Pegasus Junta Testbericht

Pegasus-junta
ab 12,92
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2011

5 Sterne
(2)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(1)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von frorgy

Intrigante Schmeichelei oder offene Revolte?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Beide Wege führen zum Ziel. Denn Junta ist ein „politisches Spiel“. Sein Reiz besteht denn auch im Schließen geheimer Bündnisse, offener Revolte und Verrat am besten Freund...

Die Spieler stellen die Abgeordneten des Parlaments einer südamerikanischen Bananenrepublik dar. Zu Beginn des Spiels wird ein Präsident gewählt. Die Anzahl der Stimmen richtet sich dabei nach Einflußkarten, die das Glücksmoment im Spiel darstellt. Wer keinen Einfluß hat, wird möglicherweise das ganze Spiel über Admiral der Marine bleiben und mit seinen Matrosen Shanties einüben - viel mehr Handlungsmöglichkeiten hat der Admiral nämlich nicht. Er muß warten, bis sich die günstige Gelegenheit für einen Putsch bietet, sich dann der richtigen Partei anschließen und so in der Hierarchie aufsteigen.

Der Präsident verteilt nach Gutdünken die übrigen Ämter an die Mitspieler. Dann kommt seine schwierigste Aufgabe: Er kassiert Entwicklungshilfegelder und stellt damit einen Staatshaushalt auf. Über diesen Haushalt stimmen die anderen ab. Hier gilt es, Fingerspitzengefühl zu beweisen, um eine ausreichend großen Anzahl von Spielern bei der Stange zu halten. Andernfalls droht nämlich ein Putsch. Dieser wird zumeist durch geheime Verhandlungen abseits des Spieltisches forciert (ein Nebenraum muß für dieses Spiel unbedingt zur Verfügung stehen!)

Die Putschphase, zu der es in einem normal verlaufenden Spiel nur etwa zwei- bis dreimal kommt, ist übrigens der einzige Teil des Spiels, der auf dem Spielbrett ausgetragen wird. Hier liegen klassische Elemente eines Strategiespiels vor; ein bißchen Würfelglück und vor allem die richtigen Aktionskarten können in der entscheidenden Phase auch helfen. Ist der Putsch erfolgreich, wählen die Putschisten aus ihrer Mitte den neuen Präsidenten (der alte wird für gewöhnlich vorher noch schnell vor ein Erschiessungskommando gestellt...). Der verteilt die übrigen Ämter, zieht Entwicklungshilfegelder ein und...

Gewinner des Spiels ist übrigens, wer am Ende das meiste Geld auf sein Schweizer Konto geschafft hat (Bargeld und Einfluß zählen bei der Endabrechnung nicht). Dazu allerdings muß man die Bank aufsuchen - und dort lauern erfahrungsgemäß die meisten Attentäter.

So richtig Spaß macht das Spiel nur, wenn tatsächlich sieben Spieler mit von der Partie sind (bei weniger Spielern kommt es zu Ämterkumulation, was das Machtgleichgewicht stört), die sich auf Intrige und Verrat verstehen. Denn hier ist sich jeder selbst (und seinem Bankkonto) der Nächste, Bündnisse überdauern häufig nicht einmal eine Runde, Wortbruch ist ausdrücklich erlaubt.
Man sollte auf jeden Fall den ganzen Abend für ein Spiel einplanen, denn es kann ohne weiteres sechs Stunden dauern.
Achtung: Bei einem Junta-Abend sind schon Freundschaften zerbrochen...
Die Altersangabe ab 18 ist durchaus sinnvoll.

19 Bewertungen