Deine Lakaien Kasmodiah Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 12/2006
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von brascher
Einfach nur dumme gute Musik
Pro:
siehe Bericht
Kontra:
sehr wenig
Empfehlung:
Ja
Es wird sich nicht vermeiden lassen, meine geneigte Leserschaft in Zukunft mit einigen Perlen aus meiner CD Sammlung zu belästigen.
Den Anfang macht dabei ganz zufällig eine Scheibe, deren Erscheinen auf das Jahr 1999 zurückgeht, bei Sony Entertainment produziert und verlegt wurde.
DEINE LAKAIEN KASMODIAH
1986 fand sich auf eine Annonce des studierten Musikers Ernst Horn nach einem experimentierfreudigen Sänger der damals noch Theaterwissenschaften studierende Alexander Veljanov, ein gebürtiger Mazedonier.
Beide bilden seit dieser Zeit die Band DEINE LAKAIEN, die in Deutschland eine recht ansehnliche Fangemeinde zählen.
Musikalische Einordnungen der Musik sind genauso vielfältig wie unvollständig.
Die dominierende Farbe schwarz bei ihren Live Auftritten soll wohl die Einordnung in die Gothic-Wave Szene rechtfertigen, ebenso die gewaltige Haarpracht Veljanovs.
Ich persönlich sehe sie eher in der Tradition von Tangerine Dream und Kraftwerk, allerdings nicht so üppig ausufernd wie die Ersteren und nicht so experimentell sparsam wie Kraftwerk.
Irgendwo dazwischen mit einem Hauch von Nick Cave.
Dies liegt vor allem an der intensiv bassigen ungemein wohlklingenden Stimme von Alex Veljanov.
Kasmodiah war zu dieser Zeit das erfolgreichste Album der Zwei, die eigentlich vier sind, denn Michael Popp an diversen Gitarren und elektronischen Instrumenten, sowie Christian Komorowski an der Violine ergänzen die Kreativabteilung unauffällig, aber wirkungsvoll.
Mi einem kraftvollen Intro beginnt die Scheibe und erinnert unwillkürlich an das Rauschen von Wellen an einen Strand.
Mit „Return“ findet sich schon eines meiner Lieblingsstücke auf Platz zwei der Titelliste. Getragen von der Stimme Veljanovs entwickelt sich eine absolute Ohrwurmmelodie mit kräftigen Elektroriffs in der Mitte des Stückes. Schwingende Übergänge zu den härteren Passagen machen es dem Hörer leicht zu folgen.
„Kiss the future“ wirkt eher beschwingt vom Rhythmus her und klingt schon fast glockenhell, wenn die Stimme Veljanovs nicht den düsteren Kontrast bilden würde.
„My Shadows“ besticht durch einen leichten Hall in der Refrainzeile, allerdings ohne eine melodie, die sich einem einprägt. Zum Ende des Songs wird es etwas hektisch, als ob den Herren Kompositeuren die Ideen ausgegangen wären.
Der Anfang von „Into my arms“ kommt fast volkstümlich daher, wechselt allerdings recht schnell in eine schwermütige tragende Melodie. Ein Lied, welches nach etwa anderthalb Minuten langweilig zu werden droht, dann aber einen wahren Klangteppich aufbaut, der die Finger die restlichen vier Minuten von der Skiptaste wegzucken lässt.
Hätte ich „Overpaid „ das erste Mal im Radio gehört, ich hätte Haus und Hof verwettet, dass das Johnny Cash ist. Elektro-Country würde ich das von einer harten Schlagzahl an Beats angetriebene Stück nennen. Es fällt etwas aus dem Rahmen, aber angenehm.
„Venus man“ würde ich mit seiner Abwechslung von schnellen Klavierschnipseln und dem getragenen Gesang als das vielleicht experimentellste Stück auf der Scheibe bezeichnen. Nicht ganz mein Fall.
Das schönste Lied auf der Scheibe. „The Game“ lässt einen doch sehr stark an Nick Cave erinnern, es fehlt eigentlich nur noch Frau Minogue. Trotzdem oder gerade deshalb wundervoll verträumt und sehr sparsam instrumentiert.
Der Titelsong „Kasmodiah“ kommt sehr schwebend und getragen daher, man hat den Eindruck, er könnte jeden Augenblick abbrechen, aber da hat Veljanovs Stimme etwas dagegen.
Das krasse Gegenstück ist das schon punkig zu nennende „Lass mich Dein Lakai sein“ , das einzige deutsch gesungene Stück, eine Liebeserklärung , eine Anbiederung (ironisch) an ….. wen auch immer. Hier gerät Veljanovs Stimme förmlich aus allen Fugen und der harte treibende Beat tut sein übriges. Instrumental ragt ein elektronisches Didgeridoo heraus.
Bei „Sometimes“ kommt mir immer wieder ein Volkslied in den Sinn, welches ich nicht recht einordnen kann, aber irgendwie an irische Folklore erinnert, vielleicht aber auch etwas an arabische Klänge. Schwer zu sagen, aber wunderschön anzuhören.
„Fight“ beginnt, als hätten die Musiker alles verlernt, was die Beherrschung der Instrumente betrifft. Es ist für mich das Uninteressanteste Stück auf der CD. Ohne rechten musikalischen Spannungsbogen. Heute würde ich sagen, die haben sich für einzelne Sequenzen die „Chemical brothers“ ins Studio geholt.
Hätte man den letzten Song „Try“ weggelassen, wäre ich auch nicht böse gewesen, er klingt wie eine Zusammenfassung des bereits gehörten, Monotonie durch kurze wabernde Synthisequenzen unterbrochen.
Die Texte stammen größtenteils von Alexander Veljanoy, Ernst Horn steuert zwei bei. In einem recht einfach gehaltenen Englisch werden kleine Geschichten aus dem Alltag erzählt, die nicht immer schwermütig sind oder kleine Dinge von einer anderen Seite betrachten.
Es wurde nicht gereimt um des Reimens willen.
Es geht um Träume, Taxifahrer, Spuren in der Hand und andere poetische Dinge des Alltags.
Wo DEINE LAKAIEN musikalisch einzuordnen sind überlasse ich nach meinen gegebenen Hilfestellungen jedem Leser oder besser Hörer selbst.
Ich sage es ist einfach guter, anspruchsvoller Elektropop, der aufgrund der Stimme Alexander Veljanovs durchaus etwas eigenständiges mit Wiedererkennungswert hat. Den kann man im Hintergrund hören, aber das beste Klangerlebnis hat man zweifellos unter guten Kopfhörern.
Auf die Frage eines Journalisten wie er denn seine Musik und die Band charakterisieren würde antwortete Veljanov : „ Wir sind nur dumme Musiker, die dumme Musik für dumme Manager machen“.
Wenn dumme Musik nur immer so klingen würde…….
Den Anfang macht dabei ganz zufällig eine Scheibe, deren Erscheinen auf das Jahr 1999 zurückgeht, bei Sony Entertainment produziert und verlegt wurde.
DEINE LAKAIEN KASMODIAH
1986 fand sich auf eine Annonce des studierten Musikers Ernst Horn nach einem experimentierfreudigen Sänger der damals noch Theaterwissenschaften studierende Alexander Veljanov, ein gebürtiger Mazedonier.
Beide bilden seit dieser Zeit die Band DEINE LAKAIEN, die in Deutschland eine recht ansehnliche Fangemeinde zählen.
Musikalische Einordnungen der Musik sind genauso vielfältig wie unvollständig.
Die dominierende Farbe schwarz bei ihren Live Auftritten soll wohl die Einordnung in die Gothic-Wave Szene rechtfertigen, ebenso die gewaltige Haarpracht Veljanovs.
Ich persönlich sehe sie eher in der Tradition von Tangerine Dream und Kraftwerk, allerdings nicht so üppig ausufernd wie die Ersteren und nicht so experimentell sparsam wie Kraftwerk.
Irgendwo dazwischen mit einem Hauch von Nick Cave.
Dies liegt vor allem an der intensiv bassigen ungemein wohlklingenden Stimme von Alex Veljanov.
Kasmodiah war zu dieser Zeit das erfolgreichste Album der Zwei, die eigentlich vier sind, denn Michael Popp an diversen Gitarren und elektronischen Instrumenten, sowie Christian Komorowski an der Violine ergänzen die Kreativabteilung unauffällig, aber wirkungsvoll.
Mi einem kraftvollen Intro beginnt die Scheibe und erinnert unwillkürlich an das Rauschen von Wellen an einen Strand.
Mit „Return“ findet sich schon eines meiner Lieblingsstücke auf Platz zwei der Titelliste. Getragen von der Stimme Veljanovs entwickelt sich eine absolute Ohrwurmmelodie mit kräftigen Elektroriffs in der Mitte des Stückes. Schwingende Übergänge zu den härteren Passagen machen es dem Hörer leicht zu folgen.
„Kiss the future“ wirkt eher beschwingt vom Rhythmus her und klingt schon fast glockenhell, wenn die Stimme Veljanovs nicht den düsteren Kontrast bilden würde.
„My Shadows“ besticht durch einen leichten Hall in der Refrainzeile, allerdings ohne eine melodie, die sich einem einprägt. Zum Ende des Songs wird es etwas hektisch, als ob den Herren Kompositeuren die Ideen ausgegangen wären.
Der Anfang von „Into my arms“ kommt fast volkstümlich daher, wechselt allerdings recht schnell in eine schwermütige tragende Melodie. Ein Lied, welches nach etwa anderthalb Minuten langweilig zu werden droht, dann aber einen wahren Klangteppich aufbaut, der die Finger die restlichen vier Minuten von der Skiptaste wegzucken lässt.
Hätte ich „Overpaid „ das erste Mal im Radio gehört, ich hätte Haus und Hof verwettet, dass das Johnny Cash ist. Elektro-Country würde ich das von einer harten Schlagzahl an Beats angetriebene Stück nennen. Es fällt etwas aus dem Rahmen, aber angenehm.
„Venus man“ würde ich mit seiner Abwechslung von schnellen Klavierschnipseln und dem getragenen Gesang als das vielleicht experimentellste Stück auf der Scheibe bezeichnen. Nicht ganz mein Fall.
Das schönste Lied auf der Scheibe. „The Game“ lässt einen doch sehr stark an Nick Cave erinnern, es fehlt eigentlich nur noch Frau Minogue. Trotzdem oder gerade deshalb wundervoll verträumt und sehr sparsam instrumentiert.
Der Titelsong „Kasmodiah“ kommt sehr schwebend und getragen daher, man hat den Eindruck, er könnte jeden Augenblick abbrechen, aber da hat Veljanovs Stimme etwas dagegen.
Das krasse Gegenstück ist das schon punkig zu nennende „Lass mich Dein Lakai sein“ , das einzige deutsch gesungene Stück, eine Liebeserklärung , eine Anbiederung (ironisch) an ….. wen auch immer. Hier gerät Veljanovs Stimme förmlich aus allen Fugen und der harte treibende Beat tut sein übriges. Instrumental ragt ein elektronisches Didgeridoo heraus.
Bei „Sometimes“ kommt mir immer wieder ein Volkslied in den Sinn, welches ich nicht recht einordnen kann, aber irgendwie an irische Folklore erinnert, vielleicht aber auch etwas an arabische Klänge. Schwer zu sagen, aber wunderschön anzuhören.
„Fight“ beginnt, als hätten die Musiker alles verlernt, was die Beherrschung der Instrumente betrifft. Es ist für mich das Uninteressanteste Stück auf der CD. Ohne rechten musikalischen Spannungsbogen. Heute würde ich sagen, die haben sich für einzelne Sequenzen die „Chemical brothers“ ins Studio geholt.
Hätte man den letzten Song „Try“ weggelassen, wäre ich auch nicht böse gewesen, er klingt wie eine Zusammenfassung des bereits gehörten, Monotonie durch kurze wabernde Synthisequenzen unterbrochen.
Die Texte stammen größtenteils von Alexander Veljanoy, Ernst Horn steuert zwei bei. In einem recht einfach gehaltenen Englisch werden kleine Geschichten aus dem Alltag erzählt, die nicht immer schwermütig sind oder kleine Dinge von einer anderen Seite betrachten.
Es wurde nicht gereimt um des Reimens willen.
Es geht um Träume, Taxifahrer, Spuren in der Hand und andere poetische Dinge des Alltags.
Wo DEINE LAKAIEN musikalisch einzuordnen sind überlasse ich nach meinen gegebenen Hilfestellungen jedem Leser oder besser Hörer selbst.
Ich sage es ist einfach guter, anspruchsvoller Elektropop, der aufgrund der Stimme Alexander Veljanovs durchaus etwas eigenständiges mit Wiedererkennungswert hat. Den kann man im Hintergrund hören, aber das beste Klangerlebnis hat man zweifellos unter guten Kopfhörern.
Auf die Frage eines Journalisten wie er denn seine Musik und die Band charakterisieren würde antwortete Veljanov : „ Wir sind nur dumme Musiker, die dumme Musik für dumme Manager machen“.
Wenn dumme Musik nur immer so klingen würde…….
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