Friedhof der Kuscheltiere (gebundene Ausgabe) / Stephen King Testbericht

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Erfahrungsbericht von kritisch_Zeitgenosse

Der böse, böse Friedhof...

Pro:

- spannend und durchaus niveauvoll, gut geschrieben

Kontra:

- die typischen Klischees von Horrorgeschichten werden mal wieder bedient...

Empfehlung:

Ja

Horrorgeschichten sind im Allgemeinen und im Speziellen mit einem Klischee behaftet: unrealistisch, primitiv und mit einer Menge Monster gespickt. Kommt da nicht Freude auf, dass ich jetzt eine solche Geschichte rezensiere?

Nun ja, wenn man mir die Frage stellen würde, ob oben genanntes Klischee auch auf „Friedhof der Kuscheltiere“ zutrifft, dann müsste ich zu 2/3 mit ja antworten und den Rest verneinen. Unrealistisch ist die Geschichte durchaus, oder ist ihnen schon mal eine tote Katze über den Weg gelaufen, welche ja eigentlich ½ Meter unter der Erde liegt? Mit Monstern versehen ist die Geschichte auch, und das ist durchaus nicht als ganz real zu bewerten, es sei denn Sie arbeiten beispielsweise im Jurrassic Park oder gehen hin und wieder im Loch Ness fischen. Primitiv ist die Geschichte aber nicht! Und diese Behauptung will ich Ihnen in den nun folgenden 2 Minuten beweisen:

„Friedhof der Kuscheltiere“ wurde Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts von Stephen King geschrieben. Man behauptet, es wäre einer seiner besten Romane, aber das behauptet man ja von fast jedem seiner Werke. Äußerst verwunderlich für King- Fans ist, dass die Geschichte im Bundesstaat Maine in einer kleineren Stadt spielt. Die Familie Creed, welche sich aus einem Mann (Louis), einer Frau (Rachel), einem kleinen Sohn (Gage), einer etwas größeren Tochter (Ellie) und einem Kater genannt Church zusammensetzt, haben ein Haus in der Nähe einer Kleinstadt gekauft da der Familienvater, welcher den Beruf des Arztes gelernt hat, Arbeit in einer Universitätspraxis gefunden hat. Gegenüber diesem neu erworbenen Haus wohnt das alte Ehepaar Crandall; Mr. Crandall ist bereits über 80 Jahre alt, aber für sein Alter noch sehr rüstig. Langsam plätschert die Geschichte nun vor sich hin, Louis und Mr. Crandall lernen sich näher kennen, ersterer gewöhnt sich bei seiner Arbeit ein und Ellie muss zum ersten mal in die Schule. Durch einen Besuch bei einem naheliegenden Tierfriedhof, auch Friedhof der Kuscheltiere genannt, beginnt Louis’ Tochter über den Tod nachzudenken- besonders viel Angst hat sie davor, dass ihr geliebter Kater Church sterben könnte. Nach dieser kurzen Aufregung legt sich die Geschichte wieder schlafen- bis, und wie könnte es überhaupt anders sein, eines Tages wirklich der eben erst kastrierte Kater durch Überrollung mittels eines LKW’s ums Leben kommt. Doch Mr. Crandall, der später diese Episode als den größten Fehler seines Lebens ansehen wird, weiß Rat: Man begrabe den Kater an einem Ort neben dem eigentlich Tierfriedhof, genau gesagt auf einem alten indianischen Friedhof, und schwupps, wie durch Geisterhand kommt der Kater am nächsten Morgen wieder nach Hause gelaufen. Zwar ist Church leicht verändert, er ist aggressiver und stinkt ziemlich nach Erde, aber ansonsten noch ganz intakt. Dann aber, und das ist meine persönliche Meinung, kommt ein ganz entscheidender Satz, eine mordmäßige Pointe sozusagen, der die ganze Handlung zum Wanken bringt. Jetzt hört die Geschichte auf zu plätschern, ich meine was ist denn schon ein von den Toten auferstandener Kater?, jetzt fängt sie an zu rollen- in die Tiefe, ins Dunkle zu rollen... denn wieder kommt ein LKW angerollt, und diesmal wird ein Mensch überrollt...

Ab diesem Moment ist die Geschichte an Spannung nur sehr schwer zu übertreffen. Der Leser ist an das Buch gefesselt, möchte aber aufgrund der dramatischen Ereignisse das Buch am liebsten von sich werfen- Stephen King macht sich eindeutig der geistigen Folter strafbar!
Das der Schluss der Geschichte, auf den wieder alles ausgerichtet ist, ein Feuerwerk des Grauens ist, überrascht weniger. Aber ich glaube kaum, dass jemand der diesen Schluss liest so ganz ruhig dabei bleiben kann.

„Friedhof der Kuscheltiere“ dient der leichten, aber spannenden Unterhaltung. Wer von meinen werten Lesern eine gute Geschichte lesen möchte, bei der man durchaus hin und wieder einmal zum Denken angeregt wird, gerade wenn es um das Thema Tod geht, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Man muss es aber nicht unbedingt gelesen haben, denn es gibt eine ganze Menge Geschichten dieser Art.

Da das Buch, welches mich bei e-bay übrigens nur 2 Euro gekostet hat, sehr spannend geschrieben ist, konnte ich die 500 Seiten an 6 Tagen durchlesen. Ob Sie das wohl auch schaffen?

Ich hoffe, dass Ihnen mein Artikel gefallen hat und möchte mich dafür bedanken, dass Sie ihn gelesen haben!

Mit freundlichen Grüßen
Thomas B. alias kritisch Zeitgenosse

26 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Brita2905

    15.08.2004, 11:27 Uhr von Brita2905
    Bewertung: sehr hilfreich

    ... den gleichnamigen Film. Ich wollte ihn auch vor Jahren via Videorekorder aufnehmen, allerdings war selbiger sehr sensibel und brach mittendrin ab... ;o)

  • redwomen

    30.07.2004, 10:28 Uhr von redwomen
    Bewertung: sehr hilfreich

    kenne ich leider nicht, aber dafür den Film. -wie die Meisten hier *gg*- Guter Bericht LG maria

  • Stormwatch2k3

    29.07.2004, 01:11 Uhr von Stormwatch2k3
    Bewertung: sehr hilfreich

    Den Film find ich ganz OK. ~~Gruß Norman~~

  • anonym

    29.07.2004, 01:06 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hi, na ja, wenigstens ein Schnäppchen ... Ich kenne allerdings nur die Verfilmung ... Gruß, Sven (Zoobremia)