Glas. Der dunkle Turm 4 (Taschenbuch) / Stephen King Testbericht

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ab 8,18
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Erfahrungsbericht von DarkBeauty

Wenn die Vergangenheit tiefe Wunden hinterlässt

Pro:

Story, mitreissend, Schreibstil

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Hallo meine lieben!

Nun ist mein letzter Bericht ja schon wieder eine Weile her. Damit ich nicht so schnell in Vergessenheit gerate- hier mal wieder ein neuer. ;)

Es geht um „Glas“- den vierten Band der Saga um den „Dunklen Turm“ von Stephen King.
Ja, ich weiß, ich wollte eigentlich schon vor ein paar Wochen einen über „Tot“ schreiben. Irgendwie habe ich das noch nicht geschafft. Die Handlung ist nicht so einfach wiederzugeben. Schließlich soll es ja jeder verstehen. Aber der Bericht ist in Arbeit und kommt bald! Hier aber erst mal „Glas“.

o Wo gekauft? Preis?

Gekauft habe ich das Buch vor ein paar Monaten bei Galeria Kaufhof in Berlin auf dem Alexanderplatz. Aber ich bin mir sicher, dass jeder gute Buchladen dieses Meisterwerk haben wird. Gekostet hat es 9,95 €. Ich finde das eine ziemliche Unverschämtheit. Zu DM Zeiten waren sie um einiges günstiger. Allerdings lohnt es sich bei diesem Buch auf jeden Fall.
Schließlich umfasst dieses Werk ja auch 970 Seiten pure Spannung...

o Optik

Ich habe die neu überarbeitete Version der „Dunklen Turm“ Reihe und somit auch die neue Version von Glas. Es ist auf Hochglanz gemacht und das Cover ist in silber Tönen gehalten. Vor drauf sieht man einen Teil eines Meeres sowie eines Strandes und die Hälfte eines Turmes.
Hinten drauf kann man die sonst noch erschienen Bücher sehen.

o Was bisher geschah

Wir erinnern uns kurz...

(Ich werde nicht detailgenau auf die Handlung eingehen, da es hier ja vordergründig um den Band Vier geht und nicht um die komplette Handlung. Außerdem habe ich die bisherige Handlung in allen Details bereits in den Berichten zu „Schwarz“ und „Drei“ wiedergegeben.)

Roland Deschain von Gilead macht sich eines Tages auf und folgt dem Mann in Schwarz durch die Wüste um den Dunklen Turm zu finden. Was dieser dunkle Turm genau ist, weiß Roland, der letzte Revolvermann, (noch) nicht. Er vermutet, dass er das Zentrum einer Welt ist, die sich gnadenlos weiter bewegt hat. Er hofft, dort noch etwas retten zu können.
Auf dem Weg zum Mann in Schwarz trifft er in einem kleinen Dorf auf Leute, später an einer Zwischenstation schließlich auf einen kleinen Jungen, der in der weiteren Handlung noch eine wichtige Rolle spielen wird.
Nach einer schweren Entscheidung trifft Roland schließlich auf den Mann in Schwarz. Er hält mit ihm ein „Palaver“. Wie lange, weiß niemand. Dabei legt der Mann in Schwarz Roland die Tarotkarten und weissagt ihm seine Zukunft.

-In Band zwei „Drei“ findet Roland drei Türen. Hinter der ersten findet er den Heroinjunkie Eddie Dean, dem er das Leben rettet und ihn in seine Welt holt. Hinter der zweiten Tür findet er Odetta/ Detta Walker. Diese Frau hat eine gespaltene Persönlichkeit und die beiden Männer haben ziemlich damit zu kämpfen.
Hinter der dritten und letzten Tür findet Roland einen Mann namens Jack Mort. Er ist ein Mörder. Dieser Mann hat Spaß dran, anderen Leuten, das Leben zur Hölle zu machen, indem er sie durch seine hinterlistigen „Späße“ zum Krüppel macht oder sie gleich tötet. Er ist Schuld an Odettas/ Dettas Handicap...
Roland sorgt aber dafür, dass Jack Mort seine gerechte Strafe bekommt...

In Band drei „Tot“, ziehen Detta, die jetzt Susannah heißt und nicht mehr schizophren ist, Eddie und Roland weiter. Auf ihrer Reise begegnen sie einem großen Bären, der ein Cyborg ist und einer der Wächter der zwölf Tore. Sie beschließen, seine Spur zurück zu verfolgen weil sie hoffen, dadurch zum Dunkeln Turm zu gelangen.
Schließlich kommen sie in eine verkommene Stadt namens Lud. Die Menschen bringen sich bei einem Signal gegenseitig um und überall hängen Leichen und Kadaver an den Masten und auf den Strassen. Als sie in Lud ankommen, wird Jake (der Junge aus der Zwischenstation) gekidnapped und verschleppt. Roland macht sich auf die Suche nach Jake und Susannah und Eddie suchen Blaine- den Mono, ein sprechender Zug, von dem sie hoffen, aus Lud weg und dem Dunklen Turm ein wenig näher gebracht zu werden.
Mit einer wirklich abenteuerlichen Flucht (auf die ich erst in meinem vollständigen Bericht zu „Tot“ eingehen will, schaffen sie es aus Lud raus nach Topeka. Doch Blaine hat eine Bedingung, die mit seiner lieblings Beschäftigung Rätsel lösen zutun hat...

o Gegenwärtige Handlung

### Rahmenhandlung###

Roland, Susannah, Eddie und Jake sind also endlich raus aus Lud und sitzen nun in dem High- Tech Zug Blaine, dem Mono. Es gilt immer noch das Abkommen, dass Blaine die Vier am leben lässt, wenn er eines der von ihnen gestellten Rätsel nicht lösen kann. Doch langsam wird die Zeit knapp und Blaine verliert den Spaß am Raten nicht. Er löst jedes Rätsel ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen. Die Vier Helden verlieren die Hoffnung und schließlich inzwischen schon mit ihrem Leben ab, als Eddie einen Einfall hat.
Zuvor hatte er Scherzfragen gerissen, die Roland und auch sonst niemand lustig fand, weil sie keine richtigen Rätsel waren. Nach einer Überlegung fängt Eddie an, diese Scherzfragen an Blaine zu richten- der kann sie nicht lösen, da er nur auf Logik programmiert ist. Er zerstört sich im Prinzip selbst und Roland und Co. Sind frei.
Sie sind in einer Art Paralellwelt gelandet, wo das Virus „Captain Trips“ gewütet und fast die gesamte Bevölkerung ausgerottet hat. (Der aufmerksame Dauerleser kennt diese Story ja schon als Rahmenhandlung aus „The Stand- Das letzte Gefecht“. ;) )

Eddie, Susannah und Jake drängeln inzwischen ein wenig darauf, weil sie endlich etwas aus Rolands Vergangenheit wissen möchten. Der vertröstet sie noch auf einen weiteren Tag.

Schließlich sitzen die Vier eines Abends an einem Lagerfeuer und Roland erzählt...

### Binnenhandlung ###

Susan Delgado ist grade auf dem Weg zum Cöos, zur Hexe Rhea, um sich ihre Jungfräulichkeit bestätigen zu lassen. Als sie dort ankommt, macht ihr eine alte, verknöcherte und unfreundliche Dame die Tür auf. Nach einem sehr unterkühlten Gespräch prüft Rhea ob Susan noch Jungfrau ist. Denn Susan soll als „Feinsliebchen“ ein Kind vom Bürgermeister Hart Thorin empfangen, da seine Frau Olive dazu nicht mehr imstande ist. Für diese Aufgabe muss Susan „ehrbar“ sein- also unberührt.
Während Susan für Rhea hinter dem Haus noch Holz holen geht, sieht sie zufällig durch ein Fenster in das Zimmer der Hexe. Dort sieht sie ein rosa Licht von einer Glaskugel ausgehen...
Als Susan wieder reinkommt, bekommt sie von der Hexe einen Zettel, auf dem steht, dass Susan noch unberührt ist. Als die beiden Frauen sich voneinander verabschieden, flüstert Rhea Susan jedoch noch etwas ins Ohr...

Susan macht sich als auf den Heimweg zurück zu ihrer Tante.
Auf dem Weg dorthin begegnet sie einem jungen Mann namens Will Dearborn. Nach anfänglicher Schüchternheit lässt sich Susan von Will ein Stück begleiten. Will erzählt, dass er zusammen mit seinen Freunden Arthur und John aus ihrer Heimat für eine längere Zeit verbannt wurden, weil sie ein paar „Jungenstreiche“ gemacht haben. Die Strafe dafür sollen sie in Mejis verbüßen indem sie dort Fischernetze, Pferde usw. zählen.
Nach einer Weile trennen sich die Wege der beiden wieder und Susan sagt noch zu Will, dass wenn die beiden sich im Haus der Bürgermeisters begegnen sollten, es dort zum ersten Mal passiert und niemand merken soll, dass die beiden sich bereits kennen.
Susan spaziert also nach Hause und denkt, wie soll es auch anders sein, an Will.

Am nächsten Tag gehen Will und seine Freunde also zum Sheriff und stellen sich vor. Alle sind sehr nett zu den Jungs. Zu nett...

Schließlich kommt der Abend auf Seafront, dem Anwesen von Bürgermeister Thorin.
Dort sind die drei Jungs und auch Susan mit ihrer Tante Cordelia.
Natürlich begegnen sich Will, der in Wirklichkeit Roland Deschain heißt, und Susan dort. Und Roland hält sein Versprechen, dass er so tun wird, als würden sie sich zum ersten Mal sehen. Roland erfährt, dass Susan als Feinsliebchen des Bürgermeisters auserwählt wurde und er wird sauer. Als sie später durch Zufall zusammen tanzen müssen, lässt Roland eine schnippische und sarkastische Bemerkung ab und Susan wendet sich sauer und gekränkt ab. Aber doch wohlwissend, wie Recht Roland hat...

Später am Abend kommt es zu einer kleinen „Meinungsverschiedenheit“ zwischen Richard, der in Wirklichkeit Cuthbert heißt, und einem der „Großen Sargjäger“. Als Arthur, der Alain heißt, auch noch dazwischen geht und später sogar noch Roland hinzukommt, sind zwei Feindesparteien entstanden...

Durch den schwachsinnigen Sheemie, einem Arbeiter in einem Saloon, lässt Roland Susan später eine Nachricht zukommen, in der er um Verzeihung für seine anmaßende Bemerkung bittet. Sie schickt eine Nachricht zurück und lehnt aber um das gebetene Treffen ab.
Am selben Tag beschließt Susan mit Pylon, ihrem Pferd, ein wenig auszureiten.
Wie es der Zufall will, begegnen sich Roland und Susan natürlich. Die beiden sprechen sich aus. Es knistert heftig zwischen ihnen, als Roland Susan seine Liebe gesteht. Aber noch passiert wenig. Allerdings erzählt Roland Susan, dass ihm aufgefallen ist, dass viel mehr Pferde in Mejis sind, als ihm von einem Rancher erzählt wurde. Ihr kommt das auch komisch vor. Doch die beiden verabschieden sich erst mal unverrichteter Dinge. Zum Abschied sagt Susan allerdings noch einen entscheidenden Satz: „Wenn du mich liebst, liebe mich.“
Roland tut nichts der gleichen und Susan verschwindet.
Natürlich kommt es aber trotzdem zu Annäherung zwischen den beiden und schließlich schlafen sie auch miteinander.
Nachdem sie das getan haben, geht Susan wie in Trance runter zu einem nah gelegenen See und fängt an, sich die Haare abzuschneiden. Roland kann sie grade noch so davon abhalten. Warum Susan das getan hat, weiß sie allerdings nicht...

Diese ganze Szenerie wurde übrigens von Rhea, der Hexe, durch ihre Glaskugel beobachtet...

Susan und Roland treffen sich weiterhin unter Ergreifung strengster Vorsichtsmaßnahmen miteinander. Schließlich bekommen die beiden mit, dass ein Komplott in Gange ist- und zwar gegen den Bürgermeister und den ganzen Bund von Mittelwelt. Die Gefahr geht von John Farson aus, der den Bund zerschlagen will. Wer dabei natürlich wieder kräftig mitmischt ist klar- der Mann in Schwarz. Der auch Jahre zuvor schon unter dem Namen Marten Rolands Mutter verführt und Schande in sein Haus gebracht hat.

Roland, Cuthbert, Alain und Susan schmieden einen Plan und er scheint perfekt. Doch als der Bürgermeister und sein Minister Kimba Rimer tot aufgefunden werden, fällt der Verdacht auf die drei Jungs aus Gilead, die natürlich auch nicht nach Mejis gekommen sind, um Pferde zu zählen...
Die Zeit drängt und die Ereignisse überschlagen sich...

o Meinung/ Fazit

Im Vorhinein hatte ich ja bereits gehört, dass es bei „Glas“ nicht so sehr um die weitere Reise zum dunklen Turm geht, sondern Roland aus seiner Vergangenheit erzählt. Als ich das gehört habe, war ich eher nicht so begeistert, da das für mich nicht so spannend klang. Weit gefehlt!
Denn hier wird eine epische Geschichte von Liebe, Intrigen und Mord erzählt.
Auch das klingt nicht so spannend, wie es in Wirklichkeit ist.
Allein die ganze Lovestory um Roland und Susan ist herzzreißend, weil man sich immer denkt: „Wann kriegen die sich denn nun endlich??“. King hat wirklich eine Meisterleistung abgeliefert. Nie hätte ich (auch nach ca. 20 Büchern nicht) gedacht, dass er so gefühlvoll und romantisch schreiben kann. Aber auch bei aller Liebe und Romantik vergisst man nie, worum es im Eigentlichen geht- nämlich um die dunklen Machenschaften von John Farson, den Sargjägern und natürlich dem Mann in Schwarz.

Die ganze Geschichte erinnert mich ein wenig an einen Western. Wobei das auch nur in ganz kleinen Dingen mit einem Western übereinstimmt.

Die Story ist so gut und detaillier geschrieben, dass man sich Roland mit seinen zerlumpten Stiefeln und die Stadt Mejis mit ihrem Saloon sehr gut vorstellen kann. Sowas finde ich an einem Buch sehr wichtig. Man muss beim Lesen im Kopf die Bilder dazu sehen. Wenn dies nicht geschieht- ist das Buch meist wirr oder einfach nicht gut geschrieben. So ist jedenfalls meine Meinung.

Danke, für’s Lesen und Bewerten!

PS: Auch diesmal habe ich auf eine Biographie von King verzichtet, da ich in vielen anderen Buchberichten von Kings Werken bereist über ihn geschrieben habe. Wen’s also wirklich interessiert, der sollte sich meinen Bericht zu Feuerlind durchlesen. Dort gibt’s ne gaaanz lange Biographie zum Meister des Horrors!

18 Bewertungen, 2 Kommentare

  • hjid55

    25.02.2007, 20:03 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH & lg Sarah

  • Outkast24

    06.08.2004, 22:34 Uhr von Outkast24
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich hab die Saga auch bis jetzt immer mitverfolgt und finde sie ein Meisterwerk, wies selten eines gibt.