König der Fischer (DVD) Testbericht

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ab 4,22
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Erfahrungsbericht von trampastheo

Ein weiteres Meisterwerk mit Robin Williams

Pro:

Originelle Handlung - der Film bringt einem zum Lachen, Weinen und auch zum Nachdenken - Robin Williams, Jeff Bridges, Mercedes Ruehl bekam den hochverdienten Oskar - Ton, Bild und Booklet der DVD

Kontra:

Geringes DVD-Bonusmaterial - der Film bekam nur einen Oskar (anstatt fünf)

Empfehlung:

Ja

Fünf Mal war insgesamt \"König der Fischer\" bei der Oskarverleihung Anfang 1992 nominiert – nur ein Oskar wurde am Ende gewonnen und zwar der für die Rolle der besten Nebendarstellerin. Mercedes Ruehl erhielt den Oskar, während Robin Williams, das Drehbuch, die Musik und das Bühnenbild leer ausgingen. Ich weiß ehrlich nicht welcher Film vor 12 Jahren die Oskars eingeheimst hat und wer als bester Darsteller gekürt wurde, aber \"König der Fischer\" ist ein Film, der ohne Zweifel mehr verdient gehabt hätte. In meinem heutigen Bericht geht es um diesen Film und speziell die DVD dazu von Columbia-Tristar Home Entertainment.

Handlung
Jack Lucas (gespielt von Jeff Bridges) moderiert jeden Abend eine Sendung im Radio von New York (sollte das nicht die Rolle von Robin Williams sein?). Er gibt den meisten Zuhörern die anrufen live on-the-air Ratschläge, vor allem was Liebesthemen angeht. Als er eines abends einem Zuhörer etwas unpassendes sagt und es danach zu einem Massaker in einem Restaurant kommt, sieht Lucas wie seine Karriere auf einmal zerstört ist. Drei Jahre später sehen wir nur Jack wieder, der mit Anne (gespielt von Mercedes Ruehl), einer Videoclubbesitzerin, zusammenlebt. Doch Jack ist weiter in einem Tief. Er arbeitet nicht und ist andauernd am Nachdenken. Es plagen ihn die Gewissensbisse vom damaligen Abend, als er noch Radiomoderator war und dieser anscheinend verzweifelte Mann, am anderen Ende der Leitung seine Hilfe nötig hatte. Jack will sich sogar das Leben nehmen. Daraufhin lernt er jedoch den leicht bekloppten Obdachlosen Parry kennen (gespielt von Robin Williams). Wie Jack erfährt ist Parry irre geworden, nachdem seine Frau von einem Amokläufer in einem Restaurant erschossen wurde – dem Amokläufer, der zuvor bei Jack in der Sendung angerufen hat! Jack stellt zum ersten Mal aus der Nähe fest, was er für ein Unheil angerichtet hat. Er möchte Parry helfen aus seiner aussichtslosen Lage zu kommen. Doch Parry kümmert sich nicht um Geld! Er ist seit Monaten in eine Frau namens Lidia (gespielt von Amanda Plummer) verliebt und verfolgt sie auf Schritt und Tritt. Er weiß jedoch, dass er niemals eine Chance bei ihr hat, wenn er sie ansprechen würde. Jack, der sich für den Zustand seines neu gewonnenen Freundes verantwortlich fühlt, will Parry helfen und ihm ein Rendezvous mit Lidia arrangieren. Wird es klappen? Kann er Parry glücklich machen? Oder kann Parry nicht mehr geholfen werden?

Filmkritik
\"König der Fischer\" ist ein Film der eigentlich all das verbindet, was ich als Filmfan sehen will. Es ist ein Film voller Überraschungen, bei dem man lachen und weinen wird. Er ist zugleich ein Drama und eine Komödie, bei der man jedoch immer wieder zum Nachdenken veranlasst wird. Regisseur Terry Gilliam hat es mit einer sehr originellen Story und einem Starbesetzung geschafft ein Meisterwerk zu schaffen. Es ist die Geschichte des Films selbst die fasziniert, aber sind auch die Darsteller - von der bereits genannte Oskarpreisträgerin Mercedes Ruehl, bis zu Amanda Plummer, die im Film, die zweite Nebenrolle besetzt ist. Die Story spricht von einem arroganten Moderator, der durch seine respektlosen Sprüche ein großes Unheil zustande kommen lässt. Erst als er drei Jahre später aus nächster Nähe ein Opfer des damaligen Unheils kennerlernt, sieht er endlich wieder einen Sinn in seinem Leben. Er will dem Obdachlosen Parry helfen, will ihn zumindest etwas glücklich machen. Das ist eine Eigenschaft, die wir Menschen, zumindest die meisten von uns, mit sich tragen. Erst veranstalten wir Unheil und dann wollen wir es auf eine Art und Weise, aufgrund des schlechten Gewissens wieder gutmachen. Manchmal lassen sich einige Dinge jedoch nicht einfach so, mit Oberflächlichkeit, wieder gutmachen. Der Mensch muss tief in seine Seele schauen und dann sehen, wie er alles wieder ins Reine bringen kann. Ich philosophiere wieder einmal zu viel, deshalb weiter mit den Fakten. „König der Fischer“ ist ein recht langer Film mit 132 Minuten Laufzeit. Das ist eines der vielen Merkmale der Robin Williams-Filme. Meistens beträgt ihre Spielzeit über zwei Stunden.

Es ist einfach schade, dass Robin Williams durch diesen Film nicht zu einem weiteren Oskar kam (sein zweiter Oskar kam erst Jahre später durch seine Rolle in Good Will Hunting). Vorgestern bekam Williams den Golden Globe Award. In seiner Rolle als Obdachsloser ist er ergreifend. Robin hat in so vielen Filmen mitgespielt und da ich die meisten davon gesehen habe (welchen davon nicht, verrate ich bei den Extras der DVD) kann ich beurteilen, dass seine Rolle als Penner Parry einfach zu den besten gehört. Als \"Mrs. Doubtfire\" oder \"Good Will Hunting\"- bzw. \"Der Club der toten Dichter\"-Guru war er majestätisch und das ist er in \"König der Fischer\" ebenfalls. Was er alles in diesem Film machen musste ist einfach nicht zu fassen: er musste den Verrückten Obdachlosen spielen, dann den stillen, im Koma liegenden Menschen und davor noch (und das ist eine Premiere für Robin), musste er ganz nackt und für einige Minuten vor der Kamera stehen und in einem Park New Yorks rumtanzen. Der Mensch ist ein Multitalent, der für sein Lebenswerk (und das umfasst mehr als 30 brillante Filme, darunter Dramen, Komödien, Kriegsfilme und Thriller) irgendwann ihn Hollywood gekürt werden wird.

An der Seite von Robin Williams ist Jeff Bridges, in einem seiner ersten großen Auftritte vor der Leinwand und dazu eben neben einem Star wie Robin. 1991 war Bridges in Hollywood noch nicht so angesagt, wie Jahre später. Man sieht hier auch, wie frisch er noch aussieht, was bereits in \"Arlington Road\" oder \"The Big Lebowski\" nicht mehr der Fall ist. Er überzeugt in seiner Rolle als arroganter Radiomoderator und später als ein Mensch, der innerlich eine Stimme hört, die ihm sagt, dass er vieles in seinem Leben falsch gemacht hat. Seine Versuche alles wieder gutzumachen, in dem er dem Obdachlosen Parry viel von seiner Zeit schenkt oder später ihm ein Rendezvous mit Lidia sichert, zeigen, dass er in der tiefen Seele ein guter Mensch ist. Von Mercedes Ruehl muss ich gestehen beeindruckt gewesen zu sein. Ihr Oskargewinn war hochverdient, denn ihre Dynamik in der Rolle der Anne ist einfach faszinierend. Die Frau strahlt solch eine Power aus, aber gleichzeitig auch eine Erotik, dass man ohne Zweifel das als eine Traumfrau bezeichnen könnte (für mich zumindest).

DVD
Studio: Tristar-Columbia Pictures
Produktion des Films: 1991
Laufzeit: ca. 132 Minuten
Freigegeben: ab 16 Jahren
Bildformat: 1.85: 1
Tonformat: Deutsch, englisch, französisch, italienisch, russisch, spanisch auf Dolby Surround, ungarisch nur mono Digital Surround
Untertitel: Deutsch, englisch, französisch, italienisch, russisch, spanisch, griechisch, hebräisch, isländisch, holländisch, kroatisch, norwegisch, polnisch, tschechisch, ungarisch, türkisch, finnisch, belgisch, arabisch, bulgarisch, portugiesisch, schwedisch.

Leider bietet die DVD zum „König der Fischer“ nur ein geringes Bonusmaterial an. Es handelt sich um die Kapitelauswahl, die ja Standard auf jeder DVD ist (hier wird der Film in 28 Szenen geteilt) und dazu gibt es vier Trailer von Filmen, bei denen Robin Williams und Jeff Bridges zu sehen sind. Von Robin wird die Abenteuer-Komödie \"Jumanji\" angeboten, sowie ein Film von Williams, den ich erst vor wenigen Tagen gesehen habe namens \"Jacob the Liar\", wo Robin eine Rolle in einem Gefängnislager im zweiten Weltkrieg inne hat. In einer Szene des Trailers konnte ich auch Erwin Mueller-Stahl erkennen. Von Jeff Bridges sind die beiden Trailer aus seinen ersten Filmen: \"Starman\" (Regie John Carpenter) und \"The mirror has 2 faces\" (mit Barbra Streisand).

Im Film kommen viele bekannte Musikstücke vor. Nicht zu vergessen, dass der Film für seine Musik ebenfalls oskarnominiert war. \"Hit the road Jack\", gesungen von Ray Charles oder \"Chill out Jack\" von Trip, kommen akustisch sehr gut rüber. Besondere Dynamik und klarerer Sound sind auf dieser DVD auf jeden Fall vorhanden. Auch das klare Bild, in einem Film mit einigen dunklen Szenen, ist in der erstklassigen Qualität von Columbia-Tristar. Trotz der fehlenden Extras auf der DVD ist das beigefügte Booklet sehr interessant. Hier kann man nachlesen, wie Drehbuchautor Richard LaGravenese überhaupt die Idee bekam das Buch zum Film zu schreiben, wo und wie gedreht wurde (in einer Szene kommen 1000 Statisten vor!) oder wie viel Geld der Film in den amerikanischen Kinos eingespielt hat. Auch zu der Oskarverleihung von damals, die Mercedes Ruehl als einzige den Oskar beschwerte, wird eingegangen.

Epilog
Auch wenn diesmal die DVD leider kein reichhaltiges Bonusmaterial bieten kann, so kann ich einfach am Ende, aufgrund der ausgezeichneten Handlung und der faszinierenden Darsteller des Films keine Sterne abziehen. Das ist sicherlich nicht gerecht gegenüber anderen DVD’s, denen ich Punkte wegen mangelnder Extras abgezogen habe, aber einem Robin Williams und einem so rührenden und gleichzeitig lustigen Film kann ich in seltensten Fällen, auch bei solch einer ansonsten nicht viel bietenden DVD, das Gesamturteil runterdrücken. Das Booklet selbst der DVD ist sehr interessant, so dass man dadurch zu interessanten Informationen über den Film kommt. Obwohl Columbia-Tristar für ältere Filme eigentlich den Kaufpreis senkt, so hat man in diesem Fall keine Preissenkung vorgenommen und die DVD hat mich 22 Euro bei unserem Karstadt gekostet. Die waren mir jedoch der Film, Robin Williams und Co. auf jeden Fall wert!

51 Bewertungen, 2 Kommentare

  • anonym

    18.01.2005, 23:51 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    was man über einen Film lesen möchte.

  • FrankundFrei

    18.01.2005, 21:41 Uhr von FrankundFrei
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ja, wirklich ein Klasse-Film, der zeigt wie schnell sich im Leben was drehen kann. Gruß, Frank