Kuba Testbericht

Kuba
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Erfahrungsbericht von Maria2907

Eine unvergessliche Reise!

Pro:

Damals sehr wenig! Aber es war trotzdem eine schöne Reise!

Kontra:

Damals sehr viel! Und es war trotzdem eine schöne Reise!

Empfehlung:

Ja

Hallo, liebe Leser!

Es gibt Reisen, an die man sich immer wieder und gerne erinnert, weil sie schön waren. Und es gibt Reisen, an die man sich auch gern erinnert, obwohl sie gar nicht so schön waren! So ist es auch mit unserer Kubareise in den Achtzigern. Als der Tourismus auf Kuba erwachte. Und wir waren wohl unter den ersten, die es wagten, hin zu fliegen!


<<< Warum nach Kuba?
<<< Anreise
<<< Hinflug / Hinflüge
<<< Landung
<<< Das Hotel
<<< Das Zimmer
<<< Halbpension
<<< Der Swimmingpool
<<< Das Wetter
<<< Heiligabend
<<< Sylvester
<<< Das Bezahlen
<<< Ausflüge
<<< Varadero
<<< Chinesisch essen gehen auf Varadero
<<< Ein Gemüseladen und ein Schuhladen auf Varadero
<<< Mietfahrräder
<<< Wir lernen Kubanisch
<<< Rückflug
<<< Winter in Deutschland

Es geht hier los!

<<< Warum nach Kuba?

Ursprünglich wollten wir in die USA reisen, nach Florida. Buchen wollten bei dem American Express Reisebüro. Das Reisebüro gibt es inzwischen lange nicht mehr. Als besonderen Service wollte uns das Reisebüro die Visa für die USA besorgen, was wir bei anderen Individualreisen bei Bedarf immer selbst bewerkstelligt hatten. Wir machten die endgültige Buchung von den Visa abhängig, da wir nicht wussten, wie lange es dauern würde. Aber das Reisebüro schien sich doch nicht ernst darum zu kümmern, wir hörten lange nichts von denen. So nahm es mein Mann in die Hand, rief bei der Konsulatabteilung in Hamburg an. Ein am Telefon arrogant wirkender Amerikaner – wie es mein Mann empfunden hatte – habe ihm gesagt, dass er unsere Anträge vor sich liegen habe, aber er werde es sich noch überlegen, ob er uns die Visa ausstellen werde! Mein Mann hat ihm darauf geantwortet, der brauche nicht weiter überlegen, wir verzichten auf die Reise in die USA, es gäbe noch jede Menge schöne Länder auf der Welt!

Was tun? Wir wollten bei der Richtung bleiben, so buchten wir bald eine Pauschalreise nach Kuba! Sie liegt ja auch vor Florida! Ich glaube, wir buchten bei Neckermann.

Die Reise begann am 23.12 und dauerte ca. 3 Wochen.

<<< Anreise

Wir flogen ab Frankfurt, so mussten wir erst mit dem Zug hin fahren. Damals gab es die Intercityverbindungen, stündlich ein Zug zwischen allen Großstädten Deutschlands. Aber… nicht um Weihnachten!

Unser Flug war um ca. 14 Uhr. Nach Frankfurt gab es an diesem Tag sage und schreibe zwei Züge, einen um die Mittagszeit und einen am Abend. Der Mittagszug am 23.12 hätte uns nichts genützt, er käme zu knapp vor dem Abflug in Frankfurt an, wir waren nicht sicher, dass wir den Flug schaffen würden. Also, organisierten wir uns eine Hotelübernachtung. Gebucht hat für uns ein Freund aus Frankfurt, nach unseren Vorstellungen: ein Hotel, nahe am Bahnhof, bis ca. 100 DM pro für ein Doppelbettzimmer. Es war kein besonders gutes Hotel, aber das war uns nicht so wichtig, unser Ziel war, den Flug mit Sicherheit zu bekommen. Das Doppelzimmer kostete 80 DM. So sind wir schon am 22.12 mit dem Mittagszug nach Frankfurt gefahren.

Am 23.12 sind wir nach dem Frühstück etwas spazieren gegangen, dann haben wir unser Gepäck vom Hotel geholt und sind mit der S-Bahn zum Flughafen gefahren.

<<< Hinflug / Hinflüge

Die Reise war zwar eine Pauschalreise, der Flug aber kein Charterflug nicht einmal Direktflug! Es waren zwei Linienflüge: Frankfurt – Madrid und Madrid – Havanna. Der Flug nach Madrid dauerte etwas 3 Stunden. Nach einer Stunde Aufenthalt als Transitpassagiere ging es weiter, über den großen Teich nach Kuba! Da es Linienflüge waren, waren die Passagiere aus allen Herren Ländern: Engländer, Holländer, Franzosen, Spanier! Nicht alle waren Urlauber, so gab es nicht die typische Urlaubsstimmung, wie bei Charterflügen üblich. Es war ja auch Nachtflug und wir flogen in die Nacht hinein. Das Flugzeug – ein Jumbo - war voll ausgebucht - hatte 9 Sitze je Reihe: 5 in der Mitte, je 2 linkst und rechst von den Gängen. Unsere Plätze waren in der Mitte. Wie der Service war, kann ich mich nicht mehr so genau erinnern, aber ich kann mich nicht an etwas besonders Schlimmes, oder aussergewöhnlich Gutes erinnern. Die Durchsagen wurden nur in Spanisch und in Englisch gemacht, da es Linienflüge waren. Es muss eine spanische Fluggesellschaft gewesen sein. Der Flug dauerte ca. 9 -10 Stunden. Wegen der großen Mengen warme Menschenkörper, war die Luft im Flugzeug sehr bald verbraucht, trotz der Lüftung. Meine Nase war wie verstopft, ich atmete fast die ganze Zeit durch den Mund! Dadurch bedingt erweiterte sich mein Handgepäck für die nachfolgenden Flugreisen bis heute um ein Fläschchen Nasentropfen! Da nicht alle schlaffen konnten, war es auch nicht sehr ruhig, hinter uns z. B. war eine lustige Gruppe, die sich Witze erzählte und lachte… so fliegen seit diesem Flug auch Ohrenstöpsel für alle Fälle in meinem Handgepäck!

<<< Landung

Am Abend landeten wir am Flughafen von Havanna. In unseren Körpern trugen wir unsere europäische Zeit und die war ca. 2 Uhr. Das Flugzeug wurde nicht angedockt, wir stiegen in der dunklen Nacht die Treppen runter. Um das Flugzeug – Soldaten mit Maschinengewähren! Wir gingen zu Fuß durch die warme Nacht zum Flughafengebäude. In die Halle strömten die über 300 Passagiere und stellten sich an die vielen Passkontrollendurchgängen an. Es waren endlos lange Schlangen, endlos viele Menschen und es war stickig warm. Und wir waren winterlich angezogen. Ich zog meine Pelzjacke aus, sie wärmte mich auch in der Hand mehr als es ich brauchte. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange wir brauchten, um endlich durch die Passkontrolle zu kommen. Wir zwei waren die letzten! Als wir endlich auch durch waren, sahen wir keine Spur mehr von allen anderen! Sie waren wie vom Erdboden verschluckt. Auch kein Gepäck zu sehen. Und auch kein Reiseleiter. Eine leere Halle, wenn man das Personal nicht mitzählte. Wir standen da: kaputt, erschöpft, ratlos, kraftlos, stumm, unfähig sogar, uns aufzuregen. Da kam uns schon ein lächelnder jünger blonder Mann entgegen, der Reiseleiter? Ja! Er sagte, wir sollten uns zu den Bussen beeilen. Wir sagten, ja, aber wo sind bitte unsere Koffer? Kein Problem, sie seien schon im Bus! Mir war so, als ob er uns vergessen und durch Zufall entdeckt hatte… wir stiegen in den Bus ein, den er uns genannt hatte und es ging sofort los. Nach Varadero, ca. 150 km. Die Fahrt habe ich im Halbschlaf verbracht.

<<< Das Hotel

Im Hotel nun tummelten sich ein Teil der mit uns frisch angekommenen Urlauber. Den Hotelnamen weiß ich nicht mehr. Bevor wir an der Rezeption unsere Schlüssel bekommen hatten, kamen manche schon von ihren Zimmern herunter und brachten Beschwerden vor. Halb schlafend bekam ich mit, dass einer sagte, in seinem Zimmer gäbe es eine Sanddüne! Er wolle bitte ein anderes Zimmer haben. Ein anderer beklagte sich, dass er seine Zimmertür nicht öffnen könne, da stecke ein abgebrochener Schlüssel im Schlüsselloch!

<<< Das Zimmer

Mit unserem Schlüssel in der Hand, machten wir uns auf den Weg zu unserem Zimmer. Aufgeschlossen, Licht angemacht… gestaunt: wir gelangten in einem großen leeren Zimmer! An der einen Seite hatte es eine Art Küchenzeile mit einem Kühlschrank. Das Zimmer hatte auch einen Balkon. Es gab aber auch eine Tür, die öffneten wir und gelangten in einen kleinen Flur. Von dem gingen zwei Türen, die eine geschlossen, die andere offen, durch diese gingen wir weiter. Und das war unser Hotelzimmer. (Am nächsten Tag erfuhren wir, dass die zweite Tür zu einem Zimmer ging, das zwei Männer bewohnten). Der Versuch, das Licht anzumachen, scheiterte. Im Halbdunklen tapste ich bis zum Nachttisch des näher stehenden Bettes, knipste die Lampe an, die darauf stand. Es wurde aber nicht hell. Mein Mann hatte mehr Glück, seine Tischlampe brachte endlich Licht ins Zimmer! Sehr sparsam, zwar, aber doch Licht!

Was für ein Zimmer! Ein in einer Nische eingebauter Kleiderschrank mit Jalousientüren, weiß gestrichen, die Farbe fast abgeblättert. Das Fenster ohne Glasscheiben, nur mit ganz dicken Jalousien! Erst am Tag darauf konnten wir sehen, dass man Tageslicht nur bekam, wenn man die Jalousien waagerecht drehte! Aber Tageslicht ist stark übertrieben. Denn die Jalousien waren ja sehr dick und dicht übereinander! Ach ja, wir hatten auch eine Klimaanlage! Das war ein Kasten mit Ventilator an der Außenwand. Das Ding brachte tatsächlich Kühlung, eine sehr starke sogar, aber auch so viel Krach, dass wir es lieber ausmachten. Abends schalteten wir es kurz ein, um das Zimmer etwas abzukühlen, dann aber wieder aus, um schlafen zu können.

Und das „Bad“!

Dusche, Toilette, Waschbecken! Gefliest! Rosa Fliesen! Rosa? Sind sie wohl gewesen. Waren es aber nicht mehr. Jetzt waren sie
kunstvoll rosa-grau-schwarz „marmoriert“ und sehr, sehr matt! Marmoriert? Nein, sie müssen erst ganz rosa gewesen sein, dann so ziemlich schwarz und nun… sahen sie aus, als ob jemand sich bemüht hatte, das Schwarze abzukratzen, es aber nicht ganz geschafft hat! Weil es nicht weiter ging, oder weil man keine Zeit mehr dafür hatte… mit einem Wort beschrieben: hässlich! Die Armaturen! Auch eine Geschichte für sich! Metal! Ja, aber kein Chrom oder Messing, nein Rostfarbe! Und nicht nur die Farbe, auch die Oberfläche matt, stumpf, echt verrostet. Ich hatte mal ein Foto gemacht, um dieses einmalige Hotelzimmer zeigen zu können! Nicht, damit wir uns beschweren, nein! Es war die Renaissance des Tourismus auf Kuba und das war uns bewusst! Die Katalogbilder vom Hotel zeigten kein einziges Zimmer von innen, sondern nur den schönen Blick aus einem Zimmer zum Meer! Nicht aus unserem! Wir hatten eben keinen Meerblick, denn wir hatten keinen Balkon! Und durch das Fenster hätten wir auch von dem Schönsten Ausblick nichts… denn bei diesen Jalousien konnte man nur nach draußen gucken, wenn man sich dicht ans Fenster stellte! Und das Fenster konnte man nicht öffnen! Warum wir so ein Zimmer bekommen hatten? Weil wir sicher nicht ahnten, dass es solche Zimmer gab und bei der Buchung keine Vorlieben, was für ein Zimmer wir bevorzugten, angegeben hatten! Wir nahmen einfach an, dass alle Zimmer einen Balkon haben!

Aber! Wir waren ja nach Kuba wegen des Klimas und ein schlechtes Zimmer allein sollte unsere gute Laune nicht verderben…

Später erfuhren wir, warum unser „Hotel“ so war, wie es war! Weil es gar kein Hotel, sondern ein Wohnblock mir Wohnungen gewesen war, das zum Hotel umfunktioniert worden war! Wir bewohnten also mit den beiden Männern eine ehemalige Wohnung und das große leere Zimmer war das Wohnzimmer, unsere Hotelzimmer – die Schlafzimmer! Den Kühlschrank benutzten wir später ab und zu. Vom Balkon aus gab es einen schönen Blick, aber man konnte sich nicht darauf setzen, es gab keine Balkonmöbel.

<<< Halbpension

Wir hatten Halbpension gebucht, da es nicht anders ging. Morgens und abends… Buffet! Selbstbedienung! Es gab zwar eine Menge Kubaner, die im Speiseraum herumstanden, sie rührten aber keinen Finger. Nur, wenn Bedarf war, halfen sie! Und Bedarf war immer! Es fehlte immer etwas. Wenn es genug Besteck gab, gab es keine Tassen mehr, wenn es Brot gab, war der Kaffee alle… na, ja, auch Kleinigkeiten, die wir und auch fast alle anderen, nicht ernst nahmen, sondern mit Humor! Es gab ein nettes Ehepaar aus Wien, beide Lehrer, beide sehr beleibt, sie waren echt glücklich, wie sie es ehrlich zugaben! Weil sie gerne essen, war es für die das gefundene Fressen! Als sie aßen, sah man ihnen an, dass es für sie das Größte Vergnügen war! Sie sahen dabei niemanden, nur ihre Teller und das Buffet! Und sie gingen viele Male hin… und langten zu!

<<< Der Swimmingpool

Das Hotel hatte einen Swimmingpool! Aber er war… leer! Und verdreckt. Kein Problem, das Karibische Meer war ja da und der wunderbare feine Sand!

<<< Das Wetter

Auf Kuba ist auch Winter, wenn bei uns Winter ist! Aber was für ein Winter! Wie bei uns der Sommer! Herrlich! Weihnachten und Sylvester unter freiem Himmel… das erlebten wir damals zum ersten Mal!

<<< Heiligabend

Wie schon gesagt, wir waren am späten Abend am 23.12 angekommen. Unser erster Tag auf Kuba, war also der Heiligabend! Es sollte ein festliches Essen geben, draußen. Ab 19 Uhr. Da wir nach der sehr langen Anreise und der fast schlaflosen Nacht sehr müde waren, hatten wir uns nach dem ersten Frühstück wieder hingelegt und wollten am frühen Nachmittag aufstehen, etwas spazieren gehen und dann Heiligabend auf Kuba erleben! Aber es wurde nichts damit! Weil wir einfach verschliefen! Wir waren erst um ca. 20 Uhr aufgewacht. Wir gingen zwar sofort hin, aber das kalte Buffet war fast weg gegessen! Nur klägliche Reste! Na, ja, selbst schuld… es gab auch kein Restaurant, so blieben wir einfach fast hungrig! Es war auch anderen so ergangen! Nicht schlimm, sagte man uns, das Buffet sei nichts Besonderes gewesen!

<<< Sylvester

Von Sylvester hatten wir uns viel versprochen! Wir dachten, die Kubaner sind so temperamentvoll, es wird mächtig gefeiert werden… dachten wir… es war aber nicht so. Zu Sylvester gab es wieder kaltes aber auch warmes Buffet, nicht im Speiseraum, sondern draußen. Es gab auch Barbecue. Man stellte sich an und man bekam das Fleisch vom Koch auf den Teller gelegt. Salate und Brot musste man sich selbst holen. Es gab lange Schlangen. Wir saßen auf Holzbänken an langen Holztischen, wie hier in den Biergärten. Zum Trinken gab es erst sehr wenig, dann nichts mehr – das wenige Bier war schnell weg! Doch, es gab was zum Trinken: Sekt! Und eben nur Sekt! Kein Bier, kein Wein, keine alkoholfreien Getränke! Die Kellner liefen mit den Sektflaschen herum, priesen sie an, wollten sie verlaufen… für 10 $ pro Flasche! Das waren damals 30 DM! Aber keiner kaufte! Einige Gäste tranken doch Bier!!! Gefragt, woher sie es hatten, erklärten sie, sie hatten es an der Bar die Tage zuvor gekauft! Die Stunde Null kam auf Kuba also ganz leise und ungemerkt… kein Feuerwerk, nichts, das den Beginn des neuen Jahres ansagt!

<<< Das Bezahlen

Das Bezahlen war eine Sache für sich! Alle Preise waren in Dollar angegeben. Wir mussten also unsere DM in Dollar umtauschen, um bezahlen zu können! Dabei konnten wir zwischen USA Dollar und Kanadischen Dollar wählen. Das war kein Problem, tauschen konnte man an der Rezeption und nur dort! Aber zu Kaufen gab es so wie so kaum etwas! Es gab im Hotel ein Souvenirladen, wo es als „Souvenir“ nur westlichen Waren gab! Wie Bademoden, Sonnenkosmetik, Seifen, Shampoos, Zahnpasta. Aber sehr teuer. Zum Glück hatten wir alles dabei und brauchten nichts zu kaufen!

Es gab im Hotel eine Snack-Bar, wo wir abends unsere Milch-Shakes tranken und tagsüber ab und zu auch Hotdogs, Sandwichs und Hamburger aßen! Es gab sehr wenig Auswahl.

Oft erlebten wir es so (in Englisch):
Wir: „Bitte zwei Schoko Shakes!“
Barmann: „Keine Schoko Shakes mehr!”
Wir: “Dann bitte zwei Banana Shakes”!
Und… dann brachte er uns zwei… Schoko Shakes!!!

In derselben Bar aßen, tranken und bezahlten auch Kubaner… sie bezahlten in Pesos! Wir durften das nicht! Was für sie 1 Peso kostete, kostete für uns 1 $, also um das mehrfache teurer! Eine Touristin aus Deutschland, eine Ungarin, durfte in Pesos bezahlen… denn sie hatte einen ungarischen Pass! Die Solidarität der Brüderstaaten!

<<< Ausflüge

Es gab einige Ausflüge.

Wir haben bei einer Fahrt nach Havanna mitgemacht. Die Stadt muss Jahrzehnet zuvor sehr schön gewesen sein, war aber in einem sehr schlechten Zustand. Besonders sehenswert war die Altstadt von Havanna, herrschaftlichen Häusern im spanischen Kolonialstil bestehend, leider sehr verfallen.

In Havanna - wie auch in Varadero – fuhren alte amerikanische Schlitten, liebevoll gehegt und gepflegt.

Wir besuchten da z. B. die berühmte Kneipe, wo Hemingway sein
berühmtes Mohito getrunken hat, das wir natürlich auch kosten durften.

Man zeigte uns die kommunistischen Sehenswürdigkeiten der Stadt!

Es gab einen anderen Ausflug nach Navanna, mit Besuch des berühmten Tropicana. Aber wir haben davon Abstand genommen, es war eine zu strapaziöse Angelegenheit, zu lange Hin- und Rückfahrt mit Bus.

Am vorletzten Tag des Jahres – 30.12 - haben wir einen Ausflug zu einem karibischen Traumstrand gemacht - der Playa Ankon. Bei dem Namen bin ich mir nicht ganz sicher.

<<< Varadero

Varadero ist der bekannteste Urlaubsort auf Kuba, mit einem herrlichen zwanzig Kilometer langen schönen Strand mit feinem weißem Sand. Varadero ist eine Halbinsel, die lang und schmal ist, zwischen der Karibischen Meer und dem Atlantik, die sichtbar verschiedenen Farben haben! Man kann in einer Strasse stehen, nach links schauen und das türkisfarbene Wasser des karibischen Meer sehen, dann nach recht schauen und das normalblaue Wasser des Atlantik sehen!

Wir haben lange Spaziergänge gemacht, konnten aber nie die ganze Länge ablaufen! Und es gab keine Busse, die bis zum Ende der Halbinsel fuhren.

In den alten Sommervillen der Amerikaner lebten nun die Kubaner! Schon morgens sahen wir viele auf den Veranden auf Schaukelstühlen sitzen und schaukeln, durch die offene Tür sah man, dass der Fernseher lief… und im Vorgarten wartete das Unkraut, gezupft zu werden! Die Häuser waren auch sehr verfallen, ich weiß nicht, ob es sich heute geändert hat. Muss es, denn der Tourismus läuft schon über 20 Jahre.

<<< Chinesisch essen gehen auf Varadero

Das war ein Erlebnis! Der Reiseleiter machte immer wieder Werbung für ein chinesisches Restaurant auf Varadero. Es sei so gut und so begehrt, dass man unbedingt eine Reservierung vornehmen müsse! Das ginge an der Rezeption! Da wir gerne chinesisch essen und gerne was Neues probieren, haben wir einen Tisch reserviert! Für 19 Uhr. Wir gingen pünktlich hin, mussten aber vor der Tür warten! Und wir warteten! Nicht lange. Dann holte uns ein Chinese rein und führte uns in den Raum. Draußen war es schon dunkel, aber drin war es nicht heller. Der Chinese führte uns an einen Tisch. Nach und nach gewähnten uns an die Dunkelheit und sahen, dass es mehr freie, als besetzte Tische gab. Warum dann die Reservierung? Der Chinese brachte uns eine Speisekarte und wir versuchten sie zu lesen! Es gelang uns nur mit Mühe und mit Hilfe des Feuerzeugs von meinem Mann! Als wir fertig waren, kam der Chinese wieder an den Tisch und fragte erst… ob wir mit USA, oder Kanada Dollar bezahlen würden! Wir antworteten und er nahm unsere Bestellung entgegen. Als das Essen kam, erfuhren wir, dass Reis nicht dazu gehörte und riefen den Chinesen zu uns… bestellten Reis! Getrunken haben wir Wein und Wasser, eine Flasche Leitungswasser stand auf dem Tisch! Mit dem Bezahlen hatten wir dieselben Probleme, wie mit dem Lesen der Speisekarte! Auch der Chinese hielt sich die Scheine dicht vor die Nase, um sie zu erkennen…

<<< Ein Gemüseladen und ein Schuhladen auf Varadero

Bei unseren Spaziergängen auf den Strassen von Varadero lugten wir in zwei Läden für die Kubaner: einen Gemüseladen, in dem das Gemüse in Leinensäcken ausgestellt war und so ziemlich schrumpelig wirkte.

Einen Schuhladen haben wir uns auch beteten, er war auch sehenswert: auf den Regalen standen die Schuhe Paar für Paar, mit großem Abstand voneinander… es waren vielleicht 20 Paare, dabei vielleicht nur 3 verschiedene Modelle.

Über die Versorgung der Bevölkerung erzählte uns der Reiseleiter, dass sie kaum etwas frei kaufen konnten, alles auf Zuteilungsscheine.

<<< Mietfahrrad

Es gab auf Varadero Motor- und Fahrräder zum Mieten. Dir Motorräder standen nur da, obwohl es viele Touristen gab, die eins mieten wollten… weil es kein Benzin für sie gab! Wir mieteten uns ein Mal zwei Fahrräder und radelten in die Gegend herum. Wir wollten etwas weiter kommen, als es zu Fuß möglich war. Aber auch mit den Rädern kamen wir nicht sehr weit, da sie ziemlich ramponiert und unsicher waren.

<<< Wir lernen Kubanisch

Zur Abwechslung bot der Reiseleiter „Unterricht“ in Kubanisch an. Die Kubaner sprechen eigentlich spanisch, aber es unterscheidet sich von dem Spanisch der Spanier, sagte er! Es war kein seriöser Unterricht, sondern eher zum Spaß. Wir lernten z. B. wie man an der Rezeption melden könnte, dass… etwas nicht funktioniert: „Die Lampe brennt nicht“, „der Boden ist dreckig“ usw. Ich denke, er wollte es sich leichter machen, denn es gab sehr viele Beschwerden, die erst an ihn, dann durch ihn an die Rezeption gingen. Manche Gäste tobten täglich, sie konnten sich nicht damit abfinden, dass sie auf Kuba so viele Abstriche machen mussten. Es gab einige, die tatsächlich ihre Abreise vorverlegten! Es kursierten Sprüche, wie „die wurden heute entlassen“, oder „sie dürfen hier weg“ über Gäste, die abreisten! Wir und andere hatten sich arrangiert und nahmen alles mit Humor!

<<< Rückflug

Mitte Januar war es auch für uns soweit, wir flogen nach hause. Es war wieder ein Nachtflug. Dieses Mal konnte ich besser schlafen! Der Flug dauerte etwas weniger, es liege an der Erdumdrehung, hieß es. Dieses Mal kamen wir so in Frankfurt an, dass wir am selben Tag zurückfahren konnten.

<<< Winter in Deutschland

Es war in Deutschland bitter kalt – minus Temperaturen bis -16 Grad, viel Schnee. Die Fenster des Zuges waren vereist und zugefroren, wir konnten nicht rausgucken, oder sie öffnen, was wir gar nicht brauchten! Das war ein Temperaturunterschied: von +28 auf -16 Grad!

Ich hatte nach der Reise nur noch zwei Tage Urlaub. Mein Mann hatte sich noch einige Tage mehr gegönnt. Ich ging zur Arbeit, war aber noch nicht richtig in die Europazeit zurück… ich stand um 6 Uhr auf, wo doch in meinem Organismus noch gerade Mitternacht war… es dauerte etwas bis ich mich umgestellt hatte!

Ja, liebe Leser, wenn ihr bis hierher gelesen habt, dann hier auch mein Fazit: unsere Kubareise war nicht als Abenteuerreise gedacht, es wurde aber so eine Art Reise! Es sind über 20 Jahre vergangen, auf Kuba hat sich sicher viel getan, geändert, gebessert, aber so eine Reise mit Hindernissen, wie wir sie hatten, kann man heute dort vielleicht nicht mehr erleben!

Viel Spaß beim Lesen, Schmunzeln und Kommentieren!

Eure Maria

15 Bewertungen, 2 Kommentare

  • anonym

    20.08.2006, 22:20 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    *** sh & lg***

  • bigmama

    25.07.2006, 22:54 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich, Gruß Anett