Das Spiel (Taschenbuch) / Stephen King Testbericht
ab 4,41 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Erfahrungsbericht von galeria
Das geht unter die Haut
Pro:
nervenaufreibend
Kontra:
nervenaufreibend
Empfehlung:
Ja
Ich griff mir `ne Schwarte von Stephen King, frisch geliefert von Vampire-Lady. Und ich hab`s nicht bereut: Gänsehaut pur, ein angegriffenes Nervenkostüm, Adrenalinausstöße en masse und `ne neugierige nichtlesende Nachbarin, der ich das Ende noch erzählen muss.
Wer kennt nicht die Langeweile, die in ehelichen Betten herrscht, wenn man schon viele Jahre da drin gemeinsam verbracht hat - irgendwann ist der Ofen immer aus und das Feuer muss nur neu entfacht werden. Und was zündet am besten, wenn nicht ab und an ein paar nette Spielchen. Die Geschmäcker sind aber nun mal ganz verschieden und man sollte sich wirklich nur auf Sachen einlassen, die einem selbst auch Spaß machen. Manchmal erträgt ein Partner aber einfach die komischen Sachen, die der andere immer so gerne mag, Hauptsache hinterher ist Ruhe. Meist ist es die holde Weiblichkeit, die froh ist, wenn der "Alte" endlich fertig ist. Ich will jetzt hier keine sexualtherapeutische Sprechstunde abhalten, dafür bin ich nicht qualifiziert genug und außerdem gehört`s hier nicht rein.
Aber die Sache mit dem "Ok, ich werd`s ertragen" und "Hoffentlich ist der Alte bald fertig" bekommt in Kings Geschichte mehr als nur weitreichende Folgen. Gelangweilte Ehefrauen sollten an dieser Stelle ganz besonders aufpassen....denn so ganz abwegig ist dieser Fall bestimmt nicht. Sicher nur eine fiktive Gruselstory - sie könnte aber tatsächlich so oder so ähnlich passiert sein.
Jessie und Gerald, ein Ehepaar um die 40 rum, wollen sich ein paar schöne Tage in ihrem Sommerhäuschen am Lake Kashwakamak (was für ein Name!) machen. Einsam und ruhig in Mitten der Natur, fast eine Einöde, so stellt sich einem dieser Ort dar. Über einen kleinen Feld-, Wald- und Wiesenweg gelangt man an das Domizil der beiden. Und was tut man, wenn man ruhig und einsam zu zweit ist? Natürlich Sex. Nun steht Gerald, ein übergewichtiger Anwalt, der auch gerne mal Einen hebt, seit einiger Zeit auf nette Fesselspiele im Bett. Seine Frau Jessie ist davon zwar nicht so begeistert, aber sie hat bisher immer mitgemacht...einfach aus den obengenannten Gründen. Aus Schals wurden Stricke, aus Stricken wurden Handschellen - und genau die benutzt Gerald auch an jenem schicksalshaften Tag in dem kleinen Landhaus am Lake Kashwakamak.
Jessie ist nackt, nur mit einem Slip bekleidet und hängt nun mit diesen Handschellen am Bett fest und wartet auf die Dinge, die da kommen mögen. Aber plötzlich mag sie irgendwie nicht mehr, es widert sie an, sie verspürt Ekel und versucht das auch, ihrem Mann irgendwie beizubringen, aber der will nicht hören. Sie weiß genau, das er es weiß, dass sie nicht mehr will, aber er hört nicht auf, bindet sie nicht los und bei Jessie laufen mittlerweile alle Kanäle auf Hochtouren. Das Ende vom Lied: sie stößt ihm ihre Beine in seinen dicken Bauch und seine Herrlichkeit. Geralds Körper aber reagiert völlig unerwartet - er bekommt einen Herzinfarkt, fällt vom Bett und stirbt.
Tolle Wurst.
Ein Alptraum.
Jessie kann sich nicht selbst aus den Handschellen befreien. Jessie kommt nicht ans Telefon. Jessie hat Durst. Jessie muss aufs Klo. Jessie hat Hunger. Jessies Arme schlafen ein. Jessie bekommt Krämpfe in Schultern und Rücken....Und dann läuft da irgendwo im Wald ein ausgesetzter Hund rum, der schon tagelang nichts mehr zu fressen hatte....Und Geralds Leiche riecht verführerisch für eine Hundenase, die eben wegen des quälenden Hungers alle Tabuts bricht, was sie zum Thema Herrchen und Frauchen so gelernt hat. Naja, und dann taucht da plötzlich noch so eine komische furchteinflößende Gestalt im Dunkeln auf, die Jessie beobachtet...
Ich hab noch nicht viel von Stephen King gelesen, aber dafür um so mehr im Fernsehen gezittert. Manchmal denk ich, er muss a bissel krank sein im Kopp, um sich immer wieder neue haarsträubende Geschichten einfallen zu lassen. Aber eigentlich ist es doch wurscht, wichtig ist nur der eine Satz aus einem bekannten Märchen: "Ach wenn`s mir nur gruselte!" Und das packt der Mann grandios. Und mit dem "Spiel" hatte er mich völlig im Griff; da brauchte es nur an meiner Tür zu klingeln und ich erschrak bis ins Mark.
Nicht nur die grauenvolle Vorstellung, dass das alles überhaupt nicht unglaublich klingt, sondern real inszeniert und durchaus jedem von uns passieren könnte, sondern auch Kings detailreiche (aber ganz und gar nicht langatmige) Schreibe, macht diesen Horrortrip zu einem
schaurig-schönen Leseerlebnis. Na und weil`s so fesselt, hat man das kleine gänsehauterzeugende Büchlein in einem Ritt durch, auch wenn dieser Ritt Zartbesaitete eventuell durch die Hölle jagen könnte. Vorsicht also!
Was vielleicht ein wenig zu bekriteln ist, das wäre das lange Ende. Da war die Spannung längst raus, auch wenn da noch einige Details fehlten und erlesen werden mussten. Aber das Feuer war King wohl ausgegangen und man konnte auf den letzten 150 Seiten auch mal was im Haushalt erledigen oder Rasen mähen ohne das Buch in der Hand. Macht sich auch irgendwie blöd beim Rasenmähen - ein Rhododendron wäre fast drauf gegangen. Besser dagegen wäre ein stürmischer Tag, wenn`s draußen haust, als würde die Welt untergehen. Dann sollte man ein oder zwei Fenster öffnen, damit sie ordentlich klappern - wer sowieso knarrende Türen hat, kann sich das Fensteröffnen sparen. Vielleicht noch ein paar Kerzen dazu und vor allem absolute Ruhe. Und dann kommt der Mann von der Arbeit nach Hause oder plötzlich rennen die Kinder die Bude ein, der Schock sitzt dann garantiert. Nix für Leute mit schwachem Herz, eher was für Achterbahnfahrer...obwohl ich mich nie in so was setzen würde *g*.
Viel Spaß beim Lesen
wünscht Galeria.
Wer kennt nicht die Langeweile, die in ehelichen Betten herrscht, wenn man schon viele Jahre da drin gemeinsam verbracht hat - irgendwann ist der Ofen immer aus und das Feuer muss nur neu entfacht werden. Und was zündet am besten, wenn nicht ab und an ein paar nette Spielchen. Die Geschmäcker sind aber nun mal ganz verschieden und man sollte sich wirklich nur auf Sachen einlassen, die einem selbst auch Spaß machen. Manchmal erträgt ein Partner aber einfach die komischen Sachen, die der andere immer so gerne mag, Hauptsache hinterher ist Ruhe. Meist ist es die holde Weiblichkeit, die froh ist, wenn der "Alte" endlich fertig ist. Ich will jetzt hier keine sexualtherapeutische Sprechstunde abhalten, dafür bin ich nicht qualifiziert genug und außerdem gehört`s hier nicht rein.
Aber die Sache mit dem "Ok, ich werd`s ertragen" und "Hoffentlich ist der Alte bald fertig" bekommt in Kings Geschichte mehr als nur weitreichende Folgen. Gelangweilte Ehefrauen sollten an dieser Stelle ganz besonders aufpassen....denn so ganz abwegig ist dieser Fall bestimmt nicht. Sicher nur eine fiktive Gruselstory - sie könnte aber tatsächlich so oder so ähnlich passiert sein.
Jessie und Gerald, ein Ehepaar um die 40 rum, wollen sich ein paar schöne Tage in ihrem Sommerhäuschen am Lake Kashwakamak (was für ein Name!) machen. Einsam und ruhig in Mitten der Natur, fast eine Einöde, so stellt sich einem dieser Ort dar. Über einen kleinen Feld-, Wald- und Wiesenweg gelangt man an das Domizil der beiden. Und was tut man, wenn man ruhig und einsam zu zweit ist? Natürlich Sex. Nun steht Gerald, ein übergewichtiger Anwalt, der auch gerne mal Einen hebt, seit einiger Zeit auf nette Fesselspiele im Bett. Seine Frau Jessie ist davon zwar nicht so begeistert, aber sie hat bisher immer mitgemacht...einfach aus den obengenannten Gründen. Aus Schals wurden Stricke, aus Stricken wurden Handschellen - und genau die benutzt Gerald auch an jenem schicksalshaften Tag in dem kleinen Landhaus am Lake Kashwakamak.
Jessie ist nackt, nur mit einem Slip bekleidet und hängt nun mit diesen Handschellen am Bett fest und wartet auf die Dinge, die da kommen mögen. Aber plötzlich mag sie irgendwie nicht mehr, es widert sie an, sie verspürt Ekel und versucht das auch, ihrem Mann irgendwie beizubringen, aber der will nicht hören. Sie weiß genau, das er es weiß, dass sie nicht mehr will, aber er hört nicht auf, bindet sie nicht los und bei Jessie laufen mittlerweile alle Kanäle auf Hochtouren. Das Ende vom Lied: sie stößt ihm ihre Beine in seinen dicken Bauch und seine Herrlichkeit. Geralds Körper aber reagiert völlig unerwartet - er bekommt einen Herzinfarkt, fällt vom Bett und stirbt.
Tolle Wurst.
Ein Alptraum.
Jessie kann sich nicht selbst aus den Handschellen befreien. Jessie kommt nicht ans Telefon. Jessie hat Durst. Jessie muss aufs Klo. Jessie hat Hunger. Jessies Arme schlafen ein. Jessie bekommt Krämpfe in Schultern und Rücken....Und dann läuft da irgendwo im Wald ein ausgesetzter Hund rum, der schon tagelang nichts mehr zu fressen hatte....Und Geralds Leiche riecht verführerisch für eine Hundenase, die eben wegen des quälenden Hungers alle Tabuts bricht, was sie zum Thema Herrchen und Frauchen so gelernt hat. Naja, und dann taucht da plötzlich noch so eine komische furchteinflößende Gestalt im Dunkeln auf, die Jessie beobachtet...
Ich hab noch nicht viel von Stephen King gelesen, aber dafür um so mehr im Fernsehen gezittert. Manchmal denk ich, er muss a bissel krank sein im Kopp, um sich immer wieder neue haarsträubende Geschichten einfallen zu lassen. Aber eigentlich ist es doch wurscht, wichtig ist nur der eine Satz aus einem bekannten Märchen: "Ach wenn`s mir nur gruselte!" Und das packt der Mann grandios. Und mit dem "Spiel" hatte er mich völlig im Griff; da brauchte es nur an meiner Tür zu klingeln und ich erschrak bis ins Mark.
Nicht nur die grauenvolle Vorstellung, dass das alles überhaupt nicht unglaublich klingt, sondern real inszeniert und durchaus jedem von uns passieren könnte, sondern auch Kings detailreiche (aber ganz und gar nicht langatmige) Schreibe, macht diesen Horrortrip zu einem
schaurig-schönen Leseerlebnis. Na und weil`s so fesselt, hat man das kleine gänsehauterzeugende Büchlein in einem Ritt durch, auch wenn dieser Ritt Zartbesaitete eventuell durch die Hölle jagen könnte. Vorsicht also!
Was vielleicht ein wenig zu bekriteln ist, das wäre das lange Ende. Da war die Spannung längst raus, auch wenn da noch einige Details fehlten und erlesen werden mussten. Aber das Feuer war King wohl ausgegangen und man konnte auf den letzten 150 Seiten auch mal was im Haushalt erledigen oder Rasen mähen ohne das Buch in der Hand. Macht sich auch irgendwie blöd beim Rasenmähen - ein Rhododendron wäre fast drauf gegangen. Besser dagegen wäre ein stürmischer Tag, wenn`s draußen haust, als würde die Welt untergehen. Dann sollte man ein oder zwei Fenster öffnen, damit sie ordentlich klappern - wer sowieso knarrende Türen hat, kann sich das Fensteröffnen sparen. Vielleicht noch ein paar Kerzen dazu und vor allem absolute Ruhe. Und dann kommt der Mann von der Arbeit nach Hause oder plötzlich rennen die Kinder die Bude ein, der Schock sitzt dann garantiert. Nix für Leute mit schwachem Herz, eher was für Achterbahnfahrer...obwohl ich mich nie in so was setzen würde *g*.
Viel Spaß beim Lesen
wünscht Galeria.
32 Bewertungen, 2 Kommentare
-
02.12.2007, 13:04 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichprima Bericht, einen wunderbaren ersten advent
-
03.03.2006, 15:08 Uhr von guts2607
Bewertung: sehr hilfreichSh, freu mich über gegenbewertungen
Bewerten / Kommentar schreiben