Herzsprung (gebundene Ausgabe) / Ildiko von Kürthy Testbericht
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Erfahrungsbericht von Anonym113
ICH BIN NEUGIERIG UND ICH WILL WAS ERLEBEN!!
Pro:
leichte Kost, Seite 37 bis 57
Kontra:
zu viele Klischees, Schreibstil, langatmig
Empfehlung:
Ja
Liebe Leserinnen und Leser
Das ist mein Beitrag zum Bücherfrühling 2004. Mehr dazu erfahrt ihr bei Espionne.
Nicht nur ich, auch meine Cousine ist leidenschaftliche Leserin von Frauenromanen. Normalerweise versorge ich sie immer mit Lesestoff, doch diesmal war es umgekehrt. Als sie nach ihrer Krankheit in Kur war, haben die Bücher, die ich ihr mitgab nicht gereicht und sie kaufte sich dann dieses hier. Als sie zurück kam bekam ich dann mal von ihr ein Buch.
1.) Produkt
Herzsprung
Roman
Autorin: Ildikó von Kürthy
248 Seiten broschiert
ISBN: 3-499-23287-1
Preis: 8,90 Euro
Erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH www.rororo.de
2.) Autorin
Ich lese in der Regel nur Bücher von deutschen Autoren, weil in Übersetzungen meist der gewisse Kick raus ist. Als ich den Namen Ildikó von Kürthy las war ich etwas verwirrt. Der Vorname klingt alles andere als deutsch, aber dann las ich, dass die Autorin 1968 in Aachen geboren ist. Sie wurde 1994 mit dem "Axel-Springer-Preis für junge Journalisten" ausgezeichnet und arbeitet heute als Redakteurin beim Stern. Herzsprung ist bereits ihr zweiter Roman. Der erste Mondscheintarif ist nicht nur in Bestsellerliste, sondern wurde auch erfolgreich verfilmt.
3.) Inhaltsangabe
Die Protagonistin in diesem Buch heißt Amelie Puppe Sturm, Spitzname Puppe, ist wie so oft in diesen Büchern über 30 und hat einen guten Charakter und eine schlechte Figur. Sie führt eine Wochenendbeziehung mit einem Promianwalt namens Philip von Bülow, der nicht nur gut riecht und gut aussieht, er rülpst auch nie. Jedenfalls wacht Puppe am Samstagmorgen, einen Tag vor ihrem 32. Geburtstag auf und wollte wie schon so oft ihrem geliebten Philip eine Lektion erteilen und sich dann aus dem Staub machen. Sie findet, dass solche Aktionen der Beziehung einen Kick geben. Sie wollte all das tun, was sonst „verboten“ ist. Sie nimmt Miss Marple, ihren chinesischen Faltenhund mit ins Bad (Philip mochte das nicht), dann plant sie noch ein paar Wattepads ins Klo zu werfen, ein paar Butterkekskrümel zwischen die Sofakissen zu bröseln und mit ihren Pfennigabsätzen eine Runde übers Parkett zu laufen. Einfach mal wieder Philips Vorschriften missachten und dann abzuhauen. Doch diesmal sollte es anders kommen.
Um 5:55 Uhr in der Früh klingelt Philips Handy und damit er nicht wach wird will sie das Klingeln abstellen, aber wo ist das Handy? Sie sucht und sie findet, doch in diesem Moment hörte es auch schon auf zu klingeln. „Nachricht liegt vor“ sagt das Handy und Puppe ist nun mal sehr neugierig. Es gab da eine Frau, ein ehemaliges Model, hauptberuflich unterernährt, die ihren Philip ständig in der Kanzlei anruft und nun offensichtlich nicht nur dort. Und diese Bente, so ihr Name, rief morgens um 5:55 Uhr an und hinterließ eine Nachricht. Das war zuviel, das brachte das fass zu überlaufen. Jetzt wurden aber andere Geschütze aufgefahren. Puppe stapelte Philips Anzüge, Boxershorts und Kaschmir-Pullover anderthalb Meter hoch im Flur und übergoss diese mit einem teueren Rotwein, von dem sie zuvor noch ein Glas getrunken hatte.
Kurze Leseprobe: Seite 56/57
„Ich schaue noch einen Moment lang zu, wie sich die Weinlache zu einem Rinnsal verjüngt, das sich munter auf den cremefarbenen Berber zubewegt.
‚Unser fliegender Liebesteppich’, pflegte Philip ihn neckisch zu nennen.
Ach Gottchen.
Ich hole eine Tube Elmex aus dem Bad und drücke sie über ein paar Nadelsteifen aus. Das tut gut. Weiß man doch, dass Zahnpasta Stoffe für immer und ewig entfärbt.
Leise ziehe ich die Tür hinter mir zu.
Aus.
Vorbei.
Sozusagen aus und vorbei.“
Puppe und Marple fahren im himmelblauen Fiat-Spider-Cabriolet los. Raus aus Berlin, Richtung Autobahn. An einer Raststätte muss sie anhalten, zu viele Tränen hat sie vergossen. Sie bestellt ihren schwulen Frisör und Freund Burgi auf den Rastplatz, der mit Picknickkorb und Schere anreist und ihr nicht nur zuhört, sondern ihr auch gleich eine neue Frisur zaubert. Dann fährt sie weiter Richtung Sylt. Dort lernt sie Oliver kennen und landet mit ihm im Bett. Was da passiert möchte ich ungern verraten, aber Puppe fährt danach wieder zurück nach Berlin, wo sie ihren Philip und diese Bente auf Bambi-Verleihung lächerlich machen will. Ob ihr das gelingt möchte ich nicht verraten, lest lieber selbst.
4.) Schlusswort
Als ich das Buch das erste mal in Händen hielt und durchblätterte fielen mir nicht nur die schneeweißen Seiten auf, sondern auch die vielen blauen Einträge und Bilder. Ich bin kein Freund von Büchern im Tagebuchstil und auch das hier war nicht sooo toll. Der Leser erlebt 48 Stunden im Leben der Amelie Puppe Sturm in denen immer wieder Erinnerungen an ihre Beziehung und ihr Leben beschrieben werden. Es geht wie so oft um Eifersucht und Rache, aber hier wird das meiste während der Autofahrt erzählt. Die 48 Stunden „wahre“ Handlung hätte man in einer Kurzgeschichte abhandeln können, aber die Erinnerungen, geschmückt mit Liedtexten (die neben den Uhrzeiten in blau gedruckt sind) machen daraus 248 Seiten und somit ein Buch. Die Figuren sind ziemlich überzogen dargestellt und einiges liest sich wie im Telegrammstil. Der ganze Schreibstil der Autorin ist nicht so fesselnd wie ich es von anderen Autorinnen kenne. Sonst kann ich mich immer in die Protagonistin rein versetzen und mitleben, hier fiel mir das sehr schwer.
Die Rückblicke fand ich teilweise sehr langatmig, hätte mich doch eher interessiert wie es endlich weiter geht. Ich war oft versucht einfach weiter zu blättern, weil ich die eigentliche Story lesen wollte, aber ich habe es brav Seite für Seite durchgelesen. 3 Nächte hat es gedauert dann wusste ich was mit Puppe, Bente, Philip, Oliver und Ibo (Mitbesitzerin des Café Himmelreich) passiert ist.
Das einzig witzige, waren die kurzen Schilderungen über die Prominenten, die Puppe durch Philip kennenlernte. Zum Beispiel Katja Riemann, der sie eine Ausstrahlung wie ein Brotmesser nachsagt. Ich empfand die Uhrzeiten als etwas störend. Wie schon gesagt, ich mag diesen Tagebuchstil nicht, wenn da immer steht: 5:35 Uhr, 5:37 Uhr, 5:38 Uhr und die Sätze dann oft so abgehackt sind. Beispiel: „5:38 Uhr – Will reflexartig gerührt zu meinem schmatzenden Lebensgefährten rübergreifen...“
Auch hier ist es wieder mal Geschmacksache wie das Buch bei einem ankommt. Jeder mag was anderes, was man auch schön an der Gesamtbewertung, die das Buch hier bekommen hat, sehen kann. Ich fand es stellenweise einfach nur nervig, weil es nicht voran ging. Darum empfehle ich es eingeschränkt weiter, aber von mir bekommt es nur 2 Sterne. Übrigens ist die Überschrift ein Zitat aus dem Buch.
Vielen Dank für euer Interesse, fürs Bewerten und Kommentieren
Das ist mein Beitrag zum Bücherfrühling 2004. Mehr dazu erfahrt ihr bei Espionne.
Nicht nur ich, auch meine Cousine ist leidenschaftliche Leserin von Frauenromanen. Normalerweise versorge ich sie immer mit Lesestoff, doch diesmal war es umgekehrt. Als sie nach ihrer Krankheit in Kur war, haben die Bücher, die ich ihr mitgab nicht gereicht und sie kaufte sich dann dieses hier. Als sie zurück kam bekam ich dann mal von ihr ein Buch.
1.) Produkt
Herzsprung
Roman
Autorin: Ildikó von Kürthy
248 Seiten broschiert
ISBN: 3-499-23287-1
Preis: 8,90 Euro
Erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH www.rororo.de
2.) Autorin
Ich lese in der Regel nur Bücher von deutschen Autoren, weil in Übersetzungen meist der gewisse Kick raus ist. Als ich den Namen Ildikó von Kürthy las war ich etwas verwirrt. Der Vorname klingt alles andere als deutsch, aber dann las ich, dass die Autorin 1968 in Aachen geboren ist. Sie wurde 1994 mit dem "Axel-Springer-Preis für junge Journalisten" ausgezeichnet und arbeitet heute als Redakteurin beim Stern. Herzsprung ist bereits ihr zweiter Roman. Der erste Mondscheintarif ist nicht nur in Bestsellerliste, sondern wurde auch erfolgreich verfilmt.
3.) Inhaltsangabe
Die Protagonistin in diesem Buch heißt Amelie Puppe Sturm, Spitzname Puppe, ist wie so oft in diesen Büchern über 30 und hat einen guten Charakter und eine schlechte Figur. Sie führt eine Wochenendbeziehung mit einem Promianwalt namens Philip von Bülow, der nicht nur gut riecht und gut aussieht, er rülpst auch nie. Jedenfalls wacht Puppe am Samstagmorgen, einen Tag vor ihrem 32. Geburtstag auf und wollte wie schon so oft ihrem geliebten Philip eine Lektion erteilen und sich dann aus dem Staub machen. Sie findet, dass solche Aktionen der Beziehung einen Kick geben. Sie wollte all das tun, was sonst „verboten“ ist. Sie nimmt Miss Marple, ihren chinesischen Faltenhund mit ins Bad (Philip mochte das nicht), dann plant sie noch ein paar Wattepads ins Klo zu werfen, ein paar Butterkekskrümel zwischen die Sofakissen zu bröseln und mit ihren Pfennigabsätzen eine Runde übers Parkett zu laufen. Einfach mal wieder Philips Vorschriften missachten und dann abzuhauen. Doch diesmal sollte es anders kommen.
Um 5:55 Uhr in der Früh klingelt Philips Handy und damit er nicht wach wird will sie das Klingeln abstellen, aber wo ist das Handy? Sie sucht und sie findet, doch in diesem Moment hörte es auch schon auf zu klingeln. „Nachricht liegt vor“ sagt das Handy und Puppe ist nun mal sehr neugierig. Es gab da eine Frau, ein ehemaliges Model, hauptberuflich unterernährt, die ihren Philip ständig in der Kanzlei anruft und nun offensichtlich nicht nur dort. Und diese Bente, so ihr Name, rief morgens um 5:55 Uhr an und hinterließ eine Nachricht. Das war zuviel, das brachte das fass zu überlaufen. Jetzt wurden aber andere Geschütze aufgefahren. Puppe stapelte Philips Anzüge, Boxershorts und Kaschmir-Pullover anderthalb Meter hoch im Flur und übergoss diese mit einem teueren Rotwein, von dem sie zuvor noch ein Glas getrunken hatte.
Kurze Leseprobe: Seite 56/57
„Ich schaue noch einen Moment lang zu, wie sich die Weinlache zu einem Rinnsal verjüngt, das sich munter auf den cremefarbenen Berber zubewegt.
‚Unser fliegender Liebesteppich’, pflegte Philip ihn neckisch zu nennen.
Ach Gottchen.
Ich hole eine Tube Elmex aus dem Bad und drücke sie über ein paar Nadelsteifen aus. Das tut gut. Weiß man doch, dass Zahnpasta Stoffe für immer und ewig entfärbt.
Leise ziehe ich die Tür hinter mir zu.
Aus.
Vorbei.
Sozusagen aus und vorbei.“
Puppe und Marple fahren im himmelblauen Fiat-Spider-Cabriolet los. Raus aus Berlin, Richtung Autobahn. An einer Raststätte muss sie anhalten, zu viele Tränen hat sie vergossen. Sie bestellt ihren schwulen Frisör und Freund Burgi auf den Rastplatz, der mit Picknickkorb und Schere anreist und ihr nicht nur zuhört, sondern ihr auch gleich eine neue Frisur zaubert. Dann fährt sie weiter Richtung Sylt. Dort lernt sie Oliver kennen und landet mit ihm im Bett. Was da passiert möchte ich ungern verraten, aber Puppe fährt danach wieder zurück nach Berlin, wo sie ihren Philip und diese Bente auf Bambi-Verleihung lächerlich machen will. Ob ihr das gelingt möchte ich nicht verraten, lest lieber selbst.
4.) Schlusswort
Als ich das Buch das erste mal in Händen hielt und durchblätterte fielen mir nicht nur die schneeweißen Seiten auf, sondern auch die vielen blauen Einträge und Bilder. Ich bin kein Freund von Büchern im Tagebuchstil und auch das hier war nicht sooo toll. Der Leser erlebt 48 Stunden im Leben der Amelie Puppe Sturm in denen immer wieder Erinnerungen an ihre Beziehung und ihr Leben beschrieben werden. Es geht wie so oft um Eifersucht und Rache, aber hier wird das meiste während der Autofahrt erzählt. Die 48 Stunden „wahre“ Handlung hätte man in einer Kurzgeschichte abhandeln können, aber die Erinnerungen, geschmückt mit Liedtexten (die neben den Uhrzeiten in blau gedruckt sind) machen daraus 248 Seiten und somit ein Buch. Die Figuren sind ziemlich überzogen dargestellt und einiges liest sich wie im Telegrammstil. Der ganze Schreibstil der Autorin ist nicht so fesselnd wie ich es von anderen Autorinnen kenne. Sonst kann ich mich immer in die Protagonistin rein versetzen und mitleben, hier fiel mir das sehr schwer.
Die Rückblicke fand ich teilweise sehr langatmig, hätte mich doch eher interessiert wie es endlich weiter geht. Ich war oft versucht einfach weiter zu blättern, weil ich die eigentliche Story lesen wollte, aber ich habe es brav Seite für Seite durchgelesen. 3 Nächte hat es gedauert dann wusste ich was mit Puppe, Bente, Philip, Oliver und Ibo (Mitbesitzerin des Café Himmelreich) passiert ist.
Das einzig witzige, waren die kurzen Schilderungen über die Prominenten, die Puppe durch Philip kennenlernte. Zum Beispiel Katja Riemann, der sie eine Ausstrahlung wie ein Brotmesser nachsagt. Ich empfand die Uhrzeiten als etwas störend. Wie schon gesagt, ich mag diesen Tagebuchstil nicht, wenn da immer steht: 5:35 Uhr, 5:37 Uhr, 5:38 Uhr und die Sätze dann oft so abgehackt sind. Beispiel: „5:38 Uhr – Will reflexartig gerührt zu meinem schmatzenden Lebensgefährten rübergreifen...“
Auch hier ist es wieder mal Geschmacksache wie das Buch bei einem ankommt. Jeder mag was anderes, was man auch schön an der Gesamtbewertung, die das Buch hier bekommen hat, sehen kann. Ich fand es stellenweise einfach nur nervig, weil es nicht voran ging. Darum empfehle ich es eingeschränkt weiter, aber von mir bekommt es nur 2 Sterne. Übrigens ist die Überschrift ein Zitat aus dem Buch.
Vielen Dank für euer Interesse, fürs Bewerten und Kommentieren
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