Irland Testbericht

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Erfahrungsbericht von zitrol

Unglücklich, aber trotzdem nicht ganz unverdient...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

...war das Ausscheiden Irlands bei dieser WM 2002, zumindest meiner Ansicht nach! Ich hoffe, daß Eure Proteste jetzt nicht zu vehement sind, doch ich möchte doch bei der Betrachtung der Leistung der Nationalmannschaft Irlands den emotionalen Faktor möglichst außen vor lassen!
Natürlich war es beeindruckend und seit jeher auch schon eine Stärke der Iren, leidenschaftlich bis zum Umfallen zu kämpfen, ganz klar.
Ganz am Rande möchte ich erwähnen, daß ich es eigentlich für selbstverständlich halte, bis an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit zu gehen, hat man die große Ehre, sein Land bei einer Fußball-WM vertreten zu dürfen.

Dies ist nicht nur eine Sache des "Satt-Seins" mach anderer Fußballprofis, denn auch so manch ein Ire verdient nicht so schrecklich wenig Geld beispielsweise in der englischen Liga, nein, ich denke, daß dies vielmehr eine Frage der Mentalität ist.

Mich und wahrscheinlich auch viele von Euch hat es auf jeden Fall gefreut, die Iren kämpfen zu sehen.
Diese spielen nicht gerade einen gepflegten Fußball, wissen aber durch ihre Kampfkraft und daraus resultierende Zweikampfstärke zu überzeugen.
Ich kann die Enttäuschung des einen oder anderen über das Ausscheiden (zumal es sehr unglücklich war) verstehen, doch ehrlich gesagt haben die Iren das Toreschießen nicht gerade erfunden und dies ist eben nun einmal ein nicht ganz unwesentlicher Faktor im Fußball, HÜSTEL...

Doch nun erst einmal der Reihe nach...

Irland hatte sicherlich keine sehr leichte Gruppe.
Deutschland ist immer ein nicht sehr beliebter Gegner.
Wenn die Kritik an den Deutschen auch noch so vernichtend ist, bei einem großen Fußballturnier leisten sie fast ausnahmslos Erstaunliches.
Kamerun wurde sehr stark eingeschätzt, für viele waren die Afrikaner der Favorit in dieser gruppe. Saudi-Arabien hatte hingegen niemand auf der Rechnung, wenn diese immerhin auch schon einmal das Achtelfinale einer WM erreicht hatten.
Es wurde allgemein ein Dreierkampf um die beiden ersten Plätze erwartet, wobei man den Iren die eher schlechtesten Chancen ausgerechnet hatte...

Im ersten Spiel trafen die Iren auf Kamerun.
Die Afrikaner bestimmten von Beginn an das Spiel, erzielten das verdiente 1:0 und schienen, ihre Favoritenrolle bestätigen zu können.
In der zweiten Halbzeit war aber alles anders!
Irland stürmte, was das Zeug hielt und schnürte Kamerun fast die gesamte zweite Halbzeit in deren Hälfte ein.
Folgerichtig erzielte Irland den Ausgleich zum 1:1, versäumte es aber, den Siegtreffer zu erzielen.
DAS ist auch DER Schwachpunkt der irischen Nationalmannschaft, die mangelnde Chancenauswertung, denn sie treffen einfach das Tor nicht.
Dies bestätigt zudem die WM-Statistik, welche besagte, daß die Iren bei den Weltmeisterschaften vorher noch nie mehr als ein Tor in einem Spiel erzielt hatten!
Gut, so oft waren sie zwar auch noch nicht dabei, aber auch bei der WM 2002 schien sich dieser traurige Trend zu bestätigen.
Das 1:1 zwischen Irland und Kamerun half eigentlich somit keinem der beiden Teams.

Im zweiten Spiel stand Irland gegen Deutschland nämlich schon mit dem Rücken zur Wand, bei einer Niederlage wären die Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales auf ein Minimum gesunken.
Deutschland ging 1:0 in Führung und machte daraufhin aber den Fehler, den Vorsprung über die Zeit retten zu wollen!
In der Nachspielzeit, nämlich der 92. Minute gelang den Iren der verdiente Ausgleich.
Der Zeitpunkt war natürlich sehr glücklich, das Unentschieden aufgrund der Überlegenheit Irlands in der zweiten Halbzeit mehr als verdient!

Nun mußte im letzten Spiel gegen Saudi-Arabien ein Sieg mit zwei Toren Abstand her, um sicher das Achtelfinale zu erreichen. ies gelang auch mit einem problemlosen 3:0 gegen die schwachen Saudis.

Deutschland gewann gegen Kamerun mit 2:0, so daß Irland hinter Deutschland ins Achtelfinale einziehen durfte, Kamerun blieb überraschend als Gruppendritter auf der Strecke!

Im Achtelfinale bekamen es die Iren mit Spanien zu tun, auch hier war Irland wieder krasser Außenseiter.
Doch auch hier machten die Kampfkraft und der unbändige Einsatzwille die spielerischen Defizite gegen die Spanier wett und erneut wurde kurz vor Schluß der Ausgleich zum 1:1 erzielt!
In der Verlängerung fiel dann kein Tor mehr.
Im Elfmeterschießen überboten sich beide Teams dann reihenweise mit Fehschüssen, Spanien verschoß zweimal, Irland sogar dreimal!

Insgesamt kann Irland mit seiner Vorstellung jedoch mehr als zufrieden sein und eigentlich hocherhobenen Hauptes nach Hause zurückkehren!
Die Sympathien sind den Iren (wieder einmal wie so oft!) sicher, doch der sportliche Erfolg hält sich erneut doch noch in Grenzen...

Beeindruckend war wieder einmal die geschlossene Mannschaftsleistung Irlands, wo jeder wirklich für den anderen "bis zum Umfallen" zu kämpfen schien!
Aber bei allem Einsatz und furioser Kampfkraft ist dennoch festzuhalten, daß der Fußball in spielerischer bzw. technischer Hinsicht oft bei den Iren doch ein bißchen auf der Strecke zu bleiben scheint, das muß ich dann auch fairerweise einmal sagen.

Wer so wenig Tore schießt beziehungsweise Chancen ausläßt und "nur" kämpft, der zählt eben (noch) nicht ganz zu einer echten Spitzenmannschaft des Weltfußballs, denke ich...

39 Bewertungen, 1 Kommentar

  • hjid55

    17.03.2007, 15:06 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lg Sarah