Kuba Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 12/2006
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Erfahrungsbericht von Papa_Santano
VIVA LA REVOLUCIÓN
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Vorwort:
Den Urlaub auf Kuba nur im Hotel und am Strand zu verbringen wollten wir bei unserem letzten Aufenthalt auf keinen Fall. Dafür bietet das Land zuviel was man einmal gesehen haben sollte. Die meisten Urlauber machen ja in Varadero Urlaub, doch mittlerweile ist dieses abgesperrte Gebiet fast so überlaufen wie Mallorca und der Ballermann. Die letzte Bastion des Kommunismus, wie man Kuba auch gerne nennt besticht durch krasse Gegensätze, die sich sowohl in der Architektur, als auch in der Vegetation bemerkbar machen. Je nachdem in welcher Region man seinen Urlaub verbringt, kann ich es nur jedem ans Herz legen auch einmal Santiago de Cuba zu besuchen. Neben Havanna ist dies zweifelsohne die interessanteste Stadt die Kuba zu bieten hat. Ich war schon mehrfach dort, und noch immer reizt es mich durch die Gassen dieser uralten Stadt zu gehen und weit ab von den Trampelpfaden der Touristen die Stadt zu erkunden.
Wo immer man sich in Santiago de Cuba aufhält hat man Musik im Ohr.
Santiago de Cuba ist die Stadt der Musik.
Einst Zentrum des Sklavenhandels auf Kuba ist die bereits 1514 gegründete Stadt heute Mittelpunkt der afrokubanischen Kulturszene. Nirgendwo wird auf Kuba mehr getanzt und musiziert als hier.
In Santiago de Cuba reihen sich Tanzschule an Tanzschule und der im Juni / Juli stattfindende Karneval lässt Gedanken an den berühmten Karneval in Rio de Janeiro aufkommen.
Santiago wurde zum Schmelztiegel der Völker und bietet dem Besucher einen Einblick in das impulsive Leben dieser Stadt.
In den alten Straßen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, man fühlt sich in die Zeit des Kolonialismus zurückversetzt.
Santiago ist idealer Ausgangspunkt um die Gebirgszüge Kubas unter fachkundiger Führung zu erkunden.
Natürlich kann man an nur einem Tag nicht alles entdecken und erkunden, doch bekommt man zumindest einen Eindruck davon, wie prunkvoll hier alles einmal gewesen sein muss, als die Stadt noch in ihrer Blüte war.
Und im Gegensatz zu anderen mittelamerikanischen, und karibischen Ländern braucht man sich hier keine Sorgen zu machen von Bettlern umlagert zu werden. Klar, Kuba ist arm, und die Bevölkerung leidet oftmals Not, doch haben Kubaner einen sehr ausgeprägten Stolz der es ihnen meist verbietet zu betteln. Außerdem, und das sollte man auch bedenken, ist Kuba ein sozialistischer Staat, und diese Staatsform hat nun einmal eine sehr eigenwillige Auffassung von Recht und Unrecht.
Von unserem Hotel aus war es eine ziemlich lange und beschwerliche Reise bis wir Santiago erreichten. Passend zur Mittagszeit knurrte der Magen und was würde da näher liegen als erst einmal etwas zu essen.
Um die Küche Kubas erleben zu können, empfiehlt sich ein Besuch in den sogenannten Paladares - kleinen privat geführten Häusern.
Kulinarisch ist Santiago nicht unbedingt eine Hochburg der Esskultur, aber die Landesspezialitäten sollten auf jeden Fall probiert werden. Geflügel und Schweinefleisch sind wichtige Bestandteile der kubanischen Küche.
Die bekanntesten Gerichte sind cerdo asado und pollo asado, gebratenes Schweinefleisch und Brathähnchen.
Auch Reis in den verschiedensten Variationen steht ganz oben auf der Speisekarte, mit schwarzen Bohnen als moro y christianos zu haben.
Getrunken werden Fruchtsäfte die man frischgepresst an fast jeder Straßenecke bekommt. Rum, das alkoholische Getränk der Karibik wird mit Säften oder klassisch mit Cola als Cubra Libre serviert.
Bier und Wein sollten nur getrunken werden wenn es sich um Importware handelt. Kuba hat geschmacklich in diesem Punkt dringend Nachholbedarf.
In einem solchen Paladar in Santiago muss man sich das ganze so vorstellen als sei man bei Freunden eingeladen. Man sitzt hier unter Umständen mitten im Wohnzimmer der Familie und bekommt sein Essen von der Hausherrin serviert. Die Oma steht am Herd und kocht, und die Tochter spielt die Bedienung. Ich muss zugeben dass ich bei meinem ersten Besuch eines Paladar schon etwas gehemmt war, weil eben die Atmosphäre eine ganz ungewohnt ist.
Erlebt haben sollte man es aber auf jeden Fall einmal. Besonders in der Innenstadt von Santiago gibt es ganz hervorragende Paladares, die man im Anschluß in Richtung Innenstadt verlässt.
Hier haben wir dann auch soweit dies aufgrund der Zeit möglich war, alles an Kultur mitgenommen was wir konnten. In erster Linie beeindrucken mich persönlich immer wieder die imposanten Kolonialbauten, die an bessere Zeiten Santiagos erinnern und stumme Zeugen einer anderen Zeit sind.
Teilweise kann man diese Gebäude auch unter fachkundiger Führung besichtigen, während ein anderer Teil zu richtigen Museen umfunktioniert wurde.
Worauf man in Santiago auch immer wieder trifft sind die Geschichten und Denkmäler die an die Revolution erinnern, auf die man in Kuba auch heute noch sehr stolz ist.
Santiago de Cuba ist wie ich Eingangs gesagt hatte die Stadt der Musik. Daher ist es auch kein Wunder, dass hier an jeder zweiten Ecke gesungen und getanzt wird. Musik ist für die Bewohner Santiagos mehr als lebenswichtig, und wenn es Nacht wird geht hier die Post so richtig ab. Discoklänge und Hits aus den Charts hört man hier nur in den Discotheken der Touristen. Wer die echte Musik erleben will begibt sich am besten in einen der zahllosen Clubs die hier am Abend ihre Tore öffnen.
Die Wurzeln der kubanischen Musik liegen in Afrika, von schwarzen Sklaven in die neue Welt gebracht haben sich unterschiedliche Stile entwickelt.
Der Salsa ist der gängigste Stil und wird auch der Herzschlag Kubas genannt. Allgegenwärtig ist dieser Herzschlag auf den Straßen und in den Häusern der Insel zu hören.
Mag es auch an einigen Dingen der Grundversorgung fehlen findet sich in fast jedem Haushalt ein Tonbandgerät um den Klängen zu lauschen.
Neben dem Salsa regieren außerdem noch Son und Merengue die Musikwelt. Der Merengue, in der Dominikanischen Republik die Musikrichtung Nummer eins, ist einer der am einfachsten zu lernenden Tänze des gesamten karibischen Raumes.
Auf den Straßen von Santiago trifft man unweigerlich auf kleine Musikgruppen, die ihr musikalisches Können zum Besten geben und sich mit dem Verkauf der eigen produzierten Cassetten ein kleines Zubrot verdienen.
Um die Klänge Kubas auf angenehme Weise erleben zu können sollte man unbedingt eine der vielen Tanzshows besuchen.
Karibisches Flair und Rhythmus pur lassen einen nicht mehr los.
Leider ist so ein Tagesstrip viel zu schnell zu Ende, als das man alles gesehen haben könnte. Aber und das habe ich mir für die Zukunft fest vorgenommen, werde ich mal einen Individualurlaub in Santiago machen. Der wird zwar sündhaft teuer, aber ich bekomme viel mehr mit. Wohnen werde ich dann nicht etwa in einem Hotel, sondern ein einem der vielen Casa Particulares. Das sind wie auch die Paladres privat geführte Pensionen mit Anschluss an die Familie. Hier lernt man dann das wahre kubanische Leben kennen. Mit Sicherheit nicht so bequem wie in unserem Hotel, aber dafür viel persönlicher und intensiver.
Ich hoffe das ich dies bald realisieren kann und werde mich dann für zwei oder drei Wochen ganz auf diese wunderschöne Stadt konzentrieren können, die mich wie auch Havanna sehr beeindruckt.
© Papa_Santano am 29,03,2002
Den Urlaub auf Kuba nur im Hotel und am Strand zu verbringen wollten wir bei unserem letzten Aufenthalt auf keinen Fall. Dafür bietet das Land zuviel was man einmal gesehen haben sollte. Die meisten Urlauber machen ja in Varadero Urlaub, doch mittlerweile ist dieses abgesperrte Gebiet fast so überlaufen wie Mallorca und der Ballermann. Die letzte Bastion des Kommunismus, wie man Kuba auch gerne nennt besticht durch krasse Gegensätze, die sich sowohl in der Architektur, als auch in der Vegetation bemerkbar machen. Je nachdem in welcher Region man seinen Urlaub verbringt, kann ich es nur jedem ans Herz legen auch einmal Santiago de Cuba zu besuchen. Neben Havanna ist dies zweifelsohne die interessanteste Stadt die Kuba zu bieten hat. Ich war schon mehrfach dort, und noch immer reizt es mich durch die Gassen dieser uralten Stadt zu gehen und weit ab von den Trampelpfaden der Touristen die Stadt zu erkunden.
Wo immer man sich in Santiago de Cuba aufhält hat man Musik im Ohr.
Santiago de Cuba ist die Stadt der Musik.
Einst Zentrum des Sklavenhandels auf Kuba ist die bereits 1514 gegründete Stadt heute Mittelpunkt der afrokubanischen Kulturszene. Nirgendwo wird auf Kuba mehr getanzt und musiziert als hier.
In Santiago de Cuba reihen sich Tanzschule an Tanzschule und der im Juni / Juli stattfindende Karneval lässt Gedanken an den berühmten Karneval in Rio de Janeiro aufkommen.
Santiago wurde zum Schmelztiegel der Völker und bietet dem Besucher einen Einblick in das impulsive Leben dieser Stadt.
In den alten Straßen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, man fühlt sich in die Zeit des Kolonialismus zurückversetzt.
Santiago ist idealer Ausgangspunkt um die Gebirgszüge Kubas unter fachkundiger Führung zu erkunden.
Natürlich kann man an nur einem Tag nicht alles entdecken und erkunden, doch bekommt man zumindest einen Eindruck davon, wie prunkvoll hier alles einmal gewesen sein muss, als die Stadt noch in ihrer Blüte war.
Und im Gegensatz zu anderen mittelamerikanischen, und karibischen Ländern braucht man sich hier keine Sorgen zu machen von Bettlern umlagert zu werden. Klar, Kuba ist arm, und die Bevölkerung leidet oftmals Not, doch haben Kubaner einen sehr ausgeprägten Stolz der es ihnen meist verbietet zu betteln. Außerdem, und das sollte man auch bedenken, ist Kuba ein sozialistischer Staat, und diese Staatsform hat nun einmal eine sehr eigenwillige Auffassung von Recht und Unrecht.
Von unserem Hotel aus war es eine ziemlich lange und beschwerliche Reise bis wir Santiago erreichten. Passend zur Mittagszeit knurrte der Magen und was würde da näher liegen als erst einmal etwas zu essen.
Um die Küche Kubas erleben zu können, empfiehlt sich ein Besuch in den sogenannten Paladares - kleinen privat geführten Häusern.
Kulinarisch ist Santiago nicht unbedingt eine Hochburg der Esskultur, aber die Landesspezialitäten sollten auf jeden Fall probiert werden. Geflügel und Schweinefleisch sind wichtige Bestandteile der kubanischen Küche.
Die bekanntesten Gerichte sind cerdo asado und pollo asado, gebratenes Schweinefleisch und Brathähnchen.
Auch Reis in den verschiedensten Variationen steht ganz oben auf der Speisekarte, mit schwarzen Bohnen als moro y christianos zu haben.
Getrunken werden Fruchtsäfte die man frischgepresst an fast jeder Straßenecke bekommt. Rum, das alkoholische Getränk der Karibik wird mit Säften oder klassisch mit Cola als Cubra Libre serviert.
Bier und Wein sollten nur getrunken werden wenn es sich um Importware handelt. Kuba hat geschmacklich in diesem Punkt dringend Nachholbedarf.
In einem solchen Paladar in Santiago muss man sich das ganze so vorstellen als sei man bei Freunden eingeladen. Man sitzt hier unter Umständen mitten im Wohnzimmer der Familie und bekommt sein Essen von der Hausherrin serviert. Die Oma steht am Herd und kocht, und die Tochter spielt die Bedienung. Ich muss zugeben dass ich bei meinem ersten Besuch eines Paladar schon etwas gehemmt war, weil eben die Atmosphäre eine ganz ungewohnt ist.
Erlebt haben sollte man es aber auf jeden Fall einmal. Besonders in der Innenstadt von Santiago gibt es ganz hervorragende Paladares, die man im Anschluß in Richtung Innenstadt verlässt.
Hier haben wir dann auch soweit dies aufgrund der Zeit möglich war, alles an Kultur mitgenommen was wir konnten. In erster Linie beeindrucken mich persönlich immer wieder die imposanten Kolonialbauten, die an bessere Zeiten Santiagos erinnern und stumme Zeugen einer anderen Zeit sind.
Teilweise kann man diese Gebäude auch unter fachkundiger Führung besichtigen, während ein anderer Teil zu richtigen Museen umfunktioniert wurde.
Worauf man in Santiago auch immer wieder trifft sind die Geschichten und Denkmäler die an die Revolution erinnern, auf die man in Kuba auch heute noch sehr stolz ist.
Santiago de Cuba ist wie ich Eingangs gesagt hatte die Stadt der Musik. Daher ist es auch kein Wunder, dass hier an jeder zweiten Ecke gesungen und getanzt wird. Musik ist für die Bewohner Santiagos mehr als lebenswichtig, und wenn es Nacht wird geht hier die Post so richtig ab. Discoklänge und Hits aus den Charts hört man hier nur in den Discotheken der Touristen. Wer die echte Musik erleben will begibt sich am besten in einen der zahllosen Clubs die hier am Abend ihre Tore öffnen.
Die Wurzeln der kubanischen Musik liegen in Afrika, von schwarzen Sklaven in die neue Welt gebracht haben sich unterschiedliche Stile entwickelt.
Der Salsa ist der gängigste Stil und wird auch der Herzschlag Kubas genannt. Allgegenwärtig ist dieser Herzschlag auf den Straßen und in den Häusern der Insel zu hören.
Mag es auch an einigen Dingen der Grundversorgung fehlen findet sich in fast jedem Haushalt ein Tonbandgerät um den Klängen zu lauschen.
Neben dem Salsa regieren außerdem noch Son und Merengue die Musikwelt. Der Merengue, in der Dominikanischen Republik die Musikrichtung Nummer eins, ist einer der am einfachsten zu lernenden Tänze des gesamten karibischen Raumes.
Auf den Straßen von Santiago trifft man unweigerlich auf kleine Musikgruppen, die ihr musikalisches Können zum Besten geben und sich mit dem Verkauf der eigen produzierten Cassetten ein kleines Zubrot verdienen.
Um die Klänge Kubas auf angenehme Weise erleben zu können sollte man unbedingt eine der vielen Tanzshows besuchen.
Karibisches Flair und Rhythmus pur lassen einen nicht mehr los.
Leider ist so ein Tagesstrip viel zu schnell zu Ende, als das man alles gesehen haben könnte. Aber und das habe ich mir für die Zukunft fest vorgenommen, werde ich mal einen Individualurlaub in Santiago machen. Der wird zwar sündhaft teuer, aber ich bekomme viel mehr mit. Wohnen werde ich dann nicht etwa in einem Hotel, sondern ein einem der vielen Casa Particulares. Das sind wie auch die Paladres privat geführte Pensionen mit Anschluss an die Familie. Hier lernt man dann das wahre kubanische Leben kennen. Mit Sicherheit nicht so bequem wie in unserem Hotel, aber dafür viel persönlicher und intensiver.
Ich hoffe das ich dies bald realisieren kann und werde mich dann für zwei oder drei Wochen ganz auf diese wunderschöne Stadt konzentrieren können, die mich wie auch Havanna sehr beeindruckt.
© Papa_Santano am 29,03,2002
28 Bewertungen, 4 Kommentare
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31.03.2002, 00:19 Uhr von LoMei
Bewertung: sehr hilfreichWar vor mehr als 40 Jahren im Norden von Kuba, als Fidel Castro am Ende der Revolution in Havanna einmarschierte. Da sah es dort anders aus. Gruß, LoMei.
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30.03.2002, 22:24 Uhr von Martina1883
Bewertung: sehr hilfreichMann o Mann! sehr ausführlich! Toller bericht! Frohe Ostern!
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30.03.2002, 17:10 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichguter Bericht - vielleicht liest man sich ja mal öfters;-))
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30.03.2002, 15:52 Uhr von MichaelW97614
Bewertung: sehr hilfreichIch liebe Südamerika!!
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