Killzone (PS2 Spiel) Testbericht

Killzone-ps2-spiel
ab 15,02
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2010

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Erfahrungsbericht von sinfortuna

Todeszone

Pro:

Sehenswerte Präsentation mit tollen Spezialeffekten, packende Atmosphäre, mächtige Soundkulisse, Action satt, interessante Schauplätze, viele Wummen, vier Spielfiguren, Online-Feature

Kontra:

Auch auf niedrigster Stufe richtig schwer, auf Dauer etwas monoton (linearer Spielverlauf, gleiche Gegner) aber auch frustrierend, dämliche CPU-Kameraden, Pop-Ups und Ruckelanfälle vorhanden

Empfehlung:

Ja

Egoshooter und kein Ende, so scheint es zumindest, betrachtet man sich die Anzahl der Veröffentlichungen der Titel aus diesem Genre seit der Erfindung der 3D-Perspektive. Ganz besonders die alte Sony Playstation wurde seit Mitte der 90er geradezu überflutet mit jener Art an Ballerspielen, was dann mit Beginn des 21.Jahrhunderts für die Nachfolgekonsole PS2 nicht anders aussah, gefolgt von solchen für die X-Box von Microsoft. „Killzone“ für die PS2 jedenfalls wollte uns offensichtlich in Sachen atmosphärischer Dichte und Optik etwas Beeindruckendes, wenn nicht sogar Bahnbrechendes bieten, letztlich hat es dann aber nicht ganz zu einem Mega-Hit gereicht. Genre-Fans sollten dennoch mehr als nur einen flüchtigen Blick riskieren, wobei ich jedoch nicht unerwähnt lassen möchte, dass erstens eine Freigabe erst ab 18 Jahren der Fall ist und zweitens der Schwierigkeitsgrad (meines Erachtens übertrieben) hoch ausgefallen ist. Frusterlebnisse sind daher auch für talentierte Spielernaturen aller Voraussicht nach keine Seltenheit, seid demnach gewarnt. Eine Onlineunterstützung gibt es für bis zu sechzehn Gleichgesinnte, das Verlinken mehrerer Konsolen zwecks Multiplayer fällt aber flach. Immerhin gibt es offline einen Zweispielermodus via Splitscreen, der es erlaubt, sich gegenseitig die Projektile inklusive CPU-Kameraden um die Ohren zu donnern. Online erwarten uns Spielmodi wie das altbekannte Deathmatch, Team Deathmatch, Domination, Sturmangriff sowie Verteidigungs-, Zerstörungsszenarien und der „Vorratsabwurf“, in dem wir weit im Gelände verstreute Kisten an Munition einsammeln. Für Abwechslung und somit eine nicht zu verachtende Langlebigkeit ist in diesem Fall gesorgt. Beschränken möchte ich mich nun aber auf die Solokampagne.


In dem Science-Fiction-Szenario, welches wir hier unzweifelhaft vorfinden, scheint der Fortschritt oder besser gesagt die Ausdehnung der menschlichen Spezies in den unendlichen Weiten des Weltraums kein Ende finden zu wollen. Zahlreiche Sternensysteme sind mittlerweile vom Homo Sapiens bevölkert, jedoch sieht es auf den jeweiligen Planeten alles andere als gleich aus. Vielmehr könnten die Unterschiede kaum größer sein, während auf einem Stern sich das Leben in voller Pracht zu entfalten scheint, gibt es einige unwirtliche Planeten, bei denen der Alltag überaus hart ist. Der Planet Helgan sorgt sogar schließlich dafür, dass sich die menschliche Bevölkerung verändert, gut zu erkennen an ihren Kahlköpfen oder auch im Volksmund Glatzen genannt. Wie so oft, blickt man auch dort neidvoll auf jene Planeten, die einen wesentlich angenehmeren Lebensstil bieten, was – eigentlich erwartungsgemäß – einen machtbesessenen Tyrannen auf den Plan ruft. Dieser lässt die tiefen – zunächst unterschwelligen - Hassgefühle der Bevölkerung erst so richtig auflodern, was schließlich – wie so oft in der Vergangenheit – mit einer Invasion der Helghast-Truppen auf dem hübschen Planeten Vectas ihren traurigen Höhepunkt erreicht. Genau zu jenem Zeitpunkt kommen wir ins Spiel , der Name unseres Protagonisten: Jan Templar, seines Zeichens „natürlich“ Elitesoldat der ISA-Einheit. Er gehört selbstverständlich zu den „Guten“ und muss sich gleich zu Beginn vehementer Angriffe der anrollenden Feindestruppen erwehren. Wir werden somit quasi ins kalte Wasser geworfen und finden uns sogleich mittendrin im Kriegsgetümmel vor.


Unzählige Projektile sausen uns um die Ohren, einschlagende Granaten und Bomben sozusagen an jeder Ecke und wildes Geschreie vornehmlich des angreifenden feindlichen Gesocks: wir spurten schleunigst in eine halbwegs sichere Position – zumindest für ein paar Sekunden – um uns dann schnell einen Überblick zu verschaffen, in welche Richtung es nun weitergehen soll. In besonders gefährlichen oder gar hoffnungslos erscheinenden Situationen empfiehlt es sich als quasi letzten Trumpf die Sprintfähigkeit zu aktivieren, mit der wir uns manchmal noch in letzter Sekunde aus der Gefahrenzone begeben können. Dass solche Spezialmanöver nicht ganz ohne Folgen im Hinblick auf Kraft und Ausdauer haben, versteht sich von selbst, daher sollte wir diese Funktion nur wohldosiert einsetzen, denn es vergehen viele Sekunden, bis sich unser Energievorrat wieder auffüllt. Und genau jene Sekunden haben wir oftmals nicht. Trotzdem bleibt es nicht aus, dass wir den ein oder anderen schmerzhaften Treffer einstecken müssen, doch netterweise – wenn auch nicht immer sehr realistisch – erholt sich unser Held nach einer kurzen Zeit wieder, darüber hinaus verschaffen Medi-Paks willkommene Abhilfe. Keineswegs handelt es sich jedoch um ein „Ein-Mann-Kommando“, denn Mr.Templar kann tatsächlich auf weitere Hilfe vertrauen. Damit sind nicht nur die weiteren Truppen der ISA-Einheit gemeint, sondern auch beispielsweise die Stealth-Spezialistin Luger, die sich besonders aufs Anschleichen und klammheimliche Abmurksen aus nächster Distanz versteht. Des Weiteren stehen im weiteren Verlauf des Spiels der Spion Hakha (auch ein Freund des Schleichens) und Soldat Rico zur Auswahl, das Interessante hierbei: vor jedem Spielabschnitt entscheiden wir allein, wer im Kampf gegen die Helghast-Truppen zum Einsatz kommen soll. Dies sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern fördert auch die Langlebigkeit dieses Spiels, denn den ein oder anderen unter uns reizt möglicherweise ein erneutes Durchspielen mit jeweils anderen Hauptakteuren im jeweiligen Level. Sofern wir dem Schwierigkeitsgrad gewachsen sind, versteht sich, denn fast durch die Bank weg ist „Killzone“ als schwer bis sehr schwer einzustufen. Selbst fortgeschrittenen Egoshooter-Fans empfehle ich zunächst die niedrigste Stufe.


Halten wir fest: die insgesamt vier verschiedenen Charaktere vor Beginn einer Mission bieten uns die Möglichkeit, einen Einsatz komplett anders zu gestalten bzw. anzugehen. Es existieren unterschiedliche Lösungswege, wie wir genau zum Ziel kommen möchten, liegt somit grundsätzlich bei uns. Soldat Rico versteht sich offensichtlich auf große Wummen mit entsprechend enormer Durchschlagskraft, dementsprechend wild feuert er unaufhörlich aus allen Rohren, verfügt über eine hohe Robustheit, kann aber nicht schleichen und ist vergleichsweise träge, Luger schleicht gerne, metzelt das Opfer lautlos mit dem Messer nieder oder greift auf eine Sniper-Wumme zurück, ist sehr flink, kann Leitern und Seile erklimmen und erholt sich schnell von Verletzungen, Hakha läuft so gut wie nie in eine Falle und macht es als Spion durchweg lieber auf die „linke Tour“, Frontalangriffe sind eher nicht sein Ding und Templar ist eher der Allroundertyp. Waffenpower, Regenerationsfähigkeit und Ausdauervermögen sind jedenfalls die drei Eckpfeiler, in denen sich die Figuren teils erheblich voneinander unterscheiden. Der Abwechslungsreichtum bzw. die vorhandenen vielfältigen Möglichkeiten werden durch interessante Schauplätze verstärkt, die ebenfalls kaum für Langeweile sorgen dürften. Bürogebäude, Industriekomplexe und Militärbasen sind ebenso mit von der Partie wie auch Dschungel, Sumpf, Gebirge und heruntergekommene Stadtviertel. Nervige Wiederholungen gibt es somit eigentlich nicht. Nur eines bleibt stets gleich: metzelt alles kurz und klein, was auch nur im Ansatz nach einem bösen Helghast-Typen aussieht. Natürlich schlafen jene nicht, was sich im Übrigen am bereits erwähnten hohen Schwierigkeitsgrad äußert: Unmengen an feindlichen Truppen rücken per Transportschiffe auf dem Seeweg unaufhörlich nach, Raumgleiter düsen urplötzlich aus heiterem Himmel über unseren Kopf hinweg, mächtig gepanzerte Fahrzeuge nehmen zudem direkt Kurs auf uns. Dass wir zumindest auf Messer, Pistole, Maschinengewehr, Schrotflinte, Sniper-Knarre, Rifle, Granaten und andere lustige Nettigkeiten zurückgreifen dürfen, ist daher das Mindeste, allerdings ist es uns lediglich möglich, drei todbringende Utensilien auf einmal zu transportieren. Was ja irgendwo auch realistisch sein dürfte, schätze ich. Auf jeden Fall zieht Euch warm an, sehr warm sogar, Anfänge rund Genre-Gelegenheitszocker werden definitiv ihr blaues Wunder erleben und auch Profis kommen regelmäßig mächtig ins Schwitzen. Schließlich gibt es vereinzelte Waffen, die nur einem speziellen Charakter vorbehalten sind, was ja auch Sinn macht, so geht ausschließlich Luger mit Messer und Pistole inklusive Schalldämpfer ans Werk und auch nur Rico darf an die ratternde Chaingun Hand anlegen.


Die Präsentation ist wunderbar gelungen, bis auf kleine Patzer bekommen wir hier überaus Feines geboten. 16:9-Breitbildformat und 60-Hz-Modus sind ebenso vertreten wie (auf Wunsch) deutsche Texte und Sprachausgabe. Sehr gut sind die Texte, gar keine Frage, weniger gut die Synchronität der Lippenbewegungen der Protagonisten bei der deutschen Synchro, ich empfehle hier die englische Fassung. Besonders gelungen sind die überaus detailliert gezeichneten und niemals kantig oder klobig wirkenden Charaktermodelle, deren Animationen sowie die sehr abwechslungsreichen und mit angenehmer Texturvielfalt versehenen Schauplätze. Die atmosphärische Dichte ist überaus hoch, was unter anderem auch ein Verdienst der guten Kameraführung und der zahlreichen Spezialeffekte ist. Fantastische Explosionen, brillante Nebeleffekte und fast schon mystischer Rauch: das hat was. Sehr gut auch die unterschiedlichen Waffengeräusche, jede Waffe hat ihren eigenen Sound, nicht zu vergessen natürlich die krachenden Explosionen. Geschmackssache ist schließlich das etwas übertrieben präsentierte Sterben der Feinde, das qualvolle Schreien, Röcheln, Dahinvegetieren, was auch immer muss nicht unbedingt derart (und auf Dauer langatmig) in Szene gesetzt werden, schätze ich. Zu bemängeln gibt es allerdings auf jeden Fall die zuweilen unübersehbaren Pop-Ups und auch zarte Ruckelanfälle der Grafik sind hier in „Killzone“ kein Fremdwort, die Hardware der PS2 wird jedenfalls auf Herz und Nieren getestet. Die Soundkulisse glänzt durch krachende Außengeräusche, die nie langweilig werden, eine gute Sprachausgabe und treibende Melodien, welche nicht zuletzt durch satten Surround vollends zur Entfaltung kommen können. Der Sound ist auf alle Fälle kinoreif und über jeden Zweifel erhaben.


Dass es nicht ganz zum großen Kracher gereicht hat, liegt auf jeden Fall ganz woanders: die dämlich agierenden Kollegen nerven, die unterschiedlichen Lösungswege erweisen sich letztlich als laues Lüftchen, die Feinde sehen nach einer gewissen Zeit immer gleich aus, der Spielverlauf ist streng linear und das Abenteuer insgesamt übertrieben schwer bis zuweilen unfair. Somit kommt dennoch teilweise Langeweile aber auch Frustration auf: nicht gerade ein Cocktail, aus dem Meilensteine kreiert werden, schätze ich. Die beeindruckende Präsentation, die extrem dichte Atmosphäre, die satte Action, die abwechslungsreichen Schauplätze, die große Waffenauswahl, die vier unterschiedlichen Protagonisten und die gute Online-Unterstützung sind jedoch klare Pluspunkte, überhaupt gar keine Frage. Wer Egoshooter mag, muss „Killzone“ für die PS2 antesten, allen Anderen droht angesichts der knackigen Anforderungen aber sehr schnell die Luft auszugehen. Spielspaßwertung: 77%.

21 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Baby1

    09.12.2007, 10:49 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • Miraculix1967

    09.12.2007, 00:20 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Einen schönen 2. Advent wünsche ich Dir! SH und LG Miraculix1967:-)

  • bigmama

    08.12.2007, 22:25 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Anett

  • Bleu_de_Q

    08.12.2007, 16:44 Uhr von Bleu_de_Q
    Bewertung: sehr hilfreich

    schön, so zwischendurch mal keine laufschuhe zu lesen!