Langoliers (Taschenbuch) / Stephen King Testbericht
ab 7,06 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 07/2005
Auf yopi.de gelistet seit 07/2005
Erfahrungsbericht von winterspiegel
Science-Fiction & Horror
Pro:
Spannend, wendungsreich, lebendige Beschreibung der Charaktere
Kontra:
Nicht viel
Empfehlung:
Ja
Ein Flugzeug gerät während des Fluges in eine Art Zeitloch und für eine handvoll gestrandeter Passagiere beginnt kurz darauf ein dramatischer Wettlauf ums Überleben.
Ein Schriftsteller, der in einer tiefgehenden Lebenskrise feststeckt, wird von einem geheimnisvollen Fremden des geistigen Diebstahls beschuldigt und verliert nach und nach den Verstand.
Dies sind zwei weitere Geschichten, die im Original in der Novellensammlung „For Past Midnight“ erschienen sind und in der deutschen Übersetzung auf zwei Bücher verteilt wurden. „Nachts“ mit seinen zwei Geschichten war eines dieser Werke, die beiden Erzählungen von Langoliers sind die anderen.
Handlung / Langoliers
Ein vollbesetztes Flugzeug steuert auf eine merkwürdige Wolkenformation zu und nachdem diese durchflogen wurde, ist nichts mehr so wie es vorher war. Denn danach befinden sich an Bord nur noch eine Handvoll Passagiere, die – wie sich später herausstellen sollte – eines gemeinsam hatten: sie haben alle geschlafen als sie durch eine Art Zeitloch katapultiert wurden.
Ein Blick ins Cockpit genügt, um der zu einer Notgemeinschaft zusammengewürfelten Gruppe klarzumachen, dass auch die Crew wie von Zauberhand verschwunden ist. Zum Glück befindet sich ein Pilot unter den auf sich allein gestellten Fluggästen, der die Maschine – nachdem er vergeblich versucht hat irgendeine Funkverbindung herzustellen - auf einem Flugplatz notlanden kann.
Als die Leute aus dem Flieger ausgestiegen sind fällt ihnen als erstes die unnatürliche Stille und eine gewisse Unwirklichkeit auf, die sich geradezu greifbar in der Luft zu befinden scheint. Auch nachdem die gestrandeten sich dem Abfertigungsterminal langsam nähern, regt sich noch immer keine Menschenseele. Dasselbe trostlose Bild ist auch in den angrenzenden Gebäuden vorzufinden und gespenstische Stille macht sich überall breit.
Eine weitere seltsame Begebenheit ist, dass alle Lebensmittel die an die Luft gelangen, innerhalb von kürzester Zeit verdorben werden.
Doch da ist noch etwas anderes -, noch besorgniserregenderes. Ein Geräusch, dass zuerst leise, dann ganz allmählich immer lauter an die Ohren der Gruppe dringt und etwas wirklich grauenhaftes ankündigt. Die Gemeinschaft versucht verzweifelt unter Aufbietung all ihrer Kräfte einen Ausweg zu finden, bevor das Geräusch zu einem gigantischen Tosen anschwillt, dass alles zu verschlingen droht...
Kritik / Langoliers
Nicht wenige werden wohl den gleichnamigen TV 2-Teiler kennen, mit dem Kings Novelle aber leider in einen eher zweitklassigen Rahmen gepresst wurde. Das Buch ist da (wenn wundert´s) schon um einige ganze Ecken besser. Sehr lebensnah zeichnet King seine Charaktere und ob blindes Mädchen oder gewissenloser Verbrecher, wenn der Autor erst einmal in den Köpfen seiner Schöpfungen sich gewissermaßen einzunisten beginnt, werden für den gespannten Leser die Figuren lebendig und auf wundersame Weise geradezu wirklichkeitsnah.
Die Idee der Geschichte und ihre Versatzstücke sind vielleicht eher mehr phantastischer Science-Fiction-Stoff, denn eine herkömmliche klassische Gruselstory. Beides zusammen funktioniert aber dennoch außerordentlich gut.
Durch die befremdliche Umgebung und die Bedrohung der sich die Protagonisten immer mehr ausgesetzt sehen, wird dadurch ihre Angst natürlich auch nicht unbedingt weniger. Im Gegenteil – King versteht es ein Personenkreis der unterschiedlichsten Charaktere (ein ziemlich eigenwilliger Querschnitt durch die Gesellschaft) in eine absolut furchteinflößende Ausnahmesituation zu werfen, und wäre dem nicht genug, eine Atmosphäre der stufenweißen Bedrohung zu schaffen, die es fast unmöglich macht das Buch für längere Zeit beiseite zu legen.
So ist es eigentlich kaum verwunderlich, dass der Schrecken wenn er schließlich Körper und Form annimmt, unter Umständen nicht mehr ganz mit der furchteinflößenden Vorahnung mithalten kann, die der Autor dem Leser die ganze Zeit unter die Haut gejubelt hat.
Das heimliche Fenster, der unheimliche Garten / Handlung
Mort Rainey ist frisch geschieden und nicht gerade besonders glücklich darüber. Er beginnt seine Ex-Frau immer mehr zu vermissen, auch wenn er es sich selber nie eingestehen würde. Seit er sie mit einem anderen im Bett erwischt hat, lebt der erfolgreiche Schriftsteller in seinem Sommerhaus am See. Seine ehemalige Gattin wohnt noch in ihrem früheren Haupthaus in Derry, wo die beiden lange Jahre glücklich zusammenlebten.
Mort macht eines Tages die Bekanntschaft von John Shooter, einem zwielichtigen Fremden, der ihm Manuskriptseiten vor die Nase hält und ihn unverbrüht mit dem schwerwiegenden Vorwurf eines Plagiats konfrontiert. Noch schlaftrunken von dem Nickerchen, dass er sich erst kurz vorher genehmigt hatte, ist er den Anfeindungen von Shooter so gut wie hilflos ausgesetzt. Mort hört sich das aber nicht sehr lange mit an und geht danach wieder ins Haus zurück. Shooter wiederum lässt die Manuskripte auf der Veranda zurück, bevor er sich abwendet und geht.
Als Mort Shooters Geschichte gelesen und sie mit seiner eigenen verglichen hat, muss er eingestehen, dass beide Erzählungen in etwa ein und die selbe sind, lässt man den etwas unterschiedlichen Stil einmal außer Acht. Als er später am Nachmittag seinen täglichen Spaziergang unternimmt, läuft er Shooter erneut in die Arme, als dieser am See auf ihn wartet. Wieder bezichtigt er Mort vehementer denn je des Diebstahls. Doch der Schriftsteller hat zuvor herausgefunden, dass er seine Geschichte vor Shooters Werk niedergeschrieben haben muss, aber der Beweis befindet sich im Haupthaus in Derry.
John Shooter gibt dem bekannten Autoren eine Frist von drei Tagen, um sich die Beweise zu besorgen. Am Abend findet Mort seinen Kater mit einem Schraubenzieher im Fell auf seinen Mülleimer genagelt. Als seine Ex-Frau Amy ihn kurz darauf völlig aufgeregt anruft, kommt es noch viel schlimmer. Die Villa in Derry, in dem sich das Beweisdokument befindet ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt...
Das heimliche Fenster, der unheimliche Garten / Kritik
Dies ist eine weitere Geschichte mittels der sich King mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit in erzählerischer Form auseinandersetzt. Der tragische Held dieser Erzählung Mort Rainey ist im Grunde genommen nur ein weiteres Alter Ego des berühmten Autoren. Die Verbindung zu Kings realem Dasein sind für den Kenner einfach viel zu offensichtlich, denn zumindest die Schauplätze der Geschichte beziehen sich auf sehr reale Orte im Leben des Schriftstellers. So ist das Haupthaus aus der Novelle unübersehbar dem kingschen Anwesen in Bangor nachempfunden, dass in seiner markanten Form ein Begriff für jeden sein dürfte, der sich mit dem prominenten Autoren ein wenig näher beschäftigt hat.
Auch das Sommerhaus in dem Mort langsam beginnt seinen Verstand zu verlieren, ist wohl gleichbedeutend mit der Sommerresidenz der Kings in Lovell Maine, wo sich ganz nebenbei bemerkt, nicht weit davon Kings schwerer Unfall ereignete, als er bei einem Spaziergang angefahren wurde. Wenn ich mich nicht ganz stark irren sollte, finden sich außerdem auch noch einige andere markante Gewohnheiten und Tagesabläufe des Schriftstellers in dieser Erzählung eingebracht wieder. Und eine letzte Bemerkung meinerseits zu gewissen Übereinstimmungen zwischen Realität und Fiktion, ist die nicht unbedeutende Tatsache, dass King tatsächlich schon sehr real eines Plagiats beschuldigt wurde, wenn auch völlig haltlos. Doch die Gedankengänge eines Schriftstellers sind komplex, und so hat King wohl aus dieser schlechten Erfahrung eine Phantasie gesponnen, die in ihrem Grundton sehr düster und weittestgehendst unversöhnlich ausgefallen ist.
Doch das ungemein faszinierende an der Story ist wieder einmal, wie Stephen King es versteht seine Kopfgeburten dem Leser anschaulich zu vermitteln. So gesehen ist es alles in allem eine unter Umständen sehr persönliche Geschichte, die der Meister des Horrors uns hier erzählt. Wenn er auch natürlich nach einer gewissen Zeit in seiner allzu typischen Art die Tür zum Unwirklichen aufstößt und den Leser der es gewagt hatte dort anzuklopfen, ganz gezielt hindurchmanövriert.
Fazit
Die beiden im Buch enthaltenen Geschichten sind – lässt man die intensiven und brutalen Szenen einmal weg, die sie gemeinsam haben - eigentlich doch recht unterschiedlich. "Langoliers" (die Story) ist eine spannende Fiktion, in der eine Gruppe der unterschiedlichsten Personen in eine Anomalie von Raum und Zeit gerät, und als zusammenraufender Haufen sich irgendwie aus dieser schlimmen Situation befreien muss.
"Das heimliche Fenster, der unheimliche Garten" ist eine gradlinige Horror-Story, bei der der Fokus ganz eindeutig auf den Hauptprotagonisten ausgerichtet ist, und bei der der Leser gegen Ende auf ein paar dicke Überraschungen gefasst sein muss. Jede Erzählung hat auf ihre ureigenste Art ihren ganz speziellen Reiz und ist außerordentlich spannend aufgebaut. Empfehlen kann ich deshalb wohl beide Geschichten, auch wenn Langoliers wegen seines vielschichtigeren Handlungsablaufs und seiner reichhaltigeren Substanz schon ein wenig herausragen könnte.
Anmerkung:
Die Novelle „Das heimliche Fenster, der unheimliche Garten“ wurde vor kurzem mit Johnny Depp und John Turturro in den Hauptrollen verfilmt.
Stephen King
Langoliers
Novellensammlung
Wilhelm Heine Verlag
Preis TB: Ca. 9 Euro
(c) winterspiegel für Ciao & Yopi
Ein Schriftsteller, der in einer tiefgehenden Lebenskrise feststeckt, wird von einem geheimnisvollen Fremden des geistigen Diebstahls beschuldigt und verliert nach und nach den Verstand.
Dies sind zwei weitere Geschichten, die im Original in der Novellensammlung „For Past Midnight“ erschienen sind und in der deutschen Übersetzung auf zwei Bücher verteilt wurden. „Nachts“ mit seinen zwei Geschichten war eines dieser Werke, die beiden Erzählungen von Langoliers sind die anderen.
Handlung / Langoliers
Ein vollbesetztes Flugzeug steuert auf eine merkwürdige Wolkenformation zu und nachdem diese durchflogen wurde, ist nichts mehr so wie es vorher war. Denn danach befinden sich an Bord nur noch eine Handvoll Passagiere, die – wie sich später herausstellen sollte – eines gemeinsam hatten: sie haben alle geschlafen als sie durch eine Art Zeitloch katapultiert wurden.
Ein Blick ins Cockpit genügt, um der zu einer Notgemeinschaft zusammengewürfelten Gruppe klarzumachen, dass auch die Crew wie von Zauberhand verschwunden ist. Zum Glück befindet sich ein Pilot unter den auf sich allein gestellten Fluggästen, der die Maschine – nachdem er vergeblich versucht hat irgendeine Funkverbindung herzustellen - auf einem Flugplatz notlanden kann.
Als die Leute aus dem Flieger ausgestiegen sind fällt ihnen als erstes die unnatürliche Stille und eine gewisse Unwirklichkeit auf, die sich geradezu greifbar in der Luft zu befinden scheint. Auch nachdem die gestrandeten sich dem Abfertigungsterminal langsam nähern, regt sich noch immer keine Menschenseele. Dasselbe trostlose Bild ist auch in den angrenzenden Gebäuden vorzufinden und gespenstische Stille macht sich überall breit.
Eine weitere seltsame Begebenheit ist, dass alle Lebensmittel die an die Luft gelangen, innerhalb von kürzester Zeit verdorben werden.
Doch da ist noch etwas anderes -, noch besorgniserregenderes. Ein Geräusch, dass zuerst leise, dann ganz allmählich immer lauter an die Ohren der Gruppe dringt und etwas wirklich grauenhaftes ankündigt. Die Gemeinschaft versucht verzweifelt unter Aufbietung all ihrer Kräfte einen Ausweg zu finden, bevor das Geräusch zu einem gigantischen Tosen anschwillt, dass alles zu verschlingen droht...
Kritik / Langoliers
Nicht wenige werden wohl den gleichnamigen TV 2-Teiler kennen, mit dem Kings Novelle aber leider in einen eher zweitklassigen Rahmen gepresst wurde. Das Buch ist da (wenn wundert´s) schon um einige ganze Ecken besser. Sehr lebensnah zeichnet King seine Charaktere und ob blindes Mädchen oder gewissenloser Verbrecher, wenn der Autor erst einmal in den Köpfen seiner Schöpfungen sich gewissermaßen einzunisten beginnt, werden für den gespannten Leser die Figuren lebendig und auf wundersame Weise geradezu wirklichkeitsnah.
Die Idee der Geschichte und ihre Versatzstücke sind vielleicht eher mehr phantastischer Science-Fiction-Stoff, denn eine herkömmliche klassische Gruselstory. Beides zusammen funktioniert aber dennoch außerordentlich gut.
Durch die befremdliche Umgebung und die Bedrohung der sich die Protagonisten immer mehr ausgesetzt sehen, wird dadurch ihre Angst natürlich auch nicht unbedingt weniger. Im Gegenteil – King versteht es ein Personenkreis der unterschiedlichsten Charaktere (ein ziemlich eigenwilliger Querschnitt durch die Gesellschaft) in eine absolut furchteinflößende Ausnahmesituation zu werfen, und wäre dem nicht genug, eine Atmosphäre der stufenweißen Bedrohung zu schaffen, die es fast unmöglich macht das Buch für längere Zeit beiseite zu legen.
So ist es eigentlich kaum verwunderlich, dass der Schrecken wenn er schließlich Körper und Form annimmt, unter Umständen nicht mehr ganz mit der furchteinflößenden Vorahnung mithalten kann, die der Autor dem Leser die ganze Zeit unter die Haut gejubelt hat.
Das heimliche Fenster, der unheimliche Garten / Handlung
Mort Rainey ist frisch geschieden und nicht gerade besonders glücklich darüber. Er beginnt seine Ex-Frau immer mehr zu vermissen, auch wenn er es sich selber nie eingestehen würde. Seit er sie mit einem anderen im Bett erwischt hat, lebt der erfolgreiche Schriftsteller in seinem Sommerhaus am See. Seine ehemalige Gattin wohnt noch in ihrem früheren Haupthaus in Derry, wo die beiden lange Jahre glücklich zusammenlebten.
Mort macht eines Tages die Bekanntschaft von John Shooter, einem zwielichtigen Fremden, der ihm Manuskriptseiten vor die Nase hält und ihn unverbrüht mit dem schwerwiegenden Vorwurf eines Plagiats konfrontiert. Noch schlaftrunken von dem Nickerchen, dass er sich erst kurz vorher genehmigt hatte, ist er den Anfeindungen von Shooter so gut wie hilflos ausgesetzt. Mort hört sich das aber nicht sehr lange mit an und geht danach wieder ins Haus zurück. Shooter wiederum lässt die Manuskripte auf der Veranda zurück, bevor er sich abwendet und geht.
Als Mort Shooters Geschichte gelesen und sie mit seiner eigenen verglichen hat, muss er eingestehen, dass beide Erzählungen in etwa ein und die selbe sind, lässt man den etwas unterschiedlichen Stil einmal außer Acht. Als er später am Nachmittag seinen täglichen Spaziergang unternimmt, läuft er Shooter erneut in die Arme, als dieser am See auf ihn wartet. Wieder bezichtigt er Mort vehementer denn je des Diebstahls. Doch der Schriftsteller hat zuvor herausgefunden, dass er seine Geschichte vor Shooters Werk niedergeschrieben haben muss, aber der Beweis befindet sich im Haupthaus in Derry.
John Shooter gibt dem bekannten Autoren eine Frist von drei Tagen, um sich die Beweise zu besorgen. Am Abend findet Mort seinen Kater mit einem Schraubenzieher im Fell auf seinen Mülleimer genagelt. Als seine Ex-Frau Amy ihn kurz darauf völlig aufgeregt anruft, kommt es noch viel schlimmer. Die Villa in Derry, in dem sich das Beweisdokument befindet ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt...
Das heimliche Fenster, der unheimliche Garten / Kritik
Dies ist eine weitere Geschichte mittels der sich King mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit in erzählerischer Form auseinandersetzt. Der tragische Held dieser Erzählung Mort Rainey ist im Grunde genommen nur ein weiteres Alter Ego des berühmten Autoren. Die Verbindung zu Kings realem Dasein sind für den Kenner einfach viel zu offensichtlich, denn zumindest die Schauplätze der Geschichte beziehen sich auf sehr reale Orte im Leben des Schriftstellers. So ist das Haupthaus aus der Novelle unübersehbar dem kingschen Anwesen in Bangor nachempfunden, dass in seiner markanten Form ein Begriff für jeden sein dürfte, der sich mit dem prominenten Autoren ein wenig näher beschäftigt hat.
Auch das Sommerhaus in dem Mort langsam beginnt seinen Verstand zu verlieren, ist wohl gleichbedeutend mit der Sommerresidenz der Kings in Lovell Maine, wo sich ganz nebenbei bemerkt, nicht weit davon Kings schwerer Unfall ereignete, als er bei einem Spaziergang angefahren wurde. Wenn ich mich nicht ganz stark irren sollte, finden sich außerdem auch noch einige andere markante Gewohnheiten und Tagesabläufe des Schriftstellers in dieser Erzählung eingebracht wieder. Und eine letzte Bemerkung meinerseits zu gewissen Übereinstimmungen zwischen Realität und Fiktion, ist die nicht unbedeutende Tatsache, dass King tatsächlich schon sehr real eines Plagiats beschuldigt wurde, wenn auch völlig haltlos. Doch die Gedankengänge eines Schriftstellers sind komplex, und so hat King wohl aus dieser schlechten Erfahrung eine Phantasie gesponnen, die in ihrem Grundton sehr düster und weittestgehendst unversöhnlich ausgefallen ist.
Doch das ungemein faszinierende an der Story ist wieder einmal, wie Stephen King es versteht seine Kopfgeburten dem Leser anschaulich zu vermitteln. So gesehen ist es alles in allem eine unter Umständen sehr persönliche Geschichte, die der Meister des Horrors uns hier erzählt. Wenn er auch natürlich nach einer gewissen Zeit in seiner allzu typischen Art die Tür zum Unwirklichen aufstößt und den Leser der es gewagt hatte dort anzuklopfen, ganz gezielt hindurchmanövriert.
Fazit
Die beiden im Buch enthaltenen Geschichten sind – lässt man die intensiven und brutalen Szenen einmal weg, die sie gemeinsam haben - eigentlich doch recht unterschiedlich. "Langoliers" (die Story) ist eine spannende Fiktion, in der eine Gruppe der unterschiedlichsten Personen in eine Anomalie von Raum und Zeit gerät, und als zusammenraufender Haufen sich irgendwie aus dieser schlimmen Situation befreien muss.
"Das heimliche Fenster, der unheimliche Garten" ist eine gradlinige Horror-Story, bei der der Fokus ganz eindeutig auf den Hauptprotagonisten ausgerichtet ist, und bei der der Leser gegen Ende auf ein paar dicke Überraschungen gefasst sein muss. Jede Erzählung hat auf ihre ureigenste Art ihren ganz speziellen Reiz und ist außerordentlich spannend aufgebaut. Empfehlen kann ich deshalb wohl beide Geschichten, auch wenn Langoliers wegen seines vielschichtigeren Handlungsablaufs und seiner reichhaltigeren Substanz schon ein wenig herausragen könnte.
Anmerkung:
Die Novelle „Das heimliche Fenster, der unheimliche Garten“ wurde vor kurzem mit Johnny Depp und John Turturro in den Hauptrollen verfilmt.
Stephen King
Langoliers
Novellensammlung
Wilhelm Heine Verlag
Preis TB: Ca. 9 Euro
(c) winterspiegel für Ciao & Yopi
35 Bewertungen, 2 Kommentare
-
24.01.2005, 09:33 Uhr von Tom_Araya
Bewertung: sehr hilfreichhätte mir den mittelmässigen Film schenken sollen, jetzt interessiert mich das Buch leider nicht mehr da man weiss was Sache is ;)
-
23.07.2004, 15:07 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichhabe davon mal den Flm gesehen,den fand ich nicht schlecht
Bewerten / Kommentar schreiben