Joe Cocker Testbericht

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Erfahrungsbericht von LosGatos

Voices of the Past ( Part 5 )

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Mit diesem Beitrag (ich hasse das Wort Bericht !) möchte ich meinen kleinen Fünfteiler „Voices of the Past“ abschließen. In der Tat hatte ich die Qual der Wahl bei der Frage, wen ich denn nun „nominieren“ würde. Letztlich habe ich (LosGatos) mich dann doch für den entschieden, den ich von Anfang an mit im Auge gehabt habe, nämlich Joe Cocker. Das einzige, was bei der Auswahl gegen ihn spricht, ist, dass er von allen vorgestellten Interpreten am wenigsten Vergangenheit ist, denn Joe Cocker bringt ja auch heute noch regelmäßig neue Alben heraus. Also eine Hommage an einen, der mit Stolz auf einen über 35 Jahre langen fast ununterbrochenen Erfolg zurückblicken kann.

Joe Cocker ist so bekannt, dass man ihn nicht groß vorstellen muss. Aber hier wie üblich das Wichtigste:

Er wird am 20.5.1944 in der englischen Industriestadt Sheffield („das deutsche Solingen“) geboren. Bereits als Kind soll er eine markante Stimme gehabt haben. Nach der Schulzeit arbeitet er als Gasinstallateur und tritt abends in Clubs auf. Seine erste Single aus dem Jahre 1964 ist ein relativ unbekannter Beatles-Titel „I’ll cry instead“. Erst 5 Jahre später gelingt ihm der Durchbruch quasi über Nacht. Wieder ist es ein Beatles Song, den er ausgewählt hat. Mit „With a little Help from my Friends“ – bei den Beatles auf dem Seargant Pepper-Album eher etwas brav klingend – wird er weltberühmt. Dabei wird er von bekannten Musikern (Jimmy Page bekannt von den Gruppe Yardbirds / Led Zeppelin und Stevie Winwood bekannt von Spencer Davis Group / Traffic) unterstützt. Der Beatles Song ist kaum wiederzuerkennen. Joe’s Reibeisenstimme wird sein Markenzeichen. Aufgrund des großen Erfolges darf er im gleichen Jahr auch in Woodstock nicht fehlen. Da hat er noch lange dunkle Haare und riesige Koteletten. In den späten 70ern hat Joe Cocker aufgrund von Alkohol- und Drogenproblemen einige Zeit einen Durchhänger, worauf er fast abgeschrieben wird. 1982 gelingt ihm mit „Sheffield Steel“ das Comeback. Und seit dem hält er sich bravourös, auch wenn er es sich mittlerweile wieder leisten kann, es etwas ruhiger angehen zu lassen. Er lebt heute auf einer Ranch im US-Bundesstaat Montana.


Joe Cocker hat bis heute unzählige Alben herausgebracht, darunter mehrere „Best of“-Alben. Ich selbst habe von ihm 6-7 LPs/CDs, weil es mich immer wieder reizt, seine Interpretation von teilweise bekannten Titeln zu hören. Seine Stimme finde ich nach wie vor einmalig. Das Reibeisen mit dem unerschöpflichen Volumen. Auch „live“ habe ich ihn in München schon erlebt. Joe Cocker war nie Songwriter oder Musiker, er setzte immer nur seine mächtige Stimme ein, mit der er alle Instrumente in den Schatten stellte. Er ist auch kein akrobatischer Tänzer wie Mick Jagger, der auf der Bühne irgendwelche Turnübungen veranstaltet. Seine Haltung auf der Bühne erinnert mehr an die eines Pinguins, wenn er beim Singen vorsichtig mit den Armen schlenkert. Ich habe auch mehrere „Greatest Hits“-Alben von ihm: „Definite“, „The Very Best of Joe Cocker“ sowie „The Best of Joe Cocker“. Entschieden habe ich mich hier für letzteres aus dem Jahre 1992.


THE BEST OF JOE COCKER

Bekannt ist seine eindringliche Bitte, ihn emotional loszulassen, mit UNCHAIN MY HEART, begleitet von vielen Instrumenten, wie Keyboards und Bläsern, sowie einem Chor. Es folgt der geniale Striptease-Song YOU CAN LEAVE YOUR HAT ON aus der Feder von Randy Newman. Alles runter vom Leib, aber den Hut darfst du getrost auflassen, der dazu passende Rhythmus unterstreicht die Spannung, die zu so einer Aktion gehört. Das Lied wurde auch durch den legendären Film „9 ½ Wochen“ mit Kim Basinger und Mickey Rourke bekannt. WHEN THE NIGHT COMES ist dann ein relativ neuer, nicht gar so bekannter Titel. Umso berühmter dafür sein Duett mit Jennifer Warnes UP WHERE WE BELONG, wozu jedoch auch zum einen Richard Gere (Filmmusik aus „Ein Offizier und Gentleman“) und zum anderen der Missbrauch durch die Lufthansa-Werbung beigetragen hat. Eingeleitet durch sanftes Piano, gesanglich eröffnet durch die liebliche Stimme JENNIFER WARNES’ werden wir dorthin entführt „where the eagles cry (but the Kranich flies)“. Das schöne NOW THAT THE MAGIC HAS GONE ist ein Lied von John Miles, bekannt durch “Music was my first Love”. Es folgt der Schmusesong DON’T YOU LOVE ME ANYMORE, den Joe Cocker Ende der 80er sang, als er seine zweite ganz große Zeit hatte. Damals begann er, nach harten Rock Songs doch eher seichtere Titel zu singen, was aber der Qualität keinen Abbruch tat. Ich finde diesen Titel jedenfalls einen der schönsten, den Joe Cocker jemals gesungen hat. Bei I CAN HEAR THE RIVER hat man dagegen eher den Eindruck, dass sich der begleitende Chor fast mehr anstrengt als Joe selbst. Der Titel wirkt doch eher monoton. SORRY SEEMS TO BE THE HARDEST WORD ist dann ein Lied von Elton John, das von einem Saxophon-Solo eingeleitet wird. Ich stimme hier der textlichen Aussage nur bedingt zu. Sicherlich mag es manchmal etwas Überwindung kosten, sich zu entschuldigen, aber ich denke, dass das eher dann zutrifft, wenn eine Entschuldigung nicht von Herzen kommt. Und immer wieder greift das Saxophon in diesen langsamen Titel ein, insgesamt ein Genuss. SHELTER ME ist ein Titel mit wenig Sound, wo aber Joe Cocker lautstark dominiert. Harmonischer und melodiöser, ohne dass man auf gewohnte Cocker Power verzichten muss, geht es weiter mit FEELS LIKE FOREVER, einem Song von Brian Adams. NIGHT CALLS wirkt trotz der kräftigen Stimme von Joe in der Tat ein bisschen einschläfernd, ein langsamer Titel. DON’T LET THE SUN GO DOWN ON ME ist dann wieder ein bekanntes Lied seines Landsmannes Elton John. NOW THAT YOU’RE GONE wurde von dem Deutschen Klaus Lage (“1001 Nacht”) geschrieben, Lage sang selbst eine deutsche Version („Nie wieder Kind“). Das Lied gehörte zum Soundtrack eines Schimanski-Filmes mit Götz George. Da mir (LosGatos) dieser Titel ausgesprochen gut gefällt, war das ein wesentlicher Kaufanreiz für diese CD. CIVILIZED MAN ist dann der Titelsong einer CD aus dem Jahre 1984. Vor dem großen Finale gibt es mit WHEN A WOMAN CRIES einen Titel vom Amerikaner Joshua Kadison. Den krönenden Abschluss bildet die Live-Version seines Meisterwerkes WITH A LITTLE HELP FROM MY FRIENDS, dem berühmten Beatles-Song.


FAZIT

Die CD enthält hauptsächlich Titel aus den 80er und frühen 90er Jahren, als Joe Cocker seine zweite Hochphase erlebte. Ich mag Joe Cocker deshalb, weil er trotz seiner Reibeisenstimme ein breites melodiöses Spektrum abdecken kann. So ist es auch kein Zufall, dass ich von ihm relativ viele CDs besitze. Nur die Bee Gees können ihn in dieser Beziehung übertrumpfen.

Bei meiner Auswahl für die „Voices of the Past“ sind natürlich einige Interpreten erstmal durchs Sieb gefallen. Aber - manch einer mag es als Drohung empfinden, andere freuen sich vielleicht – es geht weiter mit alten Scheiben...unter einem neuen Motto. Und was manche hier Nostalgiewochen nennen, läuft bei mir schon fast das ganze Jahr...


Hier der Text, zu dem Lied, das Joe Cocker weltberühmt machte.

What would you think if I sang out of tune,
Would you stand up and walk out on me ?
Lend me your ears and I\'ll sing you a song
And I\'ll try not to sing out of key.

Oh, I get by with a little help from my friends
Mm, I get high with a little help from my friends
Mm, gonna try with a little help from my friends

What do I do when my love is away
(Does it worry you to be alone ?)
How do I feel by the end of the day,
(Are you sad because you\'re on your own ?)

No, I get by with a little help from my friends
Mm, I get high with a little help from my friends
Mm, gonna try with a little help from my friends

Do you need anybody
I need somebody to love
Could it be anybody
I want somebody to love.

Would you believe in a love at first sight
Yes, I\'m certain that it happens all the time
What do you see when you turn out the light
I can\'t tell you but I know it\'s mine,

Oh, I get by with a little help from my friends
Mm, I get high with a little help from my friends
Mm, gonna try with a little help from my friends

Do you need anybody
I just need someone to love
Could it be anybody
I want somebody to love.

Oh, I get by with a little help from my friends
with a little help from my friends.


Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 28.11.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Yopi, Talk-On und vielleicht Dooyoo

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