Vollidiot (gebundene Ausgabe) / Tommy Jaud Testbericht
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Erfahrungsbericht von Hylobates
Könnte auch meine eigene Geschichte sein...
Pro:
witzig geschrieben, kommt kaum Langeweile auf
Kontra:
nichts.
Empfehlung:
Ja
Ich begab mich also kurz vor Ostern in eine Buchhandlung in der Stadt und erstand für 7,95€ mein ganz eigenes Exemplar dieses Werkes. Noch an der Bushaltestelle beim Warten auf den Bus hab ich angefangen zu lesen. Und was soll ich sagen, ich war so vertieft in meine Lektüre, dass ich vergessen habe in den Bus einzusteigen. Musste ich halt noch mal sieben Minuten warten.
Über das Buch
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Erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag
ISBN-13: 978-3-596-16360-1
ISBN-10: 3-596-16360-9
Preis € 7,95
Seiten 284
Das Titelbild ist recht schnell beschrieben. Auf einem schlichten blauen Hintergrund sieht man zwei behaarte Männerbeine mit zwei verschiedenfarbigen Socken an den Füßen. Darunter in weißer Schrift den Namen des Autoren und in großen roten Lettern den Titel.
Der Klappentext auf der Rückseite des Buches ist an sich nur ein kurzer Auszug aus dem Buch, daher werde ich mir das an dieser Stelle ersparen. Was ich erwähnen möchte, ist allerdings ein kurzer Spruch, der ganz oben auf der Rückseite zu finden ist.
Nicht alle Männer sind Idioten. Einige sind Vollidioten.
Ich bin zwar selbst auch ein Mann, aber diesem Satz würde ich uneingeschränkt zustimmen. Zu welcher Kategorie man gehört, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Darüber ob der Satz vielleicht auch für Frauen gilt, werde ich mich vielleicht demnächst in einer wissenschaftlichen Abhandlung für ein großes deutsches Monatsmagazin widmen. Meinungsäußerungen hierzu sind ausdrücklich erwünscht.
Über den Autor
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Tommy Jaud erblickte am 16. Juli 1970 das Licht der Welt. Und zwar im beschaulichen unterfränkischen Schweinfurt. Quasi fast ein Landsmann von mir. Nach Abitur und Zivildienst entschloss er sich sein Glück als freier Autor in der Rhein-Metropole Köln zu versuchen. Und wie es so läuft war er damit auch noch erfolgreich. Er schreibt und entwickelt Comedy-Formate und hat es sogar bis zum Headwriter bei der Wochenshow und schließlich zum Creative Producer von Ladykracher gebracht. Außerdem hat er am Drehbuch von „Der Wixxer“ mitgearbeitet, die Drehbücher zur Sat1-Comedy „LiebesLeben“ (muss man die kennen?) geschrieben. Mittlerweile hat er auch schon einen zweiten Roman mit dem Titel „Resturlaub“ verfasst.
Die Handlung
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Eine wirkliche Handlung, die sich durch das ganze Buch hindurch zieht gibt es in meinen Augen eigentlich gar nicht. Kurz beschrieben geht es hier aber um die mehr oder weniger alltäglichen Erlebnisse des Kölner T-Punkt-Mitarbeiters Simon Peters. In 21 mal mehr, mal weniger kurzweiligen Kapiteln mit so wohlklingenden Titeln wie „Die halslose Killerschwuchtel“, „ Tall Latte Macchiato Armageddon“ oder „Im Séparée der horizontalen Verkeilungen“ dreht es sich jedoch meist um Simons eher erfolglose Begegnungen mit dem anderen Geschlecht.
Aber eine kurze Erzählung dessen, was in den einzelnen Episoden so geschieht, möchte ich euch natürlich trotzdem nicht vorenthalten. Zunächst befinden wir uns mit der Hauptfigur in einem schwedischen Einrichtungshaus (Der Name des Konzerns wird hier wegen kürzlich gescheiterter Sponsorenverhandlungen nicht erwähnt und im weiteren Verlauf durch **** ersetzt). Bereits hier wird uns klar was Simons Hauptproblem ist. Der folgende kurze Auszug sollte euch das verdeutlichen.
„Nirgendwo auf der ganzen Welt wird einem Single sein ganz persönliches Scheitern konzentrierter und kaltblütiger vor Augen geführt als bei ****. Und zwar auf ganzer Linie. ****, das ist kein Einrichtungshaus, das ist ein ausgeklügelter, skandinavischer Lehrpfad des Versagens, der durch das eigene Nichts direkt zu einer der dreißig gelb-blauen Kassen führt.
Wohnzimmer. Zusammen sein. Mit Ihren Freunden oder Ihrem Schatz. Rumms! Voll in die Fresse. Zusammen sein? Mit wem? Ich hab nur einen Freund, und der ist wehleidig und fett. Und einen Schatz hab ich schon gar nicht und deswegen auch keinen Bedarf an einem Dreisitzer. Danke schön!“
Simon ist also Single und findet das gar nicht toll. Kann man ja irgendwie schon verstehen. Die anderen Kapitel lassen allerdings erahnen, dass Simon selbst daran nicht ganz unschuldig ist. So versucht er sein Glück bei einer Stewardess, sorry, Flugbegleiterin, mit der Frage „Wie viele Bonusmeilen bekommt man eigentlich, wenn man eine Stewardess vögelt?“. Ich finde es eigentlich recht originell, besagte Dame leider nicht. Der Abend endet trotzdem gemeinsam mit Simons Freund Phil und den zwei Stewardessen in Simons Wohnung. Allein, rangelassen hat sie ihn nicht.
Nach dieser Nacht macht das Buch einen kleinen Zeitsprung und wir finden Simon auf den Kanaren wieder. Genauer gesagt auf einem Surfbrett einige hundert Meter vor der Küste von Gran Canaria. Allerdings nicht surfend, sonder vielmehr in Seenot geraten und gerade gerettet werdend. Simon macht gerade Urlaub in einem Single Club um auch mal was abzubekommen. Nur leider hat es noch nicht so ganz geklappt. Sein Objekt der Begierde, die blonde Animateurin Aneta, scheint auf seine Flirtversuche auch noch nicht so anzuspringen. Bis zum Abend vor seiner Abreise. Aufgrund einiger Falschinformationen (man könnte auch arglistige Täuschung dazu sagen) und darauf folgender spontaner Handakrobatik hat Simon allerdings nicht mehr die Kraft, seinen Mann zu stehen ;-).
Weitere Kapitel handeln von erfolglosen Verkupplungsversuchen durch Simons kroatische Putzfrau Lala, einem Zusammenbruch im Fitnessstudio für Schwule oder Simons Ausflug zu einem Spiel des FC Schalke 04, bei dem er Rudi Assauer die Geburtstagstorte wegisst. Dass Simon vielleicht ein gewisses kriminelles Potential besitzt, beweist er, indem er den Handyvertrag mit einem achtjährigen Mädchen einfach dadurch auflöst, dass er das Handy bei einem nächtlichen Besuch im Haus der Eltern entwendet. Natürlich bleibt das ganze nicht ohne Folgen.
Über mehrere Kapitel hinweg können wir letztlich erleben, wie ein verzweifelter Simon vergeblich versucht bei seinem Schwarm Marcia, Bedienung bei einer amerikanischen Café-Kette, zu landen. Aber ob nun beim Bestellen am Tresen, in der Sauna oder beim Fanta4-Konzert. Irgendwas geht immer schief. Und so geht Simon also als Single auf die Zielgerade. Mehr möchte ich jetzt auch gar nicht verraten. Ihr wollt ja vielleicht noch selber lesen.
Leseprobe
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Der folgende Textauszug ist Teil des Dates, das Simon seiner Putzfrau zu verdanken hat.
Während mir Dörte in meiner eigenen Küche fortwährend irgendwelche Befehle zuraunt, überlege ich mir, wie es wäre, Sex mit Dörte zu haben.
„Haste Öl und Salz ins Wasser?“
„Hab ich!“
„Gut, weil sonst kannste´s echt vergessen, die Pasta braucht das Öl, weißte?“
Wen sie im Bett genauso `ne Panik macht wie in der Küche, dann wird´s in jedem Fall ein Fiasko.
Haste `ne Erektion?
Hab ich!
Gut, weil sonst kannste´s echt vergessen, zum Sex braucht man `ne Erektion, weißte?
Wenn sie überhaupt mit mir in die Kiste will. Vielleicht will sie nur mit jemandem über ihren Job sprechen.
„Die Pastateller müssen warm sein!“
„Wieso das denn?“, frage ich. „Ich dachte, wir essen die Nudeln, nicht die Teller…“
Mein Witz wird mit einem schier endlosen, schrillen Sumpfhuhngackern abgestraft. Als sie sich beruhigt hat, informiert sie mich mit einem nervösen Augenzucken über die wahren Hintergründe der Telleraktion. Dabei stellt sie zwei Teller in den Backofen, den sie auf 100 Grad dreht.
„Kalte Teller sind der natürliche Feind der Pasta, weißt du?“
Ja. Und gackernde Sumpfhühner sind der natürliche Feind kopulierwilliger Männer!
Fazit
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Wer hier wirklich anspruchsvolle Lektüre vermutet, ist auf dem Holzweg. Das Buch ist durchweg witzig, spritzig geschrieben und stets unterhaltsam. Vielleicht nicht ganz so zum Hüpfen, wie es die BAMS fand, aber einige vergnügliche Stunden lassen sich damit schon verbringen. Ich les ja meistens abends im Bett. Und als Gute-Nacht-Lektüre find ich es überaus gut geeignet. In den einzelnen Situation kann man schon durchaus hin und wieder mal Züge seines eigenen Ichs erkenn (so ging es mir zumindest). Fast möchte man mit der Hauptperson ein wenig Mitleid haben, ihn an die Hand nehmen und durch sein Leben führen. So herrlich unbeholfen bewegt er sich durch die Geschichte.
Die wichtigsten Figuren sind alle äußerst passend gezeichnet. Die trottelige Hauptfigur sowieso, aber auch die Nebenrollen sind exzellent besetzt. Ob nun der etwas großkotzige TV-Futzi Phil, der aber stets für ein gutes Feierabendbier zu haben ist. Oder natürlich Flik, Simons übervorsichtiger Kollege aus dem T-Punkt. Natürlich gibt es auch noch diverse Frauen. Herausheben möchte ich hier einzig Lala, die Putzfrau. Immer besorgt um Simons Wohlergehen, vor allem in Bezug auf Frauen, nimmt sie das eine oder andere Mal nicht ganz unwesentlichen Einfluss auf das Geschehen. Wäre das Buch ein Film, Lala wäre der heimliche Star und mit der richtigen Besetzung ein Kandidat für den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle.
Ich möchte euch diesen Roman also unbedingt ans Herz legen. Wer mal wieder ein wenig über die Tollpatschigkeit anderer schmunzeln möchte, oder einfach nur eine leichte Lektüre sucht sollte hier richtig sein. Daher meine Urteil: fünf Sterne und eine Kaufempfehlung.
Bis zum nächsten Mal, und nicht vergessen:
Immer locker durch die Hose atmen.
FLO
40 Bewertungen, 24 Kommentare
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10.07.2006, 15:47 Uhr von babysly2000
Bewertung: sehr hilfreichtoller Bericht! Grüße Sly
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03.06.2006, 20:06 Uhr von leuchttuermin
Bewertung: sehr hilfreichich weiß schon, wem ich das zum Geburtstag schenke ;-)
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03.06.2006, 17:41 Uhr von giga-friend
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht! Hört sich ja sehr interessant an ;-)
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24.05.2006, 19:12 Uhr von sung1rl
Bewertung: sehr hilfreichsh, lg - sun
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23.05.2006, 15:10 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichschöner bericht...lg inspire
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22.05.2006, 16:56 Uhr von superlativ
Bewertung: sehr hilfreichschöner bericht! hat mir gut gefallen! liebe grüße superlativ
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22.05.2006, 04:43 Uhr von matahari66
Bewertung: sehr hilfreich* * S H * * Liebe Grüße matahari66 ;o)))
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22.05.2006, 00:24 Uhr von Power_Surfer
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich... lg patrick
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22.05.2006, 00:19 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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21.05.2006, 22:46 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreicheben noch bei Ciao kommentiert. lg Alan
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21.05.2006, 22:25 Uhr von HiRD1
Bewertung: sehr hilfreichSH. Gruß, Ralf
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21.05.2006, 22:16 Uhr von bodspy
Bewertung: sehr hilfreich* * SH * * Liebe Grüße und nen schönes Wochenende.. RenÖ ;)
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21.05.2006, 21:48 Uhr von maxilop
Bewertung: sehr hilfreichhihi, des les ich auch mal, lg, maxilop
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21.05.2006, 21:45 Uhr von LilaLisa
Bewertung: sehr hilfreichHey das hört sich ja echt witzig an^^ Liebe Grüsse Lisa :-D
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21.05.2006, 21:38 Uhr von mausi1
Bewertung: sehr hilfreichsuper Bericht, LG Manu
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21.05.2006, 21:37 Uhr von gensinrw
Bewertung: sehr hilfreichLieben Gruß, Gensinrw
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21.05.2006, 21:12 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreich°°°°SEHR HILFREICH°°°°LG°°°°ANJA°°°° Das muß ich lesen :o) - bei der Leseprobe..*g*
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21.05.2006, 21:11 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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21.05.2006, 21:07 Uhr von teufelienchen
Bewertung: sehr hilfreichErstmal von meinem Lachanfall erholen und dann ein klares sh
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21.05.2006, 21:04 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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21.05.2006, 21:02 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreichklasse geschrieben ... sh... @};----..lg susi
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21.05.2006, 20:54 Uhr von Mogry1987
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich =)
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21.05.2006, 20:51 Uhr von topware2002
Bewertung: sehr hilfreichSH-------oOO--(_)--OOo----------
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21.05.2006, 20:46 Uhr von miezie030386
Bewertung: sehr hilfreich@@ LG sagt miezie030386 @@
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