Jaguar S-Type Testbericht

Jaguar-s-type
Abbildung beispielhaft
ab 26,84
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Erfahrungsbericht von katze35

ein edles Wohnzimmer auf 4 Rädern

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Überarbeitete Version !!

Wann also hat man schon mal das Glück, als „Normalsterblicher“ ein unsterbliches Auto zu fahren ??

Die geschah mir im Frühjahr 2002, genauer gesagt von einem Montagmorgen bis zum späten Dienstagabend. Mein Chef überlies mir (Opel Vectra und Audi A3 Fahrer) seinen persönlichen Schatz, einen Jaguar S Type 4.0, für eine dienstliche Fahrt vom Rheinland nach Bremen.
Die nun folgenden technischen Daten hab ich natürlich nachgelesen und hier festgehalten. Den Fahrbericht stelle ich zusammen aus den Erfahrungen der 900 km (davon ca. 700 Autobahnkilometer) und der ca. 10 Stunden als Fahrer.

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Der S-TYPE soll ja sportlich ambitionierte Fahrer ansprechen und für einen solchen hielt mich mein Chef (siehe mein Bericht zum Audi A3) . Das funktioniert auch ganz gut mit dem markanten, farblich abgestimmten Exterieur, einem sportlichem Interieur mit grau gebeizten Walnuss-furnieren, 18-Zoll Leichtmetallrädern und die serienmäßiger dynamische Stabilitätskontrolle (DSC), die durch Bremseneingriff und Traktionskontrolle ein Ausbrechen des Fahrzeugs durch rechtzeitiges, automatisches Abbremsen eines einzelnen oder mehrerer Räder verhindert. Nach Angaben von Jaguar hat der erfogreiche S-Type seit seiner Markteinführung im Frühjahr 1999 die Absatzzahlen weltweit maßgeblich gesteigert was mich auch nicht wundert.
Dieses Modell repräsentiert das neue Gesicht von Jaguar: jugendlich, mutig, elegant und leistungsbetont. Der S-TYPE Sport ist in zwei Motorisierungen erhältlich: einem 238 PS (175 kW) starken 3-Liter V6-Aggregat mit 24 über vier Nockenwellen betätigten Ventilen, oder einem 276 PS (203 kW) starken 4-Liter V8-Motor, dessen 32 Ventile ebenfalls über vier Nockenwellen betätigt werden. Die Jaguar-Designer haben im Außenbereich bewußt auf Chrom verzichtet und lieber mit einem außergewöhnlichen Felgendesign Akzente gesetzt. Jugendliches Design herrscht auch im Fahrzeuginneren vor, wo dunkle Farbtöne und Sport-Ledersitze den sportlich zeitgemäßen Auftritt unterstreichen.
Die Aufmerksamkeit und Anerkennung anderer Verkehrsteilnehmer ist jedem im Jaguar S-Type sicher: Bei meiner Testfahrt schloß zum Beispiel in einer Autobahn-Baustelle ein Honda Civic mit zwei jungen Herren zu mir auf. Sie fuhren eine Weile neben mir her, beäugten meinen mit blauer Metallic-Lackierung und weißem Leder versehenes, nicht gerade unauffälliges Gefährt und nickten mir zunächst freundlich zu, um schließlich mit gehobenem Daumen und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit deutlich überschreitend davon zu spurten. Um es also vorwegzunehmen: Stil hat der S-Type, Eleganz und ein sportliches Temperament dazu - und zwar sowohl in der überlegenen 8-Zylinder-Motorisierung als auch in der vergleichsweise zurückhaltenden 6-Zylinder-Version.
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Innenraum:
In den Vorab-Berichten einiger gedruckter Auto-Magazine wurde das Armaturenbrett kritisiert: es entspräche nicht dem traditionellen Stil des Hauses Jaguar. Wenn damit der nach unten gezeichnete Halbkreis in der Mitte des Cockpits gemeint ist: Natürlich hat Jaguar bisher so eine Formensprache nicht gehabt, aber man muß den Engländern doch zugestehen, auch mal etwas Neues machen zu dürfen. Gefallen hat mir der Innenraum auf jeden Fall. Die verarbeiteten Materialien, insbesondere die Leder und Hölzer, sind vom Feinsten und die Schwünge in den Türverkleidungen und am Armaturenbrett findeich einfach nur elegant.
Die Sitze des 8-Zylinder-Chefwagens und die Türverkleidungen waren mit einem cremeweißen, leicht genarbten Leder bezogen, während das Armaturenbrett, Teile des Lenkrads und einige Applikationen moccabraun gehalten waren - schöner geht's kaum! Und trotz des recht glatten Holzes, aus dem der Lenkradkranz teilweise gefertigt ist, liegt das Volant gut und sicher in der Hand (die elektrische Höhen- und Längsverstellung des Lenkrads tut das Ihre dazu).
Die Sitze lassen sich elektrisch längs- und höhenverstellen und geben in allen Situationen guten Halt. Dabei sind sie eine Nuance zu weich gepolstert, haben mir aber trotz etwas höherer Sitzposition als in den genannten Fahrzeugen dennoch gut gefallen. Lediglich für Leute um die 1,95 m Körpergröße könnte der Verstellbereich einige Zentimeter weiter nach hinten reichen. Aber dann hätte auf der ansonsten ausreichend geräumigen Rückbank kaum noch ein Erwachsener hinter dem Fahrer Platz.
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Fahrwerk:
Wie die Sitze so ist auch das Fahrwerk etwas weicher als bei den deutschen Oberklassefahrzeugen, die ich schon fuhr. Ein vergleichbarer 5er-BMW liegt doch eine Nuance satter auf der Straße und fährt sich eine Spur sportlicher - insbesondere bei höheren Autobahn-Geschwindigkeiten. Der Jaguar ist aber auch sportlich zu bewegen und zu lenken - als britischer Gentleman läßt er es halt nie an Komfort vermissen.
Sicherheit:
Richtig zu kritisieren gibt es eigentlich nur eines: Der Sicherheits-Standard ist nicht so hoch wie bei der deutschen Konkurrenz. Kopfairbags und Seitenairbags gibt es im Moment weder für gute Worte noch für gutes Geld, sind aber bereits in der Entwicklung, wie Jaguar versichert. Doch ansonsten ist der S-Type auf der Höhe der Zeit: Eine Spracherkennung und -steuerung für die wichtigsten Funktionen von Audio-, Telefon- und Klimaanlage kann jeder Kunde kaufen (zur Zeit versteht das System allerdings nur englisch). Ein integriertes Navigationssystem ist verfügbar und serienmäßig an Bord sind eine neue elektronische Traktionskontrolle, ABS und eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung. In kritischen Situationen wird der Fahrer von einer elektronischen Bremskraftregelung unterstützt. Als Erweiterung des ABS ist gegen Aufpreis auch die dynamische Stabilitätskontrolle DSC verfügbar. Auch das Gaspedal ist elektronisch. Nicht zuletzt ist ein Motorola-Handy als Werkseinbau erhältlich.
Testfahrt:
Doch nun zu meiner dienstlichen Testfahrt: Der 8-Zylinder-Motor mit der Bezeichnung AJ-V8 bietet mit 203 kW / 276 PS aus vier Litern Hubraum schon vom Papier her enorme Leistungswerte. Dabei liegt das maximale Drehmoment von 378 Nm bei 4.300 Umdrehungen/min an. So zieht der Wagen stets mühelos und absolut laufruhig davon. Selbst ein Druck auf das Gaspedal bei 180 km/h an einer Autobahnsteigung bringt noch lässigen Vortrieb und kaum wahrnehmbare Motorgeräusche. Auch vom Antrieb und den Rädern ist nichts zu hören. Lediglich die Windgeräusche könnten dezenter sein, sie kommen von den Außenspiegeln her und werden doch relativ unangenehm wahrgenommen, da sie in der Nähe der Ohren entstehen.
Ich fuhr den den V8 mit Automatik und war begeistert vom nahezu perfekten Antrieb, dem entsprechenden Zusammenspiel der Komponenten. Einem 530er BMW, den mir mein Chef in früheren Monaten schon mehrmals zur Verfügung stellte, kann er nicht nur das Wasser reichen, sondern schon vom fahrerischen Lustgewinn, in den Schatten stellen. Die Souveränität war mit jedem zurückgelegten Kilometer zu spüren, ob auf der Autobahn, der Landstrasse oder in der Stadt. Apropos Stadt, hier liegt der gravierendste Mangel des Jaguars: das Einparken. Ohne Einparkhilfe muss man mit dem 5 Meter langen Schlitten doch recht gutes Augenmerk beweisen um den wunderschönen Lack nicht zu beschädigen. Ich weiss zwar, dass Jaguar eine elektronische Parkhilfe anbietet, aber entweder war ich zu blöd, diese in Betrieb zu nehmen, oder sie war gar nicht installiert.
Zusammenfassend kann ich jedem Interessenten eines Fahrzeugs der oberen Mittelklasse nur empfehlen, die Jaguar-S-Type-Modelle näher in Augenschein zu nehmen und eine Probefahrt zu machen. Die Preise und die Qualität der Fahrzeuge sind aus meiner Sicht absolut wettbewerbsfähig. Speziell, wer es gerne komfortabel hat, dabei aber auf Temperament nicht verzichten möchte, sollte den S-Type in die engere Wahl ziehen. Positiv zu erwähnen ist noch das gefällige Angebot an Außenfarben und die Fülle an eleganten Stoff- und Lederfarben in Kombination mit fünf Tönen für Verkleidungen und Armaturenbrett.
Weltweit will Jaguar in 2002 noch 50.000 S-Type an den Mann und die Frau bringen. Der Anteil des von BMW, Mercedes und Audi anspruchsvoll geprägten deutschen Marktes soll zirka acht Prozent betragen. Jaguar schätzt, daß 30 Prozent der Fahrzeuge den V8-Motor beherbergen werden.
Ach ja der Preis !! Aber müssen wir über den wirklich reden ??? Na gut, der Wagen kostet schlappe 54.000 Euro so wie ich ihn unter dem Hintern hatte. Der Einstiegspreis in die Eliteklasse beginnt bei vergleichsweise günstigen 37.700 Euro für die 6-Zylinder Version.

Ergänzend möchte ich nach Rücksprache mit meinem Gönner (Chef) noch den Durchschnittsverbrauch mit 12 - 15 Litern/100 km Super-Plus angeben, je nach Fahrweise natürlich.

Anmerkung 09.10.02: Eine Sonderedition (abgespeckter Innenraum) sollte nunmehr für 45.500 Euro doch jedem die Möglichkeit geben, in die Luxuskategorie der 8-Zylinder einzusteigen, oder sehe ich das jetzt falsch ??

gruss
Katze

45 Bewertungen, 5 Kommentare

  • Sparfux

    11.10.2002, 10:26 Uhr von Sparfux
    Bewertung: sehr hilfreich

    Opel Vectra Fahrer *gg*

  • ClaudiaRetzmann

    13.05.2002, 11:42 Uhr von ClaudiaRetzmann
    Bewertung: sehr hilfreich

    A propos elektronische Parkhilfe. Wir haben so ein blödes Teil und ich muß ehrlich sagen, lieber kurbel ich mir einen ab und verlaß mich auf mein Augenmerk, als ständig von so einem dämlichen Gepiepse, was bei uns auch noch immer

  • anonym

    10.04.2002, 19:15 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hi katze35, ein toller Bericht zum Einstand. Freue mich, dich auch hier zu sehen. Gruß kalli46

  • owesen

    10.04.2002, 15:07 Uhr von owesen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hier bist Du also auch ! *g* Gruß, Sönke (ec_owi13)

  • Maeuschen21

    10.04.2002, 15:05 Uhr von Maeuschen21
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mensch du auch hier? Ich schau gleich mal nach deinen berichten bin ja bneugierig ;o)