Ju-on: The Grudge (DVD) Testbericht

Ju-on-the-grudge-dvd-horrorfilm
ab 19,56
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von das-christian

Ein Haus, ein Fluch und kein Entkommen!

4
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  wenig anspruchsvoll
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  kein Humor
  • Spannung:  sehr spannend
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

Sehr viele Schock - und Gruselmomente

Kontra:

schlechte Schauspieler, fast keine DVD - Extras, ein sich lang hinziehender Beginn

Empfehlung:

Ja

Einleitung

Es ist lange her, als ich zum letzten mal mit meinem Kumpel einen DVD-Abend gemacht habe. Dieser Abend war dann meist an einem Freitag und lief so ab, dass wir und Pizza und Bier holen und anschließend bei ihm oder mir zwei DVD\'s anschauen, die wir uns vorher ausgeliehen haben. Mein Kumpel traf sehr schnell seine Wahl mit Constantine, ich selbst musste noch ein wenig suchen. Bis mir Ju-On in die Hände fiel, ich kannte bereits das amerikanische Remake mit Buffy-Darstllerin Sarah Michelle Gellar, da dieses Remake mir sehr gut gefallen hatte, entschied ich mich schließlich auch für Ju-On. Also machten wir uns mit Pizza und Bier in der Wohnung von meinem Kumpel breit und sahen uns zuerst Constantine und anschließend Ju-On an. Über letzteren möchte ich in diesem Bericht auch berichten.

Story

\"Ju-On - Ein Fluch, auferlegt von einem, der im Zustand größter Wut gestorben ist. Verflucht sind all diejenigen, die sich an dem Ort aufhalten, an dem die Person lebte!\"

Im Film geht es um zusammenhängende Episoden, die zeitlich jedoch nicht nacheinander aufgebaut sind. So beginnt die Story mit Rika (Megumi Okina), einer Sozialarbeiterin. Sie bekommt den Auftrag in einem Haus nachzusehen, wo eine alte Frau lebt. Dort angekommen, findet sie einen Müllberg und eine völlig verstörte ältere Frau vor. Beim Reinigen der Wohnung, stößt Rika auf einen zugeklebten Schrank, hinter diesem Schrank versteckt sich eine Katze und ein kleiner verängstigter Junge. Rika ist außer sich und ruft ihren Vorgesetzten an, dass sie doch einen Jungen gefunden hat. Als sie zu der alten Frau hingeht, sieht sie wie ein Geist über dieser Frau ist, Rika bekommt einen Schock.

Nun wird das zweite Kapitel eingeleitet, dieses ist eine Vorblende. Hier sieht man die Familie, die vorher mit der alten Frau in diesem Haus gelebt hat. Es sind zwei erwachsene Menschen, die sich um ihre Mutter kümmern. Der Mann Katsuya (Kanji Tsuda) erledigt seinen Arbeitsalltag und die Frau Kazumi (Shuri Matsuda) passt zuhause auf die Mutter auf. Nun bekommt man mehr oder weniger mit, wie diese Familie dem Fluch zum Opfer gefallen ist. Zuerst erwischt es Kazumi. Als ihr Mann heimkommt, sieht er sie völlig verstört im Bett liegen, kurze Zeit später ist sie tot. Zudem erscheint zu diesem Zeitpunkt auch der kleine Junge, diesmal mit einer zombieähnlichen Erscheinung. Als Hitomi (Misaki Ito), die Schwester von Katsuya in das Haus kommt, trifft sie einen völlig verstörten Bruder an, der sie unliebsam hinaus bittet.

Die Story wird in diesem Stile weitergeführt, man bekommt nun mit, wie die einzelnen Leute dem Fluch zum Opfer fallen.

Schauspieler

Es ist mir nicht peinlich zu sagen, dass ich von keinem der Schauspieler jemals etwas gehört habe. Zudem fand ich die dargebotene Leistung auch nicht wirklich gut. Die schlechte Synchronisation trug ihren Teil zu, aber dieses theatralisches Gehabe der einzelnen Darsteller in Schocksituationen war schon etwas nervend. Zudem fielen zahlreiche unsinnige Kommentare, die man sich hätte sparen können. Zum Beispiel sah Kazumi, die Tochter der alten Frau hinter der Treppe eine Hand, die die Katze weggezogen hat. Und sie fragt daraufhin \"Wer ist da? Ist da jemand?\". Dieses unsinnige Verhalten traf auf alle Darsteller zu. Außerdem musste ich wirklich genau hinschauen, denn in meinen Augen sehen japanische Menschen alle gleich aus, was bedeutet, dass ich ein Gesicht erst einer gewissen Person zuordnen musste, um etwas damit anfangen zu können. Das einzig gute an der Tatsache, dass man keinen kennt, ist dass die Spannung darunter nicht leiden muss, ein Hollywood-Star kann die Spannung eines solchen Filmes allein durch seine Anwesenheit schon drücken.

Meine Meinung

Die Story war sehr unübersichtlich erzählt, man musste wirklich zuhören um nicht den Faden zu verlieren. Es wurde zeitlich nicht in der korrekten Art und Weise erzählt, wie es eigentlich passiert ist, trotzdem hatten alle Episoden einen Zusammenhang, welcher die Geschichte immer weiter aufklären konnte. Die Story selbst enthält doch einige Lücken, es wird nicht alles klargestellt, zum Beispiel was genau mit einigen Personen passiert ist, beziehungsweise sieht man nicht wie sie dem Fluch zum Opfer fallen. Aber es war auch wirklich schwierig den Zusammenhang zu behalten, da manchmal sehr einflussreiche Schnitte gemacht wurden. Aufgrund der Tatsache, dass ich das Remake kannte, konnte ich dem Film eigentlich gut folgen, ansonsten wäre es wohl auch schwierig gewesen. Die Geschichte ist für mich neu, es gibt viele Geschichten über Flüche, aber in diesem Stil habe ich noch nichts gesehen. Das spricht für den Film, denn der Zuschauer wird in etwas Neues eingeführt. Der Film hat eine Gesamtlaufzeit von 88:12 Minuten und ist, bis auf den Anfang auch kaum mit langweiligen Szenen überfüllt.

Ju-On besticht durch sehr starke Spannungseffekte, woraus sich auch die Schockmomente ergeben. Diese setzen jedoch erst nach einer halben Stunde ein. So geschehen am Anfang schon einige mysteriöse Dinge, die jedoch nicht so gut zur Geltung kommen. Aber zu diesem Zeitpunkt geht es dann auch wirklich richtig los, die Schlinge wird immer enger gezogen, es geschehen immer mehr mysteriöse Dinge. Über Action, Humor oder Romantik verfügt der Film an keiner Stelle. Was eigentlich auch gut ist für einen solchen Genre-Film, der einzig und allein durch Spannung und Schockmomente besticht. Selbst Blut ist, bis auf den Anfang, eigentlich überhaupt nicht zu sehen. Somit geht die FSK 16 auch in Ordnung, trotzdem sollte man sich vorher überlegen ob man diesen Film wirklich sehen möchte, wer sich schnell gruselt und Schlaflose Nächte von solchen Filmen bekommen könnte, dem rate ich davon ab.

Die wohl stärkste Szene im Film war diese, wo Hitomi Tokunaga, die Schwester von Katsuya, vom Geist verfolgt wird. Zuerst auf ihrer Arbeitsstele, wo sie einen Wachmann losschickt um das mysteriöse Geschehen zu untersuchen. Dort bekommt sie über die Videoüberwachung mit, wie der Wachmann von einer schwarzen Wolke in den Bann gezogen wird. Sie flüchtet zu sich nach Hause. Dort angekommen klingelt ihr Bruder Katsuya, er sagt er stehe vor ihrer Tür. Vor ihrer Tür steht dann jedoch keiner, Hitomi bekommt einen weiteren Anruf, nun ist ein komisches Geräusch zu hören, welches wie ein lang gezogener Rülpser klingt. Dieses Geräusch begleitet den Zuschauer oftmals im Film, und spätestens nach dem zweiten mal Hören bekommt man auch ein wenig Angst. Hitomi wirft ihr Telefon völlig verstört weg. Sie versteckt sich in ihrem Bett. Der Geist befindet sich jedoch auch in ihrem Bett, er kommt langsam die Decke raufgekrabbelt und zieht Hitomi unter die Decke. Genau diese Szene, wo Hitomi die Decke runter gezogen wird, ist zugleich die Stärkste und Schockreichste im ganzen Film. Hitomi wird in einen Zustand völliger Angst und Verzweiflung gebracht und fällt letztendlich dem Fluch zum Opfer, da sie vorher das Haus betreten hat. Eine Szene die für mich etwas unverständlich und schlecht gespielt war, war diese in der Katsuya seine Schwester aus seinem Haus wirft nachdem seine Frau gestorben ist mit der Begründung, dass seine Ehefrau doch fremdgegangen sei, was völlig haltlos ist. Zudem sieht man auch nicht richtig was mit Katsuya genau geschieht, man sieht nur in einer späteren Einblendung wie er tot neben seiner Frau auf dem Dachboden hockt. Das ist ein allgemeiner Punkt der mir etwas negativ aufgefallen ist, man hätte öfters zeigen können wie der Fluch die einzelnen Personen holt, dies hätte für noch mehr Spannung gesorgt. Zudem fand ich es etwas nervig, dass innerhalb einer Minute der Name Kazumi fast 30 mal zu hören war. Genau diese Aspekte konnte ich beim amerikanischen Remake von Ju-On nicht entdecken.

Ju-On gab es bereits früher als japanische TV-Serie, leider ist es so gut wie unmöglich an dieses Original zu kommen, da es die TV-Version nicht in deutscher Sprache gibt. Der Regisseur war übrigens der gleiche wie in diesem Teil hier, es handelt sich hierbei um Takashi Shimizu. Dieser nette Herr hat auch beim amerikanischen Remake mit Sarah Michelle Gellar Regie geführt. Er ist also verantwortlich für alle The Grudge-Filme. Da ich beide Teile gesehen habe, muss ich leider zugeben, dass mir das amerikanische Remake um einiges besser gefällt, denn in der amerikanischen Version sind die ganzen nutzlosen Konversationen und unsinnigen Handlungsabläufe entfernt wurden. Beide Versionen, die amerikanische und japanische unterscheiden sich teilweise sehr stark. Einige Szenen wurden komplett übernommen, dies traf auf die kompletten ersten 45 Minuten zu, andere Szenen waren neu, speziell die letzte halbe Stunde unterscheidet sich fast komplett von der japanischen Kinoversion. Bei Ju-On sieht man zu späterer Zeit nämlich auch, wie 4 Schulmädchen das Haus betreten, eine flüchtet, die anderen drei fallen im Haus dem Fluch zum Opfer. Das geflüchtete Mädchen wird kurze Zeit später ebenfalls von Fluch heimgesucht. Bei The Grudge wurde diese Szene vollkommen gestrichen. Beide Versionen unterscheiden sich teilweise schon sehr stark, so dass es eigentlich nicht schaden kann beide Filme anzuschauen. Sehr gut ist auch, dass jeweils ein anderes Ende gewählt wurde. Trotzdem ist das amerikanische Remake besser, da die besten Schockmomente fast 1:1 übernommen wurden. Außerdem konnten diese Momente etwas besser dargestellt werden. Ju-On ist ein Film, der in seiner Spannung sehr The Ring ähnelt. Auch die bösen Geister zeigen in ihrer Erscheinung eine Ähnlichkeit. Trotzdem muss ich sagen, dass es mir Ju-On, beziehungsweise The Grudge mehr angetan hat.

Die Tricks und Special Effects wirken manchmal doch sehr stümperhaft. Speziell die erste Schockszene, wo die alte Frau von dem Geist heimgesucht wird, ist doch sehr schlecht geworden. So sieht man bloß einen schwarzen Schatten und in einer kurzen Einblendung ein schwarz angemaltes Gesicht, was nicht besonders gruselig aussieht. Bei den richtig starken Schockmomenten wurde weniger Wert auf Special Effects gelegt, diese sind durch einfache, aber doch sehr wirksame Tricks entstanden, zum Beispiel die tote Frau und der tote Junge, die für den Fluch verantwortlich sind, wirken manchmal doch sehr gruselig, was aufgrund der Bewegungen und Töne die sie von sich geben bewirkt wird. Die japanische Filmindustrie ist kein Unterhaltungsmonopol im Stile von Hollywood, somit kann man die teilweise schlechten Effekte und Masken entschuldigen.

Daten zur DVD

Man kann bei den Sprachen zwischen deutsch und englisch wählen. Der deutsche Ton war fehlerfrei, einzig die Synchronisation hat mich etwas gestört. Die Tonspur ist übrigens Dolby Digital 5.1. Die Bildqualität hat mich nur teilweise überzeugen können, wenn man bedenkt dass der Film aus dem Jahre 2003 ist, dann wäre da sicherlich mehr gegangen, das Bildformat ist Widescreen 16:9. Die DVD ist selbstverständlich Uncut und ist von dem Label Highlight Film. Eine Option zur Auswahl der Untertitel steht nicht zur Verfügung.

Extras

Die DVD verfügt über ein animiertes und mit Musik unterlegtes Menü, welches eine recht gute Filmszene darstellt, was sich jedoch auch als etwas nachteilig auswirkt, denn dadurch wird ein Teil der Spannung bereits zu Beginn kaputt gemacht. Es ist möglich in der Kapitelanwahl zwischen 13 Kapiteln zu wählen. Die Extras fallen auf dieser DVD wirklich sehr mager aus, so bekommt man nur einige Trailer und die Internetadresse von Highlightfilm zu Gesicht. Es gibt insgesamt 6 Trailer zu bewundern, hier möchte ich speziell den \"besonderen Filmtipp\" Dark Water empfehlen, dies ist auch ein japanischer Film im Stile von The Ring oder eben The Grudge. Zudem findet sich noch der Trailer zu Ju-On auf dieser DVD, der aber leider einige spannende Momente enthält, die dann beim Schauen des Films an Wirkung verlieren könnten. Die weiteren Trailer sind von den Filmen The Princess Blade, St. Johns Wort, Hero und City of God. Insgesamt gesehen hätten wirklich noch ein paar Extras hinzukommen müssen.

Fazit

Ju-On war der erste Film, den wir vorzeitig beenden mussten, aber nicht weil er so schlecht war, sondern weil mein Kumpel sich zu sehr gegruselt hat, er ist übrigens 24 Jahre alt. War der Anfang doch noch sehr langatmig und öde, so kam die Wendung ab dem Moment, wo Hitomi unter die Bettdecke gezogen wurde. Ab diesem Moment wurde der Film zwar immer unübersichtlicher, aber dafür stieg die Anzahl der unerwarteten Schockmomente drastisch. Ich muss hier auch wirklich sagen, dass Leute mit schwachen Nerven diesen Film nicht anschauen sollten. Die DVD ist wirklich nutzlos, es gibt keinerlei Extras, außer ein paar Trailern und dem animierten Menü, selbst Untertitel sind keine vorhanden. Wer sich gern gruselt und Filme mit viel Spannung mag, der sollte sich diesen Film kaufen, beziehungsweise ausleihen oder kaufen. Beim Kauf würde ich jedoch auf eine bessere DVD-Version warten, falls überhaupt eine besser erscheinen sollte davon. Das Bonusmaterial der DVD, die schlechten Schauspieler und die Tatsache, dass das amerikanische Remake doch um einiges besser ist, hindern mich daran, diesem Film eine doch noch sehr gute Bewertung zu geben. Diese DVD bekommt man für 16,99 Euro bei Amazon, oder auch gebraucht bei Ebay, für bereits 10 Euro. Empfehlenswert ist er trotzdem. Es existiert auch ein 2. Teil von Ju-On, der 3. Teil ist noch in der Entstehungsphase. Und die amerikanische Fortsetzung von The Grudge ist ebenfalls schon geplant.

24 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Sweety1987

    25.08.2005, 20:24 Uhr von Sweety1987
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr ausführlich geschrieben! Respekt ;-)

  • pommes90

    30.07.2005, 20:10 Uhr von pommes90
    Bewertung: sehr hilfreich

    du hasch dire viel Mühe gemacht mit dem Bericht und mir hat der Bericht au recht gut gefallen, doch ich werd mir den Film doch net kaufen! Trotzdem gute Arbeit