Silent Hill 3 (PS2 Spiel) Testbericht
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- Grafik:
- Sound:
- Bedienung:
- Wird langweilig:
- Suchtfaktor:
- Spielanleitung:
Erfahrungsbericht von sinfortuna
Horrortrip vom Allerfeinsten
Pro:
Faszinierend-eklige Gänsehautatmosphäre, Mega-Optik, Top-Soundkulisse, Anspruch, Abwechslung, individuelle Gewichtung des Action-/Rätselanteils
Kontra:
Kamera bockt mitunter, kurze Spieldauer an sich, kein Koop-Modus, streng linearer Spielverlauf
Empfehlung:
Ja
Das Genre ist dem erst vor wenigen Jahren entstandenen sogenannten „Survival-Horror“ zugeordnet, in welchem die Silent-Hill-Reihe (Konami) kaum Konkurrenz zu befürchten hatte, lediglich „Resident Evil“ (Capcom) konnte Paroli bieten. Dieser Zweikampf kam uns geneigten Zockern zugute, denn die jeweiligen Folgen jener Horror-Serien übertrafen sich immer wieder aufs Neue. Nun war also der dritte Teil von Silent Hill an der Reihe und tatsächlich übernahm Konami mit diesem Horror-Epos zumindest vorübergehend die Tabellenführung. Eine chronische Gänsehautatmosphäre ist vorprogrammiert oder besser gesagt garantiert, doch „Silent Hill 3“ hat noch wesentlich mehr auf dem Kasten. In erster Linie ist es das interessante Gameplay, welches für eine zusätzliche Steigerung des Spielerlebnisses bzw. der Intensität verantwortlich ist. Das auf Dauer möglicherweise eingetretene monotone Abschlachten der bizarren Monster ist somit nicht der Fall, vielmehr sind in diesem Actionadventure der Sonderklasse ein hohes Maß an Abwechslung und eine nervenaufreibende Spannung allgegenwärtig.
Eine junge Dame steht in diesem Horrortrip im Blickpunkt, ihr Name ist Heather. Zunächst macht alles einen ganz normalen, angenehm friedlichen Eindruck, als sich unsere Protagonistin auf die Socken macht, um shoppen zu gehen. Oder auf deutsch: einen Einkaufsbummel zu machen. Jäh wird dieses Erlebnis auf außerordentlich brutale Art und Weise unterbrochen: furchterregender mutierte Wesen offensichtlich dämonischer Herkunft fallen ins Gebiet ein, tauchen das einst idyllische Städtchen in ein Meer voller Blut und sorgen innerhalb weniger Minuten für ein apokalyptisches Szenario. Woher dieser Horror rührt, ist uns unerklärlich, nach und nach klärt sich das Ganze zusehends auf. Aus Spannungsgründen werde ich jetzt nicht weiter auf die Story an sich eingehen, seid Euch aber vergewissert: ein hochspannendes Drama beginnt, welches zahlreiche große Überraschungen aufweisen kann. Die Spielatmosphäre ist unglaublich dicht, was an mehreren Faktoren liegt, unter anderem auch der fantastischen Präsentation, auf die ich aber erst später im Detail eingehen möchte.
Kennern der Vorgänger werden jedenfalls einige Lokalitäten sehr bekannt vorkommen, so zum Beispiel das gottverlassene Krankenhaus und die weitverzweigten düsteren Gänge in der Kanalisation. Neu hinzugekommen sind die bereits erwähnte Einkaufspassage und eine U-Bahn-Station in der sich nur noch Todesmutige aufhalten möchten.
Positiv zu erwähnen ist, dass spielerische Längen wie bei den Vorgängern hier weggefallen sind, die - den Insidern bekannten – ewig langen Laufwege durch dichten Nebel sind hier passé. Klasse ist des Weiteren, dass wir nie orientierungslos durch die Gegend irren und ganz genau wissen, wohin die Reise als Nächstes geht. Wenn wir ein neues Gebiet bzw. Gebäude aufsuchen, macht dies auch sogleich Sinn. Das macht das Spielerlebnis um einiges angenehmer, eine Engelsgeduld ist in diesem dritten Teil somit nicht zwingend erforderlich. Penible Spielernaturen bemängeln möglicherweise, dass die Figuren, die wir unterwegs treffen, nicht mehr ganz so schrill sind. Jene Nebencharaktere sind zwar immer noch zahlreich vorhanden, sie haben aber nicht mehr so viel Gewicht bzw. fällt die Identifikation mit ihnen (aus der Sicht der Heldin) mangels individueller Abgedrehtheit nicht ganz so leicht. Doch dies sind wirklich nur Feinheiten, versteht sich.
Gut ist, dass der Einsteig uns leicht gemacht wird. Dafür verantwortlich sind primär eine saubere Menüführung und eine gut durchdachte wie auch präzise Steuerung unserer Hauptfigur. Da die Begegnungen mit den monströsen Feinden in Echtzeit ablaufen, muss die Kamera stets auf Zack sein, per Tastendruck lassen wir diese bei Bedarf hinter uns schnellen, ansonsten betrachten wir das Geschehen aus einer übersichtlicheren Perspektive von schräg oben. Zugeben muss ich aber, dass – wie so oft bei dieser Art von Videospiel – die Kamera manchmal etwas überfordert ist: speziell in engen Räumlichkeiten oder Gängen hakt sie deutlich. Das ist sicher negativ zu bewerten, kein Zweifel. Des Weiteren lassen wir Heather auf Kommando lossprinten, eine 180-Grad-Drehung vollführen, angreifen und natürlich auch abwehren. Letztere hat den Vorteil, dass wir im Erfolgsfall überhaupt keinen Schaden nehmen und somit eine durchdachte Vorgehensweise – die Taktiker wird dies sicher freuen – belohnt wird. Ein ungestümes Drauflosstürmen bringt oft deutlich weniger, was auch völlig in Ordnung ist, wie ich finde. Wichtig ist noch eines: bei den mächtigen Monstern nutzt das normale Draufknüppeln herzlich wenig, unsere Schläge sind dann meistens nicht von Erfolg gekrönt. Dann empfiehlt es sich dringend, das Monster mit der rechten Schultertaste (und zwar mit R2) anzuvisieren, um es herumzutänzeln, um dann schließlich im richtigen Moment zuzuschlagen. Bravo, das wurde gut gelöst, gar keine Frage.
Ein – den Kennern wohlbekanntes – Feature ist außerdem unbedingt erwähnenswert: an uns liegt es nämlich, ob wir dem Actionanteil oder mehr dem Rätselelement mehr Bedeutung einräumen möchten. Absolute Fans machen sowieso beides, soll heißen, dass dieses Abenteuer ohnehin (mindestens) zweimal durchgespielt wird. Je nach Schwierigkeitsstufe verfügen wir über mehr oder weniger Munition, die Monster sind mehr oder weniger robust und wir bekommen hinsichtlich der teils kniffligen Rätsel leicht verpackte Lösungshilfen oder eben keine. Ein Höchstmaß an Liebe zum Detail im Hinblick auf ein enorm abwechslungsreiches Gameplay kann man dem Konami-Team somit zweifelsohne zugestehen. Das ist vorbildlich. Verschmerzt werden kann daher der (eigentliche) Negativpunkt, dass es nämlich mit der Spieldauer des Abenteuers nicht sonderlich weit her ist, Normalbegabte brauchen im ersten Anlauf wahrscheinlich nur vier bis sechs Stunden, wenn überhaupt. In Verbindung mit der uns freigestellten unterschiedlichen Gewichtung der Spielelemente und den variierenden Schwierigkeitsstufen relativiert sich das Ganze zum Glück etwas. Nicht schön ist allerdings, dass wir es ansonsten mit einem streng linearen Spielverlauf zu tun haben, die Handlung können wir in keiner Weise durch unser Verhalten beeinflussen. Das ist sehr schade, wäre aber womöglich auch zuviel des Guten gewesen.
Abgesehen vom Gruselfaktor und den Rätselelementen haben nicht zuletzt die Waffen eine herausragende Bedeutung, was allerdings wenig überraschen dürfte. Vielfältige Mordinstrumente lassen das Herz eines jeden Monster-Schlächters, Metzgers oder wessen auch immer höher schlagen: mit dem Stahlrohr mischen wir das eklige Gesocks im Nahkampf auf, mit dem Morgenstern spalten wir die gegnerischen Schädel, mit dem Messer (zu Beginn) führen wir schnelle aber nicht überaus heftige Treffer aus, mit der Pistole und der Schrotflinte lassen wir es aus sicherer(er) Entfernung krachen, mit dem Katana werden die schleimigen mutierten Dämonen sauber zerschnetzelt, mit dem Elektroschocker verschaffen wir uns etwas Luft und mit der Maschinenpistole ballern wir solange auf die Feinde ein, bis das Magazin alle ist. Hier bleibt wahrlich kein Auge trocken, zusätzlich zum allgegenwärtigen subtilen Horror gesellt sich ein deftig hoher und variantenreicher Actionanteil. Selbstverständlich sind auch Dinge zum eigenen Schutz wie kugelsichere Weste, Taschenlampe und auch Radio zwecks „Monstersignal-Empfang“ überlebenswichtig, auf diese wertvollen Utensilien wollen wir natürlich keineswegs verzichten.
Der gehobene Anspruch wird nicht nur durch die Vielzahl an Waffen, der Pflicht des sorgfältigen Anvisierens der mächtigeren Feinde und dem (auf Wunsch hohen) Rätselanteil erreicht: interessant ist zudem, dass wir Höllenhunde mit einer Blutspur ablenken können und des Öfteren auch lieber flüchten sollten, als überstürzt die Konfrontation mit den Monstern zu suchen. „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“ ist zwar nicht das Motto, was über allem steht, doch ab und an solltet Ihr ernsthaft darüber nachdenken, Euch erst einmal in Sicherheit zu bringen, dem Empfangsgerät bezüglich der Monsteraktivitäten zu lauschen und dann erst wieder über ein Angriffsmanöver aus der Distanz oder auch im Nahkampf (je nach momentaner geographischer Lage) nachzudenken. Das hat was und spricht in erster Linie die fortgeschritteneren Zocker unter uns an.
Nicht nur die mitreißende Atmosphäre und das enorm abwechslungsreiche Gameplay überzeugen, auch die Präsentation ist über jeden Zweifel erhaben. Das, was sich uns hier in visueller und akustischer Hinsicht offenbart, gehört mit zum Feinsten, was es auf der Sony Playstation 2 gibt: tolle Licht- und Schattenspiele, faszinierend-eklige Monstermutationen, eine große Hauptfigur, die detailliert gezeichnet ist und über hervorragende Animationen verfügt und nicht zuletzt eine überragende Mimik der Charaktere sprechen eine eindeutige Sprache. Der 60-Hertz-Modus fand Berücksichtigung, das 16:9-Breitbildformat leider nicht. Deutsche Bildschirmtexte sorgen dafür, dass Verständigungsprobleme de facto nicht existieren. Das düstere Leveldesign wirkt auf Anhieb beklemmend und hat den nicht unwesentlichen Vorteil, dass es an vielen Stellen mit dem detailgrad der Hintergrundtexturen nicht so genau genommen werden muss. Die Schauplätze sehen jedenfalls extrem eklig und durchweg bizarr aus, ähnlich sieht es mit den teils furchterregenden Monstrositäten aus, deren Weg wir im Laufe des Abenteuers kreuzen.
Die Soundkulisse in „Silent Hill 3“ kann mit der exquisiten Optik erfreulicherweise mithalten, diese ist auf einem ähnlich hohen Niveau wie schon bei den Vorgängern. Die „beunruhigenden“ Hintergrundmelodien verstärken die gewollt-beklemmende Atmosphäre ganz hervorragend und nicht zuletzt die herausragend guten Soundeffekte sorgen für zahlreiche Schockmomente: leises Trommeln, zartes Säuseln, kaum vernehmliche Schluchzgeräusche, Knarren, Quietschen, Poltern, Knacken oder was auch immer sind verantwortlich dafür. Nicht zu vergessen, die teils in die Stille urplötzlich hereinbrechenden lauten Klänge, welche unseren Adrenalinspiegel unzählige Male nach oben schnellen lassen. Die vorzügliche englische Sprachausgabe und die Unterstützung von Surround-Klängen runden das Ganze wunderbar ab. Macht das Licht aus, die Anlage an und lasst Euch hineinsaugen in eine schaurig-schöne Gruselatmosphäre, welche Euch das Blut in den Adern zu gefrieren droht.
Wer diesen Text (tatsächlich) aufmerksam gelesen haben sollte, dem wird möglicherweise nicht entgangen sein, dass auch nur leichte Mängel äußerst schwer auszumachen sind, aber es gibt sie: die zuweilen bockige Kamera, die kurze Spieldauer (auch wenn vieles zum erneuten Durchspielen reizt, die Langzeitmotivation daher trotzdem erfreulich hoch ist), kein Koop-Modus zu zweit (das wäre natürlich der Hit schlechthin gewesen!) und ein streng linearer Handlungsstrang. Die positiven Gesichtspunkte sind hingegen sehr zahlreich: eine mitreißende Spielatmosphäre, eine tolle Optik, eine fantastische Soundkulisse, ein erstaunlich anspruchsvoller und abwechslungsreicher Spielverlauf, eine riesige Waffenvielfalt und total abgefahrene (und generell eklige) Monster frisch aus der Hölle. Des Weiteren ist erfreulich, dass die nervig langen Laufwege der Vorgänger hier der Vergangenheit angehören, unfaire Passagen eher selten vorzufinden sind, taktische Elemente zum Tragen kommen bzw. eine solche Vorgehensweise belohnt wird und dass wir selber bestimmen können, wie es mit dem Action- und Rätselanteil bzw. deren Gewichtung im gesamten Abenteuer aussehen soll. Meine Spielspaßwertung: kolossale 87%.
50 Bewertungen, 11 Kommentare
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08.12.2006, 13:22 Uhr von Torombolina
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht , SH undLG
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05.12.2006, 23:00 Uhr von LittleSparko
Bewertung: sehr hilfreichlg, daniela
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05.12.2006, 20:55 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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05.12.2006, 20:48 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreichTOP :-)
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05.12.2006, 18:41 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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05.12.2006, 18:19 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSh für dein guten Bericht,lg Bernd
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05.12.2006, 14:26 Uhr von Sommergirl
Bewertung: sehr hilfreichNaja, als Nicht-Zockerin ist der Bericht zwar weniger was für mich, jedoch wie immer gut geschrieben, ich habe dafür den Film gesehen, echt gruselig
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05.12.2006, 14:13 Uhr von diana75
Bewertung: sehr hilfreich:O)**LIEBE GRÜSSE**(O:
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05.12.2006, 13:22 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich* LG Anita *
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05.12.2006, 13:19 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreich* Sehr hilfreich - Vic *
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05.12.2006, 13:00 Uhr von junior33
Bewertung: sehr hilfreichSH und liebe Grüße, Ingo !
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