Knysna Testbericht

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Erfahrungsbericht von Hylobates

Experience the Thrill

Pro:

ein Erlebnis für die ganze Familie

Kontra:

eigentlich nichts

Empfehlung:

Ja

Heute möchte ich mich einem Thema widmen, das mir persönlich besonders am Herzen liegt. Ich spreche hierbei von Monkeyland in der Nähe von Plettenberg Bay (siehe meinen separaten Bericht: http://www.yopi.de/erfahrungsbericht_212657__Dein_ist_mein_ganzes_Herz) in Südafrika. Dies ist der Ort, an dem ich die fünf vielleicht schönsten Monate in meinem bisherigen Leben verbracht habe, als ich dort als Volontär arbeiten durfte. Dieser Bericht gibt daher nicht unbedingt die Eindrücke eines Besuchers wieder, sondern vielmehr die Erfahrungen eines Mitarbeiters. Aber nichtsdestotrotz versuche ich nun aus einiger Entfernung zu berichten und unparteiisch zu bleiben.


Einführung
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Zunächst sollte man vielleicht erst einmal erklären worum es sich bei Monkeyland überhaupt handelt. Eines der ersten Dinge, die wir unseren Besuchern nach der Begrüßung erzählten, war folgender Satz: "Monkeyland ist kein Zoo, Monkeyland ist ein Primaten-Schutzgebiet." Das fasst eigentlich schon die Grundzüge der Idee hinter Monkeyland zusammen. Das Ziel ist nicht in erster Linie den Menschen die Primaten nahe zu bringen, sondern den Primaten ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Hierzu wurde ein 12ha großes Waldstück 7 m hoch eingezäunt, natürlich mit einem elektrischen Abschluss am oberen Ende um die Affen vom Überklettern abzuhalten. In diesem Wald können sich die verschiedenen Primatenarten völlig frei bewegen.
Als Träger wurde die "Touch a Monkeys Heart Foundation" gegründet (nähere Infos unter: www.tamhf.co.za). Da aber auch eine Stiftung nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung hat, entschloss man sich dazu, den Park auch für Touristen zu öffnen. Allerdings dürfen die Touristen hier nicht allein über das Gelände streifen, wie es bei einigen "Affenbergen" hier in Europa üblich ist. Zu diesem Zwecke werden von gut ausgebildeten Guides geführte Touren durch den Wald angeboten.


Ein Traum entsteht
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Die Person die hinter der Konzeption von Monkeyland steht ist Tony Blignaut, Südafrikaner, der sich schon immer Gedanken machte über die fortschreitende Ausrottung der Primaten infolge von Waldrodung, "Bushmeat-Crisis" oder auch die schlechten Bedingungen unter denen Primaten in Gefangenschaft gehalten werden. 1990, als er noch eine Game Lodge betrieb, machte er sich mit verschiedenen Methoden vertraut, mit denen Tiere auf ein Leben in der Freiheit vorbereitet werden. Denn dies war seiner Meinung nach einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg eines jeden Schutzgebietes.
Und schließlich am 6. April 1998 wurde in Plettenberg Bay, Südafrika Monkeyland eröffnet. Bis dahin das erste wirkliche Freigehege in dem mehrere verschieden Affenarten leben. Heutzutage ist Monkeyland berühmt für seine Erfolge in der Artenerhaltung und die einzigartige Weise in der das Schutzgebiet betrieben wird. Nur wenige Jahre später ist Monkeyland als eines der führenden Rehabilitationszentren mit freilaufenden Primaten etabliert, und außerdem eine der beliebtesten Attraktionen im Öko-Tourismus an der Garden Route.


Das Erlebnis Monkeyland
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Bevor ich den Ablauf eines normalen Besuchs in Monkeyland schildere, vielleicht noch einige wichtige Informationen vorweg. Monkeyland liegt etwa 16 km außerhalb von Plettenberg Bay entlang der N2 in Richtung Port Elizabeth. Von dieser Fernstraße aus ist der Park gut ausgeschildert und kaum zu verfehlen. Monkeyland ist ganzjährig von 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Eine Besonderheit ist, dass der Zutritt zum Park und der Aufenthalt in bestimmten Zonen (umsatzträchtig geschickt gewählt: Restaurant und Souvenirshop) kostenlos ist. Will man allerdings das volle Erlebnis Monkeyland, so muss man eine geführte Tour buchen, die mit momentan 90 Rand (ca. 12 Euro; Kinder zahlen die Hälfte) zu Buche schlägt. Allerdings zahlt man auch hierfür nur einmal und kann dann an einem Tag so viele Touren mitmachen wie man will. Die Touren dauern etwa eine Stunde und können in verschiedenen Sprachen gebucht werden. Momentan leben in Monkeyland 16 verschiedene Arten, mit etwa 400 Einzeltieren.

Aber nun genug Theorie. Die Besucher von Monkeyland werden bereits am Tor, das aus Sicherheitsgründen wie eine Schleuse aus zwei separaten Schiebetüren besteht, von den Guides empfangen. Diese bringen einem noch kurz die Regeln (Affen nicht anfassen, nicht füttern, Abstand halten etc.) nahe und führen einen dann zur Rezeption im Inneren. In der Regel startet die nächste Tour in spätestens 20 Minuten. Die Wartezeit kann man sich derweil auf der Terrasse vertreiben, von wo aus man die Affen schon im angrenzenden Wald herumspringen sehen kann. Zu Beginn der eigentlichen Tour sammelt der Guide in der Regel die Gäste noch einmal kurz um sich, um eine kurze (bei manchen Guides kann es auch mal länger dauern) allgemeine Einleitung zu den Primaten zu halten. Ist dieser Punkt abgehakt geht es los in die Tiefen des Waldes.

Bereits nach wenigen Metern gelangt man zur ersten Futterstation. Eine Konstruktion aus Holzbalken und einer Metallplatte auf der verschiedene Früchte, Obst aber auch Brot, Reis und Hühnchen für die Affen bereitliegt. Dies ist nötig, da der Wald allein die Vielzahl an Affen, immerhin an die 400 Einzeltiere, nicht allein ernähren könnte. Zugefüttert wird hier außer dem Hühnchen nur vegetarische Kost. Fleisch holen sich die Affen in lebender Form (zumindest bis zu einem bestimmten Zeitpunkt), im Park sind natürlich noch andere Tiere als Affen ansässig, vor allem viele Vogel- und Insektenarten.

Meist trifft man bereits hier auf die ersten Affen. Auf Grund der hohen Anzahl an Kapuzineraffen und Grünen Meerkatzen sind das vermutlich die ersten Vertreter die man sieht. Als Außenstehender mag man vielleicht gar nicht glauben, wie interessant es sein kann, längere Zeit einer Gruppe dieser Affen zuzusehen. Aber sei es jetzt beim Essen, beim Herumtollen oder einfach nur beim Herumsitzen, den Tieren fällt immer wieder irgendetwas neues, Überraschendes ein. Und lustig anzusehen ist es auf jeden Fall.

Da die Affen im Park absolut frei umher streifen können, kann man natürlich nie genau sagen, wann und wo man ein Tier sichtet. Aber vielleicht ist es gerade das was einen Besuch hier ausmacht. Während die meisten Touristen also mit offenen Augen und den Blicken in alle Richtungen vorsichtig durch den Wald schleichen, schlendert der Guide lässig vornweg. Und doch findet er auf diese Weise immer wieder dorthin wo gerade etwas los ist.

Das Highlight einer jeden Tour ist aber für manche Besucher gar nicht tierischer Natur. Monkeyland rühmt sich mit der mit 128 m angeblich längsten Hängebrücke der südlichen Hemisphäre. 30 m über dem Boden und damit auf Höhe der Baumkronen gibt sie hier einen wundervollen Blick über das Blätterdach frei. Allerdings ist das ganze eine etwas wackelige Angelegenheit, zartere Gemüter sollten sich also auf einiges vorbereiten. Natürlich tollen auch die Affen auf dieser Brücke herum. Sind es nur kleinere Arten wie etwa Kapuzineraffen oder Grüne Meerkatzen so ist das kein Problem. Haben allerdings die drei Brillenlanguren die Brücke als ihren Sitzplatz auserkoren sollte man die Überquerung eher meiden. Aus diesem Grund gibt es auch eine Ausweichroute, die über den Grund der überspannten Schlucht führt.

Zum Ende einer Tour kommt man auch noch an einigen Käfigen vorbei. Diese müssen leider auch sein, und das aus verschiedenen Gründen. In einigen Käfigen sind Lisztäffchen, Pinselohräffchen oder Gold-Hand-Tamarine untergebracht. Diese Arten gehören zu den Miniaturäffchen und sind einfach zu klein um sie in den Wald zu entlassen. Dort würden sie wohl nur den größeren Affen oder Greifvögeln zum Opfer fallen und das ist nicht gerade im Sinne des Erfinders. In einem anderen Käfig wiederum lebt Romeo, ein Brauner Brüllaffe. Er wurde einst von seiner Gefährtin Julia (die hieß wirklich so, kein Witz) getrennt und hierher gebracht. Seitdem leidet er unter Liebeskummer, hat einige Male versucht zu fliehen und ist daher nun im Käfig. Er muss sich allerdings sein Zuhause mit drei alten Totenkopfäffchen teilen. Sie sind einfach schon zu schwach um im Kampf um die Nahrung im Wald bestehen zu können.

Jetzt wird vielleicht der ein oder andere denke da war ein bisschen wenig über die Affen drin. Das kommt jetzt. Selbstverständlich sind die Guides nicht nur dazu da um die Gruppe zu begleiten und ihr den Weg zu zeigen. Wo immer man auf Affen trifft, hat der Guide einige interessante oder auch witzige Details über die verschiedenen Arten auf Lager. So erfährt man z. B. dass die gemeine Grüne Meerkatze (einigen Südafrikakennern vielleicht als Vervet Monkey bekannt) nicht umsonst blaue Hoden hat. Sie dient vielmehr zur Bestimmung der Rangordnung und für die Paarung; so nach dem Motto: "Je blauer, desto öfter!".

Eine andere sehr interessante Spezies sind die Schwarz-Weißen Lemuren, eine Halbaffenart. Da die motorischen Fertigkeiten ihrer Finger etwas eingeschränkt sind und sie sich nicht mit den Händen die Zähne reinigen können, haben sie eine Art zweite Zunge, die sie als Zahnstocher benutzen können. Das hat auf meinen Touren meistens für einige Lacher gesorgt. Aber mal ganz abgesehen davon sind diese Tiere auch einfach niedlich, daher kam nicht selten von Besuchern der Vergleich mit Plüschtieren.

"Nun steh ich hier, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor." Hat man auf der Tour einigermaßen aufgepasst (was nicht alle Besuche wirklich tun), sollte man das von sich nicht behaupten können. Oder wer weiß schon, dass Kapuzineraffen einfache Werkzeuge benutzen, Totenkopfäffchen (das sind die kleinen gelben die man eigentlich in jedem Zoo findet) auch "Piranhas des Waldes" genannt werden oder Schwarze Lemuren sich sechs mal in nur 30 Minuten paaren können. So erfährt man doch dieses oder jenes, auch wenn wahrscheinlich das wenigste hängen bleibt.

Nun aber zum absoluten Star in Monkeyland. Unter den ca. 400 Bewohnern sind auch drei Weißhand-Gibbons. Einer von ihnen ist Bruni, ein Weibchen mit einem ziemlichen Showtalent. Wo immer eine größere Ansammlung von Menschen auftaucht, wird Bruni nicht weit sein. Daher ist sie vermutlich der meist fotografierte Insasse in Monkeyland. Allerdings hat Bruni auch eine etwas aggressive Seite, die sie meistens an Schwarz-Weißen Lemuren auslässt. Manchmal aber auch an arglosen, eigentlich freundlich gesinnten Volontären; meine Oberarme und Schultern können ein Lied davon singen.

Eine andere interessante Spezies sind die Brillenlanguren. Sie können bis zu etwa 1 m groß werden, haben graues Fell und einen sehr langen Schwanz. Wenn sie sich bedroht fühlen, strecken sie einem die Zunge raus; ist mir einmal passiert und ich kann euch sagen, da geht einem ganz schön die Pumpe! Aber an sich sind die Kerle ganz friedlich, sind nämlich Vegetarier.

Ich könnte hier noch stundenlang (oder vielmehr seitenlang) weiterschreiben, aber das erspar ich euch jetzt einfach mal.


Das Volontärprogramm
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Wer jetzt vielleicht auf die Idee kommt, die Arbeit dort könnte ganz lustig sein, dem kann ich nur zustimmen. Und wenn man selbst mal für eine Weile dort als Guide tätig werden will, kann das auch tun. Über die Seite www.tamhf.co.za kann man sich genauer über das Volunteer-Programm informieren. Ich kann nur sagen, ich hab es gemacht, und ich bereue es nicht. Nette Kollegen aus vielen Ländern, viele junge Leute mit denen man immer Spaß haben kann und eine wundervolle Umgebung. Was will man mehr?


Insider-Tipps
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Monkeyland wird zwar allgemein als Allwetteraktivität beworben, aber nach gut 5 Monaten Arbeit dort kann ich mit bestem Gewissen behaupten, dass sich ein Besuch bei Regen nicht wirklich lohnt, da die Affen sich da auch irgendwo verstecken. Und außerdem wer hat schon Lust bei strömendem Regen durch den Wald zu stapfen?

Die beste Tageszeit für einen Besuch ist entweder morgens zwischen 9.00 Uhr und 11.00 Uhr oder nachmittags, zwischen 14.00 Uhr und 16.00 Uhr; da sind die Affen am aktivsten.
Kulinarisch hat Monkeyland natürlich auch etwas zu bieten. Ich empfehle euch unbedingt den "Ringtail Lemur" zu probieren. Aber keine Angst, hier werden unsere Verwandten nicht zum Verzehr angeboten. Hierbei handelt es sich um ein Tramazini, ein mit Hähnchenstreifen, Feta und Pepperdews gefülltes Fladenbrot. Fish & Chips ist hier auch sehr schmackhaft.


Fazit
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Zusammenfassend bleibt eigentlich nur zu sagen, dass Monkeyland auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Wer gerade mal in der Gegend ist muss hier einfach vorbei schauen. Egal ob mit Kindern oder ohne, egal zu welcher Tages- oder Jahreszeit. Und wenn man nur einen Kaffee trinken will, ist das ja auch möglich. Ich hoffe mit diesem Bericht einen Einblick in die kleine Welt von Monkeyland gegeben zu haben und einige Leute zu einem Besuch bewogen zu haben.

Wer jetzt noch genauere Infos sucht:

www.monkeyland.co.za

36 Bewertungen, 4 Kommentare

  • sascha6525

    20.03.2006, 12:59 Uhr von sascha6525
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, Sascha6525

  • plötzlichpapa

    21.07.2005, 14:53 Uhr von plötzlichpapa
    Bewertung: sehr hilfreich

    Kommentare zu Deinem Bericht schreiben, welche aber (das nehme ich vorweg) alle positiv ausfallen würden. Ich will dies aber lassen und nur Eines dazu sagen. Ich finde es für unseren ganzen Planeten sehr wichtig, dass es Leute wie Herrn Tony Blig

  • gromis

    20.07.2005, 21:38 Uhr von gromis
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein richtig toller Bericht , bin übrigens ein großer Affen-Fan . Danke für den Tip !!! grüßchen gromis

  • mami_online

    16.07.2005, 00:21 Uhr von mami_online
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ausführlich geschrieben....