Kroatien Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Corni
Warum ich mich so gut erholt habe
Pro:
man entdeckt noch urspüngliche Natur
Kontra:
kein billiges Urlaubsland
Empfehlung:
Ja
Wart Ihr schon einmal auf dem Mond? Ich war's - in meinem letzten Urlaub; zumindest sah es dort fast so aus.
Wir fahren durch eine Landschaft von Hügeln, Bergen und Tälern - weite Flächen gelbgraue Steine: große, kleine, Schotter - aber immer nur Steine. Fast gespenstisch mutet die Landschaft an; wenn jetzt noch Neil Armstrong auftaucht, ist es doch der Mond.
Aber der strahlend blaue Himmel und die Temperaturen um fast 40°C sagen uns etwas anderes. Irgendwann erkennen wir zwischen den Steinen spärliche Vegetation, die allmählich zunimmt. Wir halten an und meine Gärtnerseele erblasst vor Neid: ein phantastischer riesiger Steingarten liegt vor mir, mit duftenden aromatischen Kräutern, Salbei, Thymian, Minze... Aber hier haben nicht die ordnenden Hände eines Gartenmeisters gewirkt, hier war die Natur am Werk.
Ein paar Kilometer weiter bemerken wir, dass die schnurgeraden Striche, mit denen die Landschaft durchzogen ist, eigentlich Mauern und Mäuerchen sind, seit Jahrhunderten in mühevoller Arbeit aufgeschichtet, aus dem Material, daß es hier in Hülle und Fülle gibt: aus Steinen. Sie sind nicht schlechthin Begrenzungen, sondern sie sollen das Land vor dem rauhen Fallwind der Bora schützen, der wild und ungestüm vom Festland herüberkommt.
Hier und da sieht man Schafe, die sich in der Mittagsglut dicht an die Mauern gepresst haben, um ein bisschen Schatten zu ergattern und damit der glühenden Hitze etwas auszuweichen.
Kilometerweit fahren wir durch diese wunderschöne und doch so bizarre Landschaft. Mein Mann hat eine CD von Tangerine Dream eingelegt. Musik, die so klingt, als wäre sie für diese Landschaft geschrieben. Irgendwann geht es steil bergan, wir sehen nur noch Felsen. Als der Blick wieder frei wird, sind wir vom Anblick überwältigt: vor uns liegt das glitzernde Meer, gefangen in einer zauberhaften Bucht und umgeben von einem friedlich anmutenden mediterranen Städtchen.
Wir befinden uns auf der Insel Pag, in Kroatien.
Die Insel Pag (285 kqm, 7500 Einwohner) ist die südlichste Insel der Kvarnerbucht, im Norden mit der Fähre und im Süden über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Sie ist 60 km lang und nur 3 - 9 km breit. Sie liegt im Kanal unterhalb des Velebit-Gebirges. Fast 85 km ihrer Küste bestehen aus Buchten mit Kiesel- und Sandstränden.
Vorab sei sogleich gesagt, dass diese Insel nichts für Leute ist, die im Urlaub Animation und Action brauchen. Die meisten der kleinen Orte sind nicht sehr touristisch ausgeprägt, lediglich die Inselhauptstadt Novalja hat in derlei Hinsicht etwas mehr zu bieten.
Wir haben bewusst dieses friedliche Eiland gewählt, weil wir in unserem Urlaub nach Ruhe suchen. Unsere Ferienwohnung lag am Rande des Städtchens. Ein kleiner Trampelpfad führte zu einem "wilden" Strand am Meer, eine kleine Badebucht mit sehr sauberem und klarem Wasser beherbergte niemals mehr als 20 Erfrischungssuchende und - was wir sehr schätzen - keine krakeelenden deutschen Touris.
Die erste Aufregung wurde uns gleich am Anfang unseres Urlaubs beschert: In der Küche saß ein Skorpion, nicht sehr riesig, 3-4 cm nur, aber eben ein Skorpion.
Leider verließ mich meine Geistesgegenwart, ich habe ihn NICHT fotografiert und die nachfolgenden waren leider kleiner - meine krabbeltierliebende Tochter und mein lieber Mann beförderten den Burschen, gottlob ohne gebissen zu werden, nach draußen. Im Laufe der Zeit tauchten weitere Besucher auf: große Tausendfüssler, zwei weitere Skorpione, eine riesige behaarte Spinne *grusel*, Eidechsen, die hinter den Kehrleisten wohnten...Fazit: In diesem warmen Klima muss man auch in einer sehr sauberen und ordentlichen Ferienwohnung mit ungebetenen Gästen rechnen.
Auf Schritt und Tritt begegnet man draußen - wenn man die Augen nur etwas offen hält - diesen Tierchen in ihrer natürlichen Umgebung Zwischen den Steinen wohnen natürlich nicht nur Eidechsen aller couleur, sondern auch Schlangen. Die angenehmsten Begegnungen hatten wir mit Schildkröten, die uns oft über den Weg liefen. Es waren durchweg freundliche und in der Hitze doch sehr schnelle Tiere. Meine Tochter hat einigen von ihnen Pfirsich angeboten, den sie ihr mit Begeisterung schier aus den Fingern rissen.
Das Schwimmen im warmen Meer und die Wanderungen über Steine, Steine, Steine machen Hunger. Fischgerichte und Meeresfrüchte sind sicherlich prädestiniert für ein Mahl in dieser Region, wir haben sie in den Gaststätten köstlich gebraten und gedünstet angeboten bekommen, haben aber auch direkt auf dem Fischmarkt Fisch, Tintenfisch und Muscheln erstanden und uns vom Fischer beraten lassen. Als Beilage sind Mangoldkartoffeln unübertroffen...Unbedingt probieren sollte man aber auch Spanferkel und Lamm, dessen Fleisch durch die vielen Kräuter auf dieser Insel besonders aromatisch ist. Vor vielen Gaststätten sieht man große Grille, auf denen sich die Köstlichkeiten drehen. Berühmt sind auch der Pager Käse, aus Schafsmilch gewonnen und feiner luftgetrockneter Schinken. Beide Produkte stehen vergleichbaren Dingen aus Italien, nämlich Parmesan und Parmaschinken, in nichts nach.
Der auf der Insel produzierte Wein oder der Wein aus Dalmatien sind recht lecker. Man kann ihn in den Läden, aber auch auf dem Markt direkt vom Bauern kaufen. Ach, wir haben jeden Tag einen anderen probiert, bis wir alle Sorten durch hatten...Die herrlich warmen und romantischen Sommerabende mit einem in dieser klaren Luft funkelnden Sternenhimmel ließen sich mit einem Glas Wein wunderbar genießen.
Bei einem abendlichen Bummel durch die zu diesem Zeitpunkt sehr belebte Stadt Pag, sieht man überall in den engen Gassen meist ältere Frauen vor ihren Häusern sitzen, die häkeln bzw. klöppeln. Hier entsteht in jahrhundertealter Tradition eine sehr feine und filigrane Spitze. Die Kaiserin Maria Theresia beschäftige seinerzeit an ihrem Hof ständig einige Pagerinnen wegen dieser herrlichen Spitzen. Die Spitzen, meist kunstvolle Deckchen, sind wunderschön, unwiderstehlich, aber verständlicherweise auch sehr teuer.
Wenn der Bummel Erfrischung verlangt, kann man sich von Eisstand zu Eisstand retten und die unglaublich vielen Sorten kosten.
Wem der Sinn nach Kultur steht, der wird sicher an einem der zahlreich stattfindenden Konzerte in den Kirchen gefallen finden; Barockmusik ist bei diesem passenden Ambiente ein Genuß.
Eine weitere Pager Sehenswürdigkeiten ist die weit ausgedehnte Salinenlandschaft, die Salzgärten wurden schon im Jahre 1215 erwähnt. Überall im Ort kann man Meersalz und mit Kräutern aromatisiertes Badesalz kaufen.
Hat man die Insel in ihren ganzen Ausmaßen durchstreift und auch die riesigen Flächen mit Olivenbäumen (immer zwischen Steinen) entdeckt, ist es langsam Zeit für einen Ausflug nach Zadar. Über eine Brücke gelangt man auf das Festland. Über die 3000 Jahre alte Stadt Zadar zu schreiben, hieße, einen neuen Beitrag anzufangen, hier sei nur gesagt, dass sie wirklich bezaubernd ist.
Für einen Ausflug in den Nationalpark von Paklenica, ein schluchtenreiches Gebiet zwischen dem höchsten Gipfel des Velebit (1757 m) und dem Meer, sollte man einen ganzen Tag planen. Klippen von bis zu 400 m lassen einen ehrfurchtsvoll nach oben starren....Nichts für schwache Nerven sind die Bergsteiger, die an vielen der Felsen hängen?klettern?klammern? *ggg*
Hier wurden sie gedreht, die vielen Indianerfilme...
Fast schon Pflicht ist eine Ganztagesfahrt mit einem Boot in die Inselwelt der Kornaten. Der Nationalpark Kornati gehört zu den am meisten gegliederten Inselgruppen (150 Inseln) im Mittelmeerraum. Der Anblick der fast weißen Inseln in diesem blauen kristallklaren Meer ist einfach nicht zu beschreiben und auch mit dem Fotoapparat ist man eigentlich chancenlos.
Unglaublich gutgelaunt und ausgeruht traten wir frohgemut die Heimreise an. In der letzten Nacht hatte der mächtige Gebirgszug Velebit wieder einmal seinen berühmten Fallwind Bora gen Meer geschickt. Der Sturm war selbst auf der Insel sehr heftig und die Fähren fuhren nicht. Die Brücke zum Festland war gesperrt. Um 6 Uhr wollten wir losfahren, erst 2 Stunden später wurde ein anderer Fährhafen freigegeben, glücklicherweise standen wir ganz vorne in der kilometerlangen Schlange der wartenden Autos...Bei Sturmstärke gestaltetet sich die Rückfahrt recht abenteuerlich. Im Auto hielt man es nicht aus, ohne Gefahr zu laufen, das Frühstück zu opfern. Auf Deck musste man sich tüchtig festhalten, leider kein Wetter zum fotografieren. Die Wellen waren sehr hoch und überschwappten die Autos auf der Fähre, am Ende waren sie mit einer dünnen Salzkruste überzogen. Wir sahen auch nicht viel besser aus, überall weisses glitzerndes Salz, in den Ohren, in jeder Pore...Irgendwann legten wir dann auf der anderen Seite an und fuhren über die sturmgebeutelte Magistrale (Motorradfahrer und Gespanne durften nicht fahren) Richtung Heimat.
Es gibt noch so viel zu entdecken - in diesem Land, in das wir uns verliebt haben.
(c)Corni
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-24 20:41:27 mit dem Titel BÄREN haben Vorfahrt
Ein Verkehrsschild, dass ich immer noch ungläubig betrachte: Bären haben Vorfahrt. Bären? Jawohl, richtige Braunbären! Und noch ein Warnschild: im roten Dreieck stürzt gerade ein Auto über die unbefestigte Straße ins Meer... in 100m.
Und hier, ja, tatsächlich - hier läuft uns die neugierige Eidechse über den Arm und das dort war die märchenhafte kleine Tropfsteinhöhle, da hatten wir viel Zeit zum fotografieren, denn wir waren gerade die einzigen Besucher. Ach, und gleich daneben, in diesem kleinen Bergstädtchen, war doch auch die Wildgaststätte; Frösche gab es aus dem nahegelegenen Sumpfgebiet, die haben wir nicht probiert - aber der Bärenschinken war köstlich (also gibt es sie wirklich, die Bären...).
Der fangfrische, recht fürchterlich aussehende Drachenkopf war nicht minder delikat, der Koch aus dem kleinen Bistro hat ihn nur für uns zubereitet.
Ich sitze über den Urlaubsfotos der vergangenen Sommer - aus einem Land, in das ich mich verliebt habe, ein gastfreundliches Land voller Kontraste, erstaunlich in seiner Ursprünglichkeit, bezaubernd und manchmal auch bizarr.
Nun waren wir schon fünfmal in diesem Land, einem der kleinsten Länder Europas, in dem es doch so viel zu entdecken gibt; nur 500 km Luftlinie, aber mit einer buchtenreichen, zerklüfteten Küste von über 5.600 km und 725 vorgelagerten Inseln (nur 66 sind bewohnt) und Inselchen, zu denen man manchmal sogar im kristallklaren Wasser hinüberschwimmen kann.
Betrachtet man die Inseln vom Festland aus, erscheinen sie nur felsig und unwirtlich, fährt man aber mit einer der (Auto)Fähren hinüber, stößt man im Inselinneren oft auf üppige, fast subtropische Vegetation, auf anderen Inseln ist der Karstlandschaft nur mühsam Boden abgerungen worden, geschützt durch Steinmäuerchen, die über Jahrhunderte von den Bewohnern angelegt wurden.
Die kleinen Städtchen mit ihren Kirchen und Glockentürmen haben ihren eigenen (oft venezianischen) Charme. Die großen Städte -meist mit fantastischer Architektur - sind weltmännisch offen und es wimmelt von Touristen. Ruhe findet man in kleinen Orten an der Küste und natürlich im Hinterland (mit vielen alten Burgen), wo man allerdings kaum noch deutsch oder englisch verstehen wird (an die Russisch-Sprecher: der Tonfall ist zwar ähnlich, klappt aber nicht). Die Menschen sind aufgeschlossen und sehr freundlich. Wir haben niemals Verständigungsprobleme gehabt, manchmal allerdings mit Händen und Füßen geredet, neuerdings auch mit einem Wörterbuch und unserem Grundvokabular Kroatisch.
Hinter der Küste liegt an vielen Stellen ein Streifen mediterraner Vegetation, hier wachsen Feigen, Wein, Melonen und andere köstliche Früchte. Weiter oben findet man bunte Blumenwiesen, aber auch riesige steinige Hänge, bedeckt mit duftenden Kräutern wie Salbei und Thymian in vielen Sorten. Aber dann beginnt ganz schnell das Gebirge.
Wir fuhren an der Küste bei einer Temperatur von 34°C los, hoch in das Gebirgsmassiv des Velebit mit seinen mächtigen Wäldern; nach ca. 20 Minuten und einem erreichten Höhenunterschied von über 1500 m waren es nur noch 16°C!
Fährt man zurück zur Küste, kann man den unglaublichen Anblick der vielen Inseln - irgend jemand verglich sie einmal mit Sahnehäubchen - im glitzernden blauen Meer bewundern. Das Velebit-Gebirge bringt auch einen orkanartigen Sturm hervor, den Fallwind Bora, der mitunter in nur wenigen Minuten über das Land herfällt, alles davonträgt, was nicht niet- und nagelfest ist (die Dachschindeln sind hierzulande angeschraubt!!), zu ungeahnter Stärke anschwillt, das Meer zu meterhohen Wellen aufpeitscht und auf den Küstenstrassen kleine Autos ins Wanken bringt. Der Sturm kann Stunden dauern, das Meer beruhigt sich meist erst einen Tag später.
Ausflugsziele, über Ausflugsziele gibt es in Kroatien. Aber die Spuren des Krieges sind im Hinterland noch nicht getilgt, verlassene und zerschossene Dörfer lassen die furchtbaren Geschehnisse nur erahnen. Aber es wird aufgebaut; die Bevölkerung ist trotz äusserst geringer Mittel unglaublich fleissig. Auch auf dem Weg zum Nationalpark Plitvice begegneten uns noch die Spuren der Zerstörung. Plitvice - das ist ein Besuchermagnet, den ich hier noch nennen möchte: eine fast 190 Hektar große Wasserlandschaft, die Plitvicer Seen bilden das Naturschutzgebiet zwischen Zagreb und Zadar. Sechzehn Seen und Wasserfälle (der höchste 78 m) lassen die staunenden Augen und den Fotoapparat nicht zur Ruhe kommen. Aber das ist schon wieder ein Thema für sich.
Die kroatische Küche sucht ihresgleichen (wenn man nicht gerade die Fastfood-Restaurants an der Küste besucht!). Am späten Vormittag schon zieht der Duft von gegrilltem Spanferkel übers Land, in den Bergen sind es auch Ziegen und Schafe, die gegrillt werden - genauso köstlich. Der frische Fisch und Meeresfrüchte in allen Variationen, Gemüsegerichte, Nudeln (mit Trüffel!), verteufelt gute Süßspeisen (Palatschinken) und Eis von hervorragender Qualität lassen den Urlaub auch zu einem kulinarischen Höhepunkt werden. Wir haben immer nur kleinere Gaststätten und Bistros besucht - in den Restaurants gibt es meist Gerichte für „Normaltouristen“, also Schnitzel mit Pommes!
Wir hatten das große Glück, dass uns unsere sehr netten Gastgeber mehrmals mit typischer kroatischer Küche „bekocht“ haben.
Die Selbstversorgung ist unkompliziert. Man erwarte allerdings keine bis zum Bersten vollgepackten Supermärkte und Dumpingpreise - das Leben in Kroatien ist nicht billig. Am Besten kauft man im kleinen Tante-Emma-Laden um die Ecke; dort bekommt man alles, auch Kosmetika, die man zu Hause vergessen hat.
Frische fluffige Weißbrotlaiber, lecker gefüllte Teilchen, sehr gute Butter und Milchprodukte, luftgetrockneter Schinken, Käse von den Inseln, vom Markt frisches Gemüse (Tomaten, die noch so schmecken und durch keine EU-Schablone passen!), Eier, Honig, Olivenöl, süße Früchte, Wein, frischer Fisch vom Fischmarkt (z.B. vom großen Fischmarkt in Rijeka, dort kommt man aus dem Staunen nicht heraus) oder gleich früh beim Fischer gekauft - das sind Dinge, auf die wir uns schon immer freuen.
Nach Hause mitnehmen kann man sich den Imkerhonig (Akazie, Pinie u.a.),Schafskäse, Schinken, Wein und wer es mag, auch den selbstgebrannten Slivovka oder Grappa. Als Urlaubsandenken kann man nach der schwarzen Keramik Ausschau halten (im Gebiet um Plitvice), die Gold- und Silberschmiede (alte Ziselierkunst) sind auch einen Besuch wert. Hier kann man auch ein wenig feilschen - auf dem Markt vermeiden wir das, die Bauern brauchen das Geld.
Wir haben uns unsere Ferienwohnungen stets über das Internet gesucht, weil wir den Massentourismus und betonierte Strände nicht mögen. Uns macht es auch nicht allzu viel aus, über das steinige und karstige Ufer (Sand gibt es wenig) ins Meer zu gelangen - wehe dem, der das ohne Badeschuhe probiert, die Seeigel „lauern“ überall. Im Wasser kann man wunderbar schnorcheln und tauchen und das Getier der Unterwasserwelt betrachten.
Ja, uns so sitze ich mal wieder über den Urlaubsfotos der vergangenen Sommer - aus einem Land voller Kontraste, erstaunlich in seiner Ursprünglichkeit, bezaubernd und manchmal auch bizarr...
(c)Corni
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-08-18 09:09:19 mit dem Titel Magic Croatia
Ein Verkehrsschild, dass ich immer noch ungläubig betrachte: Bären haben Vorfahrt. Bären? Jawohl, richtige Braunbären! Und noch ein Warnschild: im roten Dreieck stürzt gerade ein Auto über die unbefestigte Straße ins Meer... in 100m.
Und hier, ja, tatsächlich - hier läuft uns die neugierige Eidechse über den Arm und das dort war die märchenhafte kleine Tropfsteinhöhle, da hatten wir viel Zeit zum fotografieren, denn wir waren gerade die einzigen Besucher. Ach, und gleich daneben, in diesem kleinen Bergstädtchen, war doch auch die Wildgaststätte; Frösche gab es aus dem nahegelegenen Sumpfgebiet, die haben wir nicht probiert - aber der Bärenschinken war köstlich (also gibt es sie wirklich, die Bären...).
Der fangfrische, recht fürchterlich aussehende Drachenkopf war nicht minder delikat, der Koch aus dem kleinen Bistro hat ihn nur für uns zubereitet.
Ich sitze über den Urlaubsfotos eines vergangenen Sommers - aus einem Land, in das ich mich verliebt habe, ein gastfreundliches Land voller Kontraste, erstaunlich in seiner Ursprünglichkeit, bezaubernd und manchmal auch bizarr.
Nun waren wir schon sechsmal in diesem Land, einem der kleinsten Länder Europas, in dem es doch so viel zu entdecken gibt; nur 500 km Luftlinie, aber mit einer buchtenreichen, zerklüfteten Küste von über 5.600 km und 725 vorgelagerten Inseln (nur 66 sind bewohnt) und Inselchen, zu denen man manchmal sogar im kristallklaren Wasser hinüberschwimmen kann.
Betrachtet man die Inseln vom Festland aus, erscheinen sie nur felsig und unwirtlich, fährt man aber mit einer der (Auto)Fähren hinüber, stößt man im Inselinneren oft auf üppige, fast subtropische Vegetation, auf anderen Inseln ist der Karstlandschaft nur mühsam Boden abgerungen worden, geschützt durch Steinmäuerchen, die über Jahrhunderte von den Bewohnern angelegt wurden.
Die kleinen Städtchen mit ihren Kirchen und Glockentürmen haben ihren eigenen (oft venezianischen) Charme. Die großen Städte -meist mit fantastischer Architektur - sind weltmännisch offen und es wimmelt von Touristen. Ruhe findet man in kleinen Orten an der Küste und natürlich im Hinterland (mit vielen alten Burgen), wo man allerdings kaum noch deutsch oder englisch verstehen wird (an die Russisch-Sprecher: der Tonfall ist zwar ähnlich, klappt aber nicht). Die Menschen sind aufgeschlossen und sehr freundlich. Wir haben niemals Verständigungsprobleme gehabt, manchmal allerdings mit Händen und Füßen geredet, neuerdings auch mit einem Wörterbuch und unserem Grundvokabular Kroatisch.
Hinter der Küste liegt an vielen Stellen ein Streifen mediterraner Vegetation, hier wachsen Feigen, Wein, Melonen und andere köstliche Früchte. Weiter oben findet man bunte Blumenwiesen, aber auch riesige steinige Hänge, bedeckt mit duftenden Kräutern wie Salbei und Thymian in vielen Sorten. Aber dann beginnt ganz schnell das Gebirge.
Wir fuhren an der Küste bei einer Temperatur von 34°C los, hoch in das Gebirgsmassiv des Velebit mit seinen mächtigen Wäldern; nach ca. 20 Minuten und einem erreichten Höhenunterschied von über 1500 m waren es nur noch 16°C!
Fährt man zurück zur Küste, kann man den unglaublichen Anblick der vielen Inseln - irgend jemand verglich sie einmal mit Sahnehäubchen - im glitzernden blauen Meer bewundern. Das Velebit-Gebirge bringt auch einen orkanartigen Sturm hervor, den Fallwind Bora, der mitunter in nur wenigen Minuten über das Land herfällt, alles davonträgt, was nicht niet- und nagelfest ist (die Dachschindeln sind hierzulande angeschraubt!!), zu ungeahnter Stärke anschwillt, das Meer zu meterhohen Wellen aufpeitscht und auf den Küstenstrassen kleine Autos ins Wanken bringt. Der Sturm kann Stunden dauern, das Meer beruhigt sich meist erst einen Tag später.
Ausflugsziele, über Ausflugsziele gibt es in Kroatien. Aber die Spuren des Krieges sind im Hinterland noch nicht getilgt, verlassene und zerschossene Dörfer lassen die furchtbaren Geschehnisse nur erahnen. Aber es wird aufgebaut; die Bevölkerung ist trotz äusserst geringer Mittel unglaublich fleissig. Auch auf dem Weg zum Nationalpark Plitvice begegneten uns noch die Spuren der Zerstörung. Plitvice - das ist ein Besuchermagnet, den ich hier noch nennen möchte: eine fast 190 Hektar große Wasserlandschaft, die Plitvicer Seen bilden das Naturschutzgebiet zwischen Zagreb und Zadar. Sechzehn Seen und Wasserfälle (der höchste 78 m) lassen die staunenden Augen und den Fotoapparat nicht zur Ruhe kommen. Aber das ist schon wieder ein Thema für sich.
Die kroatische Küche sucht ihresgleichen (wenn man nicht gerade die Fastfood-Restaurants an der Küste besucht!). Am späten Vormittag schon zieht der Duft von gegrilltem Spanferkel übers Land, in den Bergen sind es auch Ziegen und Schafe, die gegrillt werden - genauso köstlich. Der frische Fisch und Meeresfrüchte in allen Variationen, Gemüsegerichte, Nudeln (mit Trüffel!), verteufelt gute Süßspeisen (Palatschinken) und Eis von hervorragender Qualität lassen den Urlaub auch zu einem kulinarischen Höhepunkt werden. Wir haben immer nur kleinere Gaststätten und Bistros besucht - in den Restaurants gibt es meist Gerichte für „Normaltouristen“, also Schnitzel mit Pommes!
Wir hatten das große Glück, dass uns unsere sehr netten Gastgeber mehrmals mit typischer kroatischer Küche „bekocht“ haben.
Die Selbstversorgung ist unkompliziert. Man erwarte allerdings keine bis zum Bersten vollgepackten Supermärkte und Dumpingpreise - das Leben in Kroatien ist nicht billig. Am Besten kauft man im kleinen Tante-Emma-Laden um die Ecke; dort bekommt man alles, auch Kosmetika, die man zu Hause vergessen hat.
Frische fluffige Weißbrotlaiber, lecker gefüllte Teilchen, sehr gute Butter und Milchprodukte, luftgetrockneter Schinken, Käse von den Inseln, vom Markt frisches Gemüse (Tomaten, die noch so schmecken und durch keine EU-Schablone passen!), Eier, Honig, Olivenöl, süße Früchte, Wein, frischer Fisch vom Fischmarkt (z.B. vom großen Fischmarkt in Rijeka, dort kommt man aus dem Staunen nicht heraus) oder gleich früh beim Fischer gekauft - das sind Dinge, auf die wir uns schon immer freuen.
Nach Hause mitnehmen kann man sich den Imkerhonig (Akazie, Pinie u.a.),Schafskäse, Schinken, Wein und wer es mag, auch den selbstgebrannten Slivovka oder Grappa. Als Urlaubsandenken kann man nach der schwarzen Keramik Ausschau halten (im Gebiet um Plitvice), die Gold- und Silberschmiede (alte Ziselierkunst) sind auch einen Besuch wert. Hier kann man auch ein wenig feilschen - auf dem Markt vermeiden wir das, die Bauern brauchen das Geld.
Wir haben uns unsere Ferienwohnungen stets über das Internet gesucht, weil wir den Massentourismus und betonierte Strände nicht mögen. Uns macht es auch nicht allzu viel aus, über das steinige und karstige Ufer (Sand gibt es wenig) ins Meer zu gelangen - wehe dem, der das ohne Badeschuhe probiert, die Seeigel „lauern“ überall. Im Wasser kann man wunderbar schnorcheln und tauchen und das Getier der Unterwasserwelt betrachten.
Es ist ein Land, das einen Besuch lohnt - dieses Magic Croatia...
Wir fahren durch eine Landschaft von Hügeln, Bergen und Tälern - weite Flächen gelbgraue Steine: große, kleine, Schotter - aber immer nur Steine. Fast gespenstisch mutet die Landschaft an; wenn jetzt noch Neil Armstrong auftaucht, ist es doch der Mond.
Aber der strahlend blaue Himmel und die Temperaturen um fast 40°C sagen uns etwas anderes. Irgendwann erkennen wir zwischen den Steinen spärliche Vegetation, die allmählich zunimmt. Wir halten an und meine Gärtnerseele erblasst vor Neid: ein phantastischer riesiger Steingarten liegt vor mir, mit duftenden aromatischen Kräutern, Salbei, Thymian, Minze... Aber hier haben nicht die ordnenden Hände eines Gartenmeisters gewirkt, hier war die Natur am Werk.
Ein paar Kilometer weiter bemerken wir, dass die schnurgeraden Striche, mit denen die Landschaft durchzogen ist, eigentlich Mauern und Mäuerchen sind, seit Jahrhunderten in mühevoller Arbeit aufgeschichtet, aus dem Material, daß es hier in Hülle und Fülle gibt: aus Steinen. Sie sind nicht schlechthin Begrenzungen, sondern sie sollen das Land vor dem rauhen Fallwind der Bora schützen, der wild und ungestüm vom Festland herüberkommt.
Hier und da sieht man Schafe, die sich in der Mittagsglut dicht an die Mauern gepresst haben, um ein bisschen Schatten zu ergattern und damit der glühenden Hitze etwas auszuweichen.
Kilometerweit fahren wir durch diese wunderschöne und doch so bizarre Landschaft. Mein Mann hat eine CD von Tangerine Dream eingelegt. Musik, die so klingt, als wäre sie für diese Landschaft geschrieben. Irgendwann geht es steil bergan, wir sehen nur noch Felsen. Als der Blick wieder frei wird, sind wir vom Anblick überwältigt: vor uns liegt das glitzernde Meer, gefangen in einer zauberhaften Bucht und umgeben von einem friedlich anmutenden mediterranen Städtchen.
Wir befinden uns auf der Insel Pag, in Kroatien.
Die Insel Pag (285 kqm, 7500 Einwohner) ist die südlichste Insel der Kvarnerbucht, im Norden mit der Fähre und im Süden über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Sie ist 60 km lang und nur 3 - 9 km breit. Sie liegt im Kanal unterhalb des Velebit-Gebirges. Fast 85 km ihrer Küste bestehen aus Buchten mit Kiesel- und Sandstränden.
Vorab sei sogleich gesagt, dass diese Insel nichts für Leute ist, die im Urlaub Animation und Action brauchen. Die meisten der kleinen Orte sind nicht sehr touristisch ausgeprägt, lediglich die Inselhauptstadt Novalja hat in derlei Hinsicht etwas mehr zu bieten.
Wir haben bewusst dieses friedliche Eiland gewählt, weil wir in unserem Urlaub nach Ruhe suchen. Unsere Ferienwohnung lag am Rande des Städtchens. Ein kleiner Trampelpfad führte zu einem "wilden" Strand am Meer, eine kleine Badebucht mit sehr sauberem und klarem Wasser beherbergte niemals mehr als 20 Erfrischungssuchende und - was wir sehr schätzen - keine krakeelenden deutschen Touris.
Die erste Aufregung wurde uns gleich am Anfang unseres Urlaubs beschert: In der Küche saß ein Skorpion, nicht sehr riesig, 3-4 cm nur, aber eben ein Skorpion.
Leider verließ mich meine Geistesgegenwart, ich habe ihn NICHT fotografiert und die nachfolgenden waren leider kleiner - meine krabbeltierliebende Tochter und mein lieber Mann beförderten den Burschen, gottlob ohne gebissen zu werden, nach draußen. Im Laufe der Zeit tauchten weitere Besucher auf: große Tausendfüssler, zwei weitere Skorpione, eine riesige behaarte Spinne *grusel*, Eidechsen, die hinter den Kehrleisten wohnten...Fazit: In diesem warmen Klima muss man auch in einer sehr sauberen und ordentlichen Ferienwohnung mit ungebetenen Gästen rechnen.
Auf Schritt und Tritt begegnet man draußen - wenn man die Augen nur etwas offen hält - diesen Tierchen in ihrer natürlichen Umgebung Zwischen den Steinen wohnen natürlich nicht nur Eidechsen aller couleur, sondern auch Schlangen. Die angenehmsten Begegnungen hatten wir mit Schildkröten, die uns oft über den Weg liefen. Es waren durchweg freundliche und in der Hitze doch sehr schnelle Tiere. Meine Tochter hat einigen von ihnen Pfirsich angeboten, den sie ihr mit Begeisterung schier aus den Fingern rissen.
Das Schwimmen im warmen Meer und die Wanderungen über Steine, Steine, Steine machen Hunger. Fischgerichte und Meeresfrüchte sind sicherlich prädestiniert für ein Mahl in dieser Region, wir haben sie in den Gaststätten köstlich gebraten und gedünstet angeboten bekommen, haben aber auch direkt auf dem Fischmarkt Fisch, Tintenfisch und Muscheln erstanden und uns vom Fischer beraten lassen. Als Beilage sind Mangoldkartoffeln unübertroffen...Unbedingt probieren sollte man aber auch Spanferkel und Lamm, dessen Fleisch durch die vielen Kräuter auf dieser Insel besonders aromatisch ist. Vor vielen Gaststätten sieht man große Grille, auf denen sich die Köstlichkeiten drehen. Berühmt sind auch der Pager Käse, aus Schafsmilch gewonnen und feiner luftgetrockneter Schinken. Beide Produkte stehen vergleichbaren Dingen aus Italien, nämlich Parmesan und Parmaschinken, in nichts nach.
Der auf der Insel produzierte Wein oder der Wein aus Dalmatien sind recht lecker. Man kann ihn in den Läden, aber auch auf dem Markt direkt vom Bauern kaufen. Ach, wir haben jeden Tag einen anderen probiert, bis wir alle Sorten durch hatten...Die herrlich warmen und romantischen Sommerabende mit einem in dieser klaren Luft funkelnden Sternenhimmel ließen sich mit einem Glas Wein wunderbar genießen.
Bei einem abendlichen Bummel durch die zu diesem Zeitpunkt sehr belebte Stadt Pag, sieht man überall in den engen Gassen meist ältere Frauen vor ihren Häusern sitzen, die häkeln bzw. klöppeln. Hier entsteht in jahrhundertealter Tradition eine sehr feine und filigrane Spitze. Die Kaiserin Maria Theresia beschäftige seinerzeit an ihrem Hof ständig einige Pagerinnen wegen dieser herrlichen Spitzen. Die Spitzen, meist kunstvolle Deckchen, sind wunderschön, unwiderstehlich, aber verständlicherweise auch sehr teuer.
Wenn der Bummel Erfrischung verlangt, kann man sich von Eisstand zu Eisstand retten und die unglaublich vielen Sorten kosten.
Wem der Sinn nach Kultur steht, der wird sicher an einem der zahlreich stattfindenden Konzerte in den Kirchen gefallen finden; Barockmusik ist bei diesem passenden Ambiente ein Genuß.
Eine weitere Pager Sehenswürdigkeiten ist die weit ausgedehnte Salinenlandschaft, die Salzgärten wurden schon im Jahre 1215 erwähnt. Überall im Ort kann man Meersalz und mit Kräutern aromatisiertes Badesalz kaufen.
Hat man die Insel in ihren ganzen Ausmaßen durchstreift und auch die riesigen Flächen mit Olivenbäumen (immer zwischen Steinen) entdeckt, ist es langsam Zeit für einen Ausflug nach Zadar. Über eine Brücke gelangt man auf das Festland. Über die 3000 Jahre alte Stadt Zadar zu schreiben, hieße, einen neuen Beitrag anzufangen, hier sei nur gesagt, dass sie wirklich bezaubernd ist.
Für einen Ausflug in den Nationalpark von Paklenica, ein schluchtenreiches Gebiet zwischen dem höchsten Gipfel des Velebit (1757 m) und dem Meer, sollte man einen ganzen Tag planen. Klippen von bis zu 400 m lassen einen ehrfurchtsvoll nach oben starren....Nichts für schwache Nerven sind die Bergsteiger, die an vielen der Felsen hängen?klettern?klammern? *ggg*
Hier wurden sie gedreht, die vielen Indianerfilme...
Fast schon Pflicht ist eine Ganztagesfahrt mit einem Boot in die Inselwelt der Kornaten. Der Nationalpark Kornati gehört zu den am meisten gegliederten Inselgruppen (150 Inseln) im Mittelmeerraum. Der Anblick der fast weißen Inseln in diesem blauen kristallklaren Meer ist einfach nicht zu beschreiben und auch mit dem Fotoapparat ist man eigentlich chancenlos.
Unglaublich gutgelaunt und ausgeruht traten wir frohgemut die Heimreise an. In der letzten Nacht hatte der mächtige Gebirgszug Velebit wieder einmal seinen berühmten Fallwind Bora gen Meer geschickt. Der Sturm war selbst auf der Insel sehr heftig und die Fähren fuhren nicht. Die Brücke zum Festland war gesperrt. Um 6 Uhr wollten wir losfahren, erst 2 Stunden später wurde ein anderer Fährhafen freigegeben, glücklicherweise standen wir ganz vorne in der kilometerlangen Schlange der wartenden Autos...Bei Sturmstärke gestaltetet sich die Rückfahrt recht abenteuerlich. Im Auto hielt man es nicht aus, ohne Gefahr zu laufen, das Frühstück zu opfern. Auf Deck musste man sich tüchtig festhalten, leider kein Wetter zum fotografieren. Die Wellen waren sehr hoch und überschwappten die Autos auf der Fähre, am Ende waren sie mit einer dünnen Salzkruste überzogen. Wir sahen auch nicht viel besser aus, überall weisses glitzerndes Salz, in den Ohren, in jeder Pore...Irgendwann legten wir dann auf der anderen Seite an und fuhren über die sturmgebeutelte Magistrale (Motorradfahrer und Gespanne durften nicht fahren) Richtung Heimat.
Es gibt noch so viel zu entdecken - in diesem Land, in das wir uns verliebt haben.
(c)Corni
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-24 20:41:27 mit dem Titel BÄREN haben Vorfahrt
Ein Verkehrsschild, dass ich immer noch ungläubig betrachte: Bären haben Vorfahrt. Bären? Jawohl, richtige Braunbären! Und noch ein Warnschild: im roten Dreieck stürzt gerade ein Auto über die unbefestigte Straße ins Meer... in 100m.
Und hier, ja, tatsächlich - hier läuft uns die neugierige Eidechse über den Arm und das dort war die märchenhafte kleine Tropfsteinhöhle, da hatten wir viel Zeit zum fotografieren, denn wir waren gerade die einzigen Besucher. Ach, und gleich daneben, in diesem kleinen Bergstädtchen, war doch auch die Wildgaststätte; Frösche gab es aus dem nahegelegenen Sumpfgebiet, die haben wir nicht probiert - aber der Bärenschinken war köstlich (also gibt es sie wirklich, die Bären...).
Der fangfrische, recht fürchterlich aussehende Drachenkopf war nicht minder delikat, der Koch aus dem kleinen Bistro hat ihn nur für uns zubereitet.
Ich sitze über den Urlaubsfotos der vergangenen Sommer - aus einem Land, in das ich mich verliebt habe, ein gastfreundliches Land voller Kontraste, erstaunlich in seiner Ursprünglichkeit, bezaubernd und manchmal auch bizarr.
Nun waren wir schon fünfmal in diesem Land, einem der kleinsten Länder Europas, in dem es doch so viel zu entdecken gibt; nur 500 km Luftlinie, aber mit einer buchtenreichen, zerklüfteten Küste von über 5.600 km und 725 vorgelagerten Inseln (nur 66 sind bewohnt) und Inselchen, zu denen man manchmal sogar im kristallklaren Wasser hinüberschwimmen kann.
Betrachtet man die Inseln vom Festland aus, erscheinen sie nur felsig und unwirtlich, fährt man aber mit einer der (Auto)Fähren hinüber, stößt man im Inselinneren oft auf üppige, fast subtropische Vegetation, auf anderen Inseln ist der Karstlandschaft nur mühsam Boden abgerungen worden, geschützt durch Steinmäuerchen, die über Jahrhunderte von den Bewohnern angelegt wurden.
Die kleinen Städtchen mit ihren Kirchen und Glockentürmen haben ihren eigenen (oft venezianischen) Charme. Die großen Städte -meist mit fantastischer Architektur - sind weltmännisch offen und es wimmelt von Touristen. Ruhe findet man in kleinen Orten an der Küste und natürlich im Hinterland (mit vielen alten Burgen), wo man allerdings kaum noch deutsch oder englisch verstehen wird (an die Russisch-Sprecher: der Tonfall ist zwar ähnlich, klappt aber nicht). Die Menschen sind aufgeschlossen und sehr freundlich. Wir haben niemals Verständigungsprobleme gehabt, manchmal allerdings mit Händen und Füßen geredet, neuerdings auch mit einem Wörterbuch und unserem Grundvokabular Kroatisch.
Hinter der Küste liegt an vielen Stellen ein Streifen mediterraner Vegetation, hier wachsen Feigen, Wein, Melonen und andere köstliche Früchte. Weiter oben findet man bunte Blumenwiesen, aber auch riesige steinige Hänge, bedeckt mit duftenden Kräutern wie Salbei und Thymian in vielen Sorten. Aber dann beginnt ganz schnell das Gebirge.
Wir fuhren an der Küste bei einer Temperatur von 34°C los, hoch in das Gebirgsmassiv des Velebit mit seinen mächtigen Wäldern; nach ca. 20 Minuten und einem erreichten Höhenunterschied von über 1500 m waren es nur noch 16°C!
Fährt man zurück zur Küste, kann man den unglaublichen Anblick der vielen Inseln - irgend jemand verglich sie einmal mit Sahnehäubchen - im glitzernden blauen Meer bewundern. Das Velebit-Gebirge bringt auch einen orkanartigen Sturm hervor, den Fallwind Bora, der mitunter in nur wenigen Minuten über das Land herfällt, alles davonträgt, was nicht niet- und nagelfest ist (die Dachschindeln sind hierzulande angeschraubt!!), zu ungeahnter Stärke anschwillt, das Meer zu meterhohen Wellen aufpeitscht und auf den Küstenstrassen kleine Autos ins Wanken bringt. Der Sturm kann Stunden dauern, das Meer beruhigt sich meist erst einen Tag später.
Ausflugsziele, über Ausflugsziele gibt es in Kroatien. Aber die Spuren des Krieges sind im Hinterland noch nicht getilgt, verlassene und zerschossene Dörfer lassen die furchtbaren Geschehnisse nur erahnen. Aber es wird aufgebaut; die Bevölkerung ist trotz äusserst geringer Mittel unglaublich fleissig. Auch auf dem Weg zum Nationalpark Plitvice begegneten uns noch die Spuren der Zerstörung. Plitvice - das ist ein Besuchermagnet, den ich hier noch nennen möchte: eine fast 190 Hektar große Wasserlandschaft, die Plitvicer Seen bilden das Naturschutzgebiet zwischen Zagreb und Zadar. Sechzehn Seen und Wasserfälle (der höchste 78 m) lassen die staunenden Augen und den Fotoapparat nicht zur Ruhe kommen. Aber das ist schon wieder ein Thema für sich.
Die kroatische Küche sucht ihresgleichen (wenn man nicht gerade die Fastfood-Restaurants an der Küste besucht!). Am späten Vormittag schon zieht der Duft von gegrilltem Spanferkel übers Land, in den Bergen sind es auch Ziegen und Schafe, die gegrillt werden - genauso köstlich. Der frische Fisch und Meeresfrüchte in allen Variationen, Gemüsegerichte, Nudeln (mit Trüffel!), verteufelt gute Süßspeisen (Palatschinken) und Eis von hervorragender Qualität lassen den Urlaub auch zu einem kulinarischen Höhepunkt werden. Wir haben immer nur kleinere Gaststätten und Bistros besucht - in den Restaurants gibt es meist Gerichte für „Normaltouristen“, also Schnitzel mit Pommes!
Wir hatten das große Glück, dass uns unsere sehr netten Gastgeber mehrmals mit typischer kroatischer Küche „bekocht“ haben.
Die Selbstversorgung ist unkompliziert. Man erwarte allerdings keine bis zum Bersten vollgepackten Supermärkte und Dumpingpreise - das Leben in Kroatien ist nicht billig. Am Besten kauft man im kleinen Tante-Emma-Laden um die Ecke; dort bekommt man alles, auch Kosmetika, die man zu Hause vergessen hat.
Frische fluffige Weißbrotlaiber, lecker gefüllte Teilchen, sehr gute Butter und Milchprodukte, luftgetrockneter Schinken, Käse von den Inseln, vom Markt frisches Gemüse (Tomaten, die noch so schmecken und durch keine EU-Schablone passen!), Eier, Honig, Olivenöl, süße Früchte, Wein, frischer Fisch vom Fischmarkt (z.B. vom großen Fischmarkt in Rijeka, dort kommt man aus dem Staunen nicht heraus) oder gleich früh beim Fischer gekauft - das sind Dinge, auf die wir uns schon immer freuen.
Nach Hause mitnehmen kann man sich den Imkerhonig (Akazie, Pinie u.a.),Schafskäse, Schinken, Wein und wer es mag, auch den selbstgebrannten Slivovka oder Grappa. Als Urlaubsandenken kann man nach der schwarzen Keramik Ausschau halten (im Gebiet um Plitvice), die Gold- und Silberschmiede (alte Ziselierkunst) sind auch einen Besuch wert. Hier kann man auch ein wenig feilschen - auf dem Markt vermeiden wir das, die Bauern brauchen das Geld.
Wir haben uns unsere Ferienwohnungen stets über das Internet gesucht, weil wir den Massentourismus und betonierte Strände nicht mögen. Uns macht es auch nicht allzu viel aus, über das steinige und karstige Ufer (Sand gibt es wenig) ins Meer zu gelangen - wehe dem, der das ohne Badeschuhe probiert, die Seeigel „lauern“ überall. Im Wasser kann man wunderbar schnorcheln und tauchen und das Getier der Unterwasserwelt betrachten.
Ja, uns so sitze ich mal wieder über den Urlaubsfotos der vergangenen Sommer - aus einem Land voller Kontraste, erstaunlich in seiner Ursprünglichkeit, bezaubernd und manchmal auch bizarr...
(c)Corni
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-08-18 09:09:19 mit dem Titel Magic Croatia
Ein Verkehrsschild, dass ich immer noch ungläubig betrachte: Bären haben Vorfahrt. Bären? Jawohl, richtige Braunbären! Und noch ein Warnschild: im roten Dreieck stürzt gerade ein Auto über die unbefestigte Straße ins Meer... in 100m.
Und hier, ja, tatsächlich - hier läuft uns die neugierige Eidechse über den Arm und das dort war die märchenhafte kleine Tropfsteinhöhle, da hatten wir viel Zeit zum fotografieren, denn wir waren gerade die einzigen Besucher. Ach, und gleich daneben, in diesem kleinen Bergstädtchen, war doch auch die Wildgaststätte; Frösche gab es aus dem nahegelegenen Sumpfgebiet, die haben wir nicht probiert - aber der Bärenschinken war köstlich (also gibt es sie wirklich, die Bären...).
Der fangfrische, recht fürchterlich aussehende Drachenkopf war nicht minder delikat, der Koch aus dem kleinen Bistro hat ihn nur für uns zubereitet.
Ich sitze über den Urlaubsfotos eines vergangenen Sommers - aus einem Land, in das ich mich verliebt habe, ein gastfreundliches Land voller Kontraste, erstaunlich in seiner Ursprünglichkeit, bezaubernd und manchmal auch bizarr.
Nun waren wir schon sechsmal in diesem Land, einem der kleinsten Länder Europas, in dem es doch so viel zu entdecken gibt; nur 500 km Luftlinie, aber mit einer buchtenreichen, zerklüfteten Küste von über 5.600 km und 725 vorgelagerten Inseln (nur 66 sind bewohnt) und Inselchen, zu denen man manchmal sogar im kristallklaren Wasser hinüberschwimmen kann.
Betrachtet man die Inseln vom Festland aus, erscheinen sie nur felsig und unwirtlich, fährt man aber mit einer der (Auto)Fähren hinüber, stößt man im Inselinneren oft auf üppige, fast subtropische Vegetation, auf anderen Inseln ist der Karstlandschaft nur mühsam Boden abgerungen worden, geschützt durch Steinmäuerchen, die über Jahrhunderte von den Bewohnern angelegt wurden.
Die kleinen Städtchen mit ihren Kirchen und Glockentürmen haben ihren eigenen (oft venezianischen) Charme. Die großen Städte -meist mit fantastischer Architektur - sind weltmännisch offen und es wimmelt von Touristen. Ruhe findet man in kleinen Orten an der Küste und natürlich im Hinterland (mit vielen alten Burgen), wo man allerdings kaum noch deutsch oder englisch verstehen wird (an die Russisch-Sprecher: der Tonfall ist zwar ähnlich, klappt aber nicht). Die Menschen sind aufgeschlossen und sehr freundlich. Wir haben niemals Verständigungsprobleme gehabt, manchmal allerdings mit Händen und Füßen geredet, neuerdings auch mit einem Wörterbuch und unserem Grundvokabular Kroatisch.
Hinter der Küste liegt an vielen Stellen ein Streifen mediterraner Vegetation, hier wachsen Feigen, Wein, Melonen und andere köstliche Früchte. Weiter oben findet man bunte Blumenwiesen, aber auch riesige steinige Hänge, bedeckt mit duftenden Kräutern wie Salbei und Thymian in vielen Sorten. Aber dann beginnt ganz schnell das Gebirge.
Wir fuhren an der Küste bei einer Temperatur von 34°C los, hoch in das Gebirgsmassiv des Velebit mit seinen mächtigen Wäldern; nach ca. 20 Minuten und einem erreichten Höhenunterschied von über 1500 m waren es nur noch 16°C!
Fährt man zurück zur Küste, kann man den unglaublichen Anblick der vielen Inseln - irgend jemand verglich sie einmal mit Sahnehäubchen - im glitzernden blauen Meer bewundern. Das Velebit-Gebirge bringt auch einen orkanartigen Sturm hervor, den Fallwind Bora, der mitunter in nur wenigen Minuten über das Land herfällt, alles davonträgt, was nicht niet- und nagelfest ist (die Dachschindeln sind hierzulande angeschraubt!!), zu ungeahnter Stärke anschwillt, das Meer zu meterhohen Wellen aufpeitscht und auf den Küstenstrassen kleine Autos ins Wanken bringt. Der Sturm kann Stunden dauern, das Meer beruhigt sich meist erst einen Tag später.
Ausflugsziele, über Ausflugsziele gibt es in Kroatien. Aber die Spuren des Krieges sind im Hinterland noch nicht getilgt, verlassene und zerschossene Dörfer lassen die furchtbaren Geschehnisse nur erahnen. Aber es wird aufgebaut; die Bevölkerung ist trotz äusserst geringer Mittel unglaublich fleissig. Auch auf dem Weg zum Nationalpark Plitvice begegneten uns noch die Spuren der Zerstörung. Plitvice - das ist ein Besuchermagnet, den ich hier noch nennen möchte: eine fast 190 Hektar große Wasserlandschaft, die Plitvicer Seen bilden das Naturschutzgebiet zwischen Zagreb und Zadar. Sechzehn Seen und Wasserfälle (der höchste 78 m) lassen die staunenden Augen und den Fotoapparat nicht zur Ruhe kommen. Aber das ist schon wieder ein Thema für sich.
Die kroatische Küche sucht ihresgleichen (wenn man nicht gerade die Fastfood-Restaurants an der Küste besucht!). Am späten Vormittag schon zieht der Duft von gegrilltem Spanferkel übers Land, in den Bergen sind es auch Ziegen und Schafe, die gegrillt werden - genauso köstlich. Der frische Fisch und Meeresfrüchte in allen Variationen, Gemüsegerichte, Nudeln (mit Trüffel!), verteufelt gute Süßspeisen (Palatschinken) und Eis von hervorragender Qualität lassen den Urlaub auch zu einem kulinarischen Höhepunkt werden. Wir haben immer nur kleinere Gaststätten und Bistros besucht - in den Restaurants gibt es meist Gerichte für „Normaltouristen“, also Schnitzel mit Pommes!
Wir hatten das große Glück, dass uns unsere sehr netten Gastgeber mehrmals mit typischer kroatischer Küche „bekocht“ haben.
Die Selbstversorgung ist unkompliziert. Man erwarte allerdings keine bis zum Bersten vollgepackten Supermärkte und Dumpingpreise - das Leben in Kroatien ist nicht billig. Am Besten kauft man im kleinen Tante-Emma-Laden um die Ecke; dort bekommt man alles, auch Kosmetika, die man zu Hause vergessen hat.
Frische fluffige Weißbrotlaiber, lecker gefüllte Teilchen, sehr gute Butter und Milchprodukte, luftgetrockneter Schinken, Käse von den Inseln, vom Markt frisches Gemüse (Tomaten, die noch so schmecken und durch keine EU-Schablone passen!), Eier, Honig, Olivenöl, süße Früchte, Wein, frischer Fisch vom Fischmarkt (z.B. vom großen Fischmarkt in Rijeka, dort kommt man aus dem Staunen nicht heraus) oder gleich früh beim Fischer gekauft - das sind Dinge, auf die wir uns schon immer freuen.
Nach Hause mitnehmen kann man sich den Imkerhonig (Akazie, Pinie u.a.),Schafskäse, Schinken, Wein und wer es mag, auch den selbstgebrannten Slivovka oder Grappa. Als Urlaubsandenken kann man nach der schwarzen Keramik Ausschau halten (im Gebiet um Plitvice), die Gold- und Silberschmiede (alte Ziselierkunst) sind auch einen Besuch wert. Hier kann man auch ein wenig feilschen - auf dem Markt vermeiden wir das, die Bauern brauchen das Geld.
Wir haben uns unsere Ferienwohnungen stets über das Internet gesucht, weil wir den Massentourismus und betonierte Strände nicht mögen. Uns macht es auch nicht allzu viel aus, über das steinige und karstige Ufer (Sand gibt es wenig) ins Meer zu gelangen - wehe dem, der das ohne Badeschuhe probiert, die Seeigel „lauern“ überall. Im Wasser kann man wunderbar schnorcheln und tauchen und das Getier der Unterwasserwelt betrachten.
Es ist ein Land, das einen Besuch lohnt - dieses Magic Croatia...
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