Der Schutzengel (Taschenbuch) / Dean Koontz Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von vonFalkenberg
Nazi-Engel mit ner UZI
Pro:
Originelle Idee
Kontra:
Anfangs manchmal etwas behäbig
Empfehlung:
Ja
Laura Shane hat es in ihrem Leben wirklich nicht leicht gehabt: ihre Mutter stirbt bereits bei ihrer Geburt, und auch ihr Vater stirbt viel zu früh. Mit 12 zur Vollwaise geworden gerät sie in die staatliche Fürsorge. Das Kinderheim McIllroy Home soll ihr zur neuen Heimat werden. Dort freundet sie sich mit dem gleichaltrigen Zwillingspaar Thelma und Ruth an, lernt leider aber auch Willy Sheener kennen. Der dreißigjährige Mann arbeitet im Kinderheim und trägt den Spitznamen „Weißer Aal“, weil er sich an die Kinder heranmacht und sexuell missbraucht. Er hat es besonders auf Laura abgesehen. Schon bald wird er sie nachts in ihrem Zimmer besuchen...
Ein Großteil des Buches besteht aus den Kleinmädchenerlebnissen der Laura Shane und erklärt so, wie sie es in späteren Jahren schaffte, eine berühmte Schriftstellerin zu werden. Diese Pseudobiographie erinnerte mich besonders zu Beginn ein wenig an die Hanni-und-Nanni-Bücher meiner Schwester (was liest man nicht alles in einem verregneten Sommer L). Allerdings würde man in einem Kinderbuch wohl kaum Vergewaltiger und schießwütige Perverse finden.
Das Ganze ist (wie bei einem bekannten Schriftsteller wie Koontz nicht anders zu erwarten) auch interessant, abwechslungsreich und flüssig geschrieben. Die handelnden Personen sind gut charakterisiert und in ihren Handlungen verständlich. Eine solche Handlung berechtigte trotzdem kaum, das Buch in die SF-Ecke einzuordnen, wenn es nicht doch noch einige Überraschungen geben würde. Laura bekommt nämlich von den eigentlich entscheidenden Dingen um sie herum gar nichts mit.
Sie hat ganz offensichtlich einen Beschützer: schon in der Nacht ihrer Geburt hält Dieser mit Gewalt einen betrunkenen Arzt vom Krankenhaus fern und verhindert so einen Geburtsfehler. Später ist er sofort da, als ein Kleinkrimineller den Einkaufsladen von Lauras Vater überfällt. Da er den Angreifer erschießt scheint der Schutzengel allerdings wenig pazifistische Skrupel zu besitzen. So versucht er etwa, den perversen Willy durch schwere Misshandlungen von seiner Fixierung auf Laura zu befreien. Und ansonsten bewegt er sich zumeist in gestohlenen Autos in Lauras Umfeld umher. Der Himmel scheint den jungen Mann also nicht gerade geschickt zu haben...
Eher schon die SS, denn der hilfreiche Geist Stefan Krieger ist der erste Zeitreisende des Großdeutschen Reiches (!) und arbeitet während des zweiten Weltkriegs in einem geheimen Berliner Forschungsinstitut. Mit dieser Erfindung haben die Nazis herausgefunden, das sie den Krieg verlieren werden. Aber mit einigen Importen aus der Neuzeit ließe sich das Rad der Geschichte noch umdrehen. So plant man die Einführung der Uzi als neue Standardwaffe der Wehrmacht, und auch die ersten Atombombenpläne wurden aus der Zukunft eingeschmuggelt.
Stefan Krieger will dies unter allen Umständen verhindern, da er das kriminelle Regime nicht mehr länger unterstützen will. Nach einem gescheiterten Sabotageakt entflieht er in die Zukunft zu Laura. Leider haben die Deutschen seinen Verrat bemerkt. Sie jagen ihm nach. Und sie sind bis an die Zähne bewaffnet...
Ich habe das Buch von einem Freund geschenkt bekommen, der es für sehr gut hielt. Ich war die ersten Seiten über doch etwas verblüfft über das Sujet, da ich sonst nur unter der Ausübung körperlichen Zwanges Bücher mit 12-jährigen Heldinnen lese. Trotzdem hat mich die spannende Story schnell in ihren Bann geschlagen. Es gibt eine Menge actionreiche Schießereien, schräge Charaktere und einen erfreulichen Wortwitz zu bewundern, welcher das Buch angenehm lesbar macht. Man sollte sich von dem zunächst etwas behäbigeren Tempo der Geschichte nicht beirren lassen, denn nach knapp 180 Seiten nimmt es plötzlich rasant Fahrt auf und hält dieses Tempo auch bis zum Schluss durch.
Trotz der gerade zu Beginn des Buches jugendlichen Heldin ist die Geschichte für Erwachsene interessant und keineswegs kindisch. Und Kinder würde ich von diesem Buch sowieso fernhalten. Wegen der niedrigen Gewaltschwelle der Protagonisten, den ständigen Todesfällen von Sympathieträgern sowie dem ständig angesprochenen sexuellen Missbrauch von Kindern ist es für Heranwachsende wohl eher weniger geeignet.
P.S.: Diese rezi erschien bereits bei der x-zine.de und stammt von mir!
Ein Großteil des Buches besteht aus den Kleinmädchenerlebnissen der Laura Shane und erklärt so, wie sie es in späteren Jahren schaffte, eine berühmte Schriftstellerin zu werden. Diese Pseudobiographie erinnerte mich besonders zu Beginn ein wenig an die Hanni-und-Nanni-Bücher meiner Schwester (was liest man nicht alles in einem verregneten Sommer L). Allerdings würde man in einem Kinderbuch wohl kaum Vergewaltiger und schießwütige Perverse finden.
Das Ganze ist (wie bei einem bekannten Schriftsteller wie Koontz nicht anders zu erwarten) auch interessant, abwechslungsreich und flüssig geschrieben. Die handelnden Personen sind gut charakterisiert und in ihren Handlungen verständlich. Eine solche Handlung berechtigte trotzdem kaum, das Buch in die SF-Ecke einzuordnen, wenn es nicht doch noch einige Überraschungen geben würde. Laura bekommt nämlich von den eigentlich entscheidenden Dingen um sie herum gar nichts mit.
Sie hat ganz offensichtlich einen Beschützer: schon in der Nacht ihrer Geburt hält Dieser mit Gewalt einen betrunkenen Arzt vom Krankenhaus fern und verhindert so einen Geburtsfehler. Später ist er sofort da, als ein Kleinkrimineller den Einkaufsladen von Lauras Vater überfällt. Da er den Angreifer erschießt scheint der Schutzengel allerdings wenig pazifistische Skrupel zu besitzen. So versucht er etwa, den perversen Willy durch schwere Misshandlungen von seiner Fixierung auf Laura zu befreien. Und ansonsten bewegt er sich zumeist in gestohlenen Autos in Lauras Umfeld umher. Der Himmel scheint den jungen Mann also nicht gerade geschickt zu haben...
Eher schon die SS, denn der hilfreiche Geist Stefan Krieger ist der erste Zeitreisende des Großdeutschen Reiches (!) und arbeitet während des zweiten Weltkriegs in einem geheimen Berliner Forschungsinstitut. Mit dieser Erfindung haben die Nazis herausgefunden, das sie den Krieg verlieren werden. Aber mit einigen Importen aus der Neuzeit ließe sich das Rad der Geschichte noch umdrehen. So plant man die Einführung der Uzi als neue Standardwaffe der Wehrmacht, und auch die ersten Atombombenpläne wurden aus der Zukunft eingeschmuggelt.
Stefan Krieger will dies unter allen Umständen verhindern, da er das kriminelle Regime nicht mehr länger unterstützen will. Nach einem gescheiterten Sabotageakt entflieht er in die Zukunft zu Laura. Leider haben die Deutschen seinen Verrat bemerkt. Sie jagen ihm nach. Und sie sind bis an die Zähne bewaffnet...
Ich habe das Buch von einem Freund geschenkt bekommen, der es für sehr gut hielt. Ich war die ersten Seiten über doch etwas verblüfft über das Sujet, da ich sonst nur unter der Ausübung körperlichen Zwanges Bücher mit 12-jährigen Heldinnen lese. Trotzdem hat mich die spannende Story schnell in ihren Bann geschlagen. Es gibt eine Menge actionreiche Schießereien, schräge Charaktere und einen erfreulichen Wortwitz zu bewundern, welcher das Buch angenehm lesbar macht. Man sollte sich von dem zunächst etwas behäbigeren Tempo der Geschichte nicht beirren lassen, denn nach knapp 180 Seiten nimmt es plötzlich rasant Fahrt auf und hält dieses Tempo auch bis zum Schluss durch.
Trotz der gerade zu Beginn des Buches jugendlichen Heldin ist die Geschichte für Erwachsene interessant und keineswegs kindisch. Und Kinder würde ich von diesem Buch sowieso fernhalten. Wegen der niedrigen Gewaltschwelle der Protagonisten, den ständigen Todesfällen von Sympathieträgern sowie dem ständig angesprochenen sexuellen Missbrauch von Kindern ist es für Heranwachsende wohl eher weniger geeignet.
P.S.: Diese rezi erschien bereits bei der x-zine.de und stammt von mir!
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