kann auch schon mal vorkommen, das so ein Obermotz gegen die Wand rennt, dumm und groß halt.
Spielsteuerung
Ohne jetzt jeden einzelnen Joypadbutton erklären zu wollen, kann ich sagen die Steuerung ist genial einfach. Bei Rollenspielen kann man ja immer recht viel mit seinem Charakter anstellen, umso komplizierter sind meist auch die Joypadverrenkungen die man auszuführen hat. Bei BGDA ist dies jedoch vortrefflich gelöst. Die Steuerung des Charakters übernimmt Euer Daumen am linken Analog-Stick, mit dem rechten bewegt man die Kamera. Um sich in den verzweigten Höhlen zurechtzufinden kann man sich auch eine transparente Karte einblenden lassen, das nur mit einem einzigen Knopfdruck. Durch weiteres Drücken verändert man die Größe oder lässt die Karte ganz verschwinden.
Wichtige „Steuerbefehle“ wie Angreifen oder Springen sind auch jeweils fest auf einen Button gelegt, sogar Tränke nimmt man durch einen simples Drücken eines Buttons zu sich.
Mit der Magie ist es nicht ganz so einfach, da hätte es aber glaube ich auch keine Alternative gegeben. Man muss sich also erst eine Magieart aussuchen, diese hat man dann aber auch fest auf einem Button
Wenn es dann ans Rüstungsanlegen geht, da kann ich auch nur sagen „einfach“. Die Menüs sind komplett in deutscher Sprache und es wird angezeigt, welche Aktion gerade machbar ist.
Nicht ganz so zufrieden bin ich mit der Bildschirmanzeige, der Trefferpunktbalken ist zum Beispiel so klein, dass man manchmal nicht drauf schaut, weil man zu sehr in das Kampfgeschehen vertieft ist und dann kommt es schnell vor, dass man mal wieder das Zeitliche segnet. Die Anzeige müsste meiner Meinung nach so groß sein, dass man sie automatisch immer im Auge behalten kann.
Grafik
Hier kann ich nur sagen „top“ und das in allen Bereichen.
Die Spielgrafik ist äußerst detailliert, Goldstücke sind auch so groß wie Goldstücke nicht wie Goldbarren und wenn man ein Schwert aufgehoben hat, dann lag da vorher auch ein Schwert. Die Spielwelt ist gut ausgearbeitet und verwöhnt mit vielen Details. Höhlen sind gut ausgeleuchtet oder dunkel wie Bärenhindern von innen.
Das Leveldesign wurde sehr abwechslungsreich gehalten, betritt man ein neues Portal, darf man sich auch immer an einer komplett neuen Grafik erfreuen.
Und was wohl jedem auffallen dürfte, sind die grandiosen Effekte, fangen wir mal mit der Wasserdarstellung an, das BGDA-Wasser ist das am besten dargestellte Wasser auf Konsole (zur Zeit, Wave Race auf dem Game Cube oder vergleichbares auf der X-Box wird wohl etwas besser ausschauen). Weiterhin darf man sich beim Durchforsten der Landschaft an netten Effekten wie einem Schneesturm der auch danach ausschaut erfreuen. Sehr nett gemacht.
Mühe gegeben hat man sich auch bei der Charakterdarstellung. In den Zwischensequenzen wird die Ingame-Grafik verwendet, manchmal schaut es aus, als ob die Figuren vorgerendert sind. Die eigentlichen Spielfiguren, sei es Hauptcharakter oder Monster sind ebenfalls ordentlich dargestellt, man geht sogar soweit ins Detail, dass man zum Beispiel bei einer Rüstungsänderung tatsächlich andere Kleidung am Charakter sieht. Das gibt es nicht bei vielen Rollenspielen.
Sound, Soundeffekte
Die Sounds im Spiel stammen von Jeremy Soule und man kann sagen, der Mann hat gute Arbeit geleistet. Normalerweise hält sich die Musik mit teilweise sphärischen Klängen immer fein im Hintergrund, wird sie lauter und dramatischer, weiß man das hinter der nächsten Ecke nichts gutes wartet.
Gut gelungen sind auf die Soundeffekte, sie klingen ziemlich realistisch. Bestes Beispiel ist hier das Pfeifen des Windes bei einem Sturm oder das Säbelrasseln beim Umgang mit der Waffe. Einzelne Folterinstrumente klingen sogar unterschiedlich, top.
Übersetzung
BGDA ist komplett in deutsch, sowohl Schrift wie auch Sprache. Auch hier wurde gute Arbeit geleistet, die Übersetzung lässt die Spieler noch tiefer in das Spiel eindringen – man muss nicht über schlechte Satzwahl oder dümmliche Rechtschreibfehler lachen.
Auch bei der Sprachübersetzung hat man sich kaum Fehler geleistet, die Sprecher tragen ihren Text glaubwürdig und ausdrucksstark vor, leider aber nicht lippensynchron, dies stört vielleicht etwas.
Optionen
Nach knapp sieben Stunden hatte ich das Game das erste Mal durchgespielt, da schaute ich ins Optionsmenü nach dem gewählten Schwierigkeitsgrad. Zunächst kann man aus drei verschiedenen wählen, nach erfolgreichem Durchspielen und Meistern der Herausforderung, darf man sich auch noch an einem vierten Schwierigkeitsgrad probieren.
Weiterhin kann man einen Charakter aus einem alten Spiel in ein neues integrieren, mit schlagkräftiger Ausrüstung meistert man so auch den schwierigsten Modus.
Und dann... da hätten wir doch noch einen 2 Spieler-Modus. Und nicht etwas im Splitt-Screen, nein die doppelte Monstermetzelei findet auf einem Bildschirm statt. Ich brauch wohl nicht zu sagen, was das für einen Spaß macht.
Fazit
Meinen Ansprüchen nach wäre BGDA fast perfekt, wenn da nicht die Spiellänge wäre... Doch wollen wir das Feld mal von hinten aufrollen.
Der Einstieg ins Spiel ist leicht, nach wenigen Minuten hat man sich mit der Steuerung vertraut gemacht und lernt diese zu lieben. Die Story ist zwar manchmal verwirrend, im großen und ganzen weiß man aber wohl immer was man zu machen hat.
Für ein Rollenspiel positiv auffallend ist die gute Grafik, samt der vom mir schon beschriebenen Effekte. Beim Sound und der Übersetzung schaut es qualitätsmäßig nicht viel anders aus, bis auf das nicht gerade lippensynchrone Sprechen gibt es von mir nichts zu bemängeln.
Ausgezeichnet ist auch die Spieltiefe, bereits nach einer halben Stunde dachte ich mir, das Spiel möchte ich noch ein Weilchen weiter spielen, weil es eben so viel Spaß macht. Aber leider wurde mein Wunsch nicht erfüllt, bei mir war nach 7 Stunden der letzte Endgegner besiegt. Natürlich kann man das Game auf jedem Schwierigkeitsgrad durchspielen, dann kommt man auch auf mehr Stunden, aber viermal das gleiche Spiel durchzocken? Wenigstens kann man seinen erspielten Charakter immer mit in ein schwereres Abenteuer mitnehmen, das ist schon ein guter Ansatz.
Positiv ist dann auch wieder, das man das Spiel zu zweit zocken kann. Und ich muss sagen, es ist schon fast eine Verpflichtung einen zweiten Kumpel mit an die PS2 zu setzen und dieses Game im Doppelpack durchzuspielen. Es macht wirklich Spaß.
Wir Ihr lesen konntet, bis auf die Spiellänge gibt es von mir an diesem Game nichts auszusetzen, wem solche gefallen gefallen, der sollte schleunigst zuschlagen, ich meine kaufen.
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