Knight Moves - Ein mörderisches Spiel (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von catmother

Schach matt mit Silberblick

Pro:

unglaublich spannend

Kontra:

am Ende etwas blutig

Empfehlung:

Ja

Fragt mich nicht, aber ich habe Christopher Lambert schon immer gemocht, obwohl er außer seinem ersten Highlander-Film fast nur noch Flops gelandet hat und nahezu ganz aus der Filmwelt verschwand. Schade drum. Irgendwie erweckte er mit seinem Silberblick immer ein wenig mein Mitleid, und so habe ich mir diesen als recht gut eingestuften Thriller auch schon mehrmals angesehen.


** Die Story **
Am Rande des Roxbridge International Schach Turnier passiert ein Mord. Die junge Debie Rutlege wird in ihrer Wohnung ermordet, der Täter hat ihr die Pulsadern aufgeschnitten, sie langsam verbluten lassen und dann fein hergerichtet. Seltsam nur, daß es am Tatort kein Blut gibt.
Als die beiden zuständigen Detectives Andy Wagner (Daniel Baldwin) und Frank Sedman (Tom Skerrit) bei Großmeister Peter Sandersen (Christopher Lambert) auftauchen, weil sie alle Teilnehmer des Turniers überprüfen, benimmt der sich auffallend abweisend und Wagner, dessen Testosteronspiegel aggressiv auf Sandersen reagiert, hält ihn sofort für den Täter. Doch Sandersen hat auf alles eine Antwort, aber er lügt und er verschweigt sein Verhältnis zu der Toten. Trotzdem haben die Beamten zunächst keine Handhabe.

Als der Schachspieler kurze Zeit später von einer seltsamen Stimme angerufen wird, die von seiner Beziehung zu Debie spricht, glaubt ihm die Polizei kein Wort, sondern hält das für einen Schachzug, um von sich abzulenken.
Sie setzen die junge Psychologin Kathy Sheperd (Diane Lane) auf Sandersen an, der jedoch schnell Braten riecht und sehr zynisch reagiert.

Da wird eine weitere junge Frau ermordet, und der Täter richtet sie genauso rituell her wie die erste, nur die Inschrift über dem Bett ist anders Und sie wird nicht dort gefunden, wo man sie ermordet hat, was den Beamten wirklich Rätsel aufgibt.

Und wieder ruft der Täter Sandersen an, diesmal im Beisein der zwei Detectives, und fordert ihn mit einem sinnlosen Reim zu einem Spiel heraus, bei dem er natürlich der Gewinner sein wird. Und wirklich, eine Leiche nach der anderen setzt die Polizei mächtig unter Druck, zumal es kein Motiv, keinen Verdächtigen außer Sandersen gibt. Sogar die Bürgermeisterin der beschaulichen Kleinstadt drängt Sedman vehement, endlich einen Schuldigen zu liefern, damit die Bürger wieder in Ruhe schlafen können. Egal, ob Beweise oder nicht, man hätte doch einen Verdächtigen.

Mit Hilfe von Cathy und Sandersen, den man schließlich doch in die Ermittlungen mit einbezieht, finden sie allmählich heraus, daß es sich bei der Mordserie um eine Art Schachspiel handelt, bei dem die Toten wie die Figuren des Spiels bewegt werden. Doch der Mörder ist ihnen immer einen Schritt voraus.

Als sich zwischen Peter und Cathy auch noch eine Affäre anbahnt, richtet sich die Front der Ermittler logischerweise gegen beide, denn nun ist die Objektivität der Psychologin dahin. Doch leider findet schließlich auch Cathy immer wieder Hinweise in Peters Umgebung, die darauf hindeuten, daß der attraktive Mann doch mehr in der Geschichte involviert ist, als sie bisher vermutet. Und welche Rolle spielt Peters blinder Trainer Jeremy? Oder die anderen Schachgrößen, die sich ja untereinander spinnefeind sind? Vor allem Victor Yurilewitsch (Arthur Bauss), der Sandersen ein Jahr zuvor besiegte und jetzt hinter dem Großmeister liegt, hat ein starkes Interesse daran, seinen Gegner mental auszuschalten.


** Darsteller **
Da wäre zunächst natürlich Christopher Lambert (Highlander), den ich für den absolut passenden Schauspieler für diese Rolle halte. Durch seinen Silberblick ist sein Augenkontakt – und die Kamera weilt oft auf seinen Augen – so undurchsichtig, daß man als Zuschauer nicht wirklich sicher sein kann, ob er nicht doch der Täter war.

Neben ihm wirkt Diane Lane (Judge Dredd, Mord im Weißen Haus) fast hausbacken. Nein, nicht wirklich, denn die attraktive Darstellerin spielt den Zwiespalt zwischen Liebender und verunsicherter Zweiflerin absolut überzeugend, wenn aber eben auch nicht so schön undurchsichtig wie ihr Gegenspieler.

Gut und glaubhaft ist auch Tom Skerrit (Contact, Jennifer 8) als Detective Sedman. Überlegt und unbeirrt, kompromißlos und standhaft bildet er in seiner Rolle einen guten Kontrast zu seinem Partner. Manchmal fragte ich mich, wie man mit so einem Chaoten zusammenarbeiten kann – aber genau dieser Widerspruch war wohl die Absicht des Drehbuchautors.

Denn Daniel Baldwin (John Carpenter’s Vampire), der vierte aus der Reihe der schauspielernden Baldwin-Brüder ist hier im Film der echte Kotzbrocken: impulsiv, aggressiv gegen jedes andere männlich Alpha-Tier, der unbeherrschte Gegensatz zu seinem Chef.


** Was mir gefiel **
Mord im Schachformat. Eine interessante und ziemlich originelle Idee, die vor allem Anhänger dieses Denksports Spaß machen wird. Als Zuschauer gewinnt man einige, wenn auch nur flüchtige Einblicke in den Rummel und die schon verrückten Personen der Schachwelt. Die Leute kommen einem wie Künstler vor, verschroben, voller Schrullen und leicht närrisch.

Spannung bis zum Schluß. Dank des undurchsichtigen Verhaltens und der vielen Indizien gegen den Helden des Films, der gleichzeitig extrem verdächtig ist und auch bis kurz vor Schluß bleibt. Immer wieder kommen beim Zuschauer Zweifel auf, ob er nicht doch ein Wolf im Schafspelz und die schöne Cathy nicht sein nächstes Opfer wird. Oder doch einer der anderen dubiosen Gestalten? Der blinde Terry ist doch schon etwas seltsam, oder? Und der ehrgeizige Yurilewitsch (immerhin ein deutscher Schauspieler, der hier die Fahne hoch hält), der allen Grund hat, den erfolgreichen Gegner zu fürchten? Sie alle sind doch echt verdächtig.

Man weiß natürlich als geschulter Krimikenner, daß der Täter nur einer der beiden Jungen sein kann, die in der Szene zu Beginn des Films gegeneinander Schach spielten. Immerhin findet das Ritual des Mordes nach der gleichen Szenerie statt wie der Tod der Mutter eines der beiden Kinder. Doch wer ist es? Wir wissen nicht, wieviel Zeit vergangen ist, deshalb könnte es sogar der merkwürdige Psychiater sein. Oder einer der Patienten des Instituts. Woher wissen wir überhaupt, ob wir den Täter schon mal gesehen haben, oder ob er völlig im Dunkeln bleibt und am Ende als Überraschung aus der Torte spring.

Von dieser Verunsicherung lebt der Film. Man glaubt die Zusammenhänge zu wissen, hat aber nur lose Fäden in der Hand. Und durch das Spiel, das hier stattfindet mit Rätseln und Puzzleteilen hat man immer das Gefühl, mit im Spiel und an der Auflösung beteiligt zu sein.


** Was mir nicht gefiel **
Die Geschichte mit der Bürgermeisterin war ein wenig klischeehaft. Klar versucht jeder Stadtvater das Richtige für seine Bürger und Wähler zu tun, aber diese Szene erinnert mich an die ständig gleiche Konstellation bei Katastrophenfilmen – Profit ist das oberste Gebot.
Ansonsten gibt es von meiner Seite keine Beanstandung.


** Fazit **
Ein spannend gemachter Psychothriller, der durch einen gut durchdachten Plot und glänzende Schauspieler überzeugt.
Absolut sehenswert.


** Daten **
D/USA 1991
Genre: Thriller
Regie: Carl Schenkel

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