Pegasus Junta Testbericht

Pegasus-junta
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Erfahrungsbericht von 11Ama

Wirr und Konfus

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Früher mal haben wir mit ein paar Freunden fast jedes Wochenende lang \"Risiko\" gespielt. Durch einen blöden Zufall ist das Spiel dann verlustig gegangen. Und prompt bekam ich zu meinem nächsten Geburtstag von meinen Mitspielern - nein, nicht ein neues Risiko, sondern \"Junta\". Das sollte wohl eine noch bessere Abwandlung sein - und noch mehr Spaß wollten wir doch gerne haben, nicht wahr?!

Um es gleich vorwegzunehmen: Unsere Spielleidenschaft, angekurbelt durch Risiko und verstärkt durch eine Vielzahl anderer Spiele, hat sich innerhalb von 2-3 Sitzungen schlechterdings aufgelöst. Aber warum? Das werde ich mal versuchen nachzuzeichnen.

Junta soll eine Art Militärdiktatur nachspielen. Um an die Macht zu kommen und letztlich zu gewinnen, muß man möglichst viel Geld und Einfluß ansammeln. Durch ien kompliziertes Spiel- und Strategiesystem muß man dazu \"bestechen\", \"morden\", \"intrigieren\". Wie das geht, ist genau vorgegeben. Allerdings sind die Regeln so kompliziert, daß man furchtbar lange braucht, bis man endlich kapiert hat, wie\'s geht. Und anders als bei El Grande (dazu habe ich auch eine Meinung geschrieben und fand dieses Spiel trotz der komplexen Spielregeln großartig) ist die Bedienungsanleitung einfach nur schlecht konzipiert. Schon (oder gerade) beim ersten, zweten Mal spielen tauchen so viele Fragen auf, welche die Spielanleitung nicht beantwortet, daß die Lust schon merklich nachläßt.

AUch die Anfangsbeschreibung, was das Spiel soll und wie es funktioniert, wirkt ausgesprochen gestelzt und bemüht. Jeder weiß, daß das \"Drumherum\" eines Spiels neuerer Prägung (wie Siedler oder ElGrande) eine nette Geschichte erzählen darf, aber mehr eben auch nicht. Die Transferleistung von \"korrupt\" zu \"drei Felder vor\" wäre ja noch zu leisten. Aber da es verschiedene Abstufungen von menschlichem Verhalten gibt, die Junta auch noch abzubilden versucht in Spielschritten, ist der Grad an spaßigem Drumherum längst überschritten.

Der erste Stolperstein ist schon das langwieriege Aufbauen. Man benötigt nämlich einen Haufen Spielsteine und Figuren, die sämtlich erst aus ihren Plastikstreben herauszulösen sind. Bis man das erledigt hat (schließlich soll das spiel ja nett aussehen, weshalb man vorsichtig zu WErke geht), sind locker 2-3 Stunden vorbei. Das hat übrigens schon unseren ersten Spieleabend geprägt: Wir waren heiß, Junta auszuprobieren, und verbrachten dann die Zeit damit, Spielfiguren herauszudrehen und zu -brechen. Toll!

Dann kommt die langwierige, mühsame und nicht sonderlich inspieriert geschriebene Spielanleitung als nächstes Hindernis.

Auf dem Fuße folgt die etwas sehr weit hergeholte Realitätsnähe: Natürlich gibt es haufenweise Juntas in Südamerika (und anderswo), aber letztlich wird nie so ganz klar, was eigentlich dieser Quatsch mit dem Spiel zu tun hat. Naja.

Schließlich haben wir tatsächlich ein paar Versuche gestartet, loszuspielen. Wir haben nicht ein einziges Mal das Ende (jedenfalls das geplante) erreicht, weil uns vorher schon nicht klar war, welcher Schritt jetzt nachzufolgen hatte, welcher Spielzug sinnvoll war und was eigentlich erwartet war.

Wir haben es jedenfalls ziemlich bald zu den Akten gelegt.

Ich bedanke mich für Euer Lesen und hoffe, ich konnte Euch von Junta abraten!

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