It´s Dark And Hell Is Hot - DMX Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  gut

Erfahrungsbericht von clauds22

Rougher HipHop Style

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

DMX, bekannt als Dark Man X, dürfte wahrscheinlich nur denen unter euch ein Begriff sein, die ab und zu mal Rap oder HipHop hören und diesem Musik Genre nicht gänzlich abgeneigt sind. DMX heißt ursprünglich Earl Simmons, wurde 1970 in Baltimore geboren und zog schon bald nach Yonkers, New York, wo er auch anfing, seine eigenen Texte zu schreiben und sich für den Ghetto HipHop zu interessieren. Bei Columbia Records wird er schließlich unter Vertrag genommen und releast seine erste Single ‚Born Loser’, leider nur mit mäßigem Erfolg, weshalb er schließlich auch aus Frust und Nichtbeachtung Columbia Records verlässt. Erst 1997 unterschreibt er bei dem Label Def Jam, welches HipHop Liebhabern sicher ein Begriff sein dürfte, da dort auch namhafte Künstler wie Ashanti, Jay-Z, Ja Rule, Funk Master Flex, LL Cool J und Redman unter Vertrag sind. Neben der Musik ist DMX auch noch in manchen Filmen vertreten – so dürftet ihr ihn vielleicht aus Belly, Romeo must die oder Exit Wounds kennen.

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1998 veröffentlicht DMX dann schließlich sein Debütalbum „It’s dark and hell is hot“, welches in den USA allein über 4 Millionen mal verkauft wurde und auch prompt in Europa unter den Rap und HipHop Freunden einen gewissen Beliebtheitsgrad erreichte. Vor allem der Ruff Ryders Anthem war seinerzeit Kult und wurde in den Clubs rauf und runter gespielt. Dadurch kam auch ich zu DMX und kaufte mir natürlich in der Hoffnung auf mehr Partykracher wie diesen auch gleich das dazugehörige Album. Wie meine Hoffnungen erfüllt wurden – oder nicht – und ob sich die 16.99 Euro lohnen (bei Interesse schaut doch mal bei Ebay), werde ich euch nun mitteilen und die 19 (!) Songs unter die Lupe nehmen...


°~° Intro °~°

Das Intro beginnt mit einer Art Interview, in der DMX einige Fragen gestellt werden und er sich sozusagen durch ein paar simple Statements vorstellt. Daraufhin folgt für ein paar Sekunden eine für Rap untypische langsame Melodie, während deren Verlauf man nur im Hintergrund ab und zu DMX’ Stimme vernehmen kann. Dann beginnt ein ziemlich monotoner Rap, der von einem unspektakulären Refrain unterbrochen wird, der nur aus den Worten ‚Where my dogs at’ besteht. Überzeugen kann mich dieses Intro nicht sehr, bekommt aber einen Pluspunkt, weil es kein einfaches Intro ist, sondern eigentlich mit seinen über 4 Minuten schon als eigenständiger Song durchgehen kann.
Rating: **


°~° Ruff Ryders Anthem °~°

Ich dachte immer, ein guter Rapper spart sich den besten Track für den Schluss auf, aber bei DMX ist es wohl nicht an dem. Der Ruff Ryders Anthem (die Ruff Ryders Hymne) ist ohne Frage der Höhepunkt des Albums und ein echter Partyknaller. Schon der anfängliche Beat hat absoluten Wiedererkennungswert und ist einfach einzigartig. Der Track ist mit einem harten Bass unterlegt und auch die sich widerholenden Schlagzeug Parts kommen nicht zu kurz und verleihen dem Song einen eigenwilligen Sound, den man so schnell nicht wieder vergisst. Die Lyrics verweisen auf den typischen DMX Style und lassen auf mehr Material dieser Art hoffen. Außerdem werden die übrigen Members der Ruff Ryder Crew vorgestellt, die bei der Remix Version des Songs auch mit von der Partie sind – Eve, The Lox, Swiss & Drag-On. Allerdings kommen bei diesem Track die richtigen Vibes erst rüber, wenn man ihn entweder richtig laut aufdreht, oder aber bei einer Party hört. Ansonsten geht das eigentliche Feeling eventuell etwas unter.
Rating: *****


°~° Fu***** wit’ D °~°

Mit nur 2.18 m ist dieser Track recht kurz, geht aber schon von Anfang an mit einem schnellen Beat und passend hartem Rap ziemlich ab. Hier hört man deutlich die Synthesizer heraus und der Refrain ist ziemlich laut und klingt aggressiv. Die Lyrics sind nichts Besonderes und für meinen Geschmack fehlt diesem Stück das Besondere, weswegen ich auch in meiner Wertung ein paar Sternchen abziehen muss...
Rating: **


°~° The Storm (Skit) °~°

Skits überspringe ich in meiner Bewertung, da ich sie auf sämtlichen Rap Alben für komplett überflüssig halte. Wenn ich mir das Gequatsche der Rapper anhören will und dieses nicht mit Musik unterlegt sein soll, dann sehe ich mir ein Interview an ;)


°~° Look thru my eyes °~°

Die Melodie lässt auf ein recht langsames Stück schließen und auch der Rap kann es nicht viel härter klingen lassen. Allerdings zeigen die Lyrics (es geht vor allem um DMX’ Vergangenheit und einige Dinge, die ihm in seinem Leben passiert sind) und die Rhymes DMX mal wieder ‚at his best’, der Refrain hingegen kann mich nicht begeistern, weil er sehr monoton wirkt und ich die dahingemurmelten Worte nicht mal so recht verstehen kann. Deshalb nur eine mittelmäßige Wertung für einen mittelmäßigen Song, der aber für eine ruhige HipHop Stunde geeignet scheint...
Rating: ***


°~° Get at me dog °~°

Bei diesem Track wird DMX von Shack (The Lox) unterstützt, was dem Song eine gewisse eigene Note gibt. Er hat einen typischen HipHop Sound, der recht eingängig ist und auch für ‚easy listener’ durchaus geeignet scheint, was besonders an dem gleichbleibenden Beat liegt, der jede Strophe untermalt und auch im Refrain noch gleich bleibt. Der Text zeichnet sich vor allem durch die ‚explicit’ lyrics aus, was mir nicht sonderlich gefällt, aber dem Track einen typischen Ghetto Touch verleiht, wodurch sich viele Rap Fans wohl besser mit dem Künstler identifizieren können. Die letzte Minute des Songs besteht leider nur noch aus einer Art Wortwechsel ohne Musik, die ich ziemlich überflüssig finde.
Rating: ****


°~° Let me Fly °~°

Mal wieder ein langsamer, smoother HipHop Track, dessen Beat sich durch eine Menge Synthesizer Einflüsse auszeichnet, dabei aber dennoch recht interessant und nicht allzu künstlich klingt. Hier merkt man mal wieder, dass DMX nicht einer der Rapper ist, die nur gleichklingende Stücke rausbringen und dabei den melodiösen Teil vollkommen vergessen, sondern dass er bemüht ist, sein Album etwas vielseitiger zu gestalten. Der Refrain ist ziemlich soft und animiert zum Mitsingen, während der Text vom Leben auf der Straße handelt und den harten Aspekten, die dieses Leben mit sich bringt.
Rating: ***


°~° X-is Coming °~°

Was ich von diesem Track halten soll, weiß ich noch nicht so genau. Er klingt recht dunkel und aggressiv, und würde aufgrund der Soundeffekte im Hintergrund eine gute musikalische Untermalung für einen Horrorfilm abgeben. Der Hook hingegen klingt ziemlich lahm und bringt überhaupt keine Power rüber. Insgesamt ein Song, den ich eher überspringen würde.
Rating: *


°~° Damien °~°

Diesen Track finde ich recht interessant. Er erzählt eine Art eigene Story, in der sich DMX mit Damien unterhält. Dazu sollte man wissen, dass jedes DMX Album einen Damien Song hat und der Charakter des Damien (der DMX dazu anstiftet, irgendwelche dummen Dinge zu tun) ebenfalls vom Dark Man X gesprochen wird. Die Lyrics sind sehr unterhaltsam und der dazugehörige instrumental Teil klingt richtig düster und passt perfekt zum Rest des Songs. Worth a listen!
Rating: ****


°~° How’s it goin’ down’ °~°

Der Track beginnt mit einem Telefongespräch, welches DMX mit einem weiblichen Wesen führt. Dabei kommen verbale Attacken und *bad Language* natürlich nicht zu kurz. Der Anfang kommt dann allerdings ziemlich relaxed rüber, hat einen netten Beat und wirkt viel weniger aggressiv als der Rest des Albums. Wahrscheinlich gefällt dieser Song den echten DMX Fans nicht, ich dagegen finde ihn, unter anderem durch die vorhandenen R’n’B Einflüsse, richtig gut – und fühle mich auch dadurch bestätigt, dass er seinerzeit als Single Auskopplung veröffentlicht wurde. Sucht ihr zum Beispiel einen netten Song, mit dem ihr euch eine Autofahrt versüßen könnt, dann könnt ihr hier zugreifen – oder auch einfach nur zum Nebenbei hören, oder für einen gemütlichen Abend.
Rating: *****


°~° Mickey (skit) °~°

- of no real interest –


°~° Crime Story °~°

Der Sound beginnt ziemlich slow und ruhig und der Text erzählt (wie schon der Titel sagt) von diversen Verbrechen, die sich auf der Straße ereignen. Der Beat erinnert ein bisschen an R’n’B, kann sich aber offensichtlich nicht so recht entscheiden, in welche Richtung er nun wirklich tendieren soll. Zu DMX passt der Track meiner Meinung nach nicht wirklich, ein Rapper der ‚softeren’ Art hätte sich damit sicherlich leichter getan, sei es Nas oder vielleicht Jay-Z. Insgesamt kommt das erwünschte Feeling aber leider nicht ganz überzeugend rüber, weshalb ich mich für eine mittlere Bewertung entschieden habe.
Rating: ***


°~° Stop Being Gready °~°

Untypisch werden in diesem Song Instrumente wie Orgel und Violine verwendet, welche sich aber erstaunlicherweise sogar recht gut mit dem Sprechgesang von DMX kombinieren lassen. Der Instrumental Teil ist wirklich schön, während die Lyrics wieder recht aggressiv, hart und energisch klingen. Der Track wurde übrigens ebenfalls als Single ausgekoppelt, was mich nicht wundert, da er etwas Besonderes hat, was wohl an der Mischung von Instrumenten und Rap liegt, die sonst nicht sehr typisch ist. Auf alle Fälle ein interessantes Stück!
Rating: ****


°~° ATF °~°

Mit grade mal 1.55 m ist dieser Track recht kurz und gibt vom Text her auch nicht sonderlich viel her. Die Melodie ist ganz nett anzuhören, aber ebenfalls nicht wirklich was Besonderes. Vielleicht gewöhnt man sich mit der Zeit an den Song, aber so recht überzeugen konnte er mich nicht...
Rating: **


°~° For my Dogs °~°

Der Track vereint einige weniger bekannte Rapper wie Big Stan, Loose, Kasino und Dragon, von denen zumindest ich noch nie gehört habe. Jeder bekommt seinen eigenen Rap Part, wodurch ein ziemlich einzigartiges Stück entsteht, welches viele verschiedene Einflüsse zu haben scheint. Leider fehlt aber eine passende Melodie, um dem Ganzen den richtigen Touch zu verleihen, und so plätschert dieser Song eigentlich nur vor sich hin.
Rating: **


°~° I can Feel it °~°

“… coming in the air tonight…oh lord… I’ve been waiting for this moment for all of my life…” Na, wer erkennt diesen Text? Klar – Phil Collins, in the air tonight. Diesen Part hat DMX in diesem Song für seinen Refrain geklaut und in der Tat rettet er den Song, da der Rest nicht sonderlich spektakulär ist. Der Rap an sich ist nichts Besonderes, wodurch man sich auf die übrige Melodie verlassen muss. Diese hingegen ist als Fortführung des Refrains recht smooth und angenehm und kann sich absolut sehen lassen. Als Instrumentalstück würde mir der Track sicherlich besser gefallen ;)
Rating: ***


°~° Prayer (skit) °~°

- ein Gebet –

°~° The Convo °~°

Die dunkle, bewegende Melodie in diesem Song macht sich sehr gut, und mischt sich perfekt mit den Lyrics, die sich hauptsächlich um das Schicksal drehen und eine Art Gespräch mit Gott sein sollen. Der Refrain ist recht langsam und smooth, der Rest des Tracks hingegen wirkt viel härter, und DMX wird dabei manchmal auch richtig laut und scheint aufgeregt und defensiv zu werden. Lustig ist auch, dass er sehr oft den Ton seiner Stimme verändert, was uns glauben lässt, dass verschiedene Rapper am Mikro stehen.
Rating: ***


°~° Niggaz done started something °~°

The Lox und Mase mischen bei diesem Song mit und geben ihm eine besondere Note. Die Melodie ist leider ziemlich langweilig und kann nicht überzeugen, der Text dagegen ist umso besser, ebenso wie die Rapper, die hier einmal zeigen können, was sie drauf haben. Allerdings muss ich sagen, dass Mase viel mehr wie Puff Daddy klingt – aber das könnt ihr nur bemerken, wenn ihr selber mal reinhört ;) Der Track ist insgesamt ziemlich relaxed und wahrscheinlich nichts Besonderes, wenn man sich nicht den Lyrics annimmt...
Rating: ***


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Alles in Allem kann ich mich nicht recht entscheiden, was ich von diesem Album halten soll. Da ich aber vielen Songs nur eine mittelmäßige Bewertung oder gar schlechter abgewinnen konnte (insgesamt ein Schnitt von 3,1), werde ich die CD wohl auch zukünftig nicht allzu oft hören, sondern mir viel mehr meine Favorites in meine WINAMP Playlist kopieren und fertig. Manche der Tracks sind mir einfach zu langweilig, manche anderen zu aggressiv und einigen fehlt nun mal der besondere Touch, der einen guten Rap Song hörenswert macht. Wenn der Beat nicht stimmt und man nicht animiert wird zum Mitsingen oder Mittanzen, dann stimmt einfach was nicht. Somit gibt es von mir eine mittlere Bewertung für dieses Debütalbum von DMX, aber gleichzeitig eine Empfehlung, da manche der Songs durchaus hörenswert sind, und wiederum sowieso jeder anderen Geschmack hat. Fakt ist aber, dass ich schon eine Menge besserer Rap und HipHop Alben gehört habe, auf denen ich an eindeutig mehr Tracks gefallen gefunden habe.

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