It´s Dark And Hell Is Hot - DMX Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  gut

Erfahrungsbericht von Senilm

Hell is hot for a reason !

4
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  gut

Pro:

DMX`s Reimstil

Kontra:

veraltet wirkende Produktion

Empfehlung:

Ja

LOOK THRU MY EYES

DMX`s seitliches Portrait mit überlegener Miene gibt es auf dem rotstichigen Cover zu betrachten...


Ein ziemlich bescheuertes \"intro\" mit Glockengebimmel und furchteinflössenden Klängen soll das Album einstimmen, während sich DMX im Hintergrund warmstammelt.
Mit energischem Streichersampling und droppenden, temporeichen Beats gewinnt der Titel aber schnell an Eingängigkeit!
Ja und auch DMX wirkt wach - schnell wird klar warum als er der gebührende Nachfolger Tupacs gehandelt wird - sein Rapstil ist verständlich, energisch und kraftvoll!
Seine zeitweiligen ins Gebell verkommende Ausflüge sollte er aber doch unterlassen - bald sollte sich jedoch herausstellen, daß eben das eines seiner Stilmerkmale werden sollte.

Seine \"Ruff Ryders Anthem\" wurde zum ersten Singlehit des Albums und katapultierte auch das Album nach oben !
Bouncende Beats mit hartem Tiefgangfaktor droppen hier zu wirr wirkendem Synthesizergeharke - welches sich schnell jedoch zu einer eingängigen Melodie vermischen soll!
Es ist sowieso DMX der die ganze Aufmerksamkeit auf seine Raps zieht - mit von sich selbst überzeugter Darstellungsweise macht er klar, welche Crew die beste ist - und auch ansonsten lässt er seine Ansichten nicht zu Kurz kommen !
Nerviger Faktor dieses Titels, das Hintergrundgejohle seiner Crew - welches doch etwas störend wirkt.

Auf einer fetten Bassline mit temporeich loslegendem Funky Groove reitet \"Fuckin Wit D\"! Das funky Gezurre und die dröhnenden Beats sorgen für Stimmung - welche DMX mit seinen eindringlichen Worten \"I don?t give a fuck about u niggaz... ain`t killin`nothing\" noch mehr anheizt !
Hier setzt DMX voll auf die Kraft seiner Stimme, die er in einer gewaltigen Wordflowwelle auf den Hörer loslässt - bestärkt durch die \"what\" Zwischenrufe braut er da einen aggressiven Cocktail zusammen!

Als windiger Interlude erweist sich \"The Storm\"...

Klaviermelodien und Hundegewinsel leiten \"Look Thru my eyez\" ein !
Ein schleppend dahinsiechender Titel mit ploppendem Beat und schnell langweilendem Klavierspiel !
Gegen diese Langeweile kämpft DMX erfolgreich an - energisch und hochmotiviert scheint er die Samples förmlich anfeuern zu wollen - jedoch ohne Erfolg!
Danach spricht er den Hörer selbst an und frägt ob er schon einmal in \"seinen Schuhen gewandert ist und das gesehen hat was er sah?\" -- reichlich klischeehafter Kram.

\"Get at me dog\" prahlt mit Samplingkultur - da stehen funky Gitarrenlicks Soulelementen gegenüber - alles mit drallen Gitarrenakkorden aufgewertet! DMX und Seek wechseln sich hier in den Raps ab, DMX bleibt jedoch deutlich der dominantere - während Seek mit seiner hellen Stimme lediglich im Refrain zeigen darf was er kann!
DMX`s aggressiver Stil setzt sich auch hier fort - Aggressionen baut er auch in seinem Titel ab und entgleist dabei verbal nicht nur einmal!

Synthieklimpereien mit billigen Drumeffekten vermiesen zunächst \"Let me fly\" - erst der pumpende Beat mit seinem lässigen Flow kann da Stimmung aufkommen lassen !
Dennoch bleibt dieser Titel einer der schlechtesten des Albums - DMX scheint das zu wissen - und bemüht sich schon selbst kaum mehr darum hier noch etwas Pep mit einzubringen!
\"let my soul rest - take my breath\"
...\"i sold my soul to devil and the price was cheap\"

\"X-is coming\" setzt auf einen kruden Mix aus Streicherarrangement und hektisch ploppenden Beats - die sich zunächst noch die Unverschämtheit eines Kinderreims gefallen lassen müssen !
DMX tiefraunende Stimme geht dabei schnell in seinen gewohnten Reimstil über - hier fällt jedoch besonders sein Betonungsstil ins Gewicht, den er scheinbar bei diesem Titel perfektioniert hat!
Der Refrain - im Kinderreimstil - hingegen wirkt einfach nur lächerlich !

Auch \"Damien\" lässt die Streicher nicht aussen vor - doch hier werden locker droppende Beats mit Tempo dazugepackt, was das ganze schon etwas eingängiger werden lässt!
DMX in argen Schwierigkeiten - mit gespaltener Persönlichkeit kämpft er sich souverän durch den Titel !
DMX erklärt \"Damien\" seine Welt - die Gefahren, das Leben und der Sinn des ganzen!
Das er sich dabei im Gangstermilieu festfährt dürfte aber klar sein...

Ein weiterer Hit des Albums \"How`s it going down\" behandelt das angespannte Verhältnis zwischen Mann und Bitch .. äh Frau!
Der Gehörnte rächt sich per Telefon ... und danach geht auf einer relaxt flowenden Drumbeatwelle los!
Tja DMX beweist hier zum ersten mal seine Wandlungsfähigkeit - selbst in smootheren Gefilden fühlt er sich sichtlich wohl - und seine tiefe Stimme verleiht dem Refrain das gewisse Etwas, während er den \"Player\" beschwört und ganz nebenbei klar macht, daß er sich wohl doch in eine Bestimmte verguckt hat!

Ziemlich hundelastig ist \"Mickey\" der nächste Interlude...

Auf akustischem Bongotrommelniveau will uns \"Crime Story\" zunächst täuschen - denn wenig später sorgt eine fettgroovende Bassline für 70ies Feeling!
Lockeres Storytellerfeeling kommt auf, wenn DMX in erzählerischer Manier die typische Gangsterstory inklusive Männerfreundschaft und Polizeiflucht auftischt!
Dabei schafft er es jedoch erstaunlicherweise den üblichen Klischees auszuweichen...

Ziemlich stressig kann \"Stop being greedy\" werden - hier sorgen overpitchte Streicher und ein ohne Unterlass bangender Drumbeat für Uptempo HipHopSound!
In Höchstform auch DMX, der hier in shoutender Manier der Lunge mal Freigang verpasst und auch ab und an mal die Töhle von nebenan raushängen lässt! Die verklemmten, gierigen Geldsäcke bekommen hier ordentlich ihr Fett weg ..

\"ATF\" setzt auf Cello und auf mysteriös, düstere Klänge!
Auf einem fett tief bouncenden Beat hängt sich schnell Glockengebimmel und Polizeisirenengeheul! Auf der Flucht gibt DMX seine Story zum besten - was irgendwie arg an N.W.A \"100 miles and running\" erinnert!
Leider kann die Story nicht lange fesseln - und der Titel selbst schon gar nicht...

\"For my dogs\" behält sich das Glockengebimmel und damit einen nervigen Faktor des vorigen Titels.
Big Stan, Rasino, Loose und Dragon stehen hier als Gastrapper DMX zur Seite - der schleppende Sound mit Beorgelung und Streicherfiedlerei hängt sich leider arg schnell ab! Und der Dauerrefrain sorgt dafür, daß man diesen Titel schnell mit der \"Forward\" Taste quittiert.

\"I can feel it\" geht da schon wieder etwas mehr in die eingängigeren Gefilde des HipHops!
Locker bouncende Beats und tolle Samplings sorgen hier für Wohlgefallen, welches auch DMX mit seinem Wordflow erfüllen kann!
Dennoch nicht unbedingt ein Höhepunkt des ALbums.

Mit \"Prayer\" gibt es ein eigens ausgelegtes Gebet DMX`s zu hören!

Auf droppenden Beats mit hohem Bassanteil konzentriert man sich bei \"Convo\", welches ansonsten mit einem kaum motivierten Klaviergeklimper aufwarten kann.
DMX wirkt reichlich verschlafen, während des Refrain raunt er auf beinahe einschläfernder Basis, ansonsten kann er sich dank Gastunterstützung noch über Wasser erhalten!
Hier steht Diskriminierung im Mittelpunkt des Interesses...

\"Niggaz done started something\" - zusammen mit seinen alten Freunden von \"The LOX\" und Winse heizt DMX diesen UndergroundHit ordentlich auf - das Dauergeklimper des Pianos nervt jedoch schnell, da kann auch der schiebende Drumbeat mit Bassfaktor hoch zehn nichts dran ändern!
Einzig und allein die Präsenz verschiedenster Rapstyles kann diesen Titel interessant halten !
\"You can lay in the flames or hug the stars for it\"


STOP BEING GREEDY

Ein eindrucksvolles Debütalbum, wenn es auch im Nachhinein betrachtet mit Sicherheit nicht die Lorbeeren verdient hat, die ihm bei seinem Erscheinen ausgesprochen wurden!

Denn DMX kramt immer noch in der Klischeekiste herum und die Produktionen sind nicht immer astrein, die meisten bauen auf dem damals so angesagten Streicherarrangementsampling auf!
Das lässt das Album doch arg zeitbezogen, d.h. inzwischen veraltet wirken!
Einzig und allein DMX`s eindringlicher Reimstil und die drei Singlehits \"Ruff Ryders Anthem\", \"How`s it going down\" und \"Stop Being Greedy\" können hier als Kaufgrund herhalten!

Mehr als fünf Mio. verkaufte Einheiten sprechen da aber eine andere Sprache - und DMX sollte nur ein halbes Jahr später beweisen, daß er diesen Erfolg weiterführen kann - denn da erschien sein zweites Album \"Flesh of my flesh, blood of my blood\"

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