Der Talisman (Taschenbuch) / Stephen King, Peter Straub Testbericht
ab 6,66 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Erfahrungsbericht von Cuchulainn1981
Abenteuerliche Reise in die geheimnisvolle Region
Pro:
Aufregende Geschichte in zwei Welten, fantasievolle Darstellung der Region, mitreißende Figuren
Kontra:
Der Zwölfjährige ist teilweise zu erwachsen dargestellt
Empfehlung:
Ja
Stephen King und Peter Straub kennt man eigentlich nur als Horrorautoren. Doch die beiden Schriftsteller können auch in anderen Genres schreiben. Mit „Der Talisman“ haben King und Straub einen Fantasy-Roman geschrieben um einen zwölfjährigen Jungen, der unserer Welt und einer mittelalterlichen Fantasy-Welt hin und her springt, um das Böse zu bekämpfen.
Inhalt:
Der zwölfjährige Jack Sawyer ist mit seiner Mutter Lily auf der Flucht vor seinem Onkel Morgan Sloat. Sloat ist der ehemalige Geschäftspartner von Jacks Vater und möchte nach dessen Tod dessen Firmenanteile haben. Er setzt alle möglichen Repressalien ein, um dieses Ziel zu erreichen. Jack und Lily fliehen in den kleinen Ort Arcadia Beach, wo sie sich sicher fühlen.
Hier beginnen auch die merkwürdigen Ereignisse, die Jack schließlich in eine fremde Welt führen sollen. Eine Möwe spricht mit ihm, eine Trichter im Sand macht ihm furchtbare Angst. Eines Tages trifft er einen Schwarzen namens Speedy Parker, der im nahen Vergnügungspark arbeitet.
Speedy erzählt ihm von der Region, einer Welt, die neben der unseren existiert und sich in einem Entwicklungsstand ähnlich dem Mittelalter befindet. Er berichtet Jack von den sogenannten Twinnern. Twinner gibt es in beiden Welten, sie sind sozusagen eine Art von Doppelgänger. Wenn jemand die Welt wechselt, dann schlüpft er in den Körper seines Twinners. Doch es gibt auch Menschen, die keinen Twinner haben wie Jack zum Beispiel. Diese bleiben sie selbst, wenn sie wechseln.
Die Region hat eine Königin, Laura DeLoessian, die wie Jacks Mutter todkrank ist. Laura ist Lilys Twinner und ihre Schicksale sind miteinander verknüpft. Wenn Lily stirbt, erreicht Morgan sein Ziel, wenn Lily stirbt, kann Morgans böser Twinner die Herrschaft über die Region an sich reißen.
Jack erfährt von Speedy, dass er den Talisman suchen muss, der sich im Schwarzen Haus in der Region befindet. Nur so kann er seine Mutter und die Königin retten und das Böse besiegen. Er erhält von Speedy eine Flasche mit einem Trank. Wenn er diesen trinkt, kann er flippen, also die Welt wechseln. Irgendwann, so prophezeit Jacks neuer Freund, wird er selbst flippen können ohne diesen Trank. Doch diese Fähigkeit muss erst geweckt werden. So lange muss der Trank reichen.
Jack macht sich auf die Reise quer durch die USA und die Region. Dabei muss er unzählige Gefahren überstehen, denn Sloat setzt natürlich alles daran zu verhindern, dass Jack sein Ziel und damit den Talisman erreicht.
Verfolgt von Sloats Kreaturen ist Jack anfangs ganz auf sich alleine gestellt. Doch er findet auch Freunde, die ihn in seinem Kampf unterstützen. Zum Beispiel Wolf. Dieser gehört zu einem Volk aus Werwölfen und hütet in der Region die Schafe der Königin. Er wird ein treuer Freund Jacks und begleitet ihn auf seinem Weg.
Doch die beiden geraten in Gefangenschaft. Durch einen dummen Zufall werden sie von einem korrupten Polizisten aufgegabelt und in ein Heim für jugendliche Ausreißer gebracht, der von dem religiösen Fanatiker Gardener geleitet wird. Jack kennt Gardeners Twinner, einen brutalen Diener von Morgans Twinner in der Region. Und Gardener ist nicht weniger grausam als sein Gegenstück in der Region.
Schließlich kann Jack noch Richard Sloat, Morgans Sohn, als Begleiter gewinnen. Zusammen zerstören sie eine Kaserne mit Morgans Kreaturen und kämpfen sich bis zu dem Schwarzen Hotel, wo der Talisman liegen soll. Doch Morgan Sloat und seine Schergen sind bereits dort und setzen alle Hebel in Bewegung, um den Jungen doch noch aufzuhalten.
Die Autoren:
Stephen King:
Stephen King wurde am 27. September 1947 in Portland, Maine geboren. 1949 verliert King seinen Vater. Dieser geht Zigaretten holen und wird nie wieder gesehen. Den Kings geht es die nächsten Jahre nicht gut, denn die Mutter erhält nur schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs.
Als Kind ist Stephen bereits Fan von Science-Fiction und Fantasy-Geschichten. Mit dreizehn Jahren entdeckt er eine Kiste mit Horrorbüchern und Erzählungen, die sein Vater geschrieben hat. Diesen Fund nennt er selbst eine Offenbarung.
In seiner High-School-Zeit veröffentlicht er mehrere Geschichten, doch sein erster Roman \"Amok\" erhält 60 Absagen. Er beginnt, an seinem Talent zu zweifeln.
1971 heiratet er Tabitha, die selbst Schriftstellerin ist.
Seiner Frau gelingt es schließlich, seine Zweifel zu beseitigen und ihn zu überzeugen, den Roman \"Carrie\" zu Ende zu schreiben und zu veröffentlichen. 1977 wird \"Shining\" veröffentlicht, der erste seiner Romane, der auf den Bestellerlisten erscheint.
In den Folgejahren wird Stephen King, der auch unter dem Pseudonym Richard Bachman schrieb, mit Preisen überhäuft und wird weltberühmt. Er spielt in der Band \"Rock Bottom Remainders\", die nur aus Schriftstellern besteht, und gibt schließlich sein Pseudonym auf.
Lustig fand ich folgende Geschichte: Im Juni 1999 wurde Stephen King während eines Spaziergangs angefahren. Er wird schwer verletzt und verbringt drei Wochen im Krankenhaus. Im September 1999 kauft er das Auto, das ihn angefahren hat. Und im Juni 2000 am Jahrestag seines Unfalls zerstört er es eigenhändig.
Peter Straub:
Peter Straub wurde am 2. März 1943 in Milwaukee geboren. Er ist der Sohn eines Verkäufers und einer Krankenschwester, die unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft ihres Sohnes hatten. Sein Vater wollte, dass sein Sohn ein erfolgreicher Sportler würde, während seine Mutter sich eine Laufbahn als Arzt oder Pfarrer für ihren Sohn wünschte.
Peter jedoch hatte nur Spaß am Lesen und Erzählen von Geschichten. Schon im Kindergarten brachte er sich Lesen mit Comics selbst bei und verschlang später Bücher über Piraten, Detektive, usw.
Straub schloss sein Studium mit einem Diplom in Englisch und einem Magister in Philosophie ab. Er heiratete seine Freundin Suzan und lehrte drei Jahre English an der Universität von Wisconsin.
1969 begann er mit dem ernsthaften Schreiben. In dieser Zeit arbeitete er an seiner Doktorarbeit über Philosophie und veröffentlichte zwei kleine Gedichtbände.
1973 schließlich schrieb er seinen ersten Roman „Marriages“. Dieser erste Roman war jedoch weder besonders gut noch erfolgreich. Dennoch schrieb er in den nächsten Jahren unermüdlich weiter und fand so eine Möglichkeit, die Ängste aus seiner Kindheit zu verarbeiten. Er spezialisierte sich auf Horror-Literatur und schrieb mit „Julia“ seinen ersten Horrorroman.
Schließlich freundete er sich mit Stephen King an. 1984 schrieben die beiden Freunde schließlich den Roman „Der Talisman“. Im Jahr 2001 schrieben die beiden Schriftsteller zusammen die Fortsetzung zu ihrem ersten gemeinsamen Roman „Das Schwarze Haus“. In diesem Buch wird die Geschichte Jack Sawyers fortgesetzt. Zwischen 2005 und 2010 wollen sie noch einmal zusammen arbeiten und eine weitere Fortsetzung schreiben.
Peter Straub gehört heute zu den erfolgreichsten amerikanischen Horrorautoren neben Stephen King und Dean Koontz, und seine Bücher wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Meine Meinung:
Ich lese am liebsten Fantasy- und Horrorromane. Und wenn mein Lieblingshorrorautor (Stephen King) einen Fantasyroman schreibt, kann das Ergebnis eigentlich nur gut sein, sagte ich mir. Das Ergebnis war besser als erwartet.
Geschickt haben wir beiden Autoren Fantasy mit Horrorelementen verwoben und schicken den Leser auf seine abenteuerliche Reise durch die Welt wie wir sie kennen und die geheimnisvolle Region. Bereits sehr früh versinken wir in Jacks Welt und fühlen uns in diese Figur hineinversetzt. Der Leser spürt geradezu die Furcht vor Morgan Sloat und seiner ewigen Verfolgung und macht sich ebenso Sorgen um Jacks Mutter, die sterbend auf ihrem Bett liegt.
Jack ist anfangs vollkommen auf sich alleine gestellt bei seiner Reise. Ein zwölfjähriger auf einer einsamen Odyssee, deren Ziel beinahe unerreichbar erscheint. Jack verzweifelt an seiner Aufgabe, doch er gibt nicht auf. Verbissen marschiert er weiter und nähert sich langsam aber sicher dem Talisman, unter dem er sich eigentlich nichts vorstellen kann.
Überall können Gefahren lauern, seien es nun Sloats Schergen oder einfach Menschen, die den Jungen als leichte Beute ansehen. Deswegen benötigt Jack auch Freunde, doch wem kann er trauen?
Das einzige, was mich an der Beschreibung des Jack ein wenig gestört hat, ist, dass er meiner Meinung nach für einen Zwölfjährigen ein wenig zu erwachsen dargestellt wird. Jedenfalls wenn man sie mit den Zwölfjährigen vergleicht, die ich kenne, und durch meinen kleinen Bruder kenne ich recht viele Kinder in dem Alter.
Doch auch die anderen Charaktere sind eindringlich beschrieben.
Da wäre zum Beispiel Wolf. Er trifft den jungen Werwolf in der Region und rettet ihn vor Sloats Schergen, indem sie beide in unsere Welt flippen. Doch für Wolf ist diese Rettung ein Kulturschock. Er ist weite Wiesen und Wälder gewöhnt, frische Luft und der sanfte Geruch von Blumen und Gräsern. Jetzt befindet er sich in einer für ihn vollkommen ungewohnten Welt.
Er wird gequält von dem Gestank von Autoauspuffen und Fabrikschloten, sein stark ausgeprägter Hörsinn wird gemartert von dem Lärm, der uns täglich umgibt. Es ist interessant darüber nachzudenken, welche Qualen ein Wesen aus einer mittelalterlichen Welt zu ertragen hätte, wenn es in die Umgebung käme, die uns so vertraut ist.
Dennoch hilft Wolf seinem neuen Freund, wo er nur kann. So beschützt er ihn zum Beispiel vor sich selbst, als er sich eines Tages in einen Wolf verwandelt und auf die Jagd geht. Denn die Herde muss beschützt werden. In der Region besteht sie aus den Schafen, die sein Volk hütet, in unserer Welt ist Jack die Herde. Wenn die Wölfe sich verwandeln, wird die Herde in Sicherheit gebracht.
Ein Tiefpunkt für die beiden Freunde ist erreicht, als sie in das Heim gebracht werden und dem Fanatiker Gardener in die Hände fallen. Das Heim scheint ein Hort des Bösen darzustellen, denn die Jungen werden unterdrückt und gequält. Die Hoffnunglosigkeit unserer Helden stürtzt auf den Leser ein und begräbt ihn unter sich. Es scheint keinerlei Möglichkeit auf Flucht zu geben, und der Erfolg scheint dahin zu schwinden.
Selbst das Flippen kann die beiden nicht retten, denn das Heim ist in der Region eine Hölle, in der die Gefangenen auf grausamste Art und Weise zur Arbeit gezwungen werden, bewacht von dämonischen Kreaturen.
Die Region bietet keinerlei Schutz, sie ist noch schrecklicher als das Heim.
Eine weitere schöne Figur ist Richard Sloat. Jack will den Jungen auf seine Seite bringen und macht deswegen einen Umweg zu dessen Schule.
Richard lebt vollkommen in der Realität, in der Welt der Wissenschaft. Deswegen ist die Region für ihn ein ähnlicher Schock wie für Wolf unsere Welt. Lange kann er die Region und die Wesen, die Jack und ihn jagen, nicht akzeptieren, sondern denkt, dass er in einem bösen Traum stecke. Und genau wie Wolf stellt er deswegen anfangs eher eine Belastung für Jack dar als eine Hilfe.
Außerdem liebt er seinen Vater über alles und kann nicht glauben, was sein Freund ihm da erzählt. Sein Vater kann einfach nicht der Böse sein, den Jack beschreibt.
Aber natürlich gibt es noch die Gegner Jacks: Morgan Sloat, Gardener und ihre Schergen. Sie sind ganz einfach nur böse wie es sich für einen Fantasy-Roman gehört. Der Leser lernt sie hassen und wünscht ihnen ein Ende ihrer grausamen Pläne.
Es ist interessant wie lebendig auch die Nebenfiguren geschildert sind. Sei es nun der Mann, in dessen Auto Jack ein Stück mitfährt, die Frau, bei der Jack eine Zeitlang arbeitet, oder ein anderer Junge im Heim, sie alle sind nicht nur gesichtlose Schatten, sondern lebendige Personen, die vielleicht nur eine kleine Rolle spielen, aber dennoch ihren Teil zum Großen beitragen.
Die Beschreibung der Orte, sei es nun in unserer Welt oder in der Region, sind auch fantastisch. Wie in einem Film kann der Leser die beiden Welten vor sich sehen, die Jack und seine Freunde durchstreifen, so eindringlich und realistisch sind sie beschrieben. Gerade das macht dieses Buch zu so einem tollen Ereignis.
Ich persönlich habe Jack mit dem allergrößten Vergnügen auf seinen Reisen begleitet und kann es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen, über die ich dann selbstverständlich auch hier schreiben werde.
Die Daten meiner Ausgabe:
Titel: Der Talisman
Autoren: Stephen King / Peter Straub
Preis: 7,00 Euro
Verlag: Heyne
Bestellernummer: 01/12209
ISBN: 3-453-18004-6
711 Seiten
Inhalt:
Der zwölfjährige Jack Sawyer ist mit seiner Mutter Lily auf der Flucht vor seinem Onkel Morgan Sloat. Sloat ist der ehemalige Geschäftspartner von Jacks Vater und möchte nach dessen Tod dessen Firmenanteile haben. Er setzt alle möglichen Repressalien ein, um dieses Ziel zu erreichen. Jack und Lily fliehen in den kleinen Ort Arcadia Beach, wo sie sich sicher fühlen.
Hier beginnen auch die merkwürdigen Ereignisse, die Jack schließlich in eine fremde Welt führen sollen. Eine Möwe spricht mit ihm, eine Trichter im Sand macht ihm furchtbare Angst. Eines Tages trifft er einen Schwarzen namens Speedy Parker, der im nahen Vergnügungspark arbeitet.
Speedy erzählt ihm von der Region, einer Welt, die neben der unseren existiert und sich in einem Entwicklungsstand ähnlich dem Mittelalter befindet. Er berichtet Jack von den sogenannten Twinnern. Twinner gibt es in beiden Welten, sie sind sozusagen eine Art von Doppelgänger. Wenn jemand die Welt wechselt, dann schlüpft er in den Körper seines Twinners. Doch es gibt auch Menschen, die keinen Twinner haben wie Jack zum Beispiel. Diese bleiben sie selbst, wenn sie wechseln.
Die Region hat eine Königin, Laura DeLoessian, die wie Jacks Mutter todkrank ist. Laura ist Lilys Twinner und ihre Schicksale sind miteinander verknüpft. Wenn Lily stirbt, erreicht Morgan sein Ziel, wenn Lily stirbt, kann Morgans böser Twinner die Herrschaft über die Region an sich reißen.
Jack erfährt von Speedy, dass er den Talisman suchen muss, der sich im Schwarzen Haus in der Region befindet. Nur so kann er seine Mutter und die Königin retten und das Böse besiegen. Er erhält von Speedy eine Flasche mit einem Trank. Wenn er diesen trinkt, kann er flippen, also die Welt wechseln. Irgendwann, so prophezeit Jacks neuer Freund, wird er selbst flippen können ohne diesen Trank. Doch diese Fähigkeit muss erst geweckt werden. So lange muss der Trank reichen.
Jack macht sich auf die Reise quer durch die USA und die Region. Dabei muss er unzählige Gefahren überstehen, denn Sloat setzt natürlich alles daran zu verhindern, dass Jack sein Ziel und damit den Talisman erreicht.
Verfolgt von Sloats Kreaturen ist Jack anfangs ganz auf sich alleine gestellt. Doch er findet auch Freunde, die ihn in seinem Kampf unterstützen. Zum Beispiel Wolf. Dieser gehört zu einem Volk aus Werwölfen und hütet in der Region die Schafe der Königin. Er wird ein treuer Freund Jacks und begleitet ihn auf seinem Weg.
Doch die beiden geraten in Gefangenschaft. Durch einen dummen Zufall werden sie von einem korrupten Polizisten aufgegabelt und in ein Heim für jugendliche Ausreißer gebracht, der von dem religiösen Fanatiker Gardener geleitet wird. Jack kennt Gardeners Twinner, einen brutalen Diener von Morgans Twinner in der Region. Und Gardener ist nicht weniger grausam als sein Gegenstück in der Region.
Schließlich kann Jack noch Richard Sloat, Morgans Sohn, als Begleiter gewinnen. Zusammen zerstören sie eine Kaserne mit Morgans Kreaturen und kämpfen sich bis zu dem Schwarzen Hotel, wo der Talisman liegen soll. Doch Morgan Sloat und seine Schergen sind bereits dort und setzen alle Hebel in Bewegung, um den Jungen doch noch aufzuhalten.
Die Autoren:
Stephen King:
Stephen King wurde am 27. September 1947 in Portland, Maine geboren. 1949 verliert King seinen Vater. Dieser geht Zigaretten holen und wird nie wieder gesehen. Den Kings geht es die nächsten Jahre nicht gut, denn die Mutter erhält nur schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs.
Als Kind ist Stephen bereits Fan von Science-Fiction und Fantasy-Geschichten. Mit dreizehn Jahren entdeckt er eine Kiste mit Horrorbüchern und Erzählungen, die sein Vater geschrieben hat. Diesen Fund nennt er selbst eine Offenbarung.
In seiner High-School-Zeit veröffentlicht er mehrere Geschichten, doch sein erster Roman \"Amok\" erhält 60 Absagen. Er beginnt, an seinem Talent zu zweifeln.
1971 heiratet er Tabitha, die selbst Schriftstellerin ist.
Seiner Frau gelingt es schließlich, seine Zweifel zu beseitigen und ihn zu überzeugen, den Roman \"Carrie\" zu Ende zu schreiben und zu veröffentlichen. 1977 wird \"Shining\" veröffentlicht, der erste seiner Romane, der auf den Bestellerlisten erscheint.
In den Folgejahren wird Stephen King, der auch unter dem Pseudonym Richard Bachman schrieb, mit Preisen überhäuft und wird weltberühmt. Er spielt in der Band \"Rock Bottom Remainders\", die nur aus Schriftstellern besteht, und gibt schließlich sein Pseudonym auf.
Lustig fand ich folgende Geschichte: Im Juni 1999 wurde Stephen King während eines Spaziergangs angefahren. Er wird schwer verletzt und verbringt drei Wochen im Krankenhaus. Im September 1999 kauft er das Auto, das ihn angefahren hat. Und im Juni 2000 am Jahrestag seines Unfalls zerstört er es eigenhändig.
Peter Straub:
Peter Straub wurde am 2. März 1943 in Milwaukee geboren. Er ist der Sohn eines Verkäufers und einer Krankenschwester, die unterschiedliche Vorstellungen von der Zukunft ihres Sohnes hatten. Sein Vater wollte, dass sein Sohn ein erfolgreicher Sportler würde, während seine Mutter sich eine Laufbahn als Arzt oder Pfarrer für ihren Sohn wünschte.
Peter jedoch hatte nur Spaß am Lesen und Erzählen von Geschichten. Schon im Kindergarten brachte er sich Lesen mit Comics selbst bei und verschlang später Bücher über Piraten, Detektive, usw.
Straub schloss sein Studium mit einem Diplom in Englisch und einem Magister in Philosophie ab. Er heiratete seine Freundin Suzan und lehrte drei Jahre English an der Universität von Wisconsin.
1969 begann er mit dem ernsthaften Schreiben. In dieser Zeit arbeitete er an seiner Doktorarbeit über Philosophie und veröffentlichte zwei kleine Gedichtbände.
1973 schließlich schrieb er seinen ersten Roman „Marriages“. Dieser erste Roman war jedoch weder besonders gut noch erfolgreich. Dennoch schrieb er in den nächsten Jahren unermüdlich weiter und fand so eine Möglichkeit, die Ängste aus seiner Kindheit zu verarbeiten. Er spezialisierte sich auf Horror-Literatur und schrieb mit „Julia“ seinen ersten Horrorroman.
Schließlich freundete er sich mit Stephen King an. 1984 schrieben die beiden Freunde schließlich den Roman „Der Talisman“. Im Jahr 2001 schrieben die beiden Schriftsteller zusammen die Fortsetzung zu ihrem ersten gemeinsamen Roman „Das Schwarze Haus“. In diesem Buch wird die Geschichte Jack Sawyers fortgesetzt. Zwischen 2005 und 2010 wollen sie noch einmal zusammen arbeiten und eine weitere Fortsetzung schreiben.
Peter Straub gehört heute zu den erfolgreichsten amerikanischen Horrorautoren neben Stephen King und Dean Koontz, und seine Bücher wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Meine Meinung:
Ich lese am liebsten Fantasy- und Horrorromane. Und wenn mein Lieblingshorrorautor (Stephen King) einen Fantasyroman schreibt, kann das Ergebnis eigentlich nur gut sein, sagte ich mir. Das Ergebnis war besser als erwartet.
Geschickt haben wir beiden Autoren Fantasy mit Horrorelementen verwoben und schicken den Leser auf seine abenteuerliche Reise durch die Welt wie wir sie kennen und die geheimnisvolle Region. Bereits sehr früh versinken wir in Jacks Welt und fühlen uns in diese Figur hineinversetzt. Der Leser spürt geradezu die Furcht vor Morgan Sloat und seiner ewigen Verfolgung und macht sich ebenso Sorgen um Jacks Mutter, die sterbend auf ihrem Bett liegt.
Jack ist anfangs vollkommen auf sich alleine gestellt bei seiner Reise. Ein zwölfjähriger auf einer einsamen Odyssee, deren Ziel beinahe unerreichbar erscheint. Jack verzweifelt an seiner Aufgabe, doch er gibt nicht auf. Verbissen marschiert er weiter und nähert sich langsam aber sicher dem Talisman, unter dem er sich eigentlich nichts vorstellen kann.
Überall können Gefahren lauern, seien es nun Sloats Schergen oder einfach Menschen, die den Jungen als leichte Beute ansehen. Deswegen benötigt Jack auch Freunde, doch wem kann er trauen?
Das einzige, was mich an der Beschreibung des Jack ein wenig gestört hat, ist, dass er meiner Meinung nach für einen Zwölfjährigen ein wenig zu erwachsen dargestellt wird. Jedenfalls wenn man sie mit den Zwölfjährigen vergleicht, die ich kenne, und durch meinen kleinen Bruder kenne ich recht viele Kinder in dem Alter.
Doch auch die anderen Charaktere sind eindringlich beschrieben.
Da wäre zum Beispiel Wolf. Er trifft den jungen Werwolf in der Region und rettet ihn vor Sloats Schergen, indem sie beide in unsere Welt flippen. Doch für Wolf ist diese Rettung ein Kulturschock. Er ist weite Wiesen und Wälder gewöhnt, frische Luft und der sanfte Geruch von Blumen und Gräsern. Jetzt befindet er sich in einer für ihn vollkommen ungewohnten Welt.
Er wird gequält von dem Gestank von Autoauspuffen und Fabrikschloten, sein stark ausgeprägter Hörsinn wird gemartert von dem Lärm, der uns täglich umgibt. Es ist interessant darüber nachzudenken, welche Qualen ein Wesen aus einer mittelalterlichen Welt zu ertragen hätte, wenn es in die Umgebung käme, die uns so vertraut ist.
Dennoch hilft Wolf seinem neuen Freund, wo er nur kann. So beschützt er ihn zum Beispiel vor sich selbst, als er sich eines Tages in einen Wolf verwandelt und auf die Jagd geht. Denn die Herde muss beschützt werden. In der Region besteht sie aus den Schafen, die sein Volk hütet, in unserer Welt ist Jack die Herde. Wenn die Wölfe sich verwandeln, wird die Herde in Sicherheit gebracht.
Ein Tiefpunkt für die beiden Freunde ist erreicht, als sie in das Heim gebracht werden und dem Fanatiker Gardener in die Hände fallen. Das Heim scheint ein Hort des Bösen darzustellen, denn die Jungen werden unterdrückt und gequält. Die Hoffnunglosigkeit unserer Helden stürtzt auf den Leser ein und begräbt ihn unter sich. Es scheint keinerlei Möglichkeit auf Flucht zu geben, und der Erfolg scheint dahin zu schwinden.
Selbst das Flippen kann die beiden nicht retten, denn das Heim ist in der Region eine Hölle, in der die Gefangenen auf grausamste Art und Weise zur Arbeit gezwungen werden, bewacht von dämonischen Kreaturen.
Die Region bietet keinerlei Schutz, sie ist noch schrecklicher als das Heim.
Eine weitere schöne Figur ist Richard Sloat. Jack will den Jungen auf seine Seite bringen und macht deswegen einen Umweg zu dessen Schule.
Richard lebt vollkommen in der Realität, in der Welt der Wissenschaft. Deswegen ist die Region für ihn ein ähnlicher Schock wie für Wolf unsere Welt. Lange kann er die Region und die Wesen, die Jack und ihn jagen, nicht akzeptieren, sondern denkt, dass er in einem bösen Traum stecke. Und genau wie Wolf stellt er deswegen anfangs eher eine Belastung für Jack dar als eine Hilfe.
Außerdem liebt er seinen Vater über alles und kann nicht glauben, was sein Freund ihm da erzählt. Sein Vater kann einfach nicht der Böse sein, den Jack beschreibt.
Aber natürlich gibt es noch die Gegner Jacks: Morgan Sloat, Gardener und ihre Schergen. Sie sind ganz einfach nur böse wie es sich für einen Fantasy-Roman gehört. Der Leser lernt sie hassen und wünscht ihnen ein Ende ihrer grausamen Pläne.
Es ist interessant wie lebendig auch die Nebenfiguren geschildert sind. Sei es nun der Mann, in dessen Auto Jack ein Stück mitfährt, die Frau, bei der Jack eine Zeitlang arbeitet, oder ein anderer Junge im Heim, sie alle sind nicht nur gesichtlose Schatten, sondern lebendige Personen, die vielleicht nur eine kleine Rolle spielen, aber dennoch ihren Teil zum Großen beitragen.
Die Beschreibung der Orte, sei es nun in unserer Welt oder in der Region, sind auch fantastisch. Wie in einem Film kann der Leser die beiden Welten vor sich sehen, die Jack und seine Freunde durchstreifen, so eindringlich und realistisch sind sie beschrieben. Gerade das macht dieses Buch zu so einem tollen Ereignis.
Ich persönlich habe Jack mit dem allergrößten Vergnügen auf seinen Reisen begleitet und kann es kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen, über die ich dann selbstverständlich auch hier schreiben werde.
Die Daten meiner Ausgabe:
Titel: Der Talisman
Autoren: Stephen King / Peter Straub
Preis: 7,00 Euro
Verlag: Heyne
Bestellernummer: 01/12209
ISBN: 3-453-18004-6
711 Seiten
Bewerten / Kommentar schreiben