Kultur-Veranstalltungen Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von LosGatos
Ein seltsames Paar
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Heute wende ich mich aus aktuellem Anlass mal wieder an die Theaterfreunde hauptsächlich im Raum München, Berlin und Hamburg und möchte die Aufmerksamkeit auf die mehr als gelungene Inszenierung der Komödie „Ein seltsames Paar“ von Neil Simon mit Heiner Lauterbach und Uwe Ochsenknecht lenken.
Das Stück wird derzeit in der Münchner Komödie im Bayerischen Hof seit dem 13.11.2002 fast täglich aufgeführt und läuft hier noch bis Anfang Februar. Wir waren am 14.12.2002 mit dabei, unsere Karten hatten wir schon Wochen vorher bestellt. Das war auch gut so, denn das Stück ist in München bis zum Ende der Laufzeit fast täglich ausverkauft. Für einzelne Termine gibt es allerdings noch Restkarten (siehe Internet unter www.kleine-komoedie.de). Mutige Optimisten können abends eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung darauf hoffen, dass bestellte Karten nicht abgeholt wurden. Wir haben für gute Plätze (3.Reihe Seite) 31,50 Euro pro Ticket bezahlt.
Nach Abschluss der zwei-einhalb-monatigen Aufführungsperiode in München erfolgen Gastspiele in Berlin und Hamburg.
Berlin: im Theater am Kurfürstendamm vom 11.2.- 2.3.2003. Infos unter www.komoedie-berlin.de . Die Preise betragen zwischen 16 und 38 Euro.
Hamburg: Im Winterhuder Faehrhaus vom 11.-23.3. 2003. Infos unter www.komoedie-winterhuder-faehrhaus.de. Vorverkauf ab 1.1.2003.
Besetzung: Heiner Lauterbach, Uwe Ochsenknecht, Lutz Bembenneck, Michael Boettge, Katrin Fröhlich, Chris Hohenester, Hardy Hoosmann
Erstaunlicherweise führt in Berlin und Hamburg jeweils Stefan Zimmermann Regie, während das in München Arne Elsholtz tut.
INHALT:
Der Inhalt der Komödie dürfte sehr vielen bereits durch den bekannten Film mit Walther Matthau und Jack Lemmon geläufig sein. Das Stück spielt in der Wohnung des Sportreporters Oscar Madison (Heiner Lauterbach). Oscar ist geschieden und lebt allein in einer großen Wohnung in New York. Schmutz und Unordnung stören ihn nicht. Regelmäßig finden hier Pokerabende mit 4 Freunden statt. Eines Abends erscheint einer von ihnen, Felix Ungar (Uwe Ochsenknecht), nicht rechtzeitig und hinterlässt auch keine Nachricht. Bei einem Telefongespräch mit Felix’ Ehefrau Francis stellt sich heraus, dass auch Felix und Francis sich trennen wollen. Fortan machen sich die Freunde um den sensiblen Felix Sorgen. Ihm traut man in solch einer Situation Selbstmordabsichten zu. Irgendwann erscheint Felix dann doch zur Poker-Runde, was für die Freunde nicht heißt, dass sie die Gefahr gebannt sehen. Oscar schlägt schließlich Felix vor, erst mal bei ihm einzuziehen, was sicherlich nicht ganz uneigennützig geschieht, denn Oscar’s Wohnung ist groß und teuer und er ist mit seinen Unterhaltsverpflichtungen an seine geschiedene Frau ständig im Rückstand, eine Kostenteilung ist ihm deshalb willkommen. Felix zieht tatsächlich ein. Aber er ist das Gegenteil von Oscar und ein ordnungsliebender Pedant....
Das Stück geht über 4 Akte und dauert etwa zwei-ein-halb Stunden.
MEINE MEINUNG:
Uwe Ochsenknecht und Heiner Lauterbach wurden in den 80er Jahren zusammen bekannt in Doris Dörries Kino-Komödie „Männer“. Seitdem waren sie seltener gemeinsam zu sehen, beide gehören zur ersten Garde männlicher Darsteller des Deutschen Films, oft spielen sie in Komödien, Lauterbach meist mit Star-Regisseuren wie Dieter Wedel oder Helmut Dietl.
Natürlich spielen beide auch gelegentlich Theater, für mich (LosGatos) war es jedoch das erste Mal, dass ich die beiden live auf der Bühne gesehen habe. Und ich habe es keine Minute lang bereut, an diesem kalten Dezember-Abend den Weg ins Theater gesucht zu haben. Die Rollen sind beiden auf en Leib geschrieben. Lauterbach nimmt man den chaotischen Oscar ebenso leicht ab wie Ochsenknecht den spießigen Felix, der sogar bei der Hausarbeit „korrekt“ gekleidet ist und sein Gesicht strafend und beleidigt verziehen kann, wenn seine Mühen nicht entsprechend gewürdigt werden.
Das Stück ist unterhaltsam, kurzweilig und witzig. Auch die anderen Schauspieler (3 Poker-Freunde und die „englischen Schwestern“) reihen sich nahtlos in das gefällige Stück ein. Besonders die beiden extrovertierten Damen, die letztlich am introvertierten Felix mehr Gefallen finden als am lüsternen Oscar, wissen zu überzeugen.
Dadurch, dass die Handlung weitgehend bekannt ist, muss sich der Besucher nicht darauf konzentrieren, mitzubekommen, worum es geht, sondern kann genüsslich Witz und Minenspiel der Protagonisten verfolgen.
Der Applaus ist zum Schluss dem gesamten Ensemble sicher, vor allem natürlich den beiden Hauptdarstellern, die hier beide über sich hinauswachsen. Hier wird der Unterschied zwischen Film und Theater sehr deutlich. Auch wenn beide schon gute Filmrollen (vor allem Lauterbach) gespielt haben, nutzen sie hier die Gelegenheit, ihr wahres Können zu zeigen. Die Nähe und Bindung zum Zuschauer ist jederzeit vorhanden. Vor allem Lauterbach sieht man bei den Ovationen an, dass er hier in seinem Element ist und er mit Spaß bei der Sache war. Mit triumphierendem Augenzwinkern dankt er dem Publikum. Sehr gelungen fand ich auch zum Schluss, wie bei der Verabschiedung die Schauspieler in verschiedenen Gruppierungen in einzelnen „Momentaufnahmen“ festgehalten wurden.
FAZIT
Nie habe ich ein Theaterstück so kurzweilig empfunden. Lauterbach, Ochsenknecht und ihre 5 Mitstreiter sorgen hier für Unterhaltung auf höchstem Niveau. Deshalb mein Rat an alle Münchner: schnellstens Restkarten sichern, und an alle Hamburger und Berliner: auf keinen Fall verpassen. Und wer etwas weiter wegwohnt, sollte sich überlegen, ob er demnächst nicht mal einen Wochenendtrip in eine der deutschen Metropolen planen sollte.
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 15.12.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Yopi, Talk-On und vielleicht Dooyoo
Das Stück wird derzeit in der Münchner Komödie im Bayerischen Hof seit dem 13.11.2002 fast täglich aufgeführt und läuft hier noch bis Anfang Februar. Wir waren am 14.12.2002 mit dabei, unsere Karten hatten wir schon Wochen vorher bestellt. Das war auch gut so, denn das Stück ist in München bis zum Ende der Laufzeit fast täglich ausverkauft. Für einzelne Termine gibt es allerdings noch Restkarten (siehe Internet unter www.kleine-komoedie.de). Mutige Optimisten können abends eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung darauf hoffen, dass bestellte Karten nicht abgeholt wurden. Wir haben für gute Plätze (3.Reihe Seite) 31,50 Euro pro Ticket bezahlt.
Nach Abschluss der zwei-einhalb-monatigen Aufführungsperiode in München erfolgen Gastspiele in Berlin und Hamburg.
Berlin: im Theater am Kurfürstendamm vom 11.2.- 2.3.2003. Infos unter www.komoedie-berlin.de . Die Preise betragen zwischen 16 und 38 Euro.
Hamburg: Im Winterhuder Faehrhaus vom 11.-23.3. 2003. Infos unter www.komoedie-winterhuder-faehrhaus.de. Vorverkauf ab 1.1.2003.
Besetzung: Heiner Lauterbach, Uwe Ochsenknecht, Lutz Bembenneck, Michael Boettge, Katrin Fröhlich, Chris Hohenester, Hardy Hoosmann
Erstaunlicherweise führt in Berlin und Hamburg jeweils Stefan Zimmermann Regie, während das in München Arne Elsholtz tut.
INHALT:
Der Inhalt der Komödie dürfte sehr vielen bereits durch den bekannten Film mit Walther Matthau und Jack Lemmon geläufig sein. Das Stück spielt in der Wohnung des Sportreporters Oscar Madison (Heiner Lauterbach). Oscar ist geschieden und lebt allein in einer großen Wohnung in New York. Schmutz und Unordnung stören ihn nicht. Regelmäßig finden hier Pokerabende mit 4 Freunden statt. Eines Abends erscheint einer von ihnen, Felix Ungar (Uwe Ochsenknecht), nicht rechtzeitig und hinterlässt auch keine Nachricht. Bei einem Telefongespräch mit Felix’ Ehefrau Francis stellt sich heraus, dass auch Felix und Francis sich trennen wollen. Fortan machen sich die Freunde um den sensiblen Felix Sorgen. Ihm traut man in solch einer Situation Selbstmordabsichten zu. Irgendwann erscheint Felix dann doch zur Poker-Runde, was für die Freunde nicht heißt, dass sie die Gefahr gebannt sehen. Oscar schlägt schließlich Felix vor, erst mal bei ihm einzuziehen, was sicherlich nicht ganz uneigennützig geschieht, denn Oscar’s Wohnung ist groß und teuer und er ist mit seinen Unterhaltsverpflichtungen an seine geschiedene Frau ständig im Rückstand, eine Kostenteilung ist ihm deshalb willkommen. Felix zieht tatsächlich ein. Aber er ist das Gegenteil von Oscar und ein ordnungsliebender Pedant....
Das Stück geht über 4 Akte und dauert etwa zwei-ein-halb Stunden.
MEINE MEINUNG:
Uwe Ochsenknecht und Heiner Lauterbach wurden in den 80er Jahren zusammen bekannt in Doris Dörries Kino-Komödie „Männer“. Seitdem waren sie seltener gemeinsam zu sehen, beide gehören zur ersten Garde männlicher Darsteller des Deutschen Films, oft spielen sie in Komödien, Lauterbach meist mit Star-Regisseuren wie Dieter Wedel oder Helmut Dietl.
Natürlich spielen beide auch gelegentlich Theater, für mich (LosGatos) war es jedoch das erste Mal, dass ich die beiden live auf der Bühne gesehen habe. Und ich habe es keine Minute lang bereut, an diesem kalten Dezember-Abend den Weg ins Theater gesucht zu haben. Die Rollen sind beiden auf en Leib geschrieben. Lauterbach nimmt man den chaotischen Oscar ebenso leicht ab wie Ochsenknecht den spießigen Felix, der sogar bei der Hausarbeit „korrekt“ gekleidet ist und sein Gesicht strafend und beleidigt verziehen kann, wenn seine Mühen nicht entsprechend gewürdigt werden.
Das Stück ist unterhaltsam, kurzweilig und witzig. Auch die anderen Schauspieler (3 Poker-Freunde und die „englischen Schwestern“) reihen sich nahtlos in das gefällige Stück ein. Besonders die beiden extrovertierten Damen, die letztlich am introvertierten Felix mehr Gefallen finden als am lüsternen Oscar, wissen zu überzeugen.
Dadurch, dass die Handlung weitgehend bekannt ist, muss sich der Besucher nicht darauf konzentrieren, mitzubekommen, worum es geht, sondern kann genüsslich Witz und Minenspiel der Protagonisten verfolgen.
Der Applaus ist zum Schluss dem gesamten Ensemble sicher, vor allem natürlich den beiden Hauptdarstellern, die hier beide über sich hinauswachsen. Hier wird der Unterschied zwischen Film und Theater sehr deutlich. Auch wenn beide schon gute Filmrollen (vor allem Lauterbach) gespielt haben, nutzen sie hier die Gelegenheit, ihr wahres Können zu zeigen. Die Nähe und Bindung zum Zuschauer ist jederzeit vorhanden. Vor allem Lauterbach sieht man bei den Ovationen an, dass er hier in seinem Element ist und er mit Spaß bei der Sache war. Mit triumphierendem Augenzwinkern dankt er dem Publikum. Sehr gelungen fand ich auch zum Schluss, wie bei der Verabschiedung die Schauspieler in verschiedenen Gruppierungen in einzelnen „Momentaufnahmen“ festgehalten wurden.
FAZIT
Nie habe ich ein Theaterstück so kurzweilig empfunden. Lauterbach, Ochsenknecht und ihre 5 Mitstreiter sorgen hier für Unterhaltung auf höchstem Niveau. Deshalb mein Rat an alle Münchner: schnellstens Restkarten sichern, und an alle Hamburger und Berliner: auf keinen Fall verpassen. Und wer etwas weiter wegwohnt, sollte sich überlegen, ob er demnächst nicht mal einen Wochenendtrip in eine der deutschen Metropolen planen sollte.
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 15.12.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Yopi, Talk-On und vielleicht Dooyoo
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