Jolie Testbericht

Jolie
ab 27,24
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2003
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Summe aller Bewertungen
  • Informationsgehalt:  sehr gut
  • Qualität der Artikel & Reportagen:  sehr gut
  • Qualität der Bilder und Fotos:  sehr gut
  • Unterhaltungswert:  sehr gut

Erfahrungsbericht von stefbl

Très jolie!

4
  • Informationsgehalt:  gut
  • Qualität der Artikel & Reportagen:  sehr gut
  • Qualität der Bilder und Fotos:  gut
  • Unterhaltungswert:  sehr gut
  • Zielgruppe:  Frauen

Pro:

schöne Optik, gute Schreibe, angenehme Themenausgewogenheit, macht Spaß zu lesen

Kontra:

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Empfehlung:

Ja

In einer Zeit, in der im Markt der Medien ein harter Wind weht, gibt es trotzdem noch Produkte, die sehr erfolgreich sind. Dazu gehören vor allem Zeitschriften für junge Frauen. Während in anderen Bereichen Printerzeugnisse eingestellt und Redakteure entlassen werden, kommen immer wieder neue Frauenzeitschriften auf den Markt, die sich behaupten können. Titel wie „Glamour“ und „Joy“ haben da in den vergangenen Jahren nur den Anfang gemacht – andere Verlage legten nach. Nun schickt auch der Axel-Springer-Verlag einen neuen Titel für eine eher junge Zielgruppe ins Rennen – den Titel „Jolie“, Erstausgabe November 2003. Zur Markteinführung ist die monatlich erscheindende Zeitschrift im praktischen Pocket-Format für nur einen Euro erhältlich. Ich gehe jedoch stark davon aus, dass sich der Preis für „Jolie“ in den nächsten Monaten auf 1,60 – 1,80 Euro erhöhen dürfte.

Jolie – zunächst ein paar allgemeine Fakten
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Jolie erscheint monatlich im „as young mediahouse“, der Schmiede von Blättern für Jugendliche und jungen Frauen des Axel-Springer-Verlags. Die Redaktion sitzt in München, das Team besteht aus 15 festangestellten Redakteurinnen (Männer gibt es da zur Zeit tatsächlich nicht). Die Zielgruppe von Jolie ist eindeutig weiblich – die Zeitschrift richtet sich an junge Frauen zwischen 20 und 30 Jahren. Eine Tatsache, die sich auch in der Struktur des Heftes widerspiegelt: Die Zeitschrift unterteilt sich in die Bereiche „Lust und Liebe“, „Mode“, „Reportage“, „Beauty“, „Modern Living“ und „Stars und Entertainment“.


Optik und Layout
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Das erste, was mir an Jolie sehr positiv aufgefallen ist, ist das gelungene, angenehme Layout. Jolie arbeitet mit schönen, meist freigestellten Bildern, die eine junge und moderne Anmutung repräsentieren. Die Schrift im Fließtext ist eher klein gehalten, lässt sich aber dennoch gut lesen und unterstützt die Tatsache, dass Jolie keine Zeitschrift ist, die fast nur noch aus Mode-Bildern besteht und in der der Text fast keine Rolle mehr spielt. Mit 180 Seiten bringt „Jolie“ aber auch eine ganze Menge an Inhalt mit. Text und Bild stehen in einem ausgewogenen Verhältnis, die Anzeigen fügen sich so gut in die Gesamtgestaltung ein, dass sie nicht störend, sondern harmonisch wirken. So präsentiert sich Jolie als Zeitschrift, die einfach schön ist – und in der man trotzdem noch genügend Stoff zum Lesen findet.

Stil und Aufbereitung der Themen
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Ob kurze und kompakte News, Bericht, Reportage oder Fotostrecke – alle wichtigen journalistischen Stilformen finden sich in „Jolie“ wieder. Das sorgt für eine angenehme Vielfalt – und ist optimal dafür, auch unterschiedliche Interessen anzusprechen. Die Texte sind nicht übermäßig lang – 3 bis 4 Seiten sind auch schon das äußerste – aber angenehm frisch. Speziell bei den Reportagen zeigt sich, dass die Mitarbeiterinnen von Jolie ihr Handwerk beherrschen – die Texte sind hochwertig, aber nicht zu aufgesetzt. Doch auch eher seichte, aber dennoch unterhaltsame Umfragen, Psychotests, das obligatorische Horoskop, Rezepte fehlen nicht. All das aber nicht altbacken, sondern nett, gut lesbar und sogar auf eine gewisse Weise innovativ. Das schöne an „Jolie“ ist, dass man auf der einen Seite eine Zeitschrift zum sinnfreien Durchblättern hat, auf der anderen Seite aber auch genug Lesestoff zum Zeitvertreib findet. Eine Stunde muss man schon aufbringen, wenn man alle Texte durchlesen möchte – bei Zeitschriften dieses Formats nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit.

Was die generelle Struktur des Heftes geht, so hat sich „Jolie“ allerdings doch nicht so weit von den Klassikern einer Frauenzeitschrift entfernt. Mode nimmt einen breiten Raum ein – dicht gefolgt von Themen rund um Liebe, Partnerschaft und Sex. Sehr gut gelungen ist in meinen Augen der Bereich „Modern Living“ – hier werden Themen rund um Küche, Einrichtung und Gesundheit angenehm unkonventionell präsentiert – und trotzdem nicht als Abklatsch von dem, was der Markt eh schon zu bieten hat. Es wäre vermessen zu sagen, dass „Jolie“ die Welt der Frauenzeitschriften revolutioniert, das tut sie nicht. Aber „Jolie“ beweist, dass es nicht immer der fade Einheitsbrei sein muss, der den Alltag der Konkurrenz-Titel mittlerweile mehr und mehr bestimmt.

Meine Gesamtmeinung über Jolie
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Obwohl meine Erwartungen an „Jolie“ nicht die höchsten waren und ich die Erstausgabe eigentlich auch nur gekauft habe, weil ich eigentlich immer die ersten Expemplare von Zeitschriften kaufe, die neu auf den Markt kommen, so muss ich doch sagen, dass mich das fertige Produkt wirklich angenehm überrascht hat. Die Themen sind gut gewählt und unterhaltsam umgesetzt, die Mischung stimmt, das Layout ist schön – und es gibt tatsächlich noch genug Stoff zum Lesen, so dass „Jolie“ sehr gut für den Vertreib von Langeweile sorgen kann.
Das kleine Pocket-Format sorgt bei mir für zusätzliche Sympathien – wieder eine Zeitschrift mehr, die man gut in der Handtasche mitnehmen kann.

Mir hat „Jolie“ von Anfang an so gut gefallen, dass ich nun stark davon ausgehe, fortan jede Ausgabe zu kaufen – und zwar auf Kosten der Zeitschrift „Glamour“, die sonst eigentlich immer regelmäßig zusätzlich zu „Joy“ von mir regelmäßig erworben wurde. Denn „Jolie“ hat den Markt der Zeitschriften für jüngere Frauen nicht nur einfach um einen zusätzlichen Titel ergänzt – sie hat für eine echte Bereicherung gesorgt.

stefbl, 21. November 2003 (Erstveröffentlichung bei ciao am 29. Oktober 2003 )

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